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Warum die Entwicklung des Ölpreises noch schwieriger geworden ist – ein neuer Spieler mischt im Geschäft mit: es sind die Trump-Tweets!

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Für alle, die sich bei der Ölpreisentwicklung an Charttechnik oder Fundamentalanalyse orientieren, ist diese Erkenntnis nicht uninteressant. Trump versucht auf vielen Wegen den Preis des Rohöls niedrig zu halten, schließlich sind die USA trotz der eigenen Schieferölproduktion (11 Mio. Fass pro Tag) ein gewaltiger Verbraucher dieses Rohstoffs – dabei auch viele seiner Stammwähler. Das Land ist mit 20 Mio. Barrel pro Tag immer noch mit Abstand größter Verbraucher, weit vor China mit ca. 13 Mio. Barrel.

 

Trumps Twitter-Strategie

 

Eineinhalb Monate vor dem nächsten Treffen der Opec in Wien stieß Trump daher eine deutliche Drohung aus. „Die Ölpreise werden zu hoch, Opec, bitte entspanne dich und immer schön langsam. „Die Welt kann nicht einen Preisanstieg verkraften – unsicher“, teilte der US-Präsident mittels des Kurznachrichtendienstes Twitter unmissverständlich mit. Kurz darauf rutschte der Ölpreis (kurzfristig) um mehrere Prozent nach unten.

 

Die Wende der USA in der Klimapolitik

 

Trumps Klimapolitik, oder besser „Anti-Klimapolitik“, sieht nicht nur Erleichterungen für die US-Gas und Ölproduktion vor, nein, er strebt auch das Ende der Politik seines Vorgängers an, welche die Pflicht zu energiesparenden Fahrzeugen beinhaltete. So schlug sogar die Umweltbehörde (EPA) vor, bei Fahrzeugen wieder mehr Kohlendioxidausstoß zu erlauben.

Sprich die Amerikaner könnten nach Ende der Verpflichtungen ab 2020 wieder richtig spritschluckende Fahrzeuge erwerben. Dazu braucht es natürlich einen niedrigen Spritpreis. Die Regierung wurde in der Vergangenheit immer sehr nervös, wenn sich der Spritpreis im Landesdurchschnitt der Schallmauer von drei Dollar für die Gallone genähert hatte – ein Aufregerthema für die Masse der Bevölkerung.

 

Politische Angriffe auf die Opec

 

Im Kampf um niedrige Ölpreise erhält der US-Präsident sogar Unterstützung durch den Kongress, denn man diskutiert bereits über ein Gesetz, mit dem in Zukunft Mengenabsprachen im Ölgeschäft unter Strafe gestellt werden können. Durch die Androhung von erheblichen Strafzahlungen und der Beschlagnahme von Vermögen soll damit eine Kartellbildung verhindert werden. Verhindern könnte Trump dieses Anti-Opec-Gesetz durch sein Veto – ein gewaltiges Druckmittel im Kampf für dauerhaft niedrigere Ölpreise.

 

Fazit

 

Die Opec befindet sich in einer Zwangslage. Geschwächt durch den Austritt Katars aus der Organisation braucht man hohe Ölpreise für den Staatshaushalt (Beispiel Saudi-Arabien). Andererseits kann man die Forderungen des US-Präsidenten aus den genannten Gründen nicht ignorieren. Daher hat Trump, der das Twittern sehr häufig für seine politischen Zwecke einsetzt –  allerdings mit nachlassender Wirkung – einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Ölpreisentwicklung. Ein Faktor abseits von charttechnischen und markttechnischen Überlegungen, den man stets im Hinterkopf haben sollte.

 

Von The White House from Washington, DC – President Trump’s Trip Abroad, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59161292

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Marko

    28. Februar 2019 10:38 at 10:38

    „Für alle, die sich bei der Ölpreisentwicklung an Charttechnik oder Fundamentalanalyse orientieren, ist diese Erkenntnis nicht uninteressant. Trump versucht auf vielen Wegen den Preis des Rohöls niedrig zu halten, schließlich sind die USA trotz der eigenen Schieferölproduktion (11 Mio. Fass pro Tag) ein gewaltiger Verbraucher dieses Rohstoffs – dabei auch viele seiner Stammwähler. Das Land ist mit 20 Mio. Barrel pro Tag immer noch mit Abstand größter Verbraucher, weit vor China mit ca. 13 Mio. Barrel.

    Sprich die Amerikaner könnten nach Ende der Verpflichtungen ab 2020 wieder richtig spritschluckende Fahrzeuge erwerben. Dazu braucht es natürlich einen niedrigen Spritpreis. Die Regierung wurde in der Vergangenheit immer sehr nervös, wenn sich der Spritpreis im Landesdurchschnitt der Schallmauer von drei Dollar für die Gallone genähert hatte – ein Aufregerthema für die Masse der Bevölkerung.

    Politische Angriffe auf die Opec

    Im Kampf um niedrige Ölpreise erhält der US-Präsident sogar Unterstützung durch den Kongress, denn man diskutiert bereits über ein Gesetz, mit dem in Zukunft Mengenabsprachen im Ölgeschäft unter Strafe gestellt werden können.“

    Ja, aber :

    Bei allem nötigen Respekt, soviel ich weiß, liegt die Bevölkerung der Chinesen bei ca. 1,4 Mrd Menschen, man vergleiche dies mal mit dem Amis ?

    Wieso nicht gleich Benziner-Laster auf „Amis-Straßen“, Verbrauch so um die 100-140 Liter pro 100 km ? – Wer hat, der hat ? ;)

    Tut der US-Ökönomie doch gut ? Fracking und so ?

    Den ganzen California-„Ökö“-Kram, siehe Tesla: Weg damit ! Kalifornien sollte aus den vereinigten Staaten austreten, am besten zu Mexiko. :D

    Spritsaufende SUVs für den „Normalo“, 250-300 PS , aber mindestens ? DIE US-Autoindustrie ist wieder auferstanden ? Supertolle Pickups/SUVs, die die Welt nicht braucht ?

    Leergewicht um die 2 ++ Tonnen, man möchte ja „ordentlich“ vorankommen, Physik und so…, um mal eben in den Supermarkt zu fahren ? Ums sich ne Cola und ne Tüte Chips zu holen… ?

    Der Verbrauch ist doch egal – Hauptsache , „wir“ bleiben unter den sagenumwobenen 3 USD pro Gallone ?
    Dann ist alles gut .

    Alle sind glücklich, bei den „Außerirdischen“…

    „Kleinwagen“, das sind für die Wagen, mit denen man sich im US-Supermarkt herumschlagen muss ? :D

    Also, „Häuptling Schmalzlocke“ at its best.

    Das ist also sein „Plan“, die Amis wieder auf „Vordermann“ zu bringen ? Nebst den Steuern/Zöllen, nebst der Mauer usw ?

    Wer den nochmal wieder zum Präsidenten wählt, ist ein Außerirdischer.

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