Was ich heute Vormittag als Vermutung für diese Marktphase beschrieben hatte, wird jetzt durch Daten über Handelsströme bei Hedgefonds sogar noch übertroffen. Nicht nur, dass offenbar Anleger bisher am Seitenrand standen und in den letzten Tagen noch neu eingestiegen sind. Auch werden steigende Kurse bei Aktien noch verstärkt, weil Anleger mit Shortwetten ihre Positionen durch Käufe schließen, wodurch der Anstieg verstärkt wird. Aktuell gibt es Goldman-Aussagen über die Positionierungen von Profi-Kunden.
Hedgefonds kaufen massiv Aktien
Hedgefonds kauften in der vergangenen Woche US-Aktien so schnell wie seit sechs Monaten nicht mehr, da der S&P-500-Index seine historische Gewinnserie fortsetzte, so sagt es heute laut Bloomberg der Prime-Brokerage-Desk von Goldman Sachs. Die Handelsströme wurden durch Long-Käufe und Short-Covering bei einer Kombination aus Index- und börsengehandelten Fondsprodukten angetrieben, so die Goldman-Händler in einer Kundenmitteilung. Die Short-Positionen in US-notierten ETF gingen die zweite Woche in Folge zurück und sanken um 0,6 %.
Die anhaltende Begeisterung der Anleger für Investitionen in Infrastruktur für künstliche Intelligenz und eine besser als erwartete Berichtssaison haben eine unaufhaltsame Rallye bei US-Aktien befeuert. Der S&P 500 verzeichnete neun Wochen in Folge Gewinne – die längste solche Serie seit 2023.
Blick auf Branchen
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Die neuesten Daten zur Hedgefonds-Positionierung zeigen eine deutliche Abkehr von der defensiveren Haltung, die der Goldman-Desk Mitte Mai festgestellt hatte. Die Händler berichteten damals, dass die Fonds bei Chip-Aktien Gewinne mitgenommen und angesichts steigender Anleiherenditen und über den Konsensprognosen liegender Inflationszahlen zusätzliche Makro-Short-Positionen aufgebaut hätten.
Finanzwerte waren die eindeutigsten Gewinner der Rotation der letzten Woche und verzeichneten die größten Nettokäufe seit fast sechs Monaten, so die Goldman-Händler. Long-Käufe übertrafen Leerverkäufe im Verhältnis von etwa 6,5 zu 1, angeführt von Zahlungsdienstleistern und, in geringerem Maße, Banken. Dies wurde teilweise durch Verkäufe im Bereich Konsumentenkredite und Kapitalmärkte ausgeglichen.
Der Vorstoß in Finanzwerte stand in starkem Kontrast zum anhaltenden Druck auf Industriewerte, die in sieben der letzten acht Wochen netto verkauft wurden. Das Short-Engagement im Sektor hat auf Jahresbasis das 90. Perzentil erreicht, wobei der Großteil der Verkäufe seit Februar eher durch Leerverkäufe als durch Long-Liquidationen getrieben war, wie der Goldman-Desk feststellte.

FMW/Bloomberg
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