Folgen Sie uns

Märkte

Warum der Ölpreis steigt – Trump und OPEC eine Bullenfalle?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Als der WTI-Ölpreis gestern noch unter 12 Dollar notierte, kam Donald Trump mit einem Tweet auf die Bühne. Er drohte damit iranische Schiffe zu zerstören, die US-Schiffe belästigen würden. Tja, was für eine geopolitische Sensation, diese Aussage! (Satire). Aber sie reichte aus um den Ölpreis schnell steigen zu lassen auf sage und schreibe 16 Dollar. Vor ein paar Wochen wäre das noch eine Sensation gewesen. Aber nach den gigantischen Kursverlusten der letzten Wochen im Öl sind 4 Dollar ja gar nichts mehr.

Auch die OPEC sorgt für Hoffnung im Ölpreis

Dieser Trump-Push im Ölpreis sorgte wohl dafür, dass viele Shorties ihre Positionen eindecken mussten, was den Ölpreis nur noch weiter nach oben pushte. Wichtig bei sowas ist immer die Bewegung über Nacht. Daran erkennt man oft, ob so ein Move sich auch halten kann. Und in diesem Fall war es so. WTI konnte sich über Nacht auf Niveaus um die 15 Dollar halten, und erreicht aktuell mit 17,43 Dollar höhere Kursniveaus als gestern. Und dann die OPEC. Gestern hatten wir das Thema schon angerissen, heute wird es bedeutender. Die Hoffnung ist da, dass die OPEC demnächst eine weitere Fördermengenkürung durchführen könnte, um den Ölpreis weiter hoch zu pushen. Diese Hoffnung wird aktuell sogar von CNBC thematisiert. Denn die letzte Kürzung von 9,7 Mio Barrels pro Tag (eine echte Leistung für die OPEC) war am Markt verpufft, und der Ölpreis krachte brutal in den Keller. Also, Trumps Iran-Drohung und die OPEC-Hoffnung treiben den Ölpreis derzeit ein wenig nach oben. Sicher wird auch eine technische Erholung der Grund für den steigenden Markt sein. Und die Lagerbestände für Öl? Die waren erst gestern in den USA weiter dramatisch angestiegen mit +15 Millionen Barrels. Sie steigen nun 13 Wochen am Stück. Dies spricht eher für fallende Kurse!

Eine Falle für die Öl-Bullen?

Ist dieser aktuelle Anstieg im Ölpreis basierend auf diesen beiden Gründen eine Falle für die Öl-Bullen? Gut denkbar, denn Geopolitik im Nahen Osten hat die Angewohnheit den Ölpreis nie all zu lange zu beeinflussen. Gerade solche Drohungen, wenn sie nicht zu konkreten kriegerischen Handlungen führen, geraten schnell in Vergessenheit. Und die OPEC-Hoffnung… es ist völlig unklar, ob die OPEC erneut kürzen wird. Auch das Thema könnte wieder einschlafen. Beachtenswert ist auch für die Bullen, dass der nun aktuelle Terminkontrakt mit Laufzeit Juni mit Vorsicht zu genießen ist. Nachdem der ausgelaufene Mai-Kontrakt total kollabierte, scheint derzeit schon eine Flucht der Trader von Juni auf Juli einzusetzen.

Einige Stimmen am Markt sagen (um es mal sinngemäß zusammenzufassen), dass das totale Überangebot an Öl noch wochenlang anhalten werde, und daher auch der Juni-Kontrakt mit Ablaufdatum 19. Mai katastrophal abstürzen könne wie schon der Mai-Kontrakt. Also, ist dieser aktuelle Anstieg im Juni-Ölpreis eine Bullenfalle? Der Analyst John Kemp spricht aktuell (interessante Grafik) davon, dass Trader auch schon auf spätere Laufzeiten wechseln, da sie Bedenken hinsichtlich des Liefer- und Abrechnungsprozesses hätten. Ein Blick auf die aktuellen Daten der Terminbörse CME zeigt, dass die Anzahl der offenen Juni-Kontrakte derzeit bei 382.084 Kontrakten liegt, ein Rückgang von fast 78.000. Im Juli liegt die Zahl mit 377.244 nur etwas darunter, hier mit einem Rückgang von 18.000 Kontrakten.

August hat mit 156.000 schon ein hohes Volumen offener Kontrakte, so auch September mit 180.000. Aber noch ist das Handelsvolumen im Front-Monat Juni mit 362.719 höher als Juli mit 110.976. Der anerkannte Fondsmanager Kyle Bass warnt aktuell übrigens davor (wichtig!), dass viel verschifftes Öl aus dem Nahen Osten (Fahrt dauert ja mehrere Wochen) demnächst erst noch in den USA ankommen werde, und dort die dramatische Lage der vollen Lagertanks für Öl noch verschärfen wird. Kann auch der Juni-Ölpreis wie der Mai-Kontrakt noch weiter zusammenkrachen? Augen auf!

Ölpreis im Verlauf der letzten Tage
WTI-Ölpreis seit Ende letzter Woche. Gut sichtbar ist hier der Absturz im Mai-Kontrakt und der Anstieg wegen dem Wechsel in den Juni-Kontrakt. Hier wurden im Chart die beiden Monate sozusagen zusammengeklebt.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leftutti

    23. April 2020 16:59 at 16:59

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Schwarzer Montag für den Dax! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte an der Wall Street heute stärker unter Druck – aber besonders für den Dax war das heute ein schwarzer Montag. Es ist die vor allem Prognose-Senkung des Schwergewichts SAP, die den Dax besonders unter Druck bringt. Werden in der „Monster-Berichtswoche“ nun auch die amerikanischen Tech-Werte enttäuschen? Neben den hohen Corona-Zahlen (und den damit verbundenen schwächeren Konjunkturdaten wie heute beim ifo Index) wirkt der fehlende Stimulus-Optimismus auf die Aktienmärkte belastend – dabei ist Montag doch eigentlich der klassische Tag für Impfstoff-Optimismus. Dazu steigt die Nervosität vor der US-Wahl, bei der sich die höchste Wahlbeteiligung seit dem Jahr 1908 (!) abzeichnet. Wird der „Reflations-Trade“ vielleicht doch nicht funktionieren?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Dax, Dow und S&P 500 im Absturz

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Dax, Dow und S&P 500 fallen derzeit deutlich. Die aktuelle charttechnische Lage und mögliche Tradingchancen schaue ich mir im folgenden Video genauer an.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

weiterlesen

Gold/Silber

Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

Avatar

Veröffentlicht

am

Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen