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Warum die Zinsen in Lagarde-Land im Keller bleiben

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Die Zinsen in der Eurozone werden noch lange, lange im Keller bleiben. Gut, das ist zum Beispiel wegen der vielen Zombie-Unternehmen fast schon ein Muss. Denn bei Anhebung der Zinsen würden ihre derzeit fast gar nicht vorhandenen Kapitalkosten explodieren, und sie würden reihenweise pleite gehen. Aber welche wirklich guten und auch nachvollziehbaren Begründungen kann und wird es im Verlauf des Jahres 2020 vermutlich geben, warum die EZB unter Christine Lagarde die Zinsen nicht anheben wird?

Die große Pause im Jahr 2020

Letzte Woche hatte Christine Lagarde es im Rahmen der PK direkt nach der Zinsentscheidung der EZB verkündet. Bis Ende des Jahres wird man sich innerhalb der EZB Zeit nehmen für eine große „Strategie-Überprüfung“. Alles kommt auf den Prüfstand, und bis dahin ist vermutlich überhaupt keine Änderung der EZB-Politik in irgendeiner Weise zu erwarten. Zumindest wohl kaum in Sachen Zinsanhebung! Ein verdammt cleveres und simples Argument von Madame Lagarde, möchte man da sagen. Man kann nichts sagen oder ändern, denn man prüft nun erstmal elf Monate lang! Thorsten Polleit von Degussa schrieb letzte Woche nach dem EZB-Entscheid über diese „Strategie-Überprüfung der EZB“, dass sie wohl den Drang hin zu noch weiter sinken oder zumindest langfristig so tief bleibenden Zinsen verstärke. Zitat auszugsweise:

Dies vor allem deshalb, weil Lagarde bei der Überprüfung der geldpolitischen Strategie auch die Stimmen von Sonderinteressengruppen (z. B. auch EU-Parlament, Banken) einholen will. Und was Politiker und Banken wünschen, wenn sie die Geldpolitik mitbestimmen dürfen, liegt auf der Hand: niedrige Zinsen, mehr Kredit und Geld, höhere Inflation.

Ölpreis bricht ein – keine Chance für höhere Zinsen

Das weitaus bessere Argument für nicht steigende Zinsen in den nächsten Monaten wird die Inflation sein. Auch wenn die EZB es notwendigerweise immer wieder behauptet. Sie ist mit ihrer Politik (Geld drucken und Zinsen abschaffen) nicht der größte Beeinflusser der Verbraucherpreise. Nein, der Ölpreis bringt die Inflation rauf und runter, wie man in den letzten Monaten in den deutschen Daten wie auch den Daten für die Eurozone stets gut sehen konnte. Steigender Ölpreis, Inflation rauf. Und jetzt der stark fallende Ölpreis im Januar – wir vermuten, dass die Inflationsdaten, die in Kürze veröffentlicht werden, für Januar wieder eine „plötzliche“ neue Schwäche zeigen werden.

Lesen Sie hier den gesamten Text der EZB zur „Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie“.

Christine Lagarde letzte Woche in Frankfurt - Zinsen bleiben im Keller
Christine Lagarde letzten Donnerstag in Frankfurt. Foto: EZB Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)

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Marc Friedrich vs Robert Halver – kommt der größte Crash aller Zeiten?

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Kommt der große Crash? Marc Friedrich streitet mit Robert Halver

Tja, das ist die Frage aller Fragen. Kommt der größte Crash aller Zeiten? Marc Friedrich und Matthias Weik sprechen sogar von einem konkreten Zeitpunkt (Buch: Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können). Die beiden liefern viele Fakten, auf denen ihre Thesen beruhen. Dennoch gelten sie vor allem bei großen Medienhäusern als Crash-Propheten, über die man doch eher spottet, und sie als störende Nörgler hinstellt. Aber haben Friedrich und Weik wirklich recht? Robert Halver von der Baader Bank gilt als jemand, der die sehr kritische Bestandsaufnahme der „Crash-Community“ teilt – er glaubt aber nicht an den großen Crash.

Marc Friedrich vs Robert Halver

Ganz aktuell hat die Mission Money ein Streitgespräch zwischen Marc Friedrich und Robert Halver veröffentlicht, bei dem es genau um diese Frage aller Fragen geht. Wird der Crash denn nun kommen, oder nicht? Laut Friedrich sei der Konjunkturzyklus jetzt schon weit am Ende. Man sei nun kurz vor der Rezession. Die Aussagen von Robert Halver, warum der große Zusammenbruch nicht kommt, sind hoch interessant! Die Notenbanken würden alles tun um den Zusammenbruch zu verhindern! Man sei in einer verrückten Welt, aber man müsse das beste daraus machen, so seine Worte. Mehr wollen wir nicht verraten. Schauen Sie bitte selbst das folgende Video. Es lohnt sich!

Hier der gestrige Kommentar von Marc Friedrich und Mattias Weik mit der Frage, ob der Coronavirus der Schwarze Schwan sein kann.

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Softbank ist mit und ohne VisionFund auf der Verlierer-Schiene!

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Vielleicht haben Sie bereits von Softbank gehört? Produkte des Unternehmens konsumieren Europäer eher selten. Gleichwohl könnten Sie als Anleger die Auswirkungen der Softbank-Investitionen zu spüren bekommen. Im Guten wie im Schlechten. Zeit, einmal das japanische Unternehmen näher zu beleuchten, das die Startup Kultur im Silicon Valley vielleicht wie kein zweites Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren beeinflusste.

Der Name Softbank suggeriert, wir würden es mit einer Bank zu tun haben. Dabei ist Softbank als Distributor von Software gestartet. Ein Jahr nach der Gründung expandierte das Unternehmen ins Mediengeschäft und legte eigene Computermagazine auf. Im schnell wachsenden Segment der Computer-Literatur wurde Softbank binnen weniger Jahre zu einem Milliardenkonzern. Bereits 1994 wurde das Unternehmen beim Börsengang mit 3 Milliarden Euro bewertet.

Softbank hatte Glück mit den ersten Dotcom-Investitionen

Einen enormen Wachstumsschub bekam Softbank jedoch mit der Verbreitung des Internets, auf das der Gründer und bis heute als Vorstandsvorsitzender fungierende Masayoshi Son bereits frühzeitig setzte. So baute man Yahoo Japan auf und investierte im Jahr 2000 kleine 20 Millionen US-Dollar in Alibaba, die sich binnen 14 Jahren zu einem Gewinn von 60 Milliarden US-Dollar aufbauten. Alibaba ist heute verantwortlich für den größten Teil der Gewinne von Softbank, obwohl es nur einen kleinen Teil der Investitionen ausmacht. Denn inzwischen ist Softbank ein diversifizierter Mischkonzern, der neben Mobilfunk, Medien und Finanzdienstleistungen auch im Ökostrombusiness aktiv ist.

Der Halbjahresumsatz beträgt inzwischen rund 38 Milliarden Euro. Weltweit bekannt wurde Softbank jedoch vor allem durch seinen VisionFund, einem 99 Milliarden US-Dollar schweren Investmentfonds, den Softbank zusammen mit dem saudischen Staatsfonds PIF auflegte. 27 Milliarden US-Dollar eigenen Geldes packte Softbank in den Fonds, weitere 45 Milliarden kamen aus Saudi-Arabien, der Rest von anderen Investoren. Angestachelt von den frühen Investmenterfolgen in der Internet-Ära begann Softbank sofort, international Startups mit hunderten bis tausenden Millionen US-Dollar an Wagniskapital zu überhäufen.

WeWork, die hinter wirkaufendeinauto.de stehende Auto1 Gruppe aus Berlin, Pizzabäcker, die Pizzas mit Robotern herstellen wollten, Uber… im VisionFund ist jede noch so verrückte Idee vertreten und dank Softbanks Investment oft mit absurden Bewertungen versehen. Softbanks Idee ist es, Startups mit soviel Kapital auszustatten, dass potentielle, weniger gut finanzierte Konkurrenten von sich aus aufgeben. Klappen tut das bisher jedoch nicht. Viele Investments des Fonds gingen nicht auf. Spektakulärstes Beispiel ist WeWork, das binnen weniger Wochen vom potentiellen 47 Milliarden US-Dollar Börsengang zum Pleitekandidaten mutierte.

VisionFund brachte erst schnell viel Geld, jetzt aber vor allem Probleme

Für Softbank ist der VisionFund Glück und Bürde zugleich. Glück ist er, weil er dank der üppigen Provisionen von rund 3 Milliarden US-Dollar im Jahr viel Geld ins Unternehmen spülte. Eine Bürde ist er, weil die von Masayoshi Son getätigten Investitionen oft nur Luftschlösser darstellen. Der Trick dabei ist: Softbank steigt in ein Startup ein. Später wird der Anteil aufgestockt, wobei der neue Anteil zu einem höheren rechnerischen Kurs gekauft wird als der erste. Dadurch kann Softbank behaupten, das Startup sei jetzt mehr wert, was den Buchwert des zuerst gekauften Anteils erhöht.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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Coronavirus: Chinas Dilemma – Wirtschaft oder Epidemie-Ausbreitung

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Durch das Coronavirus steht China vor einem Dilemma: fährt man, wie von Staatschef Xi Jinping gewünscht, die Produktion wieder herauf, droht eine weitere Ausbreitung der Epidemie. Oder man versucht konsequent die weitere Ausbreitung des Coronavirus durch die Verhängung großflächiger Quarantänen zu verhindern – dann aber leidet die Wirtschaft Chinas noch stärker als ohnehin schon. Nach Schätzungen etwa durch den Vergleich von Luftverschmutzungswerten dürfte das Reich der Mitte derzeit nur ein Drittel seiner normalen Wirtschaftstätigkeit erreichen.

Für den allmächrigen Staatschef Xi Jinping und die Kommunistische Partei Chinas ist das eine gefährliche Situation: im Jahr 2010 hatte man der Bevölkerung eine Verdoppelung des BIP versprochen – und will und muß dieses Versprechen einhalten. Der Deal lautet: wir – die Kommunistische Partei – haben das unangefochtene Sagen, dafür bringen wir euch, dem Volk, wirtschaftlichen Wohlstand. Mit dem Coronavirus steht dieses Versprechen nun auf der Kippe.

Daher versucht Chinas Führung offenkundig, die Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten und Verstorbenen jenseits der Provinz Hubei nach unten zu manipulieren – angeblich, so die „Global Times“, sei die Zahl der Neuinfektionen ausserhalb von Hubei stark rückläufig. Wie aber ist das möglich, wenn laut Aussagen des Bürgermeisters von Wuhan ca. fünf Millionen Bewohner der Stadt sich aufgrund der Neujahrsfeierlichkeiten auf Reisen begeben haben? Faktisch dürften jenseits von Wuhan und Hubei schlicht die Kapazitäten fehlen, um auch nur einigermaßen solide die Zahl von Neuinfizierungen zu erfassen! Die täglichen Meldungen über Infizierte und Tote haben die Funktion einer „politischen Zahl“ – aber wahrscheinlich nur sehr wenig mit der Realität zu tun. Daher gilt einmal mehr: achtet darauf, was sie tun, nicht auf das, was sie sagen. Und die Taten und Maßnahmen der Regierung in Peking sind durchaus drastisch und spiegeln den Ernst der Lage wider!

Wie dramatisch die Lage in China aufgrund des Coronavirus wirklich ist, zeigen vor allem von Chinas Führung unzensierte Twitter-Accounts – einer der besten davon ist der von Jennifer Zeng.

Sehen Sie dazu auch die neuesten Entwicklungen über das Coronavirus in China im in jeder Hinsicht empfehlenswerten Kanal „China in Focus“, der immer wieder Original-Material zusammen stellt, das ansonsten in westlichen Medien nicht zu sehen ist:

China steht vor einem unlösbaren Dilemma durch das Coronavirus

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