Anleihen

Warum die EZB erstmal keine VW-Anleihen mehr kaufen kann

FMW-Redaktion

Die EZB kauft erst einmal keine VW-Anleihen mehr aufgrund des Diesel-Skandals. Genauer gesagt werden erst einmal keine ABS-Papiere (Asset Backed Securities) der VW Financial Services, also der hauseigenen Bank, durch die EZB gekauft, so will es die „Welt“ aus EZB-Kreisen erfahren haben. Dieses Szenario ist mehr als realistisch.

Aber erst nochmal einen Schritt zurück. Was hat die EZB mit VW-Anleihen am Hut? Die kaufen doch nur Staatsanleihen? Falsch. Was viele schon vergessen haben: In den Jahren vor ihrem großen 60 Milliarden pro Monat-Anleihekaufprogramm (QE), über das alle Welt redet, legte die EZB verschiedene andere Kaufprogramme auf, u.a. für diese ABS-Papiere. Hier werden Anleihen mit Forderungen besichet – im Falle der Autofinanzierer sind es Autokredite. Und bisher kaufte die EZB auch fleißig von VW´s Hausbank Anleihen.

Und damit soll erst mal Schluss sein. Man wolle jetzt prüfen, ob die Bonität der großen Ratingagenturen es der EZB zukünftig noch erlaube diese Anleihen zu kaufen – denn die Ratingagenturen sind gerade dabei ihre Ratings für VW Financial Services zu prüfen. Da haben wir es schon wieder. Wir hatten schon mehrfach kritisch darüber berichtet, dass Insitutionen wie u.a. die EZB, eine angeblich gigantisch große Institution, der Fels in der europäischen Finanzbrandung, sich abhängig machen von Ratings privater Unternehmen. Hat die EZB keine eigene Research-Abteilung, um Risiken zu bewerten? Das gehört immerhin zur Kernaufgabe einer Bank, die am Kapitalmarkt agiert…

Hier ein Auszug aus den Rahmenbedingungen, die die EZB sich selbst auferlegt hat für ihr eigenes ABS-Programm aus 2014. Markiert steht zu lesen, dass die EZB sich selbst an das Urteil der Ratingagenturen bindet – eine mehr als kritisch zu sehende Selbstentmachtung!

EZB VW



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