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Warum die SEC das Shortselling von Tesla-Aktien NICHT verbietet!

Innenraum eines Tesla Autos

Da freuten sich die Tesla-Fans zu früh. Das Inkrafttreten der Uptick Rule in den USA fehlinterpretierten einige als ein Verbot bzw. eine Begrenzung von Leerverkäufen von Tesla-Aktien und stellten auch noch einen Zusammenhang her mit ihrer Ansicht nach manipulativen Kursbewegungen bei Tesla (da war richtig Action in der Aktie diese Woche). Denn Kursverdoppelungen binnen weniger Handelstage sind aus Sicht mancher Fans natürlich legitime, die Unternehmensrealität reflektierende Kursentwicklungen, während 10%-Korrekturen grundsätzlich das Ergebnis böser Machenschaften der Leerverkäufer sind. Doch beides stimmt nicht. Weder sind 10% Korrekturen ungewöhnlich nach Kursvervielfachungen, noch ist die Uptick Rule ein Verbot von Shortselling.

Das bewirkt die Uptick Rule zur Verhinderung bestimmter Short-Transaktionen

Die Uptick Rule greift immer dann, wenn ein Aktienkurs um mehr als 10% an einem Handelstag fällt. Wer dann die Aktie leerverkaufen möchte, muss das zu einem höheren oder gleichen Preis tun, als das vorhergehende Handelsgeschäft abgeschlossen wurde. Daher Uptick – der Leerverkäufer darf nicht zu einem tieferen Preis verkaufen. Und das ganze gilt immer bis zum Ende des folgenden Handelstages. Weder macht die Uptick Rule Short-Positionen gänzlich unmöglich, noch begrenzt sie Short-Positionen in ihrer Größe oder Anzahl.

Wäre es zu keinem Preisanstieg um mindestens einen Cent gekommen, konnten also in Tesla für zwei Handelstage lediglich keine neue Shortpositionen eröffnet werden. Diese Regel soll verhindern, dass Leerverkäufer einen Aktiencrash noch verstärken, indem sie in die fallende Bewegung hinein Aktien leer verkaufen. Eine Downtick-Regel für den Fall, dass ein Aktienkurs um mehr als 10% steigt, gibt es übrigens nicht. Für die Börsenaufsicht ist es also völlig in Ordnung, wenn ein Aktienkurs nach oben hin Preisübertreibungen zeigt und Trader zum Beispiel auf Margin Aktien kaufen, für die sie gar kein Geld haben. Wollen Trader hingegen bei fallenden Kursen Aktien verkaufen, die sie gar nicht besitzen, dann greift die Börsenaufsicht SEC durch die Uptick Rule ein.

Einen Crash kann die SEC damit jedoch nicht verhindern. Schließlich können Aktienbesitzer auch weiterhin jederzeit ihre Aktien verkaufen. Und in den meisten Fällen wird es auch zahllose Upticks während eines Handelstages geben. Es benötigt keine Shortseller, um einen Aktienkurs um mehr als 10% am Tag abstürzen zu lassen. Dass es auch anders geht, zeigt übrigens derzeit China. Dort dürfen selbst Besitzer von Aktien ihre Wertpapiere nicht mehr einfach so verkaufen. Damit soll ein Crash verhindert werden, der angesichts der weitgehenden Lahmlegung der chinesischen Wirtschaft wahrscheinlich wäre.

Uptick Rule ist wirkungslos, das stellte die SEC bereits fest und führte sie dennoch ein

Uptick Rules sind seit rund 80 Jahren in verschiedener Ausprägung im Einsatz gewesen. Was sie nie verhindert haben, sind Kursrückgänge oder Crashs. 2007 schaffte die SEC schließlich die Regeln nach dreijährigen intensiven Tests ab. Während der Tests wurden die Regeln für zahlreiche Aktien aufgehoben und die Handelsdaten umfassend von der SEC wie unabhängigen Wirtschaftsforschern untersucht. Während des Testzeitraums waren 2900 Aktien von der bestehenden Bid Regel und 4000 Aktien von der Uptick Rule ausgenommen. Bei der Bid Regel kam es nur darauf an, dass ein Kaufangebot zu einem höheren Kurs als dem letzten Handelsabschluss vorliegt. Zu welchem Kurs der Leerverkauf tatsächlich abgewickelt wird, ist bei der Bid Regel hingegen unerheblich. Bei der Uptick Rule muss der Leerverkauf wenigstens zum gleichen Kurs oder höher stattfinden wie die vorhergehende Transaktion.

Im Anschluss an die Untersuchungen wurden die temporären Leerverkaufsverbote im Jahr 2007 aufgehoben, nur um keine zwei Jahre später die Wiedereinführung zu diskutieren, wenngleich sich an den Untersuchungsergebnissen, die 2007 zur Aufhebung der Uptick Rule führten, nichts änderte. Die zeitweilige Beschränkung von Leerverkäufen führt also weder zum gänzlichen Verbot von Shortselling, noch hat ist sie das Ergebnis von irgendwelchen Untersuchungen von laut Tesla Fans angeblich seltsamen Kursbewegungen. Sie tritt vielmehr automatisch in Kraft, wenn ein Aktienkurs untertägig um mehr als 10% fällt.

Transaktionen in der Tesla-Aktie

Als seltsam erachteten einige Fans Transaktionen in der Tesla-Aktie an der deutschen XETRA, die stattfanden, während die US-Börsen noch geschlossen waren. Während dieser Transaktionen fiel der Kurs an der XETRA, was die Bewegungen aus Sicht der Fans per se verdächtig macht. Denn „wie wir alle wissen“, gäbe es ohne Shortseller natürlich niemals fallende Kurse in der Tesla-Aktie.

Dass ausgerechnet Tesla CEO Elon Musk am 7. Mai 2018 für 10 Millionen US-Dollar Tesla-Aktien im illiquiden vorbörslichen Handel kaufte und damit nachweislich den Kurs um mehr als 7 US-Dollar nach oben trieb, war den Fans hingegen keine Erwährung wert. Als Tesla-Aktionär, der mehr als 33 Millionen Aktien im Wert von damals 10.000 Millionen US-Dollar hielt und die 10 Millionen US-Dollar nicht zum Trading, sondern als langfristige Aufstockung seines Bestands um wenige zehntausend Aktien nutzte, hätte Musk auch problemlos bis zum Start des regulären Handels warten können. Dann hätten seine 10 Millionen US-Dollar jedoch nicht den Kurs beeinflusst.



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3 Kommentare

  1. Ich finde es gut ,dass sie meine oft erwähnte Meinung,das Kurstreiberei mit sämtlichen unlegalen Mitteln akzeptiert wird, während Leerverkäufe von fundamental denkenden Leuten fast als unmoralisch betrachtet wird , bestätigen.Kurse können kriminell hochgetrieben werden für Bereicherung gewisser Kreise, Kurse können eigentlich nie zu tief gehen, sonst kommen Warren Buffett u.Co.u.kaufen.
    AUFWÄRTS IMMER ABWÄRTS NIMMER GEHT NICHT !

  2. Tesla 15000 Usd bis 2024 im besten Fall und im schlechtesten 1500 Usd.
    Es werden immer absurde Kursziele in den US Wirtschaftsmedien diskutiert.
    Das hat nur den Grund die aktuelle Überbewertung als normal bzw. klein darzustellen.

  3. Nächstes Gerücht, Alphabet macht Planspiele um Tesla zu kaufen. Und natürlich würde das die Aktie schlagartig auf 1,5 Bill Dollar Marktwert bringen , also zum wertvollsten Unternehmen. Aktienpreis dann jenseits von 5000 USD.

    es wird immer absurder

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