Aktien

Warum der starke Dollar US-Anleger in Euro-Aktien treibt

Von Claudio Kummerfeld

Wir geben einen Überblick , warum der starke Dollar US-Anleger in Euro-Aktien treibt, und das schon seit Wochen. Wir zeigen mehrere Zusammenhänge auf.

Robert Schiller

 

 

 

 

 

 

 

 

Robert Schiller: „Europe is so much cheaper“
Foto: World Economic Forum / Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Experten wir Robert Schiller und viele andere haben es in den letzten Tagen und Wochen öffentlich verkündet. Sie schichten ihre privaten Aktienanlagen von den USA nach Europa um, oder sie schichten die Gelder ihrer Kunden um, weil sie schlicht und einfach europäische Aktien für günstiger halten.

Der Dollar wird immer stärker, im Gegenzug wird der Euro automatisch immer schwächer. Und nicht nur der Euro – viele Währungen weltweit werten derzeit gegen den Dollar massiv ab.

Euro gegen US-Dollar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Euro verliert massiv gegen den US-Dollar

US-Dollar gegen türkische Lira

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der US-Dollar wertet massiv gegen die türkische Lira auf

Britisches Pfund gegen US-Dollar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das britische Pfund verliert massiv gegen den US-Dollar

US-Exporte leiden unter Dollar-Stärke

Wenn US-Hersteller ihre Produkte ins Ausland verkaufen, z.B. in die Türkei, bezahlen die türkischen Konsumenten die Ware vor Ort ja in türkischer Lira. Also muss an irgendeiner Stelle die eingenommene türkische Lira in US-Dollar getauscht werden, um zum Herstellerin die USA zu fließen. Da der US-Dollar gegenüber der türkischen Lira aber immer teurer wird, kommen am Ende immer weniger US-Dollar beim Produzenten in den USA an. Und das gilt auch für alle anderen Produzenten, die in den USA herstellen. So haben sich bereits im Januar 2015 zahlreiche Vorstände von US-Konzernen über den starken Dollar und die zu erwartenden massiven Gewinneinbrüche der US-Unternehmen beschwert. Den richtig großen Einbruch der Gewinne wird man wahrscheinlich mit etwas Verzögerung in deren Quartalszahlen ab Mitte 2015 sehen können. Somit werden US-Aktien für Investoren unattraktiver.

QE in USA und Europa

Das QE (Quantitative Easing / Geldschwemme) ist in den USA in den letzten Jahren bereits massiv von der Notenbank Fed „zelebriert“ worden. Die Phantasie oder besser gesagt Partystimmung, die durch die Geldschwemme erzeugt wurde, ist schon seit Jahren in den US-Kursen eingepreist. Jetzt schwenkt man dorthin um, wo diese Partystimmung gerade erst so richtig ins Rollen kommt – nach Europa. Denn EZB-Chef Mario Draghi flutet jetzt den Markt mit Notenbank-Euros.

Dax vs Dow

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Raus aus US-Werten, rein in europäische: Dax (schwarz) vs Dow (organge).

Wer gewinnt?

Es klingt wie eine Ironie der Geschichte, aber derjenige, der am meisten von dem schwachen Euro profitiert, ist Deutschland. Da man mit weitem Abstand am meisten Exportvolumen in der Eurozone hat, werden die hier produzierten Waren für Kunden, die mit US-Dollar bezahlen, immer billiger. Und gerade Deutschland ist ja ein vehementer Gegner der EZB-Geldschwemme. Was für eine Ironie!



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