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Warum der Oktober für die Finanzmärkte doch noch ungemütlich werden könnte..

FMW-Redaktion

Der Oktober ist berüchtigt als „wilder Börsenmonat“: immer wieder gab es in diesem Monat starke Ausschläge, mitunter auch Crashs. Und dass es, trotz des starken Starts, auch diesmal heftig werden könnte, zeigt ein Blick in die (Börsen-)Geschichte.

Seit zwanzig Jahren ist, aus welchem Grund auch immer, der Oktober ein Monat großer Unruhe. Und der Okotber 2015 könnte nun einem Muster folgen, das wir bereits in den Jahren 1990, 1998 (Kollaps von Long-Term Capital Management und Asien-Krise) und 2011 (Schuldenkrise in Europa) erlebt haben: in diesen Jahren gab es im August heftige Abstürze, gefolgt dann – nach einer Phase der Beruhigung im September – von schweren Turbulenzen im Oktober. In diesen Jahren setzte sich als im Okober ein Muster fort, das im August begonnen hatte – und die wichtigsten Indizes wie der S%P 500 fielen jeweils unter das Tief vom August.

Dass auch in 2015 nach den Turbulenzen im August das Schlimmste vielleicht noch nicht überstanden ist, zeigt ein Blick auf einige Sektoren: so erleben wir derzeit einen kaum wahrgenommenen Crash im Biotech-Sektor, begleitet von Abverkäufen im Bereich Health Care und im Sektor Materials. Das sind Warnzeichen, die anzeigen, dass nach wie vor wenig Stabilität an den Märkten herrscht.

Auslöser des August-Aberkaufs in diesem Jahr war der Crash in China bzw. die Abwertung des Yuan. Derzeit scheint sich die Lage beruhigt zu haben – aber es stehen im Oktober zahlreiche Konjunktur-Daten aus China an, die die Märkte wieder durchschütteln könnten. Der zweite Unsicherheits-Faktor ist die nun beginnende Berichtssaison in den USA. Erwartet wird, dass die Gewinne der US-Unternehmen um 6,9% einbrechen werden – das wäre der größte Rückgang seit 2009. Gestern begann Alcoa schwach – ein Muster, das sich fortsetzen dürfte.

Auffällig ist insbesondere, dass vor der nun beginnenden US-Berichtssaison die Schätzungen der Analysten nicht – wie sonst regelmäßig üblich – massiv nach unten korrigiert wurden. Diese Praxis hatte regelmäßig dazu gefühhrt, dass die berichtenden Firmen dann über die deutlich niedriger gelegte Latte springen konnten, also die gesenkten Erwartungen krachend übertrafen. Entfällt dieser Effekt, könnte das einer der Gründe sein, warum der Oktober nicht nur beim Wetter noch richtlich ungemütlich wird..



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