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Warum die Tesla-Aktie explodiert: Gamma-Squeeze!

Über Bewertungen - und die explosionsartige Mechanik durch einen Gamma-Squeeze bei Optionen

 

Warum die Tesla-Aktie explodiert

Bereits gestern war die Tesla-Aktie massiv gestiegen – alleine der gestrige Kursgewinn steigerte den Börsen-Wert des Unternehmens von Elon Musk um mehr, als General Motors und Ford zusammen an der Börse wert sind! Auslöser war die Meldung, wonach der Autovermieter Hertz 100.000 Teslas bestellen wolle – und, wie Elon Musk twitterte, ohne jeden Rabatt für die Bestellung. A propos Elon Musk: mit dem Kursanstieg von Tesla hat er nun mehr Vermögen als das BIP von Lettland, Estland oder Bolivien beträgt! Exxon Mobile, einst die wertvollste Firma der Welt, ist an der Börse nur noch knapp mehr wert als Musks Vermögen.

Die Bewertung der Tesla-Aktie

Heute steigt die Tesla-Aktie weiter und erreichte im Hoch fast die Marke von 1100 Dollar – damit ist das Unternehmen mehr als eine Billion Dollar wert – und damit als die 14 größten Autobauer der Welt zusammen:

All das ist natürlich keine Blase – natürlich nicht (kleiner Scherz am Rande..). Aber was treibt den Kurs?

Der Gamma-Squeeze in der Tesla-Aktie

Zunächst einmal ist klar, dass viele die Aktie kaufen nach der positiven Meldung (Bestellung von Hertz) – ob physisch oder eben mit Call-Optionen. Aber es dürfte noch einen anderen, wohl wichtigeren Grund für die Explosion bei der Tesla-Aktie geben: den sogenannten Gamma-Squeeze:

„Ein Gamma Squeeze erzwingt zusätzliche Aktienkaufaktivitäten aufgrund offener Optionspositionen auf die zugrunde liegende Aktie. Der Gamma Squeeze stellt daher eine komplexere Squeeze Art dar, da er aus dem Preisberechnungsmodell von Optionen resultiert.“

Der stark steigende Kurs zwingt jene, die mit der physischen Aktie oder eben über Optionen auf fallende Kurse spekuliert hatten, zur Eindeckung ihrer Short-Position. Wer also auf fallende Kurse spekuliert hatte, muß die (zuvor verkaufte) Aktie nun zurück kaufen, um den Verlust nicht unendlich weiter zu ertragen. Im Bereich der Optionen waren es Calls, die verkauft wurden, die nun ebenfalls eingedeckt werden müssen. All diese (unglücklichen) Spekulanten treten nun als Käufer auf und pushen die Tesla-Aktie weiter nach oben.

Eine wichtige Rolle spielen im Bereich der Optionen die Market Maker. Diese Market Maker müssen sich absichern gegen eine starke Bewegung der Aktie – eröffnet Tesla so wie gestern und heute mit einem Gap nach oben nach Handelsbeginn, sind sie gezwungen, die Akie zu kaufen, um ihre Risiken abzusichern (da sie die Positionen ihrer Kunden „auf das Buch“ nehmen). Wenn nun die meisten dieser Kunden mit der Aktie über Call-Optionen auf steigende Preise spekulieren, würde der Market Maker Verluste machen (der Gewinn des Kunden ist der Verlust des Market Makers – und umgekehrt). Dieses Risiko sichert der Market Maker für sich ab, indem er eben die Aktie selbst kauft.

Folgendes Video von SportGamma erklärt die Dynamik, die hinter einem solchen Gamma Squeeze aktuell bei Tesla steckt (das Video stammt von gestern, aber an der Sachlage hat sich seitdem nichts geändert, zumal viele Optionen auf die Aktie erst am Freitag verfallen):



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4 Kommentare

  1. Hallo,
    es ist mir auch unerklärlich, wie die Stückzahlen von Tesla zu Stande kommen.
    Laut Statistik waren die verkauften Stückzahlen in der USA 3/21 84 T zu 139 T im Jahr 3/20. Im Quartal wurden noch 9 T X und S hergestellt.
    Weil es wahrscheinlich die Schwäche auf dem Heimmarkt USA gibt, muss der Rest an Hertz geliefert werden!
    Also die 84 T + Kanada und Rest (10 T?) und 9 T? + China 130? T sind 241 T.
    Alle anderen E-Hersteller haben ein größere Palette von Varianten und Baukasten im Angebot (von VW Id4+ID5,Audi Q4 + Q4 Fastback, Skoda Enyap; Id3 + Seat B…) und von Hyundai Ioniq + Kia bEV6….

  2. Tja, das ist das harte Schicksal der Leerverkäufer. Während beim Kauf einer Aktie oder einer Kaufoption maximal 100 % des Einsatzes verloren gehen könnten, ist der Verlust beim Leerverkauf überhaupt nicht zu beziffern. Was soll‘s, Spekulanten müssen schließlich nicht verkaufen, was sie nicht im Eigentum haben! Ich habe jedenfalls kein Mitleid.

  3. Es ist klar das Tesla im Moment deutlich zu hoch bewertet wird von der Börse. Aber: Der Deal mit Hertz ist vielleicht schon ein Indiz was in 20, 30 oder 50 Jahren Normalität sein wird. Eigene Autos wird es nicht mehr geben. Es wird vielleicht so werden wie bei den E-Rollern derzeit. Man loggts sich per App ein und kann losfahren. Wenn diese Autos dann noch selbst fahrend sind umso besser. Was benötigt man dafür? Eventuell einen Autovermieter, der schon Erfahrungen in dem Bereich hat und ggf. auch die Expertise. Man lässt den 100.000 Autos kaufen und auch gleich noch die Ladeinfrastuktur aufbauen und bezahlen, bezahlt über Kapitalerhöhungen, Fördergelder oder vielleicht über ein SPAX. Irgendwann verleibt man sich dann den Autovermieter ein. Denkbar?

  4. Tesla war einfach so schlau, seine Autos größtenteils so zu bauen bzw. seine Software so zu programmieren, dass die Chose mit fast jedem Standard-Chip läuft.

    „Etliche Chips im Auto sind Standardhalbleiter, die für diverse Zwecke einsetzbar sind. Sie können das Bild einer Webcam oder einen Gurtstraffer steuern. Man muss nur in der Lage sein, die Firmware, also das Betriebssystem des Chips, für den gewünschten Zweck umzuprogrammieren.“
    https://www.zeit.de/mobilitaet/2021-10/tesla-chipmangel-rekordgewinn-elektroautos-krise-unterschied?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.startpage.com%2F

    Scharfe Kisten übrigens, ich habe mir kürzlich ein Model 3 ausgeliehen.
    Einfach nur geil!!!!

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