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Märkte

Warum der Ölpreis so stark gefallen ist – extrem interessanter Chart

Claudio Kummerfeld

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Die Iran-Story ist derzeit das beherrschende Thema am Ölmarkt. Auf Platz 2 folgt Venezuela mit seiner dahin siechenden Ölindustrie. Wie reagiert der Ölpreis? Weil aus dem Iran bald deutlich sinkende Verkäufe zu erwarten sind (USA führen ab Herbst scharfe Sanktionen ein), und weil Venezuela stetig weniger Öl verkauft, war der Ölpreis lange Zeit gestiegen.

Wie wir letzte Woche schon berichten, waren es es erst nur laue Gerüchte, dann konkrete Gerüchte. Nun wurde es endgültige Gewissheit. Die OPEC verkündete in einem klaren Statement, dass sie (wohl vor allem Saudis und VAE) ihre Fördermenge zügig hochfahren wird, um diese Ausfälle zu kompensieren. Es ist äußerst selten, dass die OPEC als Vereinigung sich so klar und offiziell äußert außerhalb ihrer halbjährlichen Treffen (nächste Sitzung 22. Juni). Von daher sind diese Worte vernichtend gewesen für alle Bullen, die auf einen steigenden Ölpreis gesetzt hatten (Verknappung der Angebotsseite). Zitat OPEC:

The JMMC acknowledged the rising concerns expressed by some importing and consuming countries regarding potential shortages in the global oil market and requested the JTC, supported by the OPEC Secretariat to continue to closely monitor the oil market and to report any fundamental changes. The JMMC Committee reaffirmed participating countries’ commitment to the stability of the market and energy security of the global economy.

Russische Aussagen unterstützen weitere Ölpreis-Schwächung

Nicht nur die offizielle OPEC-Äußerung ließ den Ölpreis abstürzen. Auch die Aussage von Russlands Energieminister Novak hatte es in sich. Zahlreiche Produzenten, die sich bislang an der Fördermengenkürzung beteiligen, könnten laut seiner Aussage bald beginnen ihre Fördermenge spürbar hochzufahren. Auch sagte Novak der Moment sei gekommen nach Wegen zu suchen seriös aus dem Deal (der Fördermengenkürzung, die seit 2017 läuft) schrittweise auszusteigen.

Seine drastischen und klaren Worte zeigen Wirkung. Der Ölpreis (WTI) verlor am Freitag 3 Dollar auf 67,50 Dollar. Im heutigen Handel ging es dann weiter leicht bergab auf aktuell 66,66 Dollar (Tief heute bei 65,79 Dollar). Dass man heute Mittag tiefer liegt als Freitag Abend, zeigt wie schwer die Ereignisse vom Freitag auf dem Markt lasten. Viele Bullen werden Positionen glattgestellt und gute Gewinne der letzten Wochen gesichert haben.

Hochinteressanter Chart

Der folgende Chart zeigt den Ölpreis seit Oktober 2017. Es ist ganz aktuell eine hochinteressante Situation für „Chartisten“ entstanden. Mit dem aktuellen Preis von 66,66 Dollar liegt man genau auf dem Niveau der Zwischenhochs aus Januar und März. Frage: Prallt der Ölpreis genau auf diesem Level nach oben ab, oder rutscht er weiter ab?

Ölpreis WTI seit Oktober 2017

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Finanznews

Aktienmärkte: Trotz Impfstoff-Hoffnung Verluste – warum? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute trotz neuer Impfstoff-Hoffnungen im Minus – und das an einem Montag, dem Wochentag, an dem eigentlich Gewinne fast garantiert waren in den letzten Wochen. Warum also steigen die Aktienmärkte nicht mehr trotz guter Nachrichten? Dafür gibt es wohl zwei Antworten: die erste ist, dass alle schon drin sind – wer soll also noch kaufen? Und die zweite Antwort dürfte sein, dass Profi-Investoren (Pensionsfonds, Investmentfonds etc.) in Aktien übergewichtet und in Anleihen untergewichtet sind und nun ihre Portfolios adjustieren müssen (siehe den heutigen Videoausblick) – sie treten daher bis Jahresende tendentiell als Verkäufer und nicht als Käufer auf. Trotz guter Saisonalität für die Märkte besteht also weiteres Korrektur-Potential..

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Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Märkte

Aktuell: OPEC-Meeting, wichtig für Ölpreis – LIVE-Blog – Update 19:18 Uhr

Claudio Kummerfeld

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Öl-Pumpe in der Wüste

Zwei Mal im Jahr veranstaltet die OPEC in ihrer Zentrale in Wien ihre Treffen. Dieses Mal findet es wegen der Coronakrise nur virtuell statt. Morgen dann folgt die Absprache mit den externen Partnern im Rahmen der „OPEC+“-Vereinbarungen (wichtig hier ist vor allem Russland). Für den Ölpreis ist sehr interessant, worauf man sich heute im Kartell einigt. Wird man wie bisher angedacht ab Januar die Fördermengen für Öl wieder ansteigen lassen, oder die Kürzungen erst einmal weiter aufrecht erhalten? Für die Erholung im Ölpreis könnte die Beibehaltung der bisherigen Fördermengenkürzungen durchaus wichtig sein. Denn die derzeitige zweite Corona-Welle schwächt weltweit die Öl-Nachfrage. Hier zeigen wir fortlaufend aktualisiert die wichtigsten Aussagen vom aktuellen OPEC-Meeting.

19:18 Uhr:

Das Meeting wurde offiziell auf morgen vertagt. Das wird wohl eine harte Nuss morgen, wenn man aktuelle Kommentare von Öl-Ministern (zum Beispiel aus dem Iran) liest.

17:42 Uhr:

Verschiebung der Entscheidung auf morgen wird immer wahrscheinlicher.

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17:17 Uhr:

Die vielleicht renommierteste Reporterin der OPEC-Szenerie Amena Bakr fasst die aktuelle Lage kurz und verständlich zusammen. Offenbar ist man sich bei der OPEC einig, dass man die Kürzungen 3 Monate verlängern will. Nur müssen alle externen Partner dem auch zustimmen, sich auch noch an diese Zusagen halten, und zuletzt zu viel produzierte Mengen kompensieren (und das wäre schon ein kleines Wunder). Bislang noch keine offizielle Mitteilung der OPEC.

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17:06 Uhr:

Gerüchteküche aktuell: Es gibt einige Aussagen von nicht genannten OPEC-Quellen an einige Reporter. Danach sieht es wohl so aus, dass man sich jetzt im Rahmen der OPEC relativ einig zu sein scheint, dass man die jetzigen Fördermengenkürzungen 3 Monate lang ab Januar beibehalten will. Aber man will dies womöglich heute noch nicht offiziell verkünden, sondern erst morgen mit den externen Partnern wie Russland abstimmen.

16:17 Uhr:

Gerüchteküche: Einige Korrespondenten melden aktuell Gerüchte, wonach erst morgen zusammen mit Russland und Co im Rahmen von OPEC+ echte Entscheidungen getroffen werden sollen. Man hört aber auch Stimmen, die aktuell von einer Einigung über 3 Monate Verlängerung der jetzigen Kürzungen sprechen. Alles unklar.

16:05 Uhr:

Das Dilemma der letzten Jahre auch heute? Wir behalten die Kürzungen nur aufrecht, wenn auch wirklich alle mitmachen?

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

14:33 Uhr:

Nach Eröffnungsrede geht man jetzt in die geschlossene Sitzung.

14:24 Uhr:

Das OPEC-Meeting beginnt. Es könnte aber möglicherweise stundenlang dauern bis Tendenzen über eine mögliche Einigung erkennbar werden. Erstmal wird eine Rede verlesen – hier beim Klick an dieser Stelle der Original-Redetext.

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