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Warum der Trump-Trade jetzt in Gefahr ist! Positionierungen der Fondsmanager

Über Trading-Boote, die zu voll sind - und warum die Fondsmanager sich schizophren verhalten (müssen!)

FMW-Redaktion

Der Trump-Trade scheint mehr und mehr in Gefahr zu raten – das hat der gestrige Handelstag gezeigt, als die US-Banken so stark fielen wie seit der Wahl Trumps nicht mehr! Gleichzeitig war gestern der Dollar stark unter Druck – und folgende Grafik der Bank of Amerika Merill Lynch zeigt, warum diese Kombination für die Märkte sehr ungünstig ist, denn der Dollar und die US-Banken waren das Herz und der Motor der Trump-Rally gewesen. Und der Markt ist extrem Long im Dollar und in den Banken (gleichzeitig die Short-Quote bei US-Banken auf einem Allzeittief):


Quelle: Bank of Merika Merill Lynch
http://edge.alluremedia.com.au/uploads/businessinsider/2017/01/Trump-trade.jpg

Und der Markt ist immens short im Euro und im Pfund – beide sind gestern nach oben geschossen! Fast ebenso schmerzhaft sind und waren steigende Kurse bei Anleihen, die ebenfalls stark geshortet sind.

Die Bank of Amerika hat in ihrer regelmäßigen Umfrage die Fondsmanager befragt, welche Trades am populärsten sind, wo also das Boot am vollsten ist. Die Antwort:

1. Dollar-Longs
2. Staatsanleihen-Shorts
3. Volatilitätsarme Blue-Chips mit starker Dividende
4. Unternehmensanleihen aus der EU und den USA
5. Long im Russell (US-Nebenwerte-Index)
6. Pfund-Shorts
7. Yen-Shorts

Fast alle dieser „most crowded trades“ erlitten gestern einen empfindlichen Rückschlag: der Dollar fiel, Anleihen stiegen, das Pfund schoss durch die Decke, der Yen wurde stärker.

Dabei sind sich die von der Bank of Amerika befragten Fondsmanager durchaus bewußt, dass diese starke Positionierung für einen stärkeren Dollar etc. große Risiken beinhaltet. Gefragt, worin sie für 2017 die größten Risiken sehen, antworteten sie:

1. Protektionismus und Handelskriege
2. Fehler der US-Regierung („policy error“)
3. Abwertung des Yuan/ Immobilienblase in China
4. Desintegration Eurozone/ Probleme bei EU-Banken

Und das ist vielsagend: noch vor kurzen waren die Sorgen um die EU und ihre Banken an Nummer eins der Sorgen, zusammen mit China-Sorgen. Nun aber sind mit Protektionismus/Handelskriege und Fehler der US-Regierung faktisch zwei Dinge die Hauptsorge, die unmittelbar mit Trump und seiner Regierung zu tun haben! Und das, obwohl man selbst eben voll auf die Trump-Rally setzt mit Dollar-Longs, Banken-Longs etc.

Also geistig konsequent ist das nicht, aber: man muß mit der Herde mitlaufen, es gibt da einen harten Zwang, wenn man seinen Anlegern hinterher nicht gestehen will, dass man bei den Gewinner-Trades nicht dabei war!



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5 Kommentare

  1. Hallo Markus,

    der Trump -Trade ist bisher nicht in Gefahr. Das mit dem Protektionismus wird nicht durchsetzbar sein, siehe Mauerbau zu Mexiko. Trump könnte sich in Gefahr bringen, wenn er so weitermacht, das wird die Zukunft zeigen.
    Eine Desintegration der EUR-Zone ist (bisher) nicht zu sehen ?
    Die Probleme der EU-Banken, der italienischen Banken sind „hausgemacht“, eigentlich nix Neues ?

    China an sich, ist wohl in der Gemengenlage das allerkleinste Problem.
    China wird sich – so oder so – wenn man im Forex-Markt bedeutend sein will, von der Kopplung zum USD lösen müssen.
    Es gibt keine Immobilienblase in China, einfach deshalb, weil der Markt nicht „frei“ ist, und China jederzeit eingreifen kann, jederzeit.
    Von daher gesehen, wo liegt das Problem, der EUR/USD liegt bei 1,06 – der EUR ist erstaunlich stark ?

    Beim EUR/GPB werden wir bald die Parität erreichen, und das wird wohl nicht das Ende sein.

    Na ja, Banken-Longs könnte man auch dadurch begründen, dass die FED die Zinsen erhöhen wird / muss ? Was hat das mit dem Donald zu tun – eigentlich nix ? Bei der Hillary hätte die FED genauso reagiert ?

    VG

    Marko

    1. Zum Glück hat mein Freund Trump keine dt. Denke!
      Er macht das schon,verlasst euch drauf!

    2. Der Dollarindex wollte unbedingt nochmal die 100 anlaufen (testen), was sich in einem erholten Euro wiederspiegelt. Heute eine erste Gegenbewegung.

      Ob die FED wirklich die große Zinswende eingeleitet hat oder doch nur viel Dampf ablässt und jedes Jahr nur einen winzigen, zögerlichen Minischritt hinbekommt, da sind die Meinungen gespalten.

      Bei einer richtig großen Zinserhöhung würden die ganzen überschuldeten Regierungen und Unternehmen echte Probleme bekommen. Heißt, noch mehr QE.

  2. Hallo Herr bauer,

    alles gut mit Ihren Penny-Stocks in Sachen Goldminen, garantierte Gewinne usw.. ? Wo ist er, der Absturz , der Aktienmärkte ?
    Der Trump wird im Endeffekt ein kleines Lüftlein sein, sonst nix… :D

    Ihr Freund, Trump, ist genau der Präsident, den sich die Amis „verdient“ haben.
    Bei Trump ist eines schon bemerkenstwert, der geht ab wie ein HB-Männchen.
    Da hat ein Reporter ihm was gesagt, was ihm nicht passte : seine Antwort : You are dumb ! Oder meinte er Trump ?

    Ich mag ihn, den Donald…

    VG

    Marko

  3. Danke für solche Artikel, die sind sehr hilfreich.

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