Die Bundesbank hat laut ihrer heutigen Meldung im letzten Jahr 8,6 Milliarden Euro Verlust gemacht, und wird auch in diesem Jahr einen Verlust ausweisen. Damit fallen weiterhin Ausschüttungen an den Bundesfinanzminister aus! Kein Gewinn, keine Gewinnausschüttung! In 2024 belief sich der Verlust noch auf satte 19 Milliarden Euro.
Der gesamte Bilanzverlust, der sich aus dem Verlustvortrag und dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt, beläuft sich bei der Bundesbank derzeit insgesamt auf 27,8 Milliarden Euro. Künftige Jahresüberschüsse werde man nutzen, um den aufgelaufenen Bilanzverlust aus eigener Kraft ab- und die notwendige Risikovorsorge aufzubauen, so sagen es die Bundesbanker heute. Man rechnet also mit einer klaren Trendwende hin in den Überschuss-Bereich.
Wieso, weshalb, warum? Schauen wir auf den folgenden Chart. Wir sehen seit dem Jahr 2011 die Entwicklung im Zins der EZB, dem Einlagensatz. Zu diesem Zins können Geschäftsbanken Geld bei der EZB parken, und erhalten dafür diese Verzinsung. Jahrelang im Zuge von Finanzkrise und Coronakrise lagen die Zinsen nahe bei Null oder sogar unter Null, und die EZB kaufte über die nationalen Notenbanken (ihre ausführenden Organe) für Billionensummen Staatsanleihen auf. Für Deutschland war die Bundesbank zuständig.
Die Bundesbank bekam also vereinfacht gesagt jede Menge sehr gering verzinste lang laufende Anleihen in ihre Bestände. Und dann ab dem Jahr 2022 (gut sichtbar im Chart) erhöhte die EZB die Zinsen sehr schnell von -0,5 % auf +4,0 %, um die steigende Inflation zu bekämpfen (hier der genauer Verlauf der EZB-Zinsen). Nach Senkungen liegen wir jetzt immer noch bei +2,0 %. Das Problem war die schnelle Zinsanhebung im Jahr 2022.
Auf der einen Seite hat die Bundesbank den lang laufenden und niedrig verzinsten Anleihebestand „an der Backe“. Auf der anderen Seite zahlte man nun sprunghaft deutlich mehr Zinsen für Geld, dass die Banken bei der Bundesbank eingelegt hatten. Dadurch resultieren unterm Strich die hohen Verluste, die auch 2025 per Saldo immer noch einen saftigen Jahresverlust bescheren.
Der Nettozinsertrag der Bundesbank hat sich in 2025 gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Milliarden Euro verbessert, er lag mit minus 4,2 Milliarden Euro jedoch weiterhin im negativen Bereich. Aufgrund der rückläufigen Anleihebestände sowie gesunkener Leitzinsen fielen die Belastungen im Nettozinsertrag deutlich geringer aus, so die Bundesbank. Vermutlich wird der Verlust weiter schrumpfen. Aber man sieht an dieser Entwicklung sehr gut, wie sich die geldpolitischen Maßnahmen von Zentralbanken konkret negativ auswirken können.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Die Bundesbank musste damals stark negativ verzinste Anleihen erwerben. Langender ( Anleihen mit einer Laufzeit von mindestens 10 bis 30 Jahren) mit 0,00 Prozent Kupon und 140er Ausgabepreis.
Das rächt sich jetzt.
Weidmann und Lautenschläger waren die einzigen die immer dagegen stimmten…natürlich ohne Erfolg und Schäuble ließ sich für die Schwarze Null feiern.