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Warum die Saudis Doha scheitern ließen!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Doha-Gespräche sind an Saudi-Arabien und seinen Satellitenstatten gescheitert. Warum ließen die Saudis eine Vereinbarung platzen, die ohnehin eher symbolischen Charakter gehabt hätte?

Erstens, weil der Ölpreis schon stark gestiegen ist seit Mitte Februar – und wenn die Saudis eines nicht wollen, dann dass der Preis so hoch steigt, dass die amerikanischen Fracker wieder ins Geschäft kommen. Denn die Weigerung der OPEC unter Führung der Saudis zur Kürzung der Produktion zielte schon damals in erster Linie auf die Ausschaltung der US-Ölindustrie.

Der zweite Punkt ist, dass zuletzt vor allem der Iran, aber auch der Irak die Produktion deutlich gesteigert haben – in den ersten beiden April-Wochen um insgesamt mehr als eine Millionen Barrel. Der Iran, weil die zunehmend eingesetzte westliche Technik die Produktion nach oben gehen läßt, der Irak, weil die zwischenzeitlich unterbrochene Produktion in den Kurden-Gebieten wieder ins Laufen kommt. Der Iran will absehbar vier Millionen Barrel pro Tag fördern – und das ersetzt die US-Produktion locker, die vom Hochpunkt um 600.000 Barrel pro Tag eingebrochen ist.

Das gibt den Saudis die perfekte Ausrede, warum sie ihre eigene Produktion nicht einfrieren können. Ohne eine gemeinsame Linie der Öl-produzierenden Länder, das hat der saudische Öl-Minister Ali Al-Naimi mehrfach klar gemacht, werde auch Saudi-Arabien seine eigenen Interessen verfolgen.

Und die Saudis sind dabei, weitere Öl-Felder zu eröffnen – man hat investiert, und anders als die westlichen Öl-Firmen eben die Investitionen nicht zurück gefahren. Das alles wäre „für die Katz“ gewesen, wenn man nun einer Einfrierung zustimmen müßte (genau das hatte wir prognostiziert, siehe dazu unseren Artikel „Öl: Die Strategie der Saudis – und warum die Einfrierungs-Debatte Unfug ist..“).

Eines ist den Saudis klar: sie produzieren extrem günstig, andere teuer. Kommt irgendwann Angebot und Nachfrage wieder in die Balance, wäre es für die Saudis sehr praktisch, wenn dann die teuer produzierenden Konkurrenten bereits aus dem Markt gekegelt sind. Es ist also eine mittel- bis langfristige Strategie, für die man in Kauf nimmt, dass die Preise noch einmal fallen werden. Langfristig werde man so oder so der Gewinner sein – aus dieser Position der Stärke erklärt sich die Weigerung der Saudis.

Darin wird man durch die Prognosen der Internationalen Energie Agentur bestätigt. Im Juli 2015 ging die IAE noch davon aus, dass die Nicht-OPEC-Länder ihre Produktion um 500.000 Barrel erhöhen würden. Vor sechs Monaten erwartete die IAE dann einen Rückgang von 400.000 Barrel pro Tag, und in ihren letzten Prognose geht sie von einem Rückgang von 1,1 Millionen Barrel pro Tag aus. Warum da also einen Deal machen, der vorwiegend anderen nützt?

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