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Warum ein schwacher Dollar schlecht für die US-Aktienmärkte ist – die nächste Trump-Revolution!

Die Erzählung an der Wall Street seit dem Sieg Trumps geht so: weil Trump Wachstum bringt, steigt die Inflation, was die Anleihemärkte unter Druck bringt, daher schichten Investoren von Anleihen in US-Aktien um. Und wenn die Inflation steigt, muß die Fed die Zinsen anheben, was den Dollar stärker macht. Jetzt droht dieser Ansicht Gefahr!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Noch ist Donald Trump nicht im Amt – und kündigt schon die nächste Revolution an! So mit seinen gestern veröffentlichten Aussagen, wonach der Dollar zu stark sei, was die amerikanischen Firmen „killt“. Trump sagte das bezugnehmend auf China, aber man macht sicher keinen Fehler, wenn man davon ausgeht, dass Trump insgesamt einen schwächeren Dollar möchte.

All das ist eine radikale Abkehr der bisherigen US-Politik, mindestens seit Clinton. Denn bisher haben sich Präsidenten oder gewählte Präsidenten nicht zum Dollar geäußert, wenn überhaupt hieß es immer, dass man einen starken Dollar wolle, weil das die ökonomische Stärke des Landes widerspiegle das waren zwar meist Lippenbekenntnisse, aber immerhin. Aber kein US-Präsident hat je den Dollar als zu stark bezeichnet – Trump aber als president-elect tut das, weil er für seine Vorhaben faktisch einen schwachen Dollar braucht.

Und das könnte Konsequenzen haben für die US-Aktienmärkte – denn die Erzählung an der Wall Street seit dem Sieg Trumps geht so: weil Trump Wachstum bringt, steigt die Inflation, was die Anleihemärkte unter Druck bringt, daher schichten Investoren von Anleihen in US-Aktien um. Und wenn die Inflation steigt, muß die Fed die Zinsen anheben, was den Dollar stärker macht. Darauf basierte der sogenannte Reflations-Trade, die Trump-Rally. Der steigende Dollar und die gleichzeitig steigenden US-Aktienmärkte waren damit Ausdruck von Wachstumsoptimismus, von Risikobereitschaft an den Märkten.

Daher steht der Dollar seit dem Trump-Sieg für Risikobereitschaft – auch wenn das in den vergangenen Jahren oft anders war, und für die Emerging Markets vor allem ein steigender Dollar eher schädlich ist.

Dazu kommt: der Dollar-Long-Trade ist gewissermaßen die Grundüberzeugung der Wall Street, ist der „most crowded trade“. Wenn die Sache aber schief läuft, wird das für viele schwere Verluste bringen. Ebenso wie der zweite Grundkonsens: dass US-Anleihen im Kurs fallen und in der Rendite steigen werden – wegen der Inflation und dem Wachstum etc.

Derzeit sind US-Anleihen so stark geshortet wie selten in der Geschichte der Finanzmärkte. Geht der Zug dann doch in die andere Richtung (weil Märkte bekanntlich dazu neigen, den Weg des größten Schmerzes zu gehen), sind massive Verluste die Folge, erfolgen margin calls, die auch andere Positionen wie Long-Positionen am US-Aktienmarkt gefärden. Und die erwartete Umschichtung von Anleihen in Aktien fällt aus, was dem US-Aktienmarkt einen wesentlichen Treiber entziehen würde.

In der Regel ist es derzeit so: fallen die US-Anleihekurse (steigt also die Rendite), steigt der US-Dollar – und umgekehrt, wie folgender Chartvergleich zwischen dem Dollar-Index (schwarz) und der 10-jährigen US-Anleihe (blau) zeigt, die sich gegensätzlich verhalten:

Und hier die weitgehend parallele Entwicklung zwischen dem Dollar-Index (schwarz) und dem S&P500 (orange) – seit Anfang Januar bricht der Dollar-Index jedoch nach unten weg, während die US-Aktienmärkte stagnieren:

Man kann davon ausgehen: wird der Dollar noch schwächer, wird der Druck auf die US-Aktienmärkte so groß, dass es dort eine größere Korrektur gibt – rein technisch überfällig wäre das ohnehin, und die Stimmung ist so bullisch, dass es schon knarzt (gestern der bekannte CNBC-Moderator Bob Pisani: „Die Leute beten für einen Rücksetzer von 5%, damit sie noch mehr kaufen können“!)..

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    bauer

    18. Januar 2017 11:27 at 11:27

    @fmw
    …sie schichten in Gold um!
    so sollte es lauten!

  2. Avatar

    verinet

    18. Januar 2017 17:20 at 17:20

    „Die Leute beten für einen Rücksetzer von 5%, damit sie noch mehr kaufen können“

    …das ist aber nun nicht unbedingt ein sehr bullischer Kommentar sondern sagt aus dass die Leute den Markt aktuell für überbewertet halten

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      18. Januar 2017 17:24 at 17:24

      @verinet, nein! Sie halten den Markt für eine Jahrzehnt-Kaufgelegenheit und hoffen nur, nochmal billiger nachkaufen zu können, glauben aber nicht recht daran, dass die Kurse jemals nochmal fallen werden..

  3. Avatar

    verinet

    18. Januar 2017 17:34 at 17:34

    naja schauen wir mal , persönlich halte ich die Trump Rally ja auch für einen schlechten Witz. Ich sehe ihn eher als eine Gefahr für die Weltwirtschaft jeder denkt der meint es nicht ernst mit den Strafzöllen ….wenn er damit aber anfängt und es kommt zu Gegenmaßnahmen von z.B. China dann rappelt es gewaltig im Karton

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Die Good News-Wall Street

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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