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Warum es mit dem Verkauf des alten Athener Flughafens auf einmal so schnell ging…

FMW-Redaktion

Der Verkauf des alten Athener Flughafens Hellenikon an ein internationales Konsortium scheint unter Dach und Fach zu sein. Wie eine Regierungssprecherin in Athen heute mitteilte, unterzeichnete die Regierung einen Vorvertrag über den Verkauf des Grundstücks in bester Lage (das Sahnegrundstück des Landes mit mehr als 600 Hektar) für 915 Millionen Euro an eine Gruppe Investoren, die bestehen aus der griechischen Firma Lamda, Al-Maabar aus Abu Dhabi und Fosun aus China.

Schon seit einer „unendlich langen Ewigkeit“ wollte man dieses Grundstück verkaufen, das eh nur vor sich hin vergammelte und mit Unkraut überwuchert wurde. Niemand konnte eigentlich sagen, warum ein Verkauf bisher nicht zustande kam. Hofften die verschiedenen Regierungen der letzten Jahre immer auf höhere Verkaufserlöse? Oder war es wie beim Verpachten der aktuellen Flughäfen oder dem Hafen-Verkauf an Chinesen einfach nur die Weigerung Staatseigentum in „fremde Hände“ zu geben? Wohl eine Mischung aus beidem. Nur warum gerade jetzt, warum ging es ganz plötzlich so schnell?

Die Antwort ist offensichtlich. Athen wartet nämlich noch immer auf die Auszahlung der aktuellsten Tranche von 7,5 Milliarden Euro aus dem 86 Milliarden Euro-Rettungstopf der EU-Gläubiger. Und so sagt es heute sogar die Regierungssprecherin selbst: Fortschritte beim Hellenikon-Verkauf seien eine der letzten Bedingungen der Eurogruppe gewesen, bevor er zur Auszahlung dieser Tranche kommen könne. Und wie immer in Griechenland all die letzten Jahre: Fließt dieses Geld nicht, ist man pleite. Und, so sagte die Sprecherin auch, jetzt nach diesem Verkauf erwarte man für nächste Woche die Auszahlung der 7,5 Milliarden Euro.

Es gab ja mal ursprünglich das Ziel griechisches Staatseigentum für 50 Milliarden Euro zu privatisieren. Das Ziel war und ist so weit von der Realität entfernt, dass man darüber weder lachen noch weinen kann. Und obwohl die Privatisierungsbehörde in Athen selbst sagt bis 2019 kämen Erlöse von um die 6 Milliarden Euro zusammen, bleibt das Gesamtziel von 50 Milliarden Gesamterlös offiziell in den „Büchern“ auf allen Seiten stehen. Das gehört ja schließlich ganz offiziell zum Finanzierungs- und Rettungskonzept für Griechenland. Man bedenke: Mit Hellenikon, der Verpachtung der aktuellen Flughäfen an Fraport und dem Hafenverkauf an die Chinesen hat man jetzt schon seine bestehen Filetstücke verkauft. Was soll jetzt noch kommen?

Auch die EU-Kommission ließ heute durchblicken man sei zuversichtlich, dass die Hilfsgelder nächste Woche Donnerstag freigegeben werden können. Kann so ein Gesamtkonzept bzw. die Auszahlung so einer Tranche von nur einem privatisierten Objekt abhängen? Anscheinend schon! Die Investoren jedenfalls wollen in bester Lage eine Art Luxus-Disneyland bauen (unsere Formulierung), bestehend aus Luxuswohnen, Hotels und Kasinos, wodurch auch viele Arbeitsplätze entstehen sollen.



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2 Kommentare

  1. Die deutsche Wochenschau berichtet:Alles gut in und un AthenNoch Fragen Kienzle.Nein Hauser!(was vermisse ich diese beiden&ihre Sendung!)

  2. Irrsinn, Verschwendung, Plünderung und Zerstörung: das sind die Eigenschaften, unter welchen die Institution „Europäische Union“ nun mal bekannt ist. Was war also zu erwarten?

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