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Warum die Waffenlobby den Amis wohl auf ewig ihr Recht auf ein Leben in Sicherheit verwehren wird

Ich lebe seit 19 Jahren in diesem Land. Trotz aller Abgestumpftheit reicht es einfach nur mehr. Ich bin längst zutiefst davon überzeugt, dass sich in Sachen Waffenwahn niemals etwas ändern wird. Und sicher ist niemand, nirgends: Kinos, Konzerte, Schulen, Einkaufszentren, es kann überall passieren.

Markus Fugmann

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Eine Kolumne aus New York von Herbert Bauernebel

Man darf ja angesichts des unfassbaren Leids und der unbändigen Trauer um die Opfer des jüngsten Schulmassakers in Florida (17 Tote) nicht zu zynisch werden.

Doch das makabere Ritual nach den immer häufigeren und blutigeren Massenschießereien in den USA löst einfach nur mehr Wut, Abgestumpftheit und vor allem Hoffnungslosigkeit aus.

Es geht ja immer so: “Breaking News”. Wieder ein Massaker. Auf Twitter wird zu Gebeten aufgerufen. Offizielle, diesmal Florida-Gouverneur Rick Scott, bezeichnen den Amoklauf als Ausdruck des “puren Bösen”.

Fragen, warum wieder jemand, diesmal ein 19-Jähriger namens Nikolas Cruz, mit einer Kriegswaffe Wehrlose niederschießt, wollen vor allem Republikaner-Politiker, wie auch Präsident Donald Trump, lieber vorerst einmal nicht beantworten. Da müssen zuerst alle Fakten auf den Tisch, wird argumentiert, es wäre zu früh für eine Waffendebatte. Kritiker werden gleichzeitig abgekanzelt, da sie aus menschlichem Leid politisches Kapital schlagen wollten.

Man hofft, dass alle rasch vergessen

Insgeheim hofft man offenbar, dass nach Einlangen aller Erkenntnisse die Story längst vergessen ist – was heute in Zeiten sich überschlagender News-Zyklen auch oft der Fall ist.

Beim üblichen Medien-Marathon nach Massakern schleicht sich das – sicher ungewollte –Bild ein, dass hier an allen Fronten übermenschliches und heldenhaftes geleistet wurde. Und es ist ja auch wahr: Lehrer, die Schüler beschütztem, Ärzte, die Verwundete operieren, Sanitäter, die mit erster Hilfe leben retten und Polizisten, die Amokläufe letztendlich mit viel Courage beenden – sie alle verdienen unseren vollen Respekt.

Doch mitunter artet das Ganze in eine bizarre, fast patriotische Selbstbeglückwünschung aus: Alle machen hier einen derart tollen Job und Amerika erscheint überhaupt als das einzige Land, in dem ein derart fantastisches Teamwork der Einsatzkräfte überhaupt möglich ist.

“USA! USA!”, mögen sich da fast viele US-Bürger denken.

Leben für immer zerstört

Nur: 17 Menschen, die meisten Jugendliche, sind gerade nach dem Blutbad an der “Marjory Stoneman Douglas High”-Schule tot. Auch die Leben ihrer Hinterbliebenen sind zerstört. Für immer.

Und Amerika ist das einzige Land, dass ein derart sinnloses Morden zulässt – aus Rücksicht vor einer Waffenlobby, die den Kongress eingekauft hat, und mit einem jahrhundertealten Verfassungspassus zum Recht auf Waffenbesitz (dabei ist kaum anzunehmen, dass sich die Gründungsväter der USA die Feuerkraft halbautomatischer Sturmgewehre ausmalen hatten können…).

Mehr als 300 Millionen Feuerwaffen sind in Amerika im Umlauf, Kriegswaffen, wie das bei Amokläufern besonders beliebte Sturmgewehr AR-15, können aus Regalen von “Gun Stores” gezogen werden wie Kartoffelchips-Packungen beim Walmart.

430 Tote seit Sandy Hook

Man braucht kein Nobelpreisträger-Kandidat zu sein, um die Zusammenhänge zu behirnen: Seit dem Sandy-Hook-Massaker 2012, als Psychokiller Adam Lanze 20 Erstklässler in einer Grundschule massakrierte, wurden 430 Menschen bei 273 weiteren Schul-Massakern getötet, rechnet die New York Times vor.

15.590 Menschen starben laut Statistiken des “Gun Violence Archive” im Jahr 2017 bei 61.497 Vorfällen an Waffengewalt (in Deutschland waren es weniger als 200 Tote).

Die Gesetzgeber im Kongress schafften es währenddessen nicht einmal, Schlupflöcher zu schließen, durch die sogar auch Gangster und Irre ihre Finger an die Abzüge von Sturmgewehren kriegen können. Erlaubt sind weiterhin Riesenmagazine und sogar Bump Stocks, die Maschinengewehr-Feuer möglich machen. Deshalb steigen auch die Opferzahlen bei Amokläufen stetig.

Und mehr noch: Die Waffenlobby NRA, die eine Mehrheit der Kongress-Abgeordneten – meist durch Spenden, oft aber auch durch Drohungen – in der Tasche hat, will die Waffenrechte immer weiter ausdehnen. Bald könnten Menschen mit Pistolen im Halfter quer durch die USA reisen. “NRA-Präsidenten” Donald Trump haben die Waffennarren dabei ohnehin voll hinter sich.

Alles schuld nur nicht die Waffen

Waffenanhänger trachten auch, nach jedem Blutbad unzählige andere Erklärung zu finden, als die offensichtliche – wonach einfach zu viele Knarren im Umlauf sind: Die Täter wären einfache Verrückte, wird argumentiert, das Problem liege eher im Gesundheitswesen. Oder: Die Killer wären einfach so einzigartig böse, dass man da ja wirklich machtlos sei.

Lobbyisten wie Larry Pratt von der Gruppe “Gun Owners of America”, den ich mehrmals interviewte, pervertiert die Argumentation sogar so weit, dass eigentlich die ohnehin spärlichen Waffengesetze selbst schuld seien am hohen Blutzoll. Die meisten Massaker würden in waffenfreien Zonen passieren, sagte er, wo sich die Opfer nicht verteidigen könnten. Das also ist die Wild-West-Vision: Alle sollen Waffen haben, dann kann endlich jeder auf jeden schießen.

Fast vergessen: Eigentlich sollte die Bevölkerung bis an die Zähne bewaffnet sein, um sich irgendwann gegen eine “tyrannische Regierung” verteidigen zu können… Und übrigens: Das meinen Waffenlobbyisten wie Pratt ernst.

Ich drücke meine Kinder…

Ich lebe seit 19 Jahren in diesem Land. Trotz aller Abgestumpftheit reicht es einfach nur mehr. Ich bin längst zutiefst davon überzeugt, dass sich in Sachen Waffenwahn niemals etwas ändern wird. Und sicher ist niemand, nirgends: Kinos, Konzerte, Schulen, Einkaufszentren, es kann überall passieren.

Ich umarme meine Kinder jeden Morgen, bevor sie in die Schule gehen und denke mir oft: Warum tun wir uns ein Leben in ständiger Sorge eigentlich an?

 

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street.

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    leser

    16. Februar 2018 12:19 at 12:19

    Natürlich ist jeder Amoklauf einer zuviel.
    Dennoch verbieten sich Verallgemeinerungen.

    Zum einen sind die Waffengesetze in jedem Bundestaat unterschiedlich. Es gibt keine einheitliche Gesetzgebung in diesem Bereich in den USA.

    Zum anderen gibt es keine eindeutigen Zusammenhang zwischen (legalem) privaten Waffenbesitz und Anzahl der Gewaltverbrechen mit Schutzwaffen. Die Schweiz hat beispielsweise ca. 50 gemeldete Waffen pro 100 Einwohner. Dennoch hört man von Massakern dort nichts. Gleiches gilt für Tschechien, das eines der liberalsten Waffengesetze in Europa hat. Allerdings muss man dort neben den üblichen Anforderungen diverse Tests machen und wird einer medizinischen und teilweise auch psychologischen Untersuchung unterworfen. Das finde ich auch richtig.

    Eine pauschale Verurteilung des Rechts auf privaten Waffenbesitz zur Selbstverteidigung finde ich dagegen nicht angebracht. Zumal wenn sie in direkter zeitlicher Nähe zu einem Ereignis wie dem in Florida erhoben wird.

    • Avatar

      leftutti

      16. Februar 2018 13:30 at 13:30

      In der Schweiz hört man zwar nichts von Massakern, aber ein Zusammenhang von Menge an Schusswaffen und Todesfällen durch diese ist unbestreitbar (siehe Grafik nach den ersten vier Absätzen):
      http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/las-vegas-waffen-kultur-in-den-usa-in-grafiken-a-1171186.html

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      Bernd

      16. Februar 2018 14:18 at 14:18

      Ich stimme dem leser voll und ganz zu. Im übrigen möchte ich mal auf einen missverständlichen Punkt eingehen; Zitat: „…mit einem jahrhundertealten Verfassungspassus zum Recht auf Waffenbesitz“ Die amerikanische Verfassung verleiht niemandem das Recht Waffen zu tragen, sie bestätigt vielmehr, dass Niemand einem das Recht nehmen kann eine Waffen zu tragen. Dieser kleine aber feine Unterschied ist in den Augen jener die immer nach Verbot und staatlicher Regulierung schreien sicher vollkommen bedeutungslos aber im Wesentlichen ist dies die Wurzel des amerikanischen Freiheits-Mythos; und das ist gut so!

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    GiGi

    16. Februar 2018 14:39 at 14:39

    Es ist Fakt und das ist , was immer wieder unterschlagen wird, dass der Großteil der Verbrechen mit illegalen Waffen verübt wird und nicht mit den registrierten.

  3. Avatar

    Chris

    16. Februar 2018 17:40 at 17:40

    Ich sehe hier einen Fall, in welchem ein junger Mann mit mehreren Traumataerfahrungen nicht die richtige Hilfe erhalten hat.
    Als Baby zur Adoption freigegeben, der Adoptivvater stirbt unvermittelt, das männliche Vorbild fehlt, die Adoptivmutter stirbt im November an einer harmlosen Grippe, die Freundin trennt sich und hat einen neuen Freund. Wenn er jetzt noch die falschen Medikamente erhält, ohne Therapie, kann er solche Tat durchführen.

    In vielen Fällen davor wurden die Jugendlichen ebenfalls mit Psychopharmaka behandelt, das sollte ebenfalls in den Fokus rücken.

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      Lars

      16. Februar 2018 18:23 at 18:23

      Genau, weiterhin Waffen in den Supermärkten für alle ab 14 Jahren, wenn jemand Mist damit baut, sind Psychopharmaka, die Eltern oder untreue Partner schuld.

      • Avatar

        leser

        16. Februar 2018 18:49 at 18:49

        Oder jeder bekommt eine schöne private Gummizelle. Gürtel und Schnürsenkel werden weggenommen, damit kein Unsinn angestellt werden kann.

        Messer, Autos und andere potentiell gefährliche Sachen sind schon vorher lange verboten worden….

        Supermarkt und ab 14 findet hier keiner gut. Und Waffen an Psychos auch nicht.

      • Avatar

        Chris

        16. Februar 2018 19:23 at 19:23

        Da die meisten sich nicht mit den Auswirkungen von Psychopharmaka/Hormonen/… befaßt haben, hat es keinen Sinn darüber zu diskutieren. Sie können jedoch zu einer Wesensveränderung führen, jemand der vorher unfähig war eine Selbsttötung oder Tötung durchzuführen, wird dazu befähigt.

        • Avatar

          leser

          16. Februar 2018 19:45 at 19:45

          @ Chris
          Da widerspreche ich gar nicht. Psychopharmaka sind hochriskant, insbesondere wenn sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Und gerade in den USA ist Medikamentenmissbrauch ein echtes Problem.

          Ich bin aber ziemlich sicher, dass der Typ in Tschechien nie eine Waffe in die Hand bekommen hätte, s.o.

          • Avatar

            Chris

            16. Februar 2018 22:03 at 22:03

            @Leser
            Tschechien tut wahrscheinlich gerade das Richtige, indem es seine gesamte Bevölkerung zur Ausbildung an der Waffe und zum Waffenkauf aufruft. Ein so kleines Land muss wehrhaft sein. Wenn der Staat die illegalen Waffen und die Kriminalität nicht länger unter Kontrolle hat oder die Nachbarstaaten dies nicht mehr schaffen, ist dies der richtige Weg, denn er gibt den Schwachen eine Möglichkeit sich zu verteidigen. Gleichzeitig müssen sie aber auch überprüft und in ihrer Verantwortung geschult werden. Es ist ähnlich dem Auto fahren, da vermisse ich teilweise auch eine Schulung zum verantwortungsvollen Umgang.

            Eine meiner kleinen Nichten lernt seit 2015 Kickboxen, da fast kein Tag vergeht, an dem sie nicht Opfer sexueller Übergriffe im Schulbus wird. Sie paßt mit ihren langen hellblonden Haaren und Engelsgesicht genau in das Beuteschema. Aber könnte sie nicht gegen eine bewaffnete Gruppe schützen? Man verbietet den Opfern sich angemessen zu verteidigen und so werden sie zu Opfern.

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      Lars

      16. Februar 2018 22:30 at 22:30

      @Chris, welches bedauerlichen Umstände rechtfertigen die Taten des pensionierten Buchhalters und sehr wohlhabenden Mannes hier:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_in_Las_Vegas_2017#T%C3%A4ter
      http://www.zeit.de/2017/41/attentat-las-vegas-stephen-paddock-waffenbesitz-usa
      @leser: Recht auf Selbstverteidigung, weil es zu laut und zu wild war?

  4. Avatar

    Michael

    16. Februar 2018 20:11 at 20:11

    Hier kommentieren anscheinend fast ausschließlich hochrangige Vertreter der Waffenlobby oder aus der PR-Abteilung des Weißen Hauses.
    Ich habe bereits vor 42 Stunden, also lange vor diesem Artikel gepostet, dass Der Vorfall in Florida bereits das 19. Vorkommnis mit Schusswaffen an einer Schule in den USA im laufenden Jahr 2018 ist.
    https://finanzmarktwelt.de/donald-trump-erobert-als-cheerleader-fuer-amerika-den-davos-gipfel-79521/#comment-41454
    13 Vorkommnisse pro Monat mit Schusswaffen an einer Schule, Morde an Kindern und Jugendlichen!
    Und was gibt es hier zu lesen:
    – Das Recht auf Selbstverteidigung dürfe nicht in Frage gestellt werden. Stellt sich die Frage: Haben all die getöteten Kinder tatsächlich die Täter/Verteidiger angegriffen? Kann man sich nicht auch durch das Erlernen von Kampfsportarten selbst verteidigen, sollte es keine Waffen mehr in Waffen-Supermärkten geben?
    – Juristisch-schwachsinnige Feinheiten wie: Die amerikanische Verfassung verleiht niemandem das Recht Waffen zu tragen, sie bestätigt vielmehr, dass Niemand einem das Recht nehmen kann eine Waffen zu tragen.. Die Zeit der Invasion, der Ausrottung von Ureinwohnern, der großen Gründung und des Wilden Westens lässt freundlich grüßen.
    – Sogar Chris, eine Mutter hochbegabter, extrem kräftiger und muskulöser Kinder und ebenso Mitglied dieser genetisch körperlich und geistig revolutionären Entwicklungslinie, eine eigentlich friedliche Montessori-Schülerin, (https://finanzmarktwelt.de/solidarisches-grundeinkommen-tolle-zukunftsidee-oder-kostenmonster-81224/#comment-41452), plädiert für Verständnis gegenüber den Tätern und stellt diese eher als Opfer dar.
    – Von der Spitze der geistigen Evolution werden halbautomatische Kriegswaffen, Pumpguns und Scharfschützengewehre mit anderen „potenziell gefährlichen Sachen wie Messern und Autos“ verglichen.

    Worauf sich keiner dieser Kommentatoren eingelassen hat, war der Artikel des Autors selbst, seine Verstörung, Ängste und Emotionen.
    Der bekommt sicher auch noch seine schöne private Gummizelle.

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      Chris

      16. Februar 2018 23:58 at 23:58

      @Michael

      Ich verteidige hier niemanden, sondern zeige nur eine Ereigniskette auf, die bei einem vorbelasteten Jugendlichen dazu führen kann.

      Meinen erstes Opfer habe ich mit acht Jahren gesehen, es war mein Schulfreund, dessen Schädel zerbrach, als er neben mir auf dem Schulhof aufschlug. Die unfähigen Lehrer und der betrunkene Notarzt, der erst nach zwanzig Minuten kann, blieb mir in Erinnerung, ebenso wie das Blut aus seinen weit geöffneten starren Augen, aus der Nase und den Ohren lief. Die erste Hilfe hatte ich als Kind geleistet, ich habe früher immer in der Arztpraxis bei meiner Mutter spielen dürfen und so waren mir einige Dinge vertraut. Die Seitenlage und das Herausziehen der Zunge, die Ansprache, das Berühren.
      Übrigens war der Täter, genau der Junge aus unserer Klasse, der stets von seinem Vater mit dem Gürtel ausgepeitscht wurde, Schläge waren damals üblich und erlaubt, auspeitschen wurde bereits als Straftat angesehen.
      Des weiteren bin ich emotional nicht involviert, da ich mich nicht in das hilfloses Opfer hineinversetze. Ich stelle mir in einen solchen Fall die Frage, wie kann ich helfen, was ist zu tun, damit die Situation ist eskaliert, wie kann ich Schaden verhindern. Das macht mich nicht hilflos. Ich muss nicht nach irgendeiner Macht rufen.

      Ich befand mich als Studentin in einer ähnlichen Situation, ich stand kurz vor dem Ausgang, da stürmten fünf Männer in schwerer schwarzer Motorradbekleidung, schweren Lederstiefeln, geschlossenen schwarzen Visier mit Maschinenpistolen gewaffnet, ein kleines Einkaufszentrum mit Juwelier. Nun was habe ich getan, ich habe mich als einzige nicht auf den Boden gelegt und geweint oder geschrieen. Ich habe mir einen Überblick über die Situation verschafft. Wie viele Komplizen warten draußen, mit welchen Fahrzeugen? Wie viele Menschen befinden sich an welchen Orten, wie alt sind sie, wer gehört zu wem? Die Räuber/Geiselnehmer liefen direkt vor und hinter mir vorbei. Dann sah ich, dass es sich weiter hinten die Situation verschärfte, eine Frau wurde geschlagen, da sie die Nummer des Tresors nicht nennen wollte. Nun ich möchte nicht das gesamte Ereignis erzählen, die Täter wurden bis heute nicht gefaßt, sie verschwanden samt Beute im Stadtwald. Ich erinnere mich noch an das Bild, als sie mit aus den schwarzen Satteltaschen heraushängenden Goldketten davonfuhren. Aber damals hoffte ich inständig, daß die Polizei nicht kommen würde, da sie die Situation nicht überschauen konnte und es eskalieren würde.

      Zweitens schauen wir seit 30 Jahren kein Fernsehen, das hilft seelisch gesund zu bleiben.

      Drittens haben wir ähnliche Zustände an unseren Schulen, nur wird darüber nicht berichtet. Ich darf ihnen versichern, daß eine meiner Schwestern ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden musste, da sie bei einer Auseinandersetzung zwischen Schülern erheblich verletzt wurde. Im Fernsehen dürfen sie dann ihren einzigen Musterschüler bestaunen. Nicht die Schüler, die an ihre Schule zwangsverwiesen wurden, ohne dass sie als Lehrerin Einsicht in die Schul-/Strafakte nehmen darf.

      Viertens sind terroristische Angriffe auf Kindergärten, Kitas, Schulen und Universitäten zu erwarten.

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      leser

      17. Februar 2018 12:28 at 12:28

      @ Michael
      Danke für das Lob. Spitze der geistigen Evolution hat mich noch keiner genannt.

      Sorry, wenn ich ihre Gefühle verletzt habe. Bitte lesen sie alle Beiträge noch einmal in einer ruhigen Minute durch. Dann werden sie (vielleicht) feststellen, dass sowohl Empathie, als auch Differenzierung darin enthalten ist. An keiner Stellle werden die Umstände (Waffenkauf im Supermarkt etc.) für gut und richtig befunden.

      Das Leben (und das Traden) könnte so einfach sein, wenn alles monokausal zu erklären wäre. Mache das, dann passiert das. Das menschliche Zusammenleben ist aber ein komplexes System. Da ist die Sache etwas komplizierter.

      Und der Autor lebt als Gast in den USA. Im Rahmen seiner Meinungsfreiheit kann er die dortigen Zustände kritisieren. Das ändert aber nichts daran, dass es zuallererst eine Sache der Amerikaner ist, wie sie ihre Gesetze gestalten. Die Deutschen neigen dazu, als moralischer Lehrmeister mit dem Finger auf andere zu zeigen. Eine ziemliche schlechte Angewohnheit, zumal wir vor der eigenen Haustüre wahrlich genug zu kehren haben.

      In diesem Sinne: Nichts für ungut. Folgen sie persönlich ihren hohen moralischen Ansprüchen und verbessern sie die Welt. Zuallererst die eigene.

      • Avatar

        Lars

        23. Februar 2018 02:02 at 02:02

        @leser, traurigerweise mal wieder ein klassischer und hohler Kommentar eines dem ersten Anschein nach intellektuell oder vernunftmäßig Begabten aus der Fraktion der Nichtssagenden, die ihre Ansichten normalerweise in offensichtlich fragwürdige Begrifflichkeiten wie Dunkeldeutschland, Gutmenschen und rot-grün-linkes Sozengeschwafel verpacken.
        Sie machen es etwas dezenter und verschlagener, vergessen aber dabei die entscheidenden Tatsachen:
        Dass ein Unterschied zwischen Selbstverteidigungswaffen und Angriffswaffen (voll- oder halbautomatischen Kriegswaffen) besteht.
        Dass der irre Präsident erst vor kurzem anderen psychisch Gestörten den freien Zugang zu Waffen wieder erlaubt hat (Trump hatte vor einem Jahr ein Gesetz unterzeichnet, das psychisch Kranken den Erwerb von Waffen wieder erlaubte), vermutlich wie immer unbedacht, nur um ein weiteres Gesetz seines verhassten Vorgängers außer Kraft zu setzen. Jetzt, da die Konsequenzen seines Handelns auf ihn zurück kommen, das übliche widersprüchliche Gesülze: Außerdem solle das Problem psychischer Erkrankungen angegangen werden, sagte Trump.
        https://www.n-tv.de/politik/Trump-haelt-der-Waffenlobby-die-Treue-article20301825.html

        Und vergessen Sie nicht, so wie es zuallererst eine Sache der Amerikaner ist, wie sie ihre Gesetze gestalten, ist es auch ein Recht von Nicht-Amerikanern, ihre Meinung auch zu Amerika frei zu äußern. Auch der irre Präsident nimmt sich kein Blatt vor den Mund, wenn es um nicht-amerikanische Staaten geht. Man denke nur an Shithole-Countries…
        Und wenn der Autor, ob als Gast oder Eingeborener, etwas Empathie bekundet, sollte er nicht im nächsten Nebensatz als moralischer deutscher Lehrmeister, der mit dem Finger zeigt, abgestempelt werden.

  5. Avatar

    Chris

    18. Februar 2018 20:59 at 20:59

    Hallo, ich möchte hier etwas aus unsrem Ärzteblatt veröffentlichen.

    Es könnte für jeden in Deutschland wichtig werden.

    Zitat:

    Das hat der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, gefordert und schnelle Änderungen angemahnt. Er nannte es im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt „überhaupt nicht mehr tragbar“, Berufszulassungen oder Approbationen nur noch nach alleiniger Prüfung der Papierform und Sprachprüfungen zu erteilen. „Wir müssen zum Beispiel ausschließen, dass Menschen als Arzt tätig werden, die sich in ihren Heimatländern Zertifikate gekauft haben, ohne jemals die Universität besucht zu haben“, sagte er. Darüber hinaus habe man Erfahrungen aus ein bis zwei Jahren Sprach- und Kenntnisprüfungen in den einzelnen Bundesländern gesammelt. „Wir haben festgestellt, dass das Qualitätsniveau einiger Drittstaatler so schlecht ist, dass man es mit der alleinigen Überprüfung der Dokumente und durch Kenntnisprüfungen nicht ausreichend feststellen kann“, erläuterte Montgomery. Er sprach sich für schnelle Verschärfungen aus, weil sich zurzeit „sehr viele Drittstaatler“ um die Zulassung bewerben. Der Ärztemangel hierzulande dürfe nicht zu einer Absenkung des Qualitätsniveaus führen. Weil für Verschärfungen Beschlüsse der Gesundheits- und Bildungsministerkonferenz notwendig sind, kündigte Montgomery zügige Gespräche mit der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz an

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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