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Warum Donald Trump jetzt das bekommt, was er immer wollte

Hannes Zipfel

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am

Donald Trump am letzten Sonntag auf einer PK zum Thema Coronavirus

Schon vor der aktuellen Krise drängte Donald Trump die US-Notenbank zu massiven Zinssenkungen und voluminösen QE-Programmen. Schließlich käme die Konkurrenz in Europa und Japan auch in den Genuss solch geldpolitischer Segnungen. Nun bekommt der US-Präsident im Angesicht von Aktiencrashs und Wirtschaftseinbruch genau das, was er immer wollte. Sofern die demokratische Mehrheit im Abgeordnetenhaus mitspielt, gibt es demnächst Konjunkturstimuli in Billionenhöhe – finanziert durch die Fed und quasi zum Nulltarif.

Die Fed macht, was Donald Trump will

In den letzten vierzehn Tagen hat die US-Notenbank Maßnahmen umgesetzt oder auf den Weg gebrachten, die in der 107-jährigen Geschichte der Fed ohne Beispiel sind. Allein in den nächsten fünf Börsentagen wird die Fed of New York dem Repo-Markt in den USA Liquidität in Höhe von 1,09 Billion US-Dollar zur Verfügung stellen (Kalender der „Term Repurchase Agreement Operations“). Davon allein 1 Billion US-Dollar mit einer Laufzeit zwischen 28 und 84 Tagen. Die übrigen 90 Mrd. US-Dollar stellt die Fed dem Geldmarkt für zwei Wochen zur Verfügung. Da die Summen seit dem Beginn der Interventionen am US-Repo-Markt im September letzten Jahres tendenziell weiter angestiegen sind, kann man davon ausgehen, dass diese Liquiditätsspritzen auch nach dem Auslaufen verlängert und möglicherweise aufgestockt werden.

Darüber hinaus hat die Fed am 3. und 15. März zwei Notzinssenkung außerhalb ihrer regulären Sitzungstermine vorgenommen. Im Ergebnis liegt der US-Leitzins (Federal Funds Rate) nun 150 Basispunkte (1,5 Prozent) tiefer als noch vor zwei Wochen. Obwohl die Fed offiziell ein Zinsband von 0-0,25 Prozent angibt, liegt der effektive Leitzins bei 0,05 Prozent (also quasi bei null). Aus regulatorischen Gründen darf die Fed noch keine Negativzinsen einführen. Zwischen dem 9. und 13. März drohte dann plötzlich auch noch der letzte vermeintlich sichere Hafen, die US-Staatsanleihen, mangels Liquidität zu implodieren. Die Kurse der US-Treasury-Bonds (langlaufende US-Staatsanleihen) verloren innerhalb von 96 Stunden 10,15 Prozent, bevor die Fed den Markt mit 30 Mrd. US-Dollar stützte. Die entsprechende 30-jährige Benchmark-Anleihe notierte kurz nach der Intervention bei 177,5 und aktuell bereits wieder leicht schwächer bei 176,55 (Tilgung erfolgt zu 100 = Nennwert).

Um den Anleihe-Markt dauerhaft zu stützen kündigte die Fed zusätzlich zu ihrem 65 Mrd. US-Dollar monatlichen Staatsanleihekaufprogramm („Non-QE“) ein fünftes QE-Programm an. Im Rahmen des QE5 werden in einem Volumen von mindestens 700 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere aufgekauft (MBS-Papiere). Weitere Maßnahmen werden abhängig von der Verschlechterung der Lage an den Finanzmärkten sowie in der Realwirtschaft geprüft. Der Chef der Fed-Niederlassung Boston, Eric S. Rosengren, brachte dazu sogar die Änderung des Notenbankgesetzes ins Spiel. Um direkt Wertpapiere und andere Vermögenswerte aufkaufen zu können.

Donald Trump hat nun genau das, was er immer wollte – sein eigenes Casino, in dem er mit seinen eigenen Jetons spielen kann. Noch muss das Schatzamt (US-Treasury) unter der Leitung des ehemaligen Goldman Sachs Bankers Steven Mnuchin zwar minimale Zinsen für die Verschuldung zahlen, aber allein die Kostenersparnis bei der Schuldenprolongierung ist bei einer Gesamtverschuldung des US-Bundeshaushaltes in Höhe von 23,5 Billionen US-Dollar enorm. Nur ein Prozentpunkt weniger Zinslast bedeutet eine Ersparnis von 235 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Bezogen auf die Gesamtverschuldung der USA sind es sogar 767 Mrd. US-Dollar pro Jahr.
Doch dass Problem dabei ist der Gewöhnungseffekt. Wenn, wie es sich nun abzeichnet, die Schulden aller Wirtschaftssubjekte in der Krise weiter explodieren, steigt automatisch auch die Zinssensitivität. Die Kreditkosten können dann wie in Japan und Europa nie wieder „normalisiert“ werden.

Fiskalpolitik auf Steroiden

In einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte Präsident Donald Trump gestern Abend: „Wir wollen etwas Großes auf den Weg bringen“. Gemeint war damit ein Konjunkturprogramm in Höhe von 850 Mrd. US-Dollar. Was zunächst viel klingt, bedeutet für die USA konjunkturell nur ein laues Lüftchen: Bei einem Bruttoinlandsprodukt von 21,2 Billionen US-Dollar im Jahr 2019 entspricht diese Summe gerade einmal 4 Prozent. Analysten von Goldman Sachs rechnen allein für das zweite Quartal dieses Jahres mit einem Einbruch von 5 Prozent. Wahrscheinlicher ist jedoch für das Gesamtjahr ein Einbruch des Bruttoinlandsprodukts in knapp zweistelliger prozentualer Höhe, wenn die Prognosen der Virologen für den Pandemieverlauf in den USA zutreffen (Höhepunkt der Epidemie nach einem Abflauen im Sommer erst im Herbst 2020). Bis dahin werden weder wirksame und für Menschen zugelassene Medikamente noch Impfstoffe in ausreichendem Maße verfügbar sein.

Gleichwohl wird dieser geplante und wohl auch nicht letzte Konjunkturstimulus das ohnehin schon stark steigende US-Staatsdefizit im Fiskaljahr 2019/2020 um satte 65 Prozent anschwellen lassen. Damit wird auch klar, warum die Fed in die Daueralimentierung des US-Haushaltes mit einem unlimitierten QE-Programm einsteigen muss.

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3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    18. März 2020 11:54 at 11:54

    Ich kann mir nicht vorstellen dass die Amis in 6 Monaten ihre Indizes wieder auf ATH pushen….danach kann es zwangsläufig ja nur erneut crashen.

    • Avatar

      Andreas.M.

      18. März 2020 13:21 at 13:21

      Donald bekommt alles was er sich gewünscht hat ……. und dann die Rechnung.
      „Wer tanzen möchte, muss auch die Musike bezahlen.“

      Übrigens , die kleinen Matheaufgaben werden immer schwieriger.😏

  2. Avatar

    Topf-Trader

    18. März 2020 14:05 at 14:05

    Trump wollte all diese Maßnahmen in steigenden Märkten, damit er bis Herbst durchhält.

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

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Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

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