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Indizes

Warum der Oktober so gefährlich ist an den Aktienmärkten!

Überraschende Einsichten in die Psyche der Investoren im Oktober!

Redaktion

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am

Warum kommt es immer wieder im Oktober zu extremen Bewegungen an den Aktienmärkten? Die Statistik etwa bei den US-Indizes zeigt, dass gerade dieser Monat eine bedeutende Abweichung von der Norm aufweist. Thomas Hupp nennt vor allem drei Gründe, warum der Oktober so volatil ist – und einer davon ist besonders überraschend!

Thomas Hupp erwartet, dass es – wie so oft in der Börsenhistorie – bis Halloween schwierig bleiben wird mit weiterem Rückschlagpotential an den Aktienmärkten. Und erklärt, warum der Dax schwächer ist als die US-Indizes – als Vorbote für eine schon vor Monaten einsetztenden Risikoaversion vor allem von amerikanischen Investoren (die zuerst ihre Auslands-Assets liquidieren).

Sehr sehenswertes Interview mit kleinen Ausflügen in die Physik:


Von Martin.Heiss, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2516770

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    16. Oktober 2018 10:26 at 10:26

    Die FMW sorgt ja gerade dazu, das der Markt nicht weiter abstürzt, bei derartigen Artikeln die letzten Tage. 99% der Artikel drehen sich um einen Crash.

    Welle 4 könnte jetzt abgeschlossen sein, Welle 5 könnte den DAX wieder in die Nähe Richtung Allzeithoch bringen.

  2. Avatar

    Altbär

    16. Oktober 2018 12:38 at 12:38

    @ Andreas, wenn Ihnen das realistische FMW zu bärische ist, können sie einfach andere Foren
    anhören.Bitte zählen Sie mir einige Gründe für weiter steigende Börsen auf.

    • Avatar

      Roberto

      16. Oktober 2018 12:59 at 12:59

      @ Altbär
      Hallo Herr Altbär, ich kann sowohl Sie alsauch ANDREAS verstehen.
      Es ist ja in der Tat so, das der Dax oder allg. die Märkte nicht immer das tun was fundamental eigentlich logisch wäre.
      Wenn ich mir nie Nachrichtenlage global anschaue, dann müsste z.B. der Dow Jones bei unter 20k sthen und ganz zu schweigen von der Nasdaq 100.
      Wie oft waren es gerade die vermeintlich schlechte Daten die die Märkte erst recht befeuert haben und sogar auf ATh´s gebracht haben.
      1. Die Wahl von Trump war sicherlich nicht die gute Nachricht
      2. Die Wahl zum Brexit genauso nicht
      Ich will damit nur sagen, das hier Äpfel mit Birnen nicht vertauscht werden sollten. Die Börse und die Kurse sind das eine, die Fundamentalen Nachrichten und die globale Wirtschaft das andere.
      Irgendwann nähren sich beide an….und dann ist es aber weder tief gefallen noch ist so schlecht fundamental ausgegangen.
      Es ist z.B. ein phänomen, dass die Aktienmärkte Angst vor einer rezession haben. Aber erst wenn es öffentlich durch Zahlen untermauert wird, dass sich die Wirtschaft in einer Rezession befindet, dann fangen die Kurse sogar an zu steigen. Und das weil die Zukunft wohl nicht noch schlechter werden kann und man schon auf den Aufschwung wettet.
      Das ist eine andere Denkweise, aber für die Kursentwicklungen an den Märkten ein roter Faden.
      In diesem Sinne…immer etwas weiter über den Tellerrand schauen und bedenken, dass auch andere Meinungen eine Wahrheit haben.
      Viel Erfolg weiterhin und VG
      Roberto

    • Avatar

      Andreas

      16. Oktober 2018 13:04 at 13:04

      Altbär
      Natürlich ist es realistisch. War es vor 10 Jahren nicht auch realistisch, das Börsen nicht weiter steigen können. Oder vor 5 Jahren? Oder vor 2 Jahren, letztes Jahr?
      Was hat die Börse denn mit der Realität zu tun? Nichts, da in der Börse Geld aus dem nichts investiert wurd. Da wird auch weiter Geld, welches aus dem nichts erschaffen wurde hineinfließen.
      Wir haben erst im August die längste Bullenphase erlebt, glauben sie nach zwei Monaten wird diese abrupt beendet? Kgv sind niedrig. Elliott Wellen sprechen eine eindeutige Sprache.

      Bärenphantasien können sie begraben. Vorerst einmal. Oder warum sollten die Börsen denn ihrer Meinung nach fallen? Ich wette es sind die gleichen Argumente die ich auch vor 5 Jahren gehört habe, nur mit kleinen Abwandlungen.
      Was macht schon eine Billion schulden mehr oder weniger im Finanzsystem aus? Oder zwei Billionen? Ich sage es ihnen: Gar nichts! Geld ist billig. Und Geld kann man heute aus dem n9chts erschaffen.

  3. Avatar

    Altbär

    16. Oktober 2018 14:44 at 14:44

    @ Andreas u. Roberto, anscheinend immer noch bullisch , haben Sie noch nicht gemerkt ,das weltweit fast alle Börsen schon im Abwärtsgang sind. Die US- Börsen sind an kritischen Marken so um die 200Tageslinie.
    @Roberto was den Tellerrand betrifft, der geht bei mir bis 2008 und 2000 u. sogar 1987 zurück.
    Ich weiss nicht wieviel Vermögen Sie haben, lch weiss nur ein Bekannter von mir ( Permabulle )
    hat anfangs Monat in 2Tagen ca. 200 000 Euro mit Aktienanlagen verloren.Er hat gar keine Lust zum Zukaufen, wenn es weiter fällt muss er sogar verkaufen.
    Also ich kenne seine Stimmung, ich brauche also keine Nachhllfe von Permabullen.

  4. Avatar

    Roberto

    16. Oktober 2018 15:49 at 15:49

    @ Altbär
    Hallo Herr Altbär,

    wie man sich doch soooo irren kann. Ich bin keineswegs Bulle, sondern seit ein paar Wochen short positioniert und dies sehr erfolgreich. Sowohl mittelfristig alsauch kurzfristig intraday.
    Sie sehen also, dass ich mit meiner Sichtweise auf beiden Seiten erfolgreich agieren kann, weil ich einfach flexibel bin. Und noch etwas zu dem oberen Punkt Tellerrand. Ich habe den Crash 2000 mitgemacht und vuel Geld verloren, dann kam der crash 2007/2008 und ich habe daraus gelernt und habe in etwa das 6-fache gewonnen von dem was ich 2000 verloren hatte. Ich bin seit ca. 20 Jahren aktiv und habe gelernt auch andere Meinungen nicht nur zu hören, sondern versuchen zu verstehen und dann daraus mein Ding zu machen.
    Das Sie sich aber wegen meinem wirklich sehr neutralen Beitrag so sehr angemacht gefühlt ahben, hätte ich nicht erwartet. Warum das so ist, werden Sie am besten wissen…..

    also wieder: Viel Erfolg weiterhin….

    • Avatar

      Andreas

      16. Oktober 2018 16:11 at 16:11

      @Roberto

      Ich lerne immer wieder sehr gerne von Leuten mit einer neutralen Sicht auf den Markt. Sie scheinen einer davon zu sein und besitzen auch noch 20 Jahre Börsenerfahrung. Hut ab!
      Ich bin mittlerweile seit 4 Jahren dabei,also eher ein Neuling im Vergleich zu ihnen. Meine Hilfsmittel sind Elliott Wellen und einige bekannte Indikatoren wie MACD und co…
      Dürfte ich erfahren, welche Hilfsmittel sie nutzen, wenn es kein Geheimnis ist? Vielleicht kann ich diese in mein Trading implementieren?

      • Avatar

        Roberto

        16. Oktober 2018 16:47 at 16:47

        @Andreas
        Hallo Andreas, vielen Dank für die freundlich Frage. Es sind auf keinen Fall Geheimnisse. Es ist alles das was die meisten Trader täglich uf verschiedenen Ebenen anwenden. Elliot Waves zählen auch dazu. Die verwende ich aber seltener. Was mir aber wirklich sehr gut weiterhilft sind die Fibonacci Level und Regressionen etc. Die gleitenden Durchschnitte ( jeder hat so seine Lieblings MA´s , Bollinger Bänder und Stochastik. Mehr ist es nicht. Ich denke weniger ist sowieso sinnvoller, weil man sich den Blick sonst versperrt. klassische Candelstickmethode nebst Trenanalyse gepaart mit den genannten Hilfsmittel reichen vollkommen aus um auf allen Zeitebenen sich die Analysen zu erstellen.
        ich denke es würde auch zu weit führen in diesem Rahmen, wenn wir noch weiter darauf eingehen würden…denn das Trading ist ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten wie Sie wissen.
        Ich hoffe aber das wenigstens etwas dabei war, wofür Sie sich interessieren könnten.
        Viel Erfolg dabei und weiterhin gute Trades.
        VG
        Roberto

        • Avatar

          Andreas

          16. Oktober 2018 17:12 at 17:12

          @Roberto
          Danke. Zu ihrem Punkt Fibonacci Level und Regressionen werde ich mir mal einige Artikel durchlesen bzw. Videos ansehen.

          Auch ihnen wünsche ich weiterhin viel Erfolg.
          Danke nochmals.

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick für die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Indizes

US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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