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Warum die Deutsche Bank so extrem systemrelevant ist!

Claudio Kummerfeld

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Die Deutsche Bank ist das systemische Risiko schlechthin im globalen Finanzsystem, so hatte es schon mal der Internationale Währungsfonds in einer Grafik beschrieben. Im Bereich Derivate, Absicherungen, Transaktionen, Außenhandel ist die Deutsche Bank in Deutschland und Europa in der Realwirtschaft unverzichtbar.

Dem deutschen Kleinsparer und Girokontoinhaber kann man getrost sagen: Keine Angst, lasst euer Konto ruhig bei der Deutschen Bank. Denn sie ist derart systemrelevant – käme sie in eine Schieflage, könnte kein deutscher oder europäischer Einlagensicherungsfonds auch nur zu kleinen Bruchteilen diesen Laden vor dem Untergang retten. Würde die Deutsche Bank zusammenbrechen, würde Europa finanziell kollabieren – auch ein weltweiter wirtschaftlicher Abschwung wäre die Folge – denn gegen einen Deutsche Bank-Kollaps war die Lehman-Krise noch ein kleines nettes Schluckauf.

Was würde kurz vor so einem Kollaps passieren? Die Bundesregierung würde einen Blanko-Scheck aussprechen, per groß angelegter Presse-Veröffentlichung, um die Märkte zu beruhigen. Es ginge gar nicht anders. Der Staat würde die Deutsche Bank retten, mit unbegrenzten Mitteln. Der Grund liegt nun mal in ihrer Größe und Wichtigkeit für das Finanzsystem. Es gibt seit Jahren jede Menge Veröffentlichungen zu dem Thema, wie systemrelevant die Deutsche Bank ist. Daher wollen wir an dieser Stelle mal den neuen Chef der Deutschen Bank zu Wort kommen lassen. Er sprach gestern nicht zum Thema “Systemrelevanz” seiner Bank – nein, er wollte seinen Aktionären vorführen, wie wichtig die Bank doch immer noch ist, und sagte folgendes, Zitat:

Wir werden in den meisten Bereichen weiterhin vorn mitspielen. Hier einige Beispiele:

Unsere Transaktionsbank erzielt Erträge von knapp vier Milliarden Euro. Im Euro-Clearing sind wir global die Nummer 1: Ein Viertel des weltweiten Zahlungsverkehrs in Euro läuft über unsere Systeme.

In der Außenhandelsfinanzierung sind wir die Nummer 2 in Europa und gehören global zu den drei führenden Anbietern.

Im weltweiten Devisenmarkt sind wir unangefochten unter den Top 3, bei entsprechenden Derivaten sogar die Nummer 1. Täglich stehen wir hier im Austausch mit unseren Kunden. Mit unserer Transaktionsplattform Autobahn stellen wir eine einzigartige Infrastruktur bereit, die Unternehmen in ihre eigenen Abläufe integrieren können. Das ist ein großer Wettbewerbsvorteil.

Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, wozu auch der Zins- und Kredithandel gehört, liegen wir seit vielen Jahren global unter den Top 5. In diesem Bereich platzieren wir die Risiken unserer Unternehmenskunden und sichern sie ab.

Im Emissions- und strategischen Beratungsgeschäft gehören wir zu den führenden Banken in Deutschland und Europa. Gleichzeitig spielen wir mit unserer Expertise in wichtigen Branchen weltweit vorne mit. Dazu gehören natürlich die typisch deutschen Industrien, aber auch die Technologie- und Medienbranche: Hier haben wir in den vergangenen Monaten viele der wichtigsten Transaktionen weltweit begleitet – zum Beispiel an der Seite von Disney oder BSkyB.

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, diese Aufzählung könnte ich noch fortsetzen: Ob bei der Emission und dem Handel von Hochzinsanleihen, kommerziellen Immobilien- oder anderen komplexen Finanzierungen: auf vielen Teilmärkten haben wir Spitzenpositionen inne.

Die Deutsche Bank-Türme in Frankfurt
Die Deutsche Bank-Türme in Frankfurt. Foto: Nordenfan / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    philotos

    25. Mai 2018 13:18 at 13:18

    Interessanter Artikel!
    Wenn man sich die Marktkapitalisierung der systemrelevanten Banken ansieht und dazu noch zur Kenntnis nimmt, dass der Aktienpreis nahe Allzeittief von 09/16 steht, könnte man darüber diskutieren, ob hier eine Unterbewertung vorliegt.

    Top10:

    JP Morgan Chase : 386.181 Mrd USD
    Bank of America : 306.311 Mrd USD
    Citigroup : 176.736 Mrd USD
    Deutsche Bank : 25.210 Mrd USD
    HSBC : 197.506 Mrd USD
    Bank of China : 179.906 Mrd USD
    Barclays : 62.180 Mrd USD
    BNP Paribas : 90.997 Mrd USD
    China Construction Bank : 312.503 Mrd USD
    Goldman Sachs : 89.176 Mrd USD

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_global_systemrelevanter_Banken

  2. Avatar

    Daxrabbit

    25. Mai 2018 13:29 at 13:29

    Wenn man einen Blick auf Anteilseignerstruktur wirft könnte Klarheit entstehen. Bei mir erweckt das jedenfalls folgenden Eindruck: Andere machen das Geschäft und die Deutsche Bank trägt das Risiko. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Die Deutschen Bank ist quasi ‘ne Bombe im dunklen Kämmerlein, fehlt nur noch das jemand das Licht einschaltet um mal zu sehen was da so alles drin ist – wenn es beim Licht einschalten einen Zündfunken gibt bumst es gewaltig !

  3. Avatar

    Virgil Bestea

    26. Mai 2018 00:06 at 00:06

    Der Artikel ist so dermaßen undokumentiert, sodass die Betrachtung einer Playboy-Seite die gleiche Bewunderung herbeirufen würde

    • Avatar

      Bernd

      31. Mai 2018 11:32 at 11:32

      Also hatten sie während des Lesens eine Erektion? Bezüglich finanzieller Dinge sollten Sie besser einen kühlen Kopf bewahren und sich nicht so schnell von der Systemrelevanz der deutschen Bank erregen lassen.

  4. Avatar

    Olaf

    31. Mai 2018 21:05 at 21:05

    Ich kann das Wort Systemrelevant nicht mehr hören. Sag mir mal jemand warum ein dermaßen kriminelles und korruptes System gerettet werden muß, nur das die jenigen die davon profitieren weiter machen können. Gerettet wird das System nicht vom Geld des Systems sondern von unserem.

    • Avatar

      Jürgen

      1. Juni 2018 08:23 at 08:23

      Olaf: Ja, wir arbeiten uns den Buckel krumm, viele für einen handvoll Euro, um dieses Pleite-System weiter zu füttern, anstatt ein Reset zu machen. Also es gut lief, wurdne wie ausgebeutet, und jetzt wo es schlecht läuft, noch mehr :-)

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Auch Corona kann Apple nicht bremsen – Werbung

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Lieber Börsianer,

das zweite Quartal 2020 wird als eines der paradoxesten in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Obwohl nahezu alle Unternehmen rote Zahlen schreiben, stiegen die Kurse an den Börsen nach der März-Korrektur beinahe unaufhaltsam nach oben. Da ist es doch um so erfreulicher, wenn man Aktien im Depot hat, bei denen die Kursentwicklung tatsächlich auf einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung basiert.

Fakt ist: die Tech-Branche ist der größte Profiteur der Corona-Pandemie. Im Vergleich zu nahezu allen anderen Branchen wurden die Geschäftsmodelle von Digitalkonzernen nicht von Corona beeinträchtigt. Vielmehr befeuerte die Pandemie das Geschäft. Die Stichworte sind: Online-Shopping, Streaming, Homeoffice. In einer Zeit, in der viele andere Dinge nicht möglich sind, schlägt die Stunde der Digitalanbieter.

Trotzdem befinden wir uns inmitten der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Weltweit sind viele Menschen zur Sparsamkeit gezwungen. Natürlich wird nun niemand wegen Corona sein Netflix-Abo kündigen. Aber große Ausgaben, die nicht zwingen notwendig sind, werden in Zeiten von Corona überlegter und häufig auch später getätigt.

Vor diesem Hintergrund finde ich die Quartalszahlen von Apple einfach nur beeindruckend. Das Unternehmen macht 78% seines Umsatzes mit dem Verkauf von hochpreisiger Hardware. Anscheinend trifft die Annahme der Corona-bedingten-Sparsamkeit nicht auf die Kunden des Unternehmens zu.

Obwohl der gesamte Smartphone-Markt im zweiten Quartal um 16% eingebrochen ist, konnte Apple den iPhone-Absatz um 11% steigern. Hierbei half vor allem die extrem günstige Neuauflage des iPhone SE. Kurz vor Corona präsentierte Apple dieses…..

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Andre Stagge über den Freitagsindikator – hochinteressantes Video!

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Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden aktuellen Video den “Freitagsindikator”, und inwiefern man damit eine Prognose auf die kommende Börsenwoche geben kann. Den YouTube-Kanal von Andre Stagge finden Sie hier.

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