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Warum die Coronakrise für Airlines und Hotels nicht verschwinden wird

Die Coronakrise sorgte für leere Flughäfen

Am 5. Juni wie auch gestern konnte man in den Aussagen der Bundesbank nachlesen, dass ab Anfang 2023 die deutsche Volkswirtschaft eigentlich wieder genau so laufen soll wie vor der Coronakrise. Das ist schwer zu glauben, so meinen wir. Viele Unternehmen weltweit und auch in Deutschland streichen Stellen, die nach der Krise wohl kaum zurückkommen werden, so zum Beispiel im Bekleidungs-Einzelhandel, wo nach Pleiten von Ladenketten die Jobs nicht bei neuen Ladenketten neu entstehen.

Änderungen durch die Coronakrise

Wir alle sahen es. In den schlimmsten Wochen der Coronakrise war der Flugverkehr global völlig eingestellt worden. Hotels waren dicht, ebenso Restaurants, Bars etc. Wer wollte sich schon in ein Flugzeug setzen, oder als Geschäftsreisender nach China fliegen? Aber jetzt ist wieder alles gut, alles ist wie vorher? Wir haben schon seit Wochen immer wieder unsere subjektive Meinung als klar denkende Kommentatoren des Geschehens geäußert, dass zum Beispiel viele Urlauber nicht sofort wieder den jährlichen Mallorca-Urlaub antreten werden. Alleine schon aus dem Grund, dass Millionen von Menschen in Kurzarbeit sind, oder als Selbständige ihre Existenz verloren haben etc. Wer denkt da schon an Urlaub?

Aber gerade für Airlines und Hotels überall auf der Welt sind Geschäftsreisende ein extrem lukrativer und wichtiger Faktor. Vor allem eine Airline wie die Lufthansa lebt von den gut zahlenden Passagieren auf der Langstrecke Richtung Nordamerika und Asien. Hier wird zu guten Teilen das Geld verdient. Bleiben bedeutende Teile der Geschäftsreisenden langfristig weg, ist das dauerhafte Desaster für die Airlines vorprogrammiert – und natürlich auch für die Hotels, wo diese Geschäftsreisenden eigentlich absteigen würden.

Umfrage zu Geschäftsreisen

Eine ganz frisch veröffentlichte Umfrage des ifo-Instituts zeigt, dass wohl genau dieser Fall eintreten wird. Wer jetzt gesehen hat, dass man auch viel über Skype oder Zoom erledigen kann, der fragt sich: Verdammt nochmal, was haben wir jahrelang sinnlos riesige Geldsummen für Flüge und Hotels ausgegeben? Online-Konfi geht ja auch! Laut ifo halten es 57 Prozent der deutschen Unternehmen für wahrscheinlich, dass sie ihre Geschäftsreisen dauerhaft einschränken als Folge der Coronakrise. Die Industrie geht mit 64 Prozent voran, gefolgt von den Dienstleistern mit 60 Prozent. Die Folgen der Coronakrise werden manche Branchen noch sehr lange begleiten, so Fluggesellschaften, Bahnen, Hotels und Restaurants, so die Aussage vom ifo-Institut. Hier weitere Aussagen der Umfrage im Wortlaut:

Weniger betroffen sind der Handel mit 39 Prozent und der Bau mit 29 Prozent. In der Industrie besonders wenig reisen wollen in Zukunft die Pharmabranche mit 80 Prozent, die Hersteller von Computern mit 77 Prozent, die Hersteller von Glas und Keramik mit 72 Prozent sowie die Chemie mit 71 Prozent und die Getränke-Hersteller mit 71 Prozent. Außerdem wollen weniger reisen vor allem IT-Dienstleister und Unternehmensberater mit jeweils 80 Prozent sowie Firmen aus Forschung und Entwicklung zu 74 Prozent, aus Werbung und Marktforschung zu 72 Prozent. Im Handel ist vor allem der Großhandel betroffen, wo 46 Prozent der Unternehmen weniger Dienstreisen vornehmen wollen. Im Einzelhandel sind es 31 Prozent.



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