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Warum die Amerikaner mit Huawei eine rote Linie überschritten haben – der Boykott beginnt, der Handelskrieg wird eskalieren

Unternehmen wie Google, Infineon und Qualcomm boykottieren Huawei – nun ist eine rote Linie überschritten, die zur weiteren Eskalation führen wird!

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Mit der Bannung von Huawei hat die Trump-Administration eine rote Linie überschritten – und das bedeutet: solange Huawei auf der schwarzen Liste steht, wird Peking nicht mit Washington verhandeln und damit der Handelskrieg tendentiell weiter eskalieren!

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Bisher haben die Amerikaner keine Belege gegen Huawei

Huawei ist Chinas Speerspitze der Technologie: führen im Bereich 5G, dazu einer der weltweit führenden Smartphone-Anbieter, und nicht zuletzt sorgt Huawei mit der Verlegung von Untereseekabeln dafür, dass es eine Konkurrenz zum von den USA dominierten Internet gibt. Bislang konnten die USA keinerlei Beweise vorlegen für den Verdacht, dass Huawei Daten „ausspioniert“ – aber vermutlich gehen die Amerikaner schlicht davon aus, dass Huawei das ebenso macht wie die Amerikaner selbst!

Nun hat Google angekündigt, seine Geschäftsbeziehungen mit Huawei mehr oder weniger einzustellen: das gilt für Android-Updates, für Bauteile, aber auch für Gmail und vor allem den Google Play Store. Damit wird auch für viele Europäer ein Huawei-Smartphone unattraktiver. Nach neuesten Meldungen hat nun auch die deutsche Infineon die Lieferung von Chips an Huawei eingestellt (die Infineon-Aktie verliert daraufhin) – viele andere westliche Chip-Hersteller werden folgen!

 

Der Kampf um technologische Dominanz – jetzt wird es ernst

Die USA greifen mit Huawei also faktisch den größten Gefährder ihrer technologischen Dominanz an – und wollen damit verhindern, dass China an den USA auch technologosch vorbei zieht. China aber sagt: wir werden so oder so an euch vorbei ziehen – so etwa formuliert es die „Global“ Times“:

„The global economic center will inevitably move to Asia. China has been growing and has an enormous market with great potential. If the Chinese market excludes the US, it would cost the US more than their tariff revenues.“

Nun sagt China: wir kämpfen im Grunde für alle Länder gegen die Agression der USA, siehe hierzu folgendes Video:

http://www.globaltimes.cn/content/1150663.shtml

Zwar haben am Wochenende der US-Aussenminister Pompeo (der zuvor in chinesischen Medien in bisher nie dagewesener Form kritisiert worden war!) und Chinas Aussenminister Wang Ji telefoniert, aber einen Handelsdeal wird es absehbar nicht mehr geben – vor allem dann nicht, wenn nun die Kaskade an Konsequenzen sichtbar wird, den der Huawei-Bann mit sich bringen wird.

Damit ist das nicht eingetreten, was die Märkte aber (mehrfach!) längst als Fakt eingepreist haben – und solange Huawei gebannt bleibt, laufen die Märkte der Realität zu stark voraus.

China erwartet nun von den USA einen Schritt – nämlich die Zurücknahme des Huawei-Banns als Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Gespräche. Genau das aber kann Trump nicht machen, ohne innenpolitisch das Gesicht zu verlieren, weil auch die US-Demokraten eine harte Haltung gegen China und Huawei einfordern. Daher ist eine Lösung des Konflikts absehbar nicht mehr in Sicht!

 

By Petar Milošević – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31921969

7 Kommentare

7 Comments

  1. Hesterberg

    20. Mai 2019 10:22 at 10:22

    @ Markus Fugmann
    Sie glauben immer noch, Trump könne irgend etwas nicht machen, weil er sein Gesicht verlieren würde? Trump verliert ständig sein Gesicht und es ist sein Markenzeichen, heute dies und morgen wieder etwas anderes zu erklären. Gerade hat der die Zölle gegen Kanada und Mexiko wieder zurück genommen. Da kann er morgen auch den Huawei-Angriff wieder zurück nehmen. Offensichtlich nehmen ihn die Märkte auch schon lange nicht mehr ernst und steigen weiter.

    Trump ist ein Clown, den man zum Prädidenten gewählt hat. Unter seiner Regentschaft ist alles möglich und auch das Gegenteil davon.

    • Markus Fugmann

      20. Mai 2019 10:45 at 10:45

      @Hesterberg, wenn Trump hier einen Rückzieher macht, werden die US-Demokraten genüßlich sagen: sehr ihr, Trump zieht den Schwanz ein – wenn Trump das dennoch macht, wird es sehr ungemütlich für ihn!

    • Columbo

      20. Mai 2019 11:19 at 11:19

      Daß Trump ein Clown sei, ist eine schwere Fehleinschätzung. Er spielt den Clown, dahinter aber steckt die Strategie der aktuellen US Regierung und Wirtschaftselite und die sind nicht so dumm, wie manche von uns glauben.
      „Ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt sichs ganz ungeniert“.
      So kann man den Gegner verunsichern, um dann im richtigen Moment gar nicht clownmäßig zuzuschlagen.
      Xi Jinping muß auf seinen Ruf achten, paßt auf, was die andern um ihn denken und sagen. Trump tut das nicht, er blendet, alle lachen über ihn. Und werden sich wundern, wenn ihnen das Lachen vergeht, weil der Clown plötzlich keine Witze mehr macht.

    • Matthias

      20. Mai 2019 15:25 at 15:25

      Trump wird doch nicht der Schuldige sein. Er wird irgend wen entlassen und ihn als Schuldigen hinstellen.

  2. Marko

    20. Mai 2019 10:50 at 10:50

    „Offensichtlich nehmen ihn (den Donald) die Märkte auch schon lange nicht mehr ernst und steigen weiter.
    Trump ist ein Clown, den man zum Präsidenten gewählt hat. Unter seiner Regentschaft ist alles möglich und auch das Gegenteil davon.“

    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen… 🙂

    Das gleiche „Spiel“ sehen wir beim so genannten „Brexit“… – Na klar, kann ich ich als GB Sicht-aus „Europa“ aussteigen, gerne…

    Nur, die Konsequenzen… wären wohl: Nicht so toll ?

    Wie gesagt, wenn die „Angelsachsen“ das so wirklich „wollen“, na dann… 😉 😀

  3. Koch

    20. Mai 2019 11:10 at 11:10

    Schaut so aus,als müsste die „stärkste Notenbank der Welt“ irgendwas machen!Dann kommts auch wieder zur Handelskriegsrallye!Und überhaupt:Eine Welt ohne Aktienmarktrallyes ist a)nicht möglich und b)nicht lebenswert!Wo kämen wir denn dann hin,wenn’s beispielsweise wieder wirtschaftliche Schweinezyklen,gäbe?Nein,undenkbar und nicht mit mir.Ich will die „totale Klimakatastrophe“an den Aktienmärkten.Kontinuierliche Erwärmung bis zum Hitzekollaps.

  4. joah

    20. Mai 2019 23:11 at 23:11

    Schlimmer wie im Kindergarten, leider nur kein Spiel mehr: das, was Menschen verbindet, wird nunmehr mit Füßen zertreten. Schande.

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Anleihen

Marktüberblick zum Wochenende: Glaubt die Börse dem US-Militär nicht?

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am

Das aktuell beherrschende Thema an der Börse ist der Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman. Wer war es, was ist da passiert? Die USA haben ziemlich schnell ein Video hervorgezaubert, auf dem angeblich zu sehen sei, wie iranische Soldaten auf einem Schnellboot eine Haftmine von einem Öltanker entfernen, weil sie nicht explodiert war. Aber den späteren erfolgreichen Angriff auf den Öltanker zeigt das Video nicht. Ob es der Iran war? Vielleicht ja, vielleicht nein. Oder vielleicht auch iranische Kommandeure, die auf eigene Faust handeln?

Wie auch immer. Wenn man sich heute die Marktreaktionen anschaut, dann darf die Frage erlaubt sein: Glaub die Börse dem US-Militär nicht? Glaubt man an ein Fake-Video? Oder ist den meisten einfach klar, dass dieses Video ja nun mal keinerlei Angriff auf den Öltanker zeigt, und dass es von daher keinen Beweis für einen Angriff durch den Iran gibt? Wir halten uns bei einer konkreten Bewertung raus, und können nur Fragen stellen. Das Problem für die USA ist wohl, dass ihre Seriosität in Sachen Beweislieferung seit den Fake-Beweisen für den Irak-Krieg im Jahr 2003 im Eimer ist.

Der Aktienmarkt jedenfalls reagierte von gestern bis heute überhaupt nicht ängstlich auf diese mögliche Krise. Der Dow ist seit gestern früh bis jetzt um 70 Punkte gestiegen, der Dax notiert exakt +-0 seit Bekanntwerden der „Tanker-Krise“. Im folgenden Chart haben wir Dax und Dow übereinander gelegt und das Bekanntwerden der Angriffe eingekreist.

Dax und Dow

Und der Devisenmarkt? Im folgenden Chart schauen wir mal auf Euro vs USD. Links eingekreist haben wir eine winzige, ganz kurze Reaktion zum Tanker-Angriff. Sie ist aber eigentlich nicht mal erwähnenswert. Denn danach lief EURUSD mehr als 24 Stunden fast seitwärts. Erst heute (Pfeile) kam durch die Konjunkturdaten in den USA ein klein wenig Bewegung in den Markt, und der Dollar wertete gegen den Euro ein wenig auf.

Euro vs USD

Und sonst? Die Zeichen für eine Konjunktureintrübung mehren sich. Russland hat heute seinen Leitzins gesenkt, und will wohl bald weiter senken. Der Grund: Die Wirtschaft laufe schwächer als bislang gedacht. Die Internationale Energie-Agentur spricht heute von nachlassender Öl-Nachfrage. Dass die Institutionellen Anleger auch eine weitere Verschlechterung der Konjunktur erwarten, sehen wir am Ehesten im Anleihemarkt. Die extrem wichtige und auch international stark beachtete deutsche Bundesanleihe (10 Jahre Laufzeit) weist heute eine weiter fallende Rendite auf. Sie fiel heute im Tief auf -0,269%. Einfach unglaublich. Zum Jahresanfang 2019 lag die Rendite noch mit 0,25% im Plus.

Rendite 10 Jahre Bund

Gold

Wohl die Kombination aus dem Konjunkturabschwung, Handelskrieg und den Tanker-Angriffen lässt Gold spürbar steigen. Viele Analysten sind der Meinung, dass mehr Potenzial auf der Aufwärtsseite vorhanden ist. Wie wir es heute früh schon sagten. Nach dem Überschreiten des Hochpunkts bei 1.346 Dollar aus Februar ist der Weg charttechnisch nach oben erstmal frei. Heute stieg Gold bis auf 1.358 Dollar. Bis jetzt kam es wieder zurück auf 1.348 Dollar. Also: Die Flucht in die Sicherheit ist im Gold erkennbar, aber aktuell hat die Angst auch wieder abgenommen. Aber Handelskrieg, Tanker und Co bieten wohl auch nächste Woche die Möglichkeit für einen steigenden Goldpreis.


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Gold

Öl

Und das liebe Öl? Wenigstens hier hat man den USA geglaubt, und jagt den Ölpreis gnadenlos nach oben, weil ein Krieg zwischen Saudis und USA gegen den Iran bevor steht? Offensichtlich glauben auch die Termintrader am Ölmarkt nicht so richtig an die große Kriegsangst für die Region. Zwar reagierte der Ölpreis gestern mit gut 2 Dollar nach oben. Im Chart haben wir den Anstieg eingezeichnet. Aber danach folgte bis jetzt erstmal eine Seitwärtsphase. Wie es weiter geht? Ganz schwer zu sagen. Natürlich kann die Lage weiter eskalieren, und Öl schießt weiter nach oben. Aber die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt eine kurze Halbwertzeit für solche Zwischenfälle. Möglich ist, dass sich der Ölmarkt in den nächsten Tagen wieder der globalen Konjunkturschwäche und der damit einhergehenden Nachfrageschwäche widmet. Das würde natürlich auf einen fallenden Ölpreis deuten.

Öl

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Gold, Dax und Öl im Fokus

Veröffentlicht

am

Gold ist am höchsten Punkt des Jahres angekommen. Auch die aktuelle Lage im Dax möchte ich ansprechen. Öl ist heute der „Trade des Tages“. Haben Sie ihn noch nicht abonniert? Der Service ist völlig kostenfrei. Sie können ihn einfach beim Klick an dieser Stelle abonnieren, und können täglich eine Tradingidee im Detail lesen.

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Indizes

Was macht die EZB, wenn die Fed die Zinsen senkt?

Mario Draghi ist jetzt schon ein Rekord sicher: Er ist der erste EZB-Chef, der in seiner achtjährigen Amtszeit keine einzige Zinsanhebung vorgenommen hat

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An der Wall Street wird heftig darüber spekuliert, wann die Federal Reserve die Leitzinsen senken könnte, vielleicht bereits schon im Juni oder Juli? Für die Fed-Sitzung in der nächsten Woche besteht aber nur eine geringe Wahrscheinlichkeit (23 Prozent). Eine erste Leitzinssenkung seit 2008. Aber was macht dann der Kurs des US-Dollars und damit auch der des Euro?

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Ein Dilemma für die Eurozone

Derzeit läuft die Konjunktur in Europa schlechter als die in den USA. Die US-Notenbank hat im Falle eines Konjunktureinbruches nach vorherigen neun Zinsanhebungen Spielraum nach unten, aber was macht die Europäische Zentralbank? Ein möglicherweise steigender Eurokurs in einem Wirtschaftsraum, der sehr viel exportiert, mit einem taumelnden Italien.

 

Was tun EZB?

Weitere Senkungen des Leitzins (0%) oder des Einlagezinssatzes (-0,4%) mit fraglichen Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation? Aber haben wir überhaupt einen Mangel an Liquidität?

Betrachtet man die Option Anleihekaufprogramm, so wird ein weiteres Problem deutlich. Deutschland fällt als Markt fast aus, wegen des Mangels an neuen Anleihen, des Verteilungsschlüssels (26,4% für Deutschland) und der Kriterien für das Kaufprogramm. Die EZB darf nur Anleihen kaufen, deren Zinssatz oberhalb des Einlagesatzes für Banken (-0,4%) liegt. Damit entfallen in Deutschland alle Anleihen bis zu acht Jahren Laufzeit. Außerdem darf die EZB nur maximal ein Drittel einer Anleihe kaufen. Also was tun? Die Regeln ändern, oder vielleicht sogar Aktien erwerben? Das würde ein Kampf um die Pötte in einem Euro-Wirtschaftsraum mit 19 Ländern und 19 Aktienmärkten.

Die Frage für mich ist, wie Mario Draghi letzte Woche behaupten konnte, die EZB habe noch großen geldpolitischen Spielraum, um auf Turbulenzen reagieren zu können?

 

Fazit

Mario Draghi ist jetzt schon ein Rekord sicher. Er ist der erste EZB-Chef, der in seiner achtjährigen Amtszeit keine einzige Zinsanhebung vorgenommen hat. Schlimmer noch, obwohl die Zinsen auf Null gesenkt wurden, könnte er bei einer Zinssenkung der US-Notenbank zu weiteren unkonventionellen Maßnahmen gezwungen sein, vielleicht sogar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit.

Für mich sitzt die EZB total in der Klemme. Mario Draghi hat kürzlich erst wieder festgestellt, dass auch sein Nachfolger alles tun werde, um die Eurozone zusammen zu halten, sprich ein Ausscheiden Italiens zu verhindern. Dafür müssen die Zinsen niedrig bleiben, auch wenn es den europäischen Banken zusehends „ans Leder geht“ (Szenario von Dr. Krall 2020). Wenn aber das Bankensystem kollabiert, fliegt auch die Eurozone auseinander.

Ergo: Damit müsste die EZB eigentlich den Banken unter die Arme greifen (gestaffelte Einlagezinsen), Zinssenkungen wären für diese aber gerade die falsche Medizin. Was für eine Gemengelage!

 

Foto: EZB

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