Warum die US-Staatsverschuldung über Nacht um 318 Milliarden Dollar steigt – Marke von 20 Billionen Dollar überschritten

Von Claudio Kummerfeld

Die USA haben über Nacht zum ersten Mal in ihrer Geschichte die historisch runde Marke von 20 Billionen Dollar Staatsverschuldung überschritten. Dabei stieg sie zumindest laut der folgenden offiziellen Grafik über Nacht um 318 Milliarden Dollar, von 19,844 auf 20,162 Billionen Dollar. Das Datum 8. September ist das aktuellste, da die Veröffentlichung der Zahlen immer mehrere Tage hinterher hinkt. Wie geht das über Nacht mit so einem monströsen Anstieg, möchte man sich fragen?

Das selbe Phänomen konnte man unter der Obama-Regierung auch beobachten. Es liegt an der US-Schuldenobergrenze. Die lag seit März vom US-Kongress festgesetzt bei diesen 19,844 Billionen Dollar. In der Grafik kann man auch sehen, dass die US-Staatsverschuldung all die Tage und Monate zuvor merkwürdigerweise exakt bei diesem Level fest hing. Also kann man daraus schlussfolgern, dass US-Finanzminister Mnuchin seit März extrem sparsam mit den Haushaltsmitteln umging, und es schaffte sechs Monate keine neuen Schulden zu machen?

Nein, natürlich nicht. Das US-Defizit ist so groß und strukturell, dass das gar nicht möglich wäre. Das US-Finanzministerium nutzte seit März bis letzte Woche sogenannte „außerordentliche Maßnahmen“ (extraordinary measures) um rein optisch die Schulden bei 19,844 Billionen Dollar zu halten. Die genauen Details werden natürlich nicht verraten, aber es ist genau wie bei Obama und den anderen Vorgängern. Man trickst. Die Kosten laufen weiter, und man lebt weiter auf Pump. Man wird zum Beispiel Rechnungen nicht bezahlt, sondern in die Zukunft verschoben haben.

Letzte Woche nach dem Tropensturm Harvey in Texas einigten sich Donald Trump und die Demokraten auf die außerordentliche Anhebung der Schuldenobergrenze für die nächsten drei Monate, damit den Opfern von Harvey Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt zufließen können. Und so geschieht es jetzt ziemlich zügig, dass die Grenze ansteigt. Und zack, auf einen Schlag werden in die Zukunft verschobene Kosten quasi „nachgebucht“ und jetzt für die Öffentlichkeit sichtbar gemacht. 318 Milliarden Dollar mehr Schulden auf einen Schlag!

Bis Dezember hat man „mal wieder“ etwas Ruhe. Dann geht das Theater erneut los. Bekommt Trump sein Budget für die Mexiko-Mauer? Die Demokraten machen da nicht mit, also gibt es dann ein echtes Problem!

Quelle: US Treasury


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