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Warum der Ölpreis trotz Produktionskürzungen abstürzt

Obwohl die OPEC die Fördermenge weiter kürzte, fällt der Ölpreis aktuell auf das niedrigste Niveau seit Ende Oktober. Was sind die Gründe dafür?

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Obwohl das OPEC-Kartell Anfang Dezember die Fördermenge weiter kürzte, fällt der Ölpreis aktuell auf das niedrigste Niveau seit Ende Oktober. Was sind die Gründe dafür?

Starker Rückgang beim Ölpreis trotz OPEC-Deal

Am 8. Januar, also gut einen Monat nach der Entscheidung der OPEC und ihrer Kooperationspartner, die Fördermenge um weitere 500.000 Barrel pro Tag zu kürzen, schoss der Ölpreis der Marke West Taxas Intermediate (WTI) auf in der Spitze 65,62 US-Dollar pro Fass (159 Liter) nach oben. Mit beigetragen zu dieser Kursspitze hatte die Auseinanderersetzung zwischen dem Iran und den USA in Folge der gezielten Tötung des hochrangigen iranischen Offiziers und Kommandeurs der Quds-Einheiten, Qasem Soleimani.

Doch seit sich die Situation zwischen den Konfliktparteien beruhigt hat, ist der Ölpreis der Marke WTI um 11,38 US-Dollar bzw. 17,3 Prozent eingebrochen. Die für Europa wichtigste Rohölsorte „Brent“, benannt nach dem Ölfeld in der Nordsee, stürzte im gleichen Zeitraum vom Hochpunkt bei 71,28 US-Dollar pro Barrel um knapp 15 Prozent ab und droht erneut unter die Marke von 60 US-Dollar zu rutschen.

Der Ölpreis der Sorten Brent und WTI im Chart

Derartige Volatilität ist zwar für den Ölpreis keine Besonderheit, gleichwohl zeigt die aktuelle Schwäche des „Schwarzen Goldes“ das Dilemma des Ölmarktes: Eine anhaltende Schieferölschwemme aus den USA trifft auf eine schwache Nachfrage aus der Weltwirtschaft.

Die OPEC und ihre Partner versuchen bereits seit über drei Jahren, mittels Förderlimits den Ölpreis vor dem Kollaps zu bewahren. Zuvor war der Preis wegen des globalen Überangebots und der schwächelnden Nachfrage von über 100 US-Dollar pro Fass im Sommer 2014 innerhalb von 18 Monaten auf 25 US-Dollar im Februar 2016 kollabiert. Mit beigetragen zu der Preisimplosion hatte auch die frühere Strategie der OPEC, die unliebsame und ständig wachsende US-Fracking-Konkurrenz durch niedrige Preise aus dem Öl-Markt zu drängen. Doch diese Strategie ging nicht auf und die OPEC

versucht nun wieder unter der Einbindung von Nicht-Kartellmitgliedern wie Russland, den Ölpreis zu stabilisieren.

Seit dem Jahr 2018 sind die USA dank der Fracking-Technologie zum größten Ölproduzenten der Welt aufgestiegen, noch weit vor Saudi-Arabien und Russland. Doch die USA sind nicht in das OPEC-Kartell eingebunden und damit auch nicht an den OPEC-Deal, den insgesamt 24 Förderländer mittragen, gebunden.

Die amerikanische Fracking-Ölschwemme erklärt übrigens auch den um gut 10 Dollar höheren Referenzpreis des europäischen Nordseeöls Brent, das an der Londoner Warenterminbörse ICE gehandelt wird. Vor dem massenhaften Einsatz der umstrittenen Fracking-Technologie notierte das schwefelarme Nordseeöl traditionell niedriger als sein US-Pendant. Doch US-Öl gibt es nun im Überfluss.

Förderkürzung verpufft

Jüngste Daten zeigen, dass die OPEC im Dezember nur 29,55 Millionen Barrel pro Tag gefördert hat. Das waren 100.000 Barrel pro Tag weniger als vor der beschlossenen Förderkürzung. Damit wurde insgesamt bereits das Produktionsziel im Dezember erreicht, das für das erste Quartal 2020 geplant war.

Vor allem Saudi-Arabien hat durch die Reduzierung des eigenen Ölausstoßes die Förderquote insgesamt nach unten gedrückt. Der weltweit zweitgrößte Ölproduzent überbot somit seine eigenen Kürzungszusagen signifikant. Das Land hat eine Quote von 10,3 Millionen Barrel pro Tag zugeteilt bekommen, produzierte jedoch nur 9,82 Millionen Barrel. Damit überkompensierten die Saudis die Mehrproduktion des Irak und Nigerias, die ihre Quoten nicht einhielten und weitaus mehr als zugesagt produzierten. Der Irak sollte nur 4,46 Millionen Barrel pro Tag fördern, lag aber bei 4,58 Millionen Barrel pro Tag. Nigeria produziert 90.000 Barrel pro Tag mehr als sein Kontingent von 1,84 Millionen Barrel vorsah.

Das weltweite Ölangebot fiel im Dezember 2019 im Vergleich zum Vormonat aufgrund der saudischen Kürzungen und des saisonal bedingten Rückgangs der Biokraftstoffe insgesamt um 780.000 Barrel pro Tag.

Die deutliche Reduzierung des OPEC-Ölangebots sollte die Preise eigentlich stabilisieren. Doch schaut man sich die Fördermengen der USA an und vor allem die Prognosen zur Ölnachfrage, dann wird klar, warum der Ölpreis aktuell wieder fällt.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass die Nachfrage nach OPEC-Öl im ersten Halbjahr 2020 auf 28,5 Mio. Barrel pro Tag sinkt, also um 1,55 Millionen Barrel geringer ist, als die OPEC aktuell pro Tag anbietet.

Obwohl die IEA für das Gesamtjahr 2020 nach wie vor einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um 1,2 Millionen Barrel erwartet, ergäbe das im Vergleich zur aktuellen Fördermenge immer noch ein Produktionsüberschuss, der die globalen Lagerbestände erhöht. Dementsprechend warnt die IEA in ihrem Bericht: „Selbst wenn die OPEC den Förderpakt strikt einhält, ist ein starker Anstieg der globalen Ölvorräte im H1 2020 wahrscheinlich.“

USA handeln nach dem Motto: „Drill, drill, drill“

Bereits währen der Finanzkrise sahen in den USA viele Ökonomen das Heil der US-Wirtschaft in der damals noch neuen Fracking-Technologie, bei der Chemikalien mit hohem Druck in Schiefergestein gepresst werden, dieses aufsprengen und so das im Gestein gebundene Öl oder Gas freisetzen, das anschließend abgepumpt wird.

Der heutige Präsidentenberater und Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates der USA, Larry Kudlow, forderte bereits im Jahr 2009 die US-Ölindustrie gebetsmühlenartig auf „Drill, drill, drill!“.

Diese Ideologie ist heute im Weißen Haus fester Bestandteil der Wirtschaftspolitik. Der US-Präsident selbst ist ein starker Befürworter der Energieautarkie der Vereinigten Staaten und begrüßt ausdrücklich die Transformation der USA vom Netto-Importeur zum Netto-Exporteuer von Öl und Gas.

Vor zehn Jahren fiel die Ölproduktion in Folge der Finanzkrise in den USA auf knapp 5 Mio. Barrel pro Tag. Heute produzieren die USA mehr als 13 Mio. Barrel pro Tag und damit mehr als jemals zuvor und ein Drittel mehr als der zweitgrößte Ölproduzent Saudi-Arabien (9,8 Mio. Barrel pro Tag).

In diesem Jahr dürfte sich dieser Vorsprung sogar noch ausweiten. Die IEA erwartet, dass die US-Produktion um weitere 1,3 Millionen Barrel pro Tag ansteigt, bei gleichzeitig sinkender Weltnachfrage.

Fazit und Ausblick: weiter fallender Ölpreis wahrscheinlich

In Anbetracht des ungünstigen Angebots-Nachfrage-Verhältnisses und der in Summe global steigenden Rohöllagerbestände bleiben die kurzfristigen Perspektiven für den Ölpreis gedämpft.

Auch vom Terminmarkt sind keine positiven Impulse zu erwarten, da das spekulative Exposure hier bereits recht hoch ist und damit kontraindikativ eher für weiter fallend Preise spricht.

Bis Ende Februar sprechen auch die langfristigen Statistiken zur Saisonalität gegen wieder steigende Ölpreise.

Der Ölpreis dürfte weiter unter Druck bleiben

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    D. Bausenwein

    26. Januar 2020 10:36 at 10:36

    Ich bin langfristig immer davon ausgegangen das Öl eine recht teure Energieform wird. Da man mit Erneuerbaren schon beginnt auf die ökonomischen Gestehungskosten von Kohle zu zuwandert.

    (von den uneinkalkulierten Vollkosten bei Beschaffungsrisiken im Bergbau + Folgeerankten und deren Finanzierung mal abgesehen.)

    Aber mittelfristig würde eine Energiewende in Europa Öl auf dem Weltmarkt, wohl sogar wieder billiger machen und damit weniger ökologische Entwicklungsländer wirtschaftlich fördern.

    Aber rechnerisch währe das e-Auto an meiner privaten Solar-PV getank auf 15kwh/100km etwa mit 1,5€ im Spiel bei etwa 10Cent Gestehungskosten je KWh.

    Und mit Weltmarkt Preis von Benzin/Diesel etwa auch bei 1,5€ bei 5Liter/100km. Wenn man von 25-30Cent je Liter ausgeht.

    In Europa kostet der Liter aber an der Tankstelle schon etwa das Vierfache. Also warum fahr ich noch Benzin? Nja ich hab halt einen Benziner und der Neukauf eines Stromers ist die reale „Potential-Hürde“ nicht der verwendete Kraftstoff.

    Werden E-Autos billiger hat das einen enormen Flippflopp Effekt auf den Ölmarkt. (Möglicherweise unumkehrbar?)

    Wenn also der Mobilitätsmarkt für Erdöl beginnt demnächst auf Grund der Energieersatzmöglichkeit zu erodieren senkt er auch die Preisspitzen immer ab und Öl „bumpt“ gegen die Gestehungskosten regenerativer Energien.
    Das ist meiner Vermutung ein zyklischer Prozess der alle paar Jahre wiederholt wird.

    Teurer würde es erst mit Seltenheitswert von Öl, bis dahin haben Sich dann viel kleine Fracker in Amerika finanziell aufgearbeitet. Sie pumpen gerade mit viel zusätzlichen Subventionen ihr privat Kapital in den Ölmarkt und halten es billig.
    (Etwa so wie Deutschland gelegentlich negativen Strompreisen im subventionierten Strommarkt erzeugt.)

    Der Unterschied ist Windräder und PV laufen mittlerweile 25Jahre und mehr.
    Amerikanische Fracker müssen jeden Tag neu ihr Konto checken und zum Bohrloch fahren.
    Das tun sie aber nur wenn das Öl für ihr Werken Bager und Bohrer günstiger ist als die Förderkosten.

    Eine Subvention für Fracker ist also ein „Einmaleffekt“ während er bei Regenerativen 25 Jahre vorhält.
    Öl ist eine heiße Flamme mit der man die Wirtschaft befeuern kann, die Sonne aber dafür sehr viel ausdauernder…

    Somit ist regenerative Subvention der Fracking Subvention „ökonomisch“ also taktisch gesehen auf den Staatshaushalt wohl mit jedem Jahr das man in die Zukunft weiter rechnet überlegen.

    Dauerhaft teuer wird es aber trozdem erst wenn eine „Realkonkurenz“ entsteht.

    Aber ab da hab ich zu meiner PV mit Batterie-Speicher welche vor vier Jahren installiert wurde dann auch das passende Gefährt =).

    Mir sind verglichen mit den Weltmarkt Preisen, sowohl Benzin an der Tankstelle als auch Strom aus dem Netz mindestens Faktor 2-3 zu teuer das geht wenn man es richtig macht auch privat deutlich günstiger.

    (Vielleicht seh ich das zu einfach,
    Solange wir aber nur lokale Zertifikate handeln macht das Öl global mittelfristig wohl sogar um einem messbaren Offset günstiger. )

  2. Avatar

    oegeat

    26. Januar 2020 19:58 at 19:58

    tja wer meine Videos kennt weis das ich am Hoch nach der Raketen …
    https://youtu.be/6bI-wXiMAAM?t=210 von der ersten Jännerwoche !
    am ende dann och der vergelich ja Video ansehen !!

    • Avatar

      Columbo

      26. Januar 2020 20:17 at 20:17

      @Oegat

      „…am ende dann och der vergelich ja Video ansehen !!…“

      Tja, ziemlich unverständlich, für mich wenigstens. Sind Ihre Videos auch so? Tja, dann verzichte ich lieber.

      • Avatar

        Shong09

        26. Januar 2020 21:16 at 21:16

        Das dachte ich mir auch 😉

      • Avatar

        oegeat

        27. Januar 2020 00:03 at 00:03

        Den Link oben muss man in einem neuen Fenster öffnen !
        Interessant ist das nicht nur die Prognose passte, sondern auch die Aussage zu den Thema Öllager.
        https://youtu.be/6bI-wXiMAAM?t=210 also neuen Fenster öffnen Min 3:30 sollte es starten ..

  3. Avatar

    Hesterberg

    26. Januar 2020 23:07 at 23:07

    @Oegeat
    Warum sollte man sich ein Video von Jemanden ansehen, der scheinbar im Schulunterricht immer gefehlt hatte? Die Österreicher haben doch Schulen, oder?

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Aktien

Sollte man jetzt antizyklisch Aktien von Reedereien kaufen?

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Frachtschiff im Sonnenlicht - Aktien von Reedereien wieder attraktiv?

Die Schifffahrtindustrie hat die Auswirkungen des Coronavirus bereits gespürt, als die Aktienmärkte noch davon ausgingen, es handele sich um ein unwichtiges, temporäres Ereignis irgendwo in China. Die Preise, die für das Chartern großer Frachtschiffe gezahlt werden mussten, fielen bereits im Januar ins Bodenlose. So auch die Aktien von Reedereien. Ist es jetzt an der Zeit, antizyklisch einzusteigen? Schauen wir uns drei Aktien großer Reedereien an!

Öltanker können auch ohne Ölnachfrage gebraucht werden

Schon Anfang Februar musste man für die Miete eines Megafrachters für Schüttgut kein Geld mehr bezahlen, sondern bekam sogar welches vom Reeder ausgezahlt. Das war für die Schiffseigner günstiger, als selbst für Mannschaft und Schwerölverbrauch aufzukommen. Öltanker hingegen sind weiter gefragt, wenn auch geringer als noch vor zwei Monaten. Sollte der Preis für die Tanker-Miete weiter sinken, käme auch noch eine völlig neue Nachfragegruppe hinzu: Ölbroker und Investoren! Derzeit ist an den Terminmärkten sofort lieferbares Öl günstiger als Öl, das erst in sechs Monaten geliefert werden soll. Wer also heute Öl kauft und sechs Monate lagert, kann einen risikofreien Gewinn erzielen.

Und was wäre für die Lagerung einiger hunderttausend Tonnen Rohöl besser geeignet als günstige Supertanker? Zumindest Anfragen dieser Art gab es bei Schiffsbrokern bereits. Derzeit ist der Preisabstand zwischen sofort lieferbarem und später zu lieferndem Öl jedoch noch zu gering, um den Preis eines Supertankers zu rechtfertigen. Für die Schiffseigner bedeutet das aber auch: Derzeit gibt es keine Entspannung auf der Nachfrage-Seite. Die Kapazitätsauslastung chinesischer Häfen ist inzwischen 20% bis 50% niedriger als vor dem Ausbruch des Coronavirus und so wie es aussieht, wird das auch noch eine Weile so bleiben.

Die Nachfrageschwäche nach Schiffstransporten könnte (!) bald vorbei sein

Stimmen die offiziellen Zahlen aus China, dann gibt es zumindest kaum noch Neuinfektionen. Wenn dem so ist, dann wäre auch ein Ende der Nachfrageschwäche in China absehbar. Und wenn in China wieder gearbeitet, investiert und konsumiert wird, zöge auch wieder die Nachfrage nach Schiffstransporten an. Für die Aktien der Reedereien dürfte das eine erhebliche Entlastung darstellen. Denn deren Kurse brachen in den vergangenen Wochen um teils deutlich mehr als 50% ein. Für antizyklische, risikofreudige Investoren besteht jetzt die Chance, ein paar Schnäppchen zu machen.

Scorpio Tanker ist Betreiber einer Flotte von 128 Schiffen mit einem Durchschnittsalter von nur vier Jahren, allesamt ausgerüstet mit Scrubbern, die die Abgase der Schiffe reinigen. Das junge Alter der Schiffe und die Scrubber verschaffen Scorpio nach eigener Aussage Wettbewerbsvorteile, da die Schiffe sparsamer fahren und die Abgaswäsche die Nutzung günstigeren Schweröls in Gegenden ermöglicht, in denen andere Schiffe ohne Abgasreinigung das teurere Marinediesel verfeuern müssen.

Jetzt einsteigen? Kursverluste von 40% bis 50% bei Reederei-Aktien!

Gleichwohl machte Scorpio bereits in den vergangenen Jahren Verluste. In diesem Jahr stehen knappe 435 Millionen US-Dollar Zins- und Tilgungszahlungen an, während das Unternehmen lediglich 202 Millionen US-Dollar Cash- und Wertpapierbestände vorweisen kann. Ohne Neukreditaufnahme käme das Unternehmen also nicht über das Jahr. In einem ohnehin schifffahrtskeptischen Umfeld könnte die Kreditaufnahme schwierig oder teuer werden, zumal bei sinkenden Frachtraten mehr Kredite zur Aufrechterhaltung des Betriebs notwendig sein dürften, als noch bei Abschluss des vorherigen Quartals angenommen wurde.

Diese Situation macht die Aktie jedoch auch gleichzeitig anfällig für schnelle Kurserholungen, sollten die Frachtraten wieder anziehen und sich der Welthandel normalisieren. Denn die Risikoabschläge, die der Markt in den vergangenen Wochen vornahm, würden sich dann als unnötig herausstellen. Seit Anfang Januar hat sich der Aktienkurs mehr als halbiert. Scorpio ist somit eine Aktie für Zocker, die sowohl die Zeit haben, das Unternehmen kontinuierlich zu beachten als auch die nötigen Mittel, um notfalls auch einen Totalverlust zu verkraften.

Die Aktie von North American Tanker (NAT) hat sich seit Jahresbeginn nicht halbiert. Der Kurs fiel lediglich um 43%! Auch NAT macht schon seit Jahren, genauer gesagt seit drei, Verluste. Das Unternehmen fährt jedoch noch mit deutlich geringeren Cashreserven als Scorpio Tanker. Ende 2019 waren es nicht einmal 49 Millionen US-Dollar. Im Gegensatz zu Scorpio konnte NAT im Vorjahr jedoch wenigstens positive Cashflows vorweisen und hat praktisch keine in diesem Jahr fälligen Verbindlichkeiten. NAT ist also nicht zwingend auf Neukreditaufnahmen in diesem Jahr angewiesen und könnte die Flaute unbeschadeter überstehen als Scorpio.

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Aktien

Ich lasse die Hosen runter: So sieht mein Depot aus – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern hat mich ein Börsianer aus den Premium-Chancen angeschrieben. So schrieb der Mann: „Herr von Parseval, Sie haben zuletzt zweimal Shorts empfohlen. Das war auch gut so. Unklar ist für mich aber, welche Quoten soll ich jetzt in meinem Depot halten. Wie viel Aktienquote darf ich haben, wie viel Geld stecke ich in die Shorts? Und bitte keine Theorie, sondern konkrete Zahlen. Sprechen Sie Klartext und sagen Sie mir am liebsten, was Sie in Ihrem Depot gerade machen. …“

Nun, Börsianer sprechen unter einander nicht immer freundlich, aber immer klar. Und der Kollege wirft genau die richtige Frage auf. Lassen Sie mich kurz ausholen. Als Leser des RENDITE TELEGRAMM sowie der Premium-Chancen haben Sie in dieser Woche Ihre Depots durch den Kauf von Shorts gegen den S&P 500 sowie gegen den NASDAQ 100 teilweise abgesichert.

Ein fiktives Beispiel: Anleger Max Mütze hält gegenwärtig DAX-Aktienpositionen im Wert von 100.000 Euro und hat deshalb zur Absicherung einen zweifach gehebelten Short im Wert von 1.000 Euro gekauft. Das ist schön, freilich nicht ausreichend. Denn seine Aktienpositionen haben in dieser Woche über 10.000 Euro verloren, während der Short lediglich 200 Euro zulegte. Das Problem ist offensichtlich: Hier stimmte die Quote, sprich die Gewichtung des Shorts nicht. Jetzt zur Sache! Welche Quoten halte ich aktuell in meinem Depot? Derzeit besteht mein Gesamtdepot – unter Berücksichtigung des…..

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Dax im freien Fall – wie weit geht die Corona-Reise noch?

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Wie weit fälllt der Dax wegen der Krise um das Coronavirus? Es wird noch ein wenig dauern, bis sich die verwöhnten Bullen an diese neue Marktlage gewöhnen können. Denkt man gerade an die letzten Monate zurück, dann gab es nur eine Richtung. Jede kleine Kursschwäche  auf der Unterseite wurde sofort zum Kaufen ausgenutzt. 2019 ist der DAX um 26% gestiegen – und viele rechneten sich auch für 2020 wieder reich. Diese goldene Marktentwicklung des Dax und des MDAX dürfte jetzt für längere Zeit Geschichte sein. Die Frage, die aktuell deutlich über den Köpfen der Händler zu sehen ist: Wie wird es weitergehen und wann kommt die erste Gegenreaktion?

Dax: Verkaufsdruck kann noch steigen

Normalerweise ist der erste Blick eines Händlers auf den Chart gerichtet. Die Markt- und Charttechnik gibt eine große Hilfestellung bei der Prognose zur zukünftigen Entwicklung. Diese Aspekte sind in einer solchen Sondersituation aber absolut in den Hintergrund gerückt. Wir befinden uns jetzt beim DAX nicht mehr in einem rein technischen Markt, sondern in einem fundamentalen. Jetzt stellen sich andere Fragen. Wann werden die ersten Schulen geschlossen? Wann gehen die Menschen nicht mehr zur Arbeit? Und wann werden sie nicht mehr mit dem Zug fahren?

Das Bild kann düster ausgemalt werden. Geht man noch von einer weiteren Ausbreitung aus, dann müsste die Kurskorrektur im Dax und MDAX noch wesentlich höher ausfallen. In den nächsten Wochen werden die Gewinnwarnungen der größeren Unternehmen reihenweise in den Zeitungen stehen. BASF machte heute schon damit den Anfang. Selbst wenn die Gewinne nicht so stark zurückgehen sollten, sind die Vorstände aus rechtlichen Gründen gezwungen, solche Warnungen herauszugeben. Ansonsten hätten Sie im Fall des Falles, die Gefahr nicht richtig eingeschätzt und fahrlässig gehandelt. Das wird dann wahrscheinlich der Zeitpunkt sein, dass die Analysten den DAX neu bewerten müssen. Somit sind wir aktuell noch gar nicht in dem Bereich einer gerechten Bewertung.

Euro steigt – Öl fällt

Dass der Ölpreis unter Druck geraten ist, ist sicherlich jedem einleuchtend. Die kommenden Produktionsausfälle führen zu einer großen Rohöl-Schwemme am Weltmarkt. Die Produktionskontingente sind zwar zurückgefahren worden, aber der Verkaufsdruck besteht weiterhin am Markt. In der nächsten Zeit sind in Übertreibungsfällen sicherlich Preise des WTI (Crude Oil) unter der 40 Dollar-Marke möglich. Mit der Zuspitzung der Lage hat der Euro kräftig gegenüber dem US-Dollar zulegen können. Über 300 Pips und ohne nennenswerte Gegenbewegung legte er in wenigen Tagen zu. Auch die wichtige Marke von 1,1000 ist heute im asiatischen Handel gebrochen worden.

Normalerweise würde man das Gegenteil vermuten: In Krisenzeiten neigt der Dollar meist zur Stärke. Aber aktuell kommt sehr viel heimisches Geld wieder aus Asien und den USA nach Europa zurück. Dieses Kapital stammt zum Teil auch von den starken Wertpapierverkäufen, die das vorher gebundene Kapital wieder frei machen.

So kritisch die Lage auch ist oder auch werden kann, sollten dennoch die möglichen Unterstützungen und Widerstände beim Dax aus charttechnischer Sicht bekannt sein. Selbst in panischen Märkten gibt es Gegenbewegungen mit einer hohen Volatilität. Aus markttechnischer Sicht befindet sich der DAX mit klaren Verkaufssignalen (rote Kreise) in einem beginnenden Abwärtstrend. Dabei ist die erste signifikante charttechnische Unterstützung bei ca. 11.393 Punkten zu erkennen. Sollte diese zukünftig auch nicht gehalten werden können, dann ist für den DAX der Weg mehr oder weniger bis ca. 10.371 Punkte frei. Im Fall von Erholungen ist aus der ursprünglichen Unterstützung bei 12.449 Punkten jetzt der Widerstand geworden.

 

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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