Folgen Sie uns

Aktien

Warum die Zeiten für Uber und Lyft schwieriger werden!

Avatar

Veröffentlicht

am

Illustration Uber und Lyft

Uber und Lyft sind die bekanntesten Ride Sharing Dienste. Während Lyft in Europa gar nicht erst an den Start ging, wehte Uber starker Gegenwind ins Gesicht. In den USA jedoch haben beide Unternehmen den Verkehr nachhaltig verändert. Profit konnten beide Unternehmen daraus nicht schlagen. Und jetzt könnte die Luft auch in den USA für beide börsennotierte Konzerne dünner werden.

Uber und Lyft waren nie, was sie vorgaben zu sein: Ridesharing!

Die Idee, mit der Uber und Lyft (beide mit wenig prickelnden Börsengängen) antraten, war gut, wurde aber nie in Gänze umgesetzt. Menschen sollten ihr Auto einsetzen, um andere Menschen mitzunehmen und dabei ein wenig Geld zu verdienen. Schnell wandelte sich das Business und vermehrt fuhren Menschen ausschließlich, um andere Menschen zu transportieren. Sei es, um etwas dazu zu verdienen, sei es als Haupterwerb. Das Sharing geriet hierbei ins Hintertreffen. Denn statt Verkehr zu vermeiden, indem eine ohnehin stattfindende Fahrt zusätzlichen Nutzen mit dem Transport einer weiteren Person stiftet, fluteten die privaten Taxi-Alternativen die Städte der USA.

Also wurde eine Funktion eingeführt, um während einer gebuchten Fahrt weitere Personen auf der Strecke aufzusammeln. Doch wirklich funktionieren tut das nicht. Der Autor selbst testete es in Washington. Die Fahrt war wenige US-Dollar günstiger als eine exklusive Fahrt. Dafür machte der Fahrer einen großen Umweg in die falsche Richtung, um eine weitere Person aufzusammeln, die dann auch nicht etwa zum gleichen Ziel wollte, sondern zu einem völlig anderem abseits der eigenen Route. Die Fahrt dauerte wesentlich länger und Verkehr wurde auch keiner vermieden, da nicht zwei sich überlagernde Routen zusammengeführt wurden.

Weder wurden bei Uber und Lyft Geld verdient, noch die Umwelt geschont

Geld verdienten dabei weder Uber noch Lyft. Und das in einem Umfeld, das den Unternehmen von regulatorischer Seite dankbar entgegen kam. Im Glauben, mit Ride Sharing Verkehrsprobleme lösen oder zumindest mildern zu können, wurden die Unternehmen weitgehend unbeaufsichtigt gelassen. Uber und Lyft kommandieren eine Armee Scheinselbständiger, die weder versichert noch lizenziert sein müssen und drängten dadurch Taxi-Unternehmen aus dem Markt, die besser bezahlte, versicherte und lizenzierte Fahrer und Fahrzeuge betrieben. Doch damit könnte selbst in den USA bald Schluss sein. Denn das Pfund, mit dem die Ride Sharing Dienste wucherten, stellt sich als Trugschluss heraus: Die Dienste sparen weder Verkehr noch CO2-Emissionen ein, sondern maximieren beides sogar. Statt Autoverkehr zu ersetzen, holen sie Menschen aus Bussen, Bahnen und von Fahrrädern und fahren längere Strecken, als es die Menschen mit eigenem Auto getan hätten. Es würde mich nicht wundern, wenn auch US-Städte oder Bundesstaaten künftig genauer schauen, was die Ride Sharing Dienste auf ihren Straßen treiben.

Coronavirus bedroht Fahrer wie Fahrgäste bei Uber und Lyft

Kurzfristig viel entscheidender könnte jedoch das Coronavirus sein. Werden sich auch künftig noch ausreichend viele Menschen bereitwillig in die Fahrzeuge anonymer Privatpersonen setzen, die per App gerufen jeden befördern, der eine Kreditkarte in der App hinterlegt hat? Taxi-Unternehmen befördern zwar auch jedermann, können jedoch zentral angeordnet gewisse Hygienestandards durchsetzen. Uber und Lyft können das nicht, da die Fahrer bei ihnen weder angestellt noch weisungsgebunden sind. Ob und wenn ja welche Hygienemaßnahmen die Fahrer in ihren Fahrzeugen umsetzen, bleibt weitgehend ihnen überlassen. Sinkende Nachfrage nach den Fahrzeugen wird auch zu sinkenden Einnahmen für die Fahrer führen.

Aber auch die Fahrer dürften sich selbst bei konstanten Einnahmen bei einer weiteren Ausbreitung des Virus künftig dreimal überlegen, ob sie sich für einen Hungerlohn wirklich dem Risiko einer Ansteckung aussetzen wollen. Zumindest die Nebenbei-Verdiener könnten künftig als Fahrer ausfallen. Eine sinkende Fahrerzahl führt bei konstanter Nachfrage dann jedoch zu steigenden Fahrpreisen, die die Dienste für Kunden unattraktiver machen.

Die deutsche Bundesregierung geht übrigens in einer Studie bei einer Virus-Epidemie von steigendem Individualverkehr und einer geringeren Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs aus. Für Uber und Lyft kommt das Virus, aber auch die neue Studie aus den USA, zur Unzeit. Lyft kündigte an, zumindest einen non-GAAP Gewinn ab 2021 ausweisen zu können. Uber kündigt das sogar schon für Ende 2020 an. Ein non-GAAP Gewinn ist an sich wenig wert, da die Unternehmen beliebige Kosten aus der Gewinnrechnung ausklammern können. Aber selbst dieser „schwache“ Gewinn ist jetzt in Gefahr. Gleichzeitig dürfte der Zugang zum Kapitalmarkt für die Geld verlierenden Unternehmen bald deutlich schwieriger sein.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Klarer Trend: Die Risiken nehmen weltweit zu – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

was ist in dieser Frage eigentlich Ihre Meinung? Wird die Welt, wird unser Lebensumfeld nicht pausenlos gefährlicher? Denken Sie einmal an den Klimawandel oder an die Corona-Pandemie! Oder stellen Sie sich einmal vor, in Deutschland fällt das Internet nur für zwei Stunden aus? Die Konsequenzen für unser digitalisiertes Leben wären verheerend. In den Städten würden die Verkehrsleitsysteme kollabieren, viele Ampelanlagen würden nur noch blinken, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Tatsächlich aber ist unser Leben nicht gefährlicher als früher. Auch zu Kaisers Wilhelms Zeiten kannte die Menschheit schon Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder etwa Krieg und auch Terrorismus.

Trotzdem haben wir in den letzten Jahren einen fundamentalen Wandel erlebt, der für uns alle, für Unternehmen und sogar für Staaten eine neue bisher unbekannte Risikodimension bedeutet.

Ein plattes Beispiel: Wenn vor hundert Jahren der Busch in Kalifornien brannte, was er auch damals schon tat, wurden einige Blockhütten vernichtet. Wenn dort heute Waldbrände wüten, sind Städte und große Unternehmensanlagen im Milliardenwert bedroht. Und das ist der springende Punkt: Die Gefahr war immer schon da, nur das Risiko des erheblichen Vermögensverlustes war weit geringer.

Heute sind durch eine Wetterkatastrophe, eine Pandemie oder auch eine Finanzkrise immer gleich Milliardenwerte bedroht. Vor diesem Hintergrund haben sich schon Ende des vergangenen Jahrhunderts Dienstleister oder Unternehmen mit der Risikoanalyse befasst. Ein bekanntes Unternehmen dieser Branche ist etwa der US-Risikoanalyst Moody´s, der sein Geld vorwiegend in der Finanzbranche verdient. Daneben bieten Unternehmen wie SAP, Oracle oder IBM verschiedene punktuelle Risikomodelle für Ihre Unternehmenskunde an.

Alle diese Unternehmen rechnen US-Investoren dem „Global Risk Market“, also dem Markt für Risikoanalyse zu. In Europa ist dieses spannende Segment leider noch wenig bekannt und etwas unterbelichtet. Das ist schade, denn dieses Segment wächst seit Jahren ganz erheblich und vor allem sehr stetig, wie Sie sich sicherlich ausmalen können.

Warum diese Aktie praktisch immer steigt

Mein persönlicher Favorit aus diesem Marktsegment ist ein US-Unternehmen, dass seine Wurzeln ursprünglich in der Versicherungsbranche hat. Damals schlossen sich die großen US-Versicherer und Warren Buffett zusammen, um quasi eine eigene Risikoabteilung zu gründen, da Versicherungsrisiken zunehmend schwieriger zu kalkulieren waren. Das Unternehmen sammelte zunächst Daten und entwickelte schließlich ein einzigartiges Prognosemodell, damit Versicherungsrisiken prognostizierbar wurden.

Heute arbeitet der Risikoanalyst auch für Banken und zählt ausnahmslos alle westlichen Kreditkarten-Unternehmen zu seinen Kunden. Wir alle haben in der Finanzkrise erfahren, was passiert, wenn Finanzdienstleister ihre…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Tesla: Elon Musk enttäuscht, Aktie fällt – bald schon Schnee von gestern?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines E-Autos von Tesla

Gestern gab es neben der Hauptversammlung auch den so groß erwarteten „Battery Day“ bei Tesla (hier dazu der gestrige Video-Kommentar eines Analysten). Kurz gesagt: Es war eine Enttäuschung. Analysten erwarteten für gestern von Tesla die Verkündung einer Batterie, die 10 Jahre oder länger halten könnte. Und es wurden konkrete Ziele für Kostensenkungen erwartet.

Tesla-Chef Elon Musk enttäuscht

Was Elon Musk verkündete, war einmal mehr gut verpackt seine Art von Marketing. Etwas Großes und Wundervolles ankündigen, was sich beim genaueren Hinschauen doch eher als Luftnummer entpuppt, als weit entfernter Traum, der noch gar nicht konkret greifbar ist. Genau so könnten BMW oder VW ihre neuesten noch weit entfernten E-Auto-Pläne hier und heute als Sensation verkaufen. Tesla will nämlich ein E-Auto für 25.000 Dollar bauen. Man versprach in den nächsten Jahren die Batteriekosten mit neuen Technologien und Verfahren um die Hälfte zu reduzieren, und so ein erschwingliches E-Auto anbieten zu können. Aber, so Elon Musk, die Voraussetzung für ein 25.000 Dollar-Auto von Tesla sei nun mal die drastische Kostensenkung bei den Batterien, und das könne man erst in drei Jahren erreichen!

Was für eine Enttäuschung. Die Tesla-Aktie verlor am gestrigen Handelstag 5,6 Prozent, und dann ab 22 Uhr nachbörslich nochmal 6,9 Prozent. Dieses nachbörsliche Minus hat sich abgeschwächt auf aktuell nur noch -4,8 Prozent, und jetzt in der ganz frühen Vorbörse liegt die Aktie bei 403 Dollar.

Tesla-Chef Elon Musk sagte gestern auch, dass es dem Unternehmen in 2020 sehr gut gehe. Man werde trotz schwieriger Umstände wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 30-40 Prozent hinlegen. Tesla halte am Jahresziel fest, rund 500.000 E-Autos zu verkaufen. Das wäre eine Steigerung von 36 Prozent im Jahresvergleich. Und das in einer Zeit, wo die „alten“ Autohersteller arg unter der Coronakrise leiden.

Zur großen Tesla-Show gehört wohl auch, dass sich Elon Musk wie gestern geschehen von seinen Fans (die natürlich auch Aktionäre sind) per Hupkonzert abfeiern lässt. Denn HV/Battery Day fanden Corona-bedingt auf einem Open Air-Gelände statt, wo die Anwesenden in ihren Tesla-Autos saßen, und die Tesla-Offiziellen oben auf einer Bühne standen. So eine Show sieht man bei den staubigen Veranstaltungen von Daimler, BMW und Co wohl nicht. Es mag wohl auch dieses hippe, jugendliche Spaß-Image sein, dass Tesla den Erfolg bringt – sei es auch nur ein gefühlter Erfolg.

Blick auf die Aktie

Wird die Tesla-Aktie diesen aktuellen Rückschlag wegstecken? Gut möglich. Denn man schaue auf den folgenden Chart. Man sieht hier den Kursverlauf der Aktie seit Mai – hier wurde der jüngste Aktiensplit schon voll berücksichtigt. Seit Mai gab es einen Anstieg in der Tesla-Aktie von 163 auf über 500 Dollar. Dann der jüngste Rückschlag auf 330 Dollar, wo alle Welt schon an den großen (längst überfälligen?) Crash der Aktie glaubte. Und jetzt sind wir wieder bei 400 Dollar. Man sollte die streng gläubige Gefolgschaft von Elon Musk nicht unterschätzen.

Chart zeigt Kursverlauf der Tesla-Aktie seit Mai

Hier in voller Länge von gestern die Hauptversammlung mit „Battery Day“ von Tesla, die mehr als 270.000 Menschen live verfolgten.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch im Interview mit Dr. Jens Ehrhardt – Markt war überkauft

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch spricht im folgenden aktuellen Interview mit Dr. Jens Ehrhardt über die aktuelle Börsenlage. Dr. Ehrhardt ist der Meinung, dass die Börse zuletzt überkauft war, und dass die Kurse deswegen gerade zurückkommen. Das Thema Optionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesprochen werden im Interview technische wie auch fundamentale Faktoren.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen