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Warum eine Stagflation sehr gefährlich wäre

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Containerterminal - Symbol für den Welthandel - eine Stagflation droht

Durch die Coronavirus-Epidemie droht den großen Volkswirtschaften eine Kombination aus stagnierender Wirtschaftsleistung und steigenden Preisen – die Stagflation. Warum sie so gefährlich ist und warum die Notenbanken in diesem Fall kaum Handlungsspielräume hätten.

Die Weltwirtschaft kühlt sich bereits merklich ab – eine Stagflation käme zur Unzeit

Belastet durch die teilweise Rückabwicklung der Globalisierung im Zuge der diversen Handelsstreitigkeiten sowie die globale Überschuldung hat sich das Weltwirtschaftswachstum bereits merklich abgekühlt. Nach noch 3,8 Prozent globalem Wachstum im Jahr 2017 waren es im Folgejahr, trotz massiver Steuerstimuli in den USA und ultralockerer Geldpolitik weltweit, nur noch 3,6 Prozent Wachstum. Im vergangenen Jahr brach die Expansionsrate dann auf 3,0 Prozent ein, vor allem wegen des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie den Schuldenkrisen in diversen Schwellenländern (z. B. in Argentinien, der Türkei, Brasilien, Chile, Venezuela, etc.).

Für dieses Jahr hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen gemäß dem World Economic Outlook aus dem Februar bereits von 3,4 auf 3,0 Prozent abgesenkt. Doch der IWF behält sich weitere Revisionen vor und die Schätzungen diverser Bankenökonomen aus Nordamerika und Europa gehen mittlerweile nur noch von einer Wachstumsbandbreite zwischen 2,3 und 2,8 Prozent für das Gesamtjahr 2020 aus. Diese nochmalige Wachstumsabkühlung entspräche der geringsten Wirtschaftsdynamik seit der Finanzkrise. Bereits bei einer Wachstumsrate von global zwei Prozent spricht der IWF von einer „gefühlten weltweiten Rezession“.

Die größte Gefahr sieht der IWF in einer Unterbrechung der Lieferketten in Folge der Eindämmungsmaßnahmen der Coronavirus-Epidemie (sie verursacht aktuell auch Turbulenzen an den Börsen, siehe beispielsweise hier). Die betroffenen Unternehmen sind dadurch gezwungen, alternative aber auch teurere Quellen für Vorleistungsgüter und Zwischenprodukte zu nutzen, wenn es sie denn überhaupt in ausreichendem Maße gibt. Diese erzwungene Umorientierung in der Beschaffungskette führt zu steigenden Inputpreisen bei den verarbeitenden Unternehmen, die aber nicht durch eine höhere Nachfrage, sondern durch einen Angebotsschock verursacht werden.

Eine solche Situation gab es zuletzt in den 1970-er Jahren, als eine künstliche Verknappung der Angebotsmenge von Rohöl zu explodierenden Energiepreisen führte. Die wirtschaftliche Aktivität in den westlichen Ländern litt stark unter dem Ölpreisschock. Mit einer Kombination aus Zinsanhebungen und Lohnsteigerungen wurden damals die Inflationserwartungen eingedämmt und die reale Kaufkraft der Endverbraucher stabilisieret. Beides ist heute jedoch nicht möglich. Höhere Löhne zum Ausgleich gestiegener Preise würden die Margen der Unternehmen noch stärker belasten. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie befindet sich beispielsweise mit nur 76,8 Prozent bereits auf dem Niveau früherer Rezessionen. Zinsanhebungen zur Inflationsbekämpfung wären aufgrund des globalen Schuldenniveaus der „Sudden Death“ für den modernen Finanzkapitalismus. Eine Stagflation käme daher für die Weltwirtschaft zur Unzeit.

Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock

Dass die Preise wegen Lieferverzögerungen und dem Ausfall von Zulieferbetrieben bereits ansteigen, haben die jüngsten Daten von IHS Markit zu den Einkaufsmanager-Indizes für den Monat Februar gezeigt. So ist der für Deutschland erhobene Index für das verarbeitende Gewerbe im Wesentlichen nur deshalb angestiegen, weil sich die beiden Unterkomponenten für die Lieferzeit und die Inputpreise signifikant erhöht haben. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte an diesem Montag vor sich verstärkenden Lieferengpässen in den kommenden Wochen und Monaten, vor allem aus Fernost. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang spricht sogar von „Schweren Auswirkungen auf die Konjunktur“ durch den Angebotsschock aus China.

Kommt es also nun zu steigenden Preisen, dann nicht aufgrund einer prosperierenden Wirtschaft, sondern wegen der Knappheit bestimmter Güter. Gleichzeitig leidet auch die Nachfrage unter der eingeschränkten Bewegungsfreiheit von zig Millionen Konsumenten in den von der Epidemie betroffenen Regionen. Ganz abgesehen von der eingetrübten Stimmung der Verbraucher, die in solchen Ausnahmesituationen andere Sorgen haben, als dem Konsum zu frönen. Der drastische Einbruch der Automobilabsätze in China in den letzten beiden Monaten von 20 Prozent im Januar und 92 Prozent im Februar gibt hier einen Vorgeschmack auf das, was bei einer globalen Pandemie, die nach wie vor nicht gebannt ist, zu erwarten wäre.

In der Folge von Knappheit bestimmter Güter und Lebensmittel stieg die Inflationsrate im Reich der Mitte bereits massiv an, auf 5,4 Prozent im Januar. Im Vorjahresmonat, also im Januar 2019, lag die offizielle Inflationsrate noch bei moderaten 1,7 Prozent. Die Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock kann in Kürze zu dem gefürchteten Phänomen der Stagflation führen. Dass die chinesische Wirtschaft im Auftaktquartal 2020 überhaupt gegenüber dem von Handelsstreitigkeiten weniger belasteten und vor allem virusfreien Vorjahresquartal 2019 wachsen kann, bleibt Wunschdenken des Regimes in Peking. Auch die westlichen Industriestaaten werden im ersten Quartal 2020 im besten Fall mit einer wirtschaftlichen Stagnation aufwarten können.

Den Notenbanken wären bei einer Stagflation die Hände gebunden

Die Bekämpfung einer Stagflation stellt die Fiskal- und Geldpolitiker in der heutigen Gemengelage vor besondere Herausforderungen. In China versucht die Notenbank auf Geheiß der Regierung, die Kreditvergabe massiv zu stimulieren, indem die Kreditkosten (Zinsen) sowie die Kreditanforderungen drastisch gesenkt werden. Andernfalls würden Millionen bereits angeschlagener Betriebe aus dem Markt ausschieden – ein Horrorszenario auch für den Westen. Bestimmte Vorprodukte werden nur noch in China produziert. Insofern offenbart die Coronavirus-Pandemie die enorme Abhängigkeit des Westens von China, was aus politischen Gründen in der Konsequenz ebenfalls zu einer Rückabwicklung der Globalisierung führen wird, um die Autarkie der westlichen Länder von essenziellen Produkten, wie zum Beispiel Arzneimitteln, sicherzustellen.

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Coronavirus: Die Kehrseite der Schutzmaßnahmen

Ein Drittel der weltweit werktätigen Bevölkerung geht derzeit nicht zur Arbeit. Über die ökonomischen und psychologischen Folgen der Coronakrise

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Das Coronavirus ist zu einer Pandemie geworden, die für die meisten Menschen mit harmlosen Folgen abklingt, für eine nicht unbeträchtliche Gruppe jedoch leider mit tödlichen Konsequenzen. Würde man nichts gegen sie tun, so käme man – bei einer Bevölkerung von derzeit 7,7 Milliarden Menschen, bei einer Infektionsrate von 60-70 Prozent und davon wiederum 5 Prozent an schweren Fällen – auf eine gewaltige Anzahl von möglichen Toten in dieser Welt. Andererseits wird auch ein Stillstand der Weltwirtschaft über eine längeren Zeitraum zu unglaublichen Folgen führen – nicht nur zur Einkommenseinbußen, sondern auch zu Millionen von Toten, wie Studien von Hilfsorganisationen prognostizieren.

Coronavirus und die Folgen des Wirtschaftseinbruchs

Tag für Tag steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus, man hat die Schwelle von 1,5 Millionen erreicht und die Zahl der mit oder an Corona gestorbenen Menschen hat die 88.000 überschritten. Kein Vergleich mit der Sars-Infektion von 2002/03, bei der 774 Menschen weltweit ums Leben kamen. Regierungen aus aller Welt stehen unter Schock und haben zum Teil heftigste Eindämmungsmaßnahmen angeordnet, vor allem um die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen (flatten the curve) – ansonsten würde ein Mangel an Intensivbetten und Beatmungsgeräten zu einem massenhaften Tod von Menschen führen.

Eine Studie des Imperial College in London Mitte März hatte nicht nur Großbritannien, sondern auch andere Länder aufgeschreckt: Eine Herdenimmunisierung ohne Schutzmaßnahmen würde auf der Insel zu 500.000 Toten führen und auf der Welt auf bis zu 40 Millionen. Daraufhin hat die Regierung in London die vorherige Strategie geändert und Eindämmungsmaßnahmen angeordnet – wie viele andere Staaten auch.

Dies hat dazu geführt, dass wegen des Coronavirus ein Drittel der weltweit werktätigen Bevölkerung derzeit nicht zur Arbeit geht, wie in verschiedenen Studien errechnet wurde. Was dies für Folgen für die einzelnen Volkswirtschaften hat, gleicht einem Rätselraten. Ökonomen fußen ihre Rechnungen auf Modellen, die auf früheren Krisen basieren – und da gibt es kaum Vergleichsmöglichkeiten. Moderate Prognosen gehen von einer Schrumpfung von fünf Prozent für Deutschland und von zwei Prozent für die Weltökonomie aus. Wer aber kann eine seriöse Prognose über Zeitpunkt und Ausmaß der Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivitäten erstellen, wenn es so viele Variable gibt?

Zuletzt kann niemand die Reaktionen der Bürger einschätzen, wie diese sich nach der Krise verhalten werden. Beginnen Sie zu sparen oder holen Sie alles nach, was Ihnen in der letzten Zeit entgangen ist, die teure Urlaubsreise, den geplanten Kauf eines Kfz und ähnliche Vorhaben?

Eines steht aber fest: Desto länger der Lockdown der Wirtschaft andauert, umso gravierender werden die Auswirkungen auf Mensch und Wirtschaft sein – und es wird einen Punkt geben, bei dem der Wirtschaftseinbruch höhere Verluste an Menschenleben hervorruft, als durch das Coronavirus selbst.

Der Hunger dieser Welt

Besonders betroffen sind wieder einmal die Armen dieser Welt. Hilfsorganisationen gehen bereits davon aus, dass durch eine Rezession in der Weltwirtschaft 35 bis 65 Millionen Menschen in die bittere Armut abrutschen werden.

Das International Food Policy Research Institute in Washinghton hat dies zu berechnen versucht, mit dem Ergebnis, dass durch jeden Prozentpunkt, um den das globale Wirtschaftswachstum zurückgeht, die Zahl der Menschen in absoluter Armut um 1,6 bis drei Prozent zunimmt. Bei einer Rezession von drei Prozent wären das 4,8 bis neun Prozent und damit diese gewaltige Zahl an Notleidenden.

Die Welthungerhilfe spricht aktuell von 820 Millionen an Hunger leidenden Menschen. Dies wird an der Summe von 1,90 Dollar festgemacht, die ein Mensch pro Tag für sein Leben zur Verfügung hat.

Besonders treffen wird es die Bevölkerung in Afrika, Südostasien und vor allem Indien. Vielen Menschen könnten dort den Hungertod erleiden.

Während in Deutschland und anderen Industrienationen Arbeits- und Sozialämter über die Krise am Arbeitsmarkt hinweghelfen, gibt es in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern dieses Sicherheitsnetz nicht.

Berichte aus Indien zeigen, wie Millionen Wanderarbeiter in ihre Dörfer zurückgeschickt geschickt werden. In anderen Ländern, wie Indonesien, Thailand oder den Philippinen fehlen für Millionen die Einnahmen aus dem Tourismus.

Kurzum: Die ohnehin schwierige Ernährungslage wird nun durch die verhängten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiter verschlimmert. Zumal auch ein Anstieg der Lebensmittelpreise die Lage verschärft, nicht zuletzt durch manch Hamsterkäufe ängstlicher Bürger aus den Industriestaaten. Überall stehen Existenzen auf dem Spiel, aber Hilfsorganisationen sprechen schon davon, dass es mehr Hungertote geben könnte als Corona-Opfer.

Coronavirus: Einsamkeit, häusliche Quarantäne und die Folgen

Während es beim Lockdown in vielen Staaten um das Überleben von Menschen geht – durch eine Unterversorgung der elementaren Grundbedürfnisse –  so entstehen auch bei einem Re-Start der Wirtschaft bei gleichzeitiger Isolierung der Risikogruppen (Cocooning) weitere Probleme.

Die Isolation von Menschen vor allem der älteren Bevölkerung hat vielschichtige gesundheitliche Folgen. Das Verbot des Besuchs älterer Bürger in Altenheimen schützt diese zwar vor eine Infektion mit dem Coronavirus, löst bei vielen aber depressive Stimmungen aus. Dies schwächt wiederum deren Immunsystem mit der Folge, dass sie an den anderen Erregern sterben, die immer in Gemeinschaftseinrichtungen zirkulieren. Es gilt für alle Menschen:

Ängste und Depressionen produzieren unter anderem Cortisol, welches das Immunsystem schwächt. Das ist auch eine Kehrseite einer kontrollierten Panik, die von Behörden aufrechterhalten wird, um alle Menschen – vor allem die Leichtsinnigen – vor einem zu laschen Umgang mit den Vorsichtsmaßnahmen abhalten sollen. Psychologen bringen es so auf den Punkt:

Es ist nicht die realistische, sondern die dramatische Gefahr (z.B. ein Autounfall, im Vergleich zu einem Flugzeugabsturz), der unser limbisches System stimuliert und unsere Ängste prägt.

Wenn ich von vielen Tausend durch das Coronavirus Verstorbene lese, bekommen ich Zweifel darüber, ob ich eine Ansteckung verkraften könnte – auch wenn sich bei genauerer Analyse zeigt, dass viele Verstorbene schon vor der Infektion chronisch krank waren und im Grund nicht an, sondern mit dem Coronavirus gestorben sind.

Die Ausgehverbote der Regierung und die milden Quarantänemaßnahmen mit den Folgen für die Arbeitsplätze haben bereits zu Folgen in vielen Familien geführt. Jugendämter und Fraueneinrichtungen warnen vor Gewalt in der Familie, vor allem wenn der „Lagerkoller“ länger anhalten sollte. Psychiater fürchten sogar schon einen Anstieg der Selbstmordrate.

Das Problem mit der älteren Bevölkerung und den Altenheimen bleibt auch nach dem 20. April erhalten, wenn man mit ersten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen beginnen sollte. Wir haben in Deutschland über 17 Millionen Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Davon sind etwa drei Millionen pflegebedürftig und 800.000 werden in Pflegeheimen voll stationär betreut. Man wird die Risikogruppen noch eine lange Zeit besonders vor dem Cornavirus schützen müssen.

Der 80-jährige und langjährige Abgeordnete der Grünen, Christian Ströbele, drohte schon einmal mit einer Verfassungsklage, sollte es während der Corona-Krise zu einer Benachteiligung der sogenannten Risikogruppe kommen. Damit bezog er sich natürlich auf mögliche Ausgangsbeschränkungen (Cocooning) älterer Menschen, wenn man die jüngere Bevölkerung schrittweise wieder ins Berufsleben integrieren wird.

Fazit

Eindämmung, so gut es geht, um das Gesundheitssystem vor dem großen Kollaps zu bewahren und anschließend ein schrittweises baldiges Wiederhochfahren der Wirtschaft („Hammer and Dance“, lautet der internationale Fachausdruck) – das muss die Devise sein. Ein monatelanger Lockdown hätte, wenn die Prognosen der Forscher auch nur ansatzweise einträten, erheblich schrecklichere Folgen. Deshalb geht es künftig wahrscheinlich um eine baldige, wohldosierte Rückkehr ins Wirtschaftsleben mit all den Restmaßnahmen, um schlussendlich nicht die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera zu haben.

Das Coronavirus und die Folgen des lockdowns

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Einblick in die Herzkammer der deutschen Industrie – die dramatische Lage

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Düstere Umfragedaten der Industrie aus Baden-Württemberg

Die Herzkammer der deutschen Industrie gewährt aktuell einen Einblick in die aktuell dramatische Lage, was Auftragseingänge, Kurzarbeit etc betrifft. „Südwestmetall“ ist der Dachverband der Metall- und Elektro-Industrie in Baden-Württemberg – der Leitbranche der baden-württembergischen Wirtschaft, wie es Südwestmetall selbst ausdrückt. Aktuell hat man eine Umfrage unter seinen Mitgliedern veröffentlicht. Man spricht von einem gravierenden Einbruch bei Aufträgen und Produktion, und auch von einem explosionsartigen Anstieg der Kurzarbeit in der Metallbranche. Noch gelinge es dem Gros der Unternehmen, durch Kurzarbeit und andere flexible Instrumente ihre Kernbelegschaften zu schützen. Je länger die aktuellen Einschränkungen aber aufrechterhalten werden, desto wahrscheinlicher würden auch Jobs verloren gehen, so der Verband. Nicht nur die aktuelle Lage ist dramatisch – vor allem auch die Aussichten der befragten Unternehmen für die nächsten Wochen sehen düster aus. Hier die wichtigsten Aussagen im Wortlaut:

Laut den Ergebnissen der Umfrage sind die Auftragseingänge zu Jahresbeginn (Januar bis März) um 14 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Die allermeisten Unternehmen (92 %) sehen ihre Produktion durch Corona-Auswirkungen eingeschränkt, 19 % verzeichnen starke, weitere 24 % sogar sehr starke Einschränkungen.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung liegt derzeit nur noch bei 60 %, dabei sind 9 % der Betriebe sogar komplett geschlossen. Als weitaus häufigster Grund für den Produktionseinbruch wird dabei „fehlende Nachfrage“ genannt (71 %), gefolgt von „fehlende Arbeitskräfte wegen Krankheit, Kinderbetreuung etc.“ (33 %) und „fehlende Teile/Material“ (29 %). Zahlreiche Betriebe (18 %) haben zudem ihre Produktion zurückgefahren und umorganisiert, um Ansteckungsgefahren zu verhindern. „Ausgehend von China sind unseren Unternehmen nach und nach die Märkte weggebrochen. Die Verkaufsstellen der Autobauer sind geschlossen, der Maschinenbau leidet unter der Zurückhaltung bei Investitionen“, sagte Dick.

In der Anfangsphase haben die Betriebe noch intensiv betriebliche und tarifliche Möglichkeiten ausgeschöpft, um dem abrupten Absatzeinbruch zu begegnen: Arbeitszeitkonten, Überstunden und Resturlaub wurden abgebaut, Instrumente wie die tariflichen Freistellungstage statt Auszahlung (T-ZUG) oder die Anordnung von Betriebsurlaub genutzt. 39 % der Betriebe haben zudem befristete Beschäftigungsverhältnisse beendet, 53 % die Zahl der Zeitarbeitnehmer reduziert.

Mittlerweile wird vor allem die inzwischen erleichterte Kurzarbeit genutzt, um den teilweise weitgehenden Produktionsstillstand auszugleichen. Zum Zeitpunkt der Umfrage (2.-7. April) waren schon in der Hälfte der Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit. Durchschnittlich waren dabei knapp Dreiviertel (72 %) der Beschäftigten in diesen Betrieben betroffen, die Arbeitszeit wurde im Schnitt um fast die Hälfte (47 %) reduziert. Allerdings plant derzeit auch mehr als die Hälfte dieser Betriebe (59 %) in den nächsten Wochen eine Ausweitung der Kurzarbeit. Hinzu kommt mehr als ein weiteres Drittel aller Betriebe (35 %), die in den nächsten Wochen mit Kurzarbeit beginnen will – so dass dann in Summe 85 % aller Betriebe dieses Instrument nutzen würden – sollte nicht eine Lockerung der Corona-Maßnahmen ein geringeres Ausmaß ermöglichen.

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Banken vor Debakel? Eine unsichtbare Lawine hat sich in Gang gesetzt!

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Banken in Frankfurt - für die Branche brechen harte Zeiten an

Die Banken profitieren ganz aktuell sogar ein klein wenig von der Coronakrise. Wie das geht? Nun, der Staat haftet ja über die KfW zu 90 Prozent, und sogar ganz frisch zu 100 Prozent für einige Kredite, welche die Banken an eine sehr große Zahl an Unternehmen und Kleinstunternehmer herausreichen. Risikolos Geld verleihen, und dafür auf den KfW-Zins noch ein klein wenig Marge drauf schlagen. So lässt sich jetzt der ein oder andere Euro risikolos verdienen für die Banken. Aber das ist wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Banken vor einer Lawine von Kreditausfällen

Da hat sich nun im Zuge der Coronakrise eine unsichtbare Lawine in Gang gesetzt. Sie rollt auf die Banken mit voller Wucht zu, aber sie ist noch nicht sichtbar! Die Lawine besteht aus Kreditausfällen. Der Bankenverband hatte schon gewarnt. Verluste müssen dann als Verluste aus dem Eigenkapital der Banken ausgeglichen werden. Somit wird das Eigenkapital der Banken in Deutschland, aber wohl noch mehr im europäische Ausland, erodieren! Es ist das Szenario des Markus Krall, das nun wohl Fahrt aufnimmt. Er predigte schon seit gut zwei Jahren, dass es eine gewaltige Masse an Zombieunternehmen in Deutschland gäbe – dies seien eigentlich kaputte Unternehmen, die nur noch deswegen überleben würden, weil sie für Kredite dank der Nullzinsen nun keine Finanzierungskosten mehr zahlen müssten. Und jetzt kommt die Coronakrise.

Jetzt, wo die Wirtschaft auf breiter Front durch KfW-Kredite gestützt werden muss, verweigern die Banken den Unternehmen, die schon vor der Coronakrise Probleme hatten, den Zugang zu KfW-Krediten. Denn nur Unternehmen, die vor der Krise gesund waren, sollen in den Genuss der KfW-Kredite kommen. Und so sehen wir aktuell, wie Unternehmen wie Vapiano, Maredo, Appelrath Cüpper etc in die Insolvenz rauschen. Unternehmen wie Esprit oder Galeria Kaufhof Karstadt haben ein Schutzschirmverfahren angemeldet – man schützt sich vor den Gläubigern, hat aber noch nicht offiziell Insolvenz angemeldet. Diese Lawine der kaputten Unternehmen, die in dieser Wirtschaftskrise keine neuen Finanzierungen erhalten, dürfte sich fortsetzen.

Kredite jenseits der KfW-Garantien

Dann dürfte man doch eigentlich sagen: Hey, es ist doch gut, wenn die Banken diesen kaputten Unternehmen keine neuen Kredite geben? Ja, aber was kommt danach, Monate und Jahre nach der Krise? Durch die Insolvenzen müssen die Banken alte Kredite dieser Zombies ganz oder teilweise als Verluste abschreiben. Dazu kommt, dass in diesem Zombieunternehmen ja auch viele Menschen gearbeitet haben. Und die haben Autos und Häuser auf Kredit finanziert. Auch hier dürften Immobilienfinanzierungen oder normale Konsumkredite für Privatkunden bei den Banken notleidend werden. Auch dürfte die Banken ein aktuell erlassenes Gesetz belasten, wonach Verbrauchern Kreditzahlungen für drei Monate gestundet werden können, wenn sie belegen, dass sie derzeit Einnahmeausfälle haben. Also könnten hunderttausende Kurzarbeiter oder neue Arbeitslose erstmal ihre Kreditzahlungen aussetzen. Rein optisch wird den Banken durch die Aufsicht damit geholfen, dass ein Schuldner nicht zwingend als ausgefallen einzustufen ist, wenn bei einem Kredit Kapitaldienst und Zinsen in Folge des Corona-Virus gestundet werden. Das hilft zwar für die Optik, aber Kreditausfall bleibt Kreditausfall.

Dadurch, dass viele gewerblichen Mieter nun Mietzahlungen aussetzen, oder aufgrund ihrer finanziellen Probleme gar nicht mehr leisten können, geraten auch diejenigen Vermieter in Finanznöte, die ihre Immobilienprojekte standardmäßig voll auf Kredit erstellen. Auch sie können womöglich schon bald ihre Kreditraten an die Banken teilweise nicht mehr bedienen. Dies schwächt die Bücher der Banken! Positiv ist natürlich zu erwähnen, dass die Banken beim neuen KfW-Schnellkredit kein Ausfallrisiko tragen müssen. Aber drum herum, da rollt im Stillen auf die Banken eine riesige Welle von anstehenden Kreditausfällen zu, von Unternehmen und Privatpersonen.

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