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Devisen

Warum der US-Dollar nächstes Jahr kräftig abwerten könnte

Claudio Kummerfeld

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am

US-Dollar Geldscheine

Kann der US-Dollar nächstes Jahr 20 Prozent an Wert verlieren? Ja, das ist durchaus denkbar. Diese These hat laut aktuellen Berichten jedenfalls die Citigroup aufgestellt. Und hört man sich die Begründung für diese These an, dann ist dieses Szenario argumentativ durchaus nachvollziehbar.

US-Dollar und der Verlauf der Coronakrise

Denn schaut man auf die Kursausschläge im US-Dollar in diesem Jahr, dann sah man vor allem im März einen schnellen, kräftigen Ausschlag nach oben. Und zwar genau da, wo die Coronakrise die Weltwirtschaft mit voller Wucht lahm legte. Dies ist ein klares Zeichen. In Krisenzeiten flieht die ganze Welt in den vermeintlichen, letzten Fluchthafen, der wegen seiner Größe auch gigantische Geldströme aufnehmen kann – nämlich der US-Dollar und die US-Staatsanleihen. Im März stieg der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) deutlich an, und die Kurse von US-Staatsanleihen stiegen gleichzeitig (die Rendite fiel). Im Verlauf des Jahres, wo die Infektionszahlen deutlich abflachten und sich die Lage entspannte, fiel auch der US-Dollar nach und nach wieder in den Keller.

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Die Anleger verlagerten weltweit wieder Gelder in risikoreichere Währungsräume. Zuletzt wo die neuen Lockdowns die wirtschaftliche Erholung ausbremsen, unternahm der US-Dollar einige Versuche wieder zu steigen. Aber man sieht ganz am Ende des Charts den fallenden US-Dollar. Denn jetzt wo Pfizer/Biontech und Moderna binnen einer Woche ihre Impfstoff-Fortschritte melden, und in einigen Wochen womöglich schon Millionen Menschen geimpft werden können, steigt die Hoffnung auf eine gewisse Art von Normalisierung der Weltwirtschaft. Und der US-Dollar schwächelt.

Dank Corona-Impfstoff Flucht aus dem Dollar, rein in riskantere Währungen?

Und es ist genau diese Hoffnung auf den Start der großen Impfwelle im nächsten Jahr, welche Citi dazu veranlasst von einer kräftigen Abwertung im US-Dollar im nächsten Jahr auszugehen. Bis zu 20 Prozent könne er fallen. Denn die wohl weit verbreitete Verfügbarkeit von Coronavirus-Impfstoffen, die zur Wiederbelebung des Welthandels und des Wirtschaftswachstums beitragen könnten, würden den Greenback schwächen. Denn ja, so möchte ich ergänzen: Wo die Erholung ansteht, sind die Anleger bereit wieder Geld in Schwellenländern zu investieren. Dann verkauft man folglich seine Anlagen in US-Dollar, und kauft die Währungen der Länder, in denen man sich mit mehr Risiko deutlich höhere Renditen verspricht.

Laut Citi werde der US-Dollar aber auch darunter leiden, dass die US-Notenbank Fed im Zuge der Normalisierung der Weltwirtschaft weiterhin dovish bleibe (niedrige Zinsen, Geld drucken). Der Rest der Welt werde laut Citi wahrscheinlich schneller wachsen, wodurch US-Investoren ihr Kapital in ausländische Geldanlagen umschichten würden. Also, darf man annehmen, dass der Devisenmarkt so ein Szenario wie üblich versucht vorwegzunehmen, und der US-Dollar fängt schon in den nächsten Tagen und Wochen an spürbar abzuwerten? Wie gesagt, es ist ein Szenario, und zwar gut begründet. Aber ob es so kommt, darauf gibt es keine Garantie!

Chart zeigt Kursverlauf im US-Dollar in den letzten zwölf Monaten

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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Allgemein

Brexit-Einigung? Wie das Pfund letztlich auch auf den Goldpreis abstrahlen kann

Claudio Kummerfeld

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Das Brexit-Wort über dem Union Jack

Auch wenn die Brexit-Verhandlungen jüngst wegen einem Corona-Fall in der EU-Delegation unterbrochen wurden, so legt ein ganz aktueller Artikel im „The Guardian“ nahe, dass der Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU doch noch ein Erfolg werden könnte. Über die wichtigsten Punkte gäbe es bereits Einigungen. Also, nehmen wir jetzt mal an, dass wirklich dieses kleine Wunder geschieht, und man sich in den nächsten Tagen wirklich noch auf einen Brexit-Deal einigt.

Brexit-Deal bringt Pfund spürbar nach oben?

Dann, da ist sich die Analystengemeinde relativ einig, sollte dies für das britische Pfund eine spürbare Aufwertung gegenüber US-Dollar und Euro bedeuten. Denn bei einem geregelten und relativ zollfreien Handel mit dem Kontinent wäre das ein kräftiger Pluspunkt für die britische Wirtschaft! Aber kommen wir zu den möglichen Folgewirkungen, die sich bis zum Goldpreis erstrecken können.

Der Dollar-Index ist ein Währungskorb des US-Dollar gegenüber anderen weltweit wichtigen Währungen wie dem Euro, Pfund, Schweizer Franken, Yen usw. Der Euro stellt in diesem Korb gegenüber dem US-Dollar das Schwergewicht dar mit 57,6 Prozent Gewichtung. Das britische Pfund ist in diesem Korb mit 11,9 Prozent Anteil vertreten. Dennoch: Sollte das Pfund dank Brexit-Einigung plötzlich kräftig aufwerten, könnte dies den Dollar-Index spürbar runterziehen.

Fallender US-Dollar bringt Goldpreis zum Steigen

Und ein fallender US-Dollar bedeutet grundsätzlich eine Aufwertung für alle Assets, die global hauptsächlich in US-Dollar gehandelt werden, wie der Ölpreis und auch der Goldpreis. Letzterer ist seit Monaten äußerst sensibel in Bezug auf Bewegungen im US-Dollar. So kann eine kräftige Aufwertung im britischen Pfund daher über einen schwächeren US-Dollar zu einem steigenden Goldpreis führen. Soweit das Szenario. Ob es so kommt, und ob das mit dem Brexit-Deal überhaupt etwas wird… das kann Stand jetzt wohl nicht mal die beste Glaskugel sagen. Im Chart sehen wir den Verlauf des Pfund gegen den US-Dollar seit Mitte 2017.

Chart zeigt Pfund gegen US-Dollar seit dem Jahr 2017

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