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Warum die UniCredit sich jetzt auf Kosten der Hypovereinsbank „teil-sanieren“ kann

Wie die größte italienische Bank UniCredit heute mitteilte, wird man im laufenden Jahr 2017 satte 3 Milliarden Euro in Cash aus seiner Münchner Tochter HypoVereinsbank abziehen, und das mit dem Instrument einer…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wie die größte italienische Bank UniCredit heute mitteilte, wird man im laufenden Jahr 2017 satte 3 Milliarden Euro in Cash aus seiner Münchner Tochter HypoVereinsbank abziehen, und das mit dem Instrument einer Sonderdividende. Zum guten Ton gehört ebenfalls ein konzernweiter Stellenabbau von 6.500 Arbeitsplätzen dazu, wovon die Hypo 1.500 beitragen soll. In Finanzkreisen war es schon seit Jahren ein offenes Geheimnis, dass die eher schwache Mutter der kapitalstarken Tochter in München lieber früher als später kräftig Geld entziehen wollte. Seit 2005 ist die Hypo in italienischer Hand. Warum aber wird erst jetzt der Mittelabzug in solch einem Ausmaß umgesetzt?

Nun, bis Ende 2014 waren als Aufseher für alle deutschen Banken Bundesbank + BaFin zuständig. Seit November 2014 ist die EZB für die Aufsicht aller europäischen Großbanken zuständig. Damit wurde sozusagen die Aufsicht und wichtige Entscheidungen zur Kapitalausstattung von deutschen Behörden zur zentral gesteuerten Eurozonen-Aufsicht bei der EZB transferiert. Die hat keinen nationalen Blick auf die Dinge, sondern arbeitet verständlicherweise mit einem großen Blick im Rahmen der gesamten Eurozone.

Die deutschen Behörden (was ebenfalls ein offenes Geheimnis ist) blockierten die ganze Zeit solche Mittelabflüsse, weil man verständlicherweise die Kapitalausstattung von Banken mit Sitz in Deutschland möglichst hoch halten wollte. Bekanntermaßen hat die Hypo eine hohe Ausstattung, und wird auch nach diesem Abzug nicht zusammenbrechen – dennoch ist dies eine Schwächung. Und man weiß: Wer einmal so zulangt, macht das wohl auch ein zweites Mal? Die EZB interessiert sich verständlicherweise dafür, dass die Kapitalausstattung des gesamten Bankkonzerns innerhalb der Eurozone gesund ist. Ob nun mehr Geld bei einer Tochter ist oder bei der Mutter, ist da nicht wirklich von Bedeutung. Was insgesamt bei der Bankengruppe herauskommt, ist entscheidend. Da dürfte es unproblematisch gewesen sein für diesen Transfer grünes Licht zu geben.

Es gab bisher kein Statement von Bundesbank oder BaFin, aber man dürfte hier wie auch im Bundesfinanzministerium mehr als verärgert sein. Aber man ist machtlos, denn wie gesagt, die Bankenaufsicht für große Institute liegt jetzt bei der EZB – also außerhalb des Zugriffs deutscher Behörden. UniCredit plant für 2017 eine Kapitalerhöhung von 13 Milliarden Euro – da passt so ein wunderschöner Geldsegen quasi aus dem Nichts doch bestens ins Bild. UniCredit steht ganz konkret auch von Seiten der EZB unter Druck endlich einen Sanierungsplan für faule Kredite vorzulegen. Bis Ende Februar muss der Plan stehen – von daher dürfte diese konzerninterne Umbuchung der EZB sogar mehr als gelegen kommen.

Zahlen tut für diese „Teil-Sanierung“ der UniCredit letztlich die deutsche Finanzmarktstabilität, weil die Hypo nun mit einer schwächeren Kapitalausstattung da steht in der nächsten Krise. Natürlich ist das jetzt noch kein Problem, aber würde denn der italienische Staat für eine potenzielle Rettung der HypoVereinsbank in der Zukunft Geld über den Brenner überweisen, als Mit-Unterstützung bei einer deutschen Staatsrettung? Das ist natürlich nur eine rein hypothetische Frage für ein Zukunftsszenario, das aktuell nicht ansteht… aber jetzt hat ja das deutsche Finanzsystem das italienische gestützt.

Anders als „normale“ Unternehmen der privaten Wirtschaft sind Banken und ihre Auslandstöchter nicht Vehikel, zwischen denen man wahllos Eigenkapital hin und her buchen kann. Es geht um die Stabilität und die Funktionalität des jeweils nationalen Finanzsystems. Mit so einem Cash-Entzug wird die Schwäche aufgezeigt, die sich ergibt, wenn eine Bankenaufsicht europäisiert wird, aber die potenzielle zukünftige Rettung der Banken in nationaler Hand verbleibt. Denn machen wir uns nichts vor. Bei großen Banken, die in Zukunft vielleicht gestützt werden müssen, steht am Ende immer noch der nationale Steuerzahler in der Haftung, trotz aller neuer Sicherheitsmechanismen.

Die Aktie der UniCredit verliert heute 6,38%. Mitte 2016 hatte man den Tiefstpunkt bei 17 Euro erreicht, jetzt pendelt man nach dem Aufwärtsschub aus Dezember (Rettungshoffnung durch den italienischen Steuerzahler) seit vier Wochen über der 25 Euro-Marke, jetzt aktuell bei 26,17 Euro. Bitte nicht wundern, falls Sie denken die Aktie stand doch mal weit unter 1 Euro letztes Jahr. Es gab einen „Reverse Aktiensplit“. Aus 100 alten Aktien wurde 1 neue Aktie, zeitgleich stieg der Kurs um das Hundertfache. Am Ende ist der Aktionär weder besser noch schlechter gestellt, aber der Aktienkurs wirkt optisch gesünder und die Aktie ist angenehmer handelbar.


Die UniCredit-Aktie seit Anfang 2014.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang Koch

    30. Januar 2017 17:03 at 17:03

    Deutsche Bank(eine davon,nicht die Verbrecherbank),rettet Italienische.Deutschland rettet Italien.Wo ist da ein Unterschied?Evtl.in der Knigge.Der zu Rettende,ist immer in der Bringschuld!Bei Mutti & dem Latin Lover ist es umgekehrt!

  2. Avatar

    Volante

    30. Januar 2017 22:00 at 22:00

    Mal be Frage? Für wie blöd haltet ihr euere Politiker? Hört endlich auf mit dem Mist Deutschland zahlt für alles bla bla. Deutschland hilft sich nur selber,wenn sie zahlen und ohne eine entprechende gegen Leistung wird auch nicht gezahlt.

    • Avatar

      V

      31. Januar 2017 07:48 at 07:48

      Extrem blöd! Bzw. aus eigener Sicht klug, denn sie selbst haben sich ja genug Beiseite geschafft.
      Deutschland zahlt für alles. Sonst hätten wir eher einen Wohlstand wie in der Schweiz.

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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