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Warum in Euroland erst einmal keine Inflation droht

Claudio Kummerfeld

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am

Die EZB sprach jüngst in Szenarien eher von drohender Deflation statt Inflation (mehr dazu hier). Zahlreiche kritische Zeitgeister wie Markus Krall und Dirk Müller (hier zu den dramatischen Corona-Folgen) sprechen von einer bevorstehenden kräftigen Inflation, oder sogar Hyperinflation. Warum sie “erst einmal” nicht ansteht, dazu liefert, so meine ich, das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aktuell eine sehr interessante und einfach zu verstehende Denkschrift. Dabei geht es auch viel um das einfache, nachvollziehbare Verhalten der Bürger (Konsumenten) in und nach der Krise.

Erstmal Deflation statt Inflation

Zahlreiche Südländer in Europa sind schon in der Deflation (14 Euro-Länder im Monat Mai). Das ist nachvollziehbar. Denn wenn der Großteil der Touristen den Stränden fern bleibt, passiert was? Richtig, die Anbieter senken die Preise drastisch um die Touristen anzulocken. Hotels, Getränke, Ausflüge. Alles wird verbilligt angeboten, um zum Konsumenten zu animieren. Dazu sagt das IW, Zitat:

Besonders betroffen von der zurückhaltenden Nachfrage sind unter anderem das Gastgewerbe und der Tourismus. Viele Reisen konnten und können nicht stattfinden, darunter leiden besonders Länder, die sich auf den Tourismus spezialisiert haben. Das hat Folgen für die Inflation: Sinkt die Nachfrage, sinken gewöhnlich auch die Preise. Die fehlenden Touristen waren unter anderem ein Grund, warum die Preise in Griechenland im Juni um 1,7 Prozent und in Zypern um 2,5 Prozent einbrachen. Deflation zeigt sich aber auch in Estland und Lettland. In Italien sanken die Preise um 0,4 Prozent und in Spanien um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber auch zuhause ist es eine klare einfache Sache. Man braucht nur online zu surfen oder in die Innenstädte zu gehen. Nichts mit Inflation. Rabatte überall, und dazu nun auch noch die Mehrwertsteuersenkung, die zahlreiche Einzelhändler auch tatsächlich weitergeben. Dies senkt die Preise gleich doppelt (hier offizielle Berechnungen), was die Angst vor der Inflation erst recht in weite Ferne rücken lässt. Und wollen die Konsumenten einfach nicht konsumieren, müssen die Preise eben noch weiter runter gehen, bis man der Verlockung nicht mehr widerstehen kann? Dazu das IW, Zitat:

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Deutschen weniger Geld ausgeben. Umsätze sind ausgefallen, durch Kurzarbeit schrumpft das Einkommen – entsprechend überlegen sich viele ganz genau, was sie kaufen und welche Ausgaben sie vielleicht lieber verschieben. Zudem besuchen die Bundesbürger weniger Geschäfte, Cafés oder Restaurants, um sich nicht anzustecken. Auch das Homeoffice senkt die monatlichen Ausgaben, beispielsweise, weil sich das Mittagessen vergleichsweise günstig zuhause kochen lässt. Insgesamt sinken die Ausgaben dadurch stärker als die Einkommen. Dieser allgemeine Trend zeigt sich bereits in der Sparquote der Haushalte: Während in Deutschland im vierten Quartal 2019 noch fast 18 Prozent des verfügbaren Einkommens gespart wurden, so waren es im ersten Quartal 2020 fast 24 Prozent.

Kommt die Inflation doch noch?

Tja, wird die Inflation doch noch “über uns kommen”? Denn wo die Bürger jetzt möglichst viel auf die hohe Kante legen aus Angst vor der Ungewissheit, da wird es zukünftig womöglich einen Nachholeffekt beim Konsum geben, was die Preise antreiben wird? Dazu IW, Zitat:

Fallende Preise sind nur auf den ersten Blick vorteilhaft für Konsumenten. Wer davon ausgeht, dass die Preise weiter fallen, schiebt alle Käufe auf, die nicht dringend notwendig sind. Das wiederum sorgt dafür, dass die Umsätze der Unternehmen weiter schrumpfen und sich eine Wirtschaftskrise verfestigen kann. In der aktuellen Situation wäre das sehr problematisch, weshalb die Europäische Zentralbank versucht, mit einer sehr expansiven Geldpolitik eine Deflation zu vermeiden.

Vermutlich wird die Geldpolitik in der aktuellen Situation erfolgreicher sein als bei der Bekämpfung der Deflation im Jahr 2015. Denn anders als damals sparen die Haushalte nicht, um Schulden abzubauen, sondern weil viele das Geld durch die Vermeidung einer Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht ausgeben können. Dieses Geld werden sie aber wieder ausgeben – zumindest sobald etwas mehr Zuversicht besteht und absehbar ist, dass die Pandemie langfristig unter Kontrolle ist. Dann werden sich auch die Inflationsraten wieder normalisieren.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Sandra Margin

    14. Juli 2020 18:43 at 18:43

    Wann, bitteschön, ist Geldpolitik jemals erfolgreich gewesen? Wo auch immmer die moderne monetary policy angewandt wurde, gingen Wachstum, Innovationskraft und Inflation den Bach runter. Japanisierung halt, schomma gehört?
    Mit welchen dramatischen Folgen der nicht existente Deflationsdrache bekämpft wird, sicherheitshalber nochmal hier: amazon.de/dp/B088ZW69C7

  2. Avatar

    franko33

    15. Juli 2020 09:37 at 09:37

    Bis jetzt scheint das Modell von Markus Krall / Dirk Müller zu stimmen.
    Natürlich – auch nachvollziehbar Ihre Beschreibung der jetzigen Situation,die auch so
    prognostiviert wurde.Langsam bekommen wir ein Anziehen (erst unterdrückt,nun leider offiziell) der Insolvenzen.Was sollen auch Reisebüros / Hotels/Eventveranstalter machen ?
    Man sieht jetzt auch aktuell in den USA,daß Banken Probleme bekommen – in Europa kann dies
    zusammen im Herbst mit einer großen Entlassungswelle durchaus möglich werden.
    Nach dieser Deflationswelle + Pleitewelle wird zwangsläufig das Warenangebot fallen und
    der Staat / die EZB werden noch wesentlich mehr Geld drucken,um unseren Sozialstaat zu
    finanzieren in Furcht vor erhöhter Kriminalität + Unruhen.Ein idealer Nährboden für Inflation.Aber wir sehen ja immer mindestens in den Medien nur was heute passiert.
    Kurz gesagt,rennen den Minutencharts hinterher.

  3. Avatar

    sabine

    15. Juli 2020 09:46 at 09:46

    Dr. Krall sagt übrigens auch, daß erst eine Deflation, ein Nachfrageschock, kommt. Die genannten Gründe sind in etwa die gleichen wie hier. Nur stellt er noch mehr das Angebotsknappheit daneben. Wenn Kurzarbeit usw. heißt das auch, daß weniger produziert wird. Es ist ja nicht nur in Krankenhäusern Kurzarbeit, sondern auch in Produktionsstätten. (Auto z. B. mindestens 50% weniger, auf Jahressicht!)
    https://twitter.com/Markus_Krall/status/1281557050737201154
    https://www.youtube.com/watch?v=KzQKSbR9aN4
    .
    Nur kommt nach ihm eine Aktien- und Immobiliendeflation, also nicht nur Spritpreis oder Margarine. Das haut viele Banken um, und dann käme die oben versprochene Geldschwemme, die die ebenso oben versprochene Inflation wieder anheizt, welche aber explodiert. Zumindest nach Dr. Krall.

    Außerdem sagt er, daß wir, wie das immer so ist, ein Gemisch haben, getrennt nach Sektoren: Lebensmittel, Pharmacie, tägl. Bedarf (WC-Papier) inflationiert jetzt schon, Tourismus, Immobilien, Auto, Kleidung deflationiert. Diese teilweise Inflation wird durch die falsche Zusammensetzung der Warenkörbe der offiziellen Statistiken und die stützende Medientrommel versteckt, verheimlicht.
    https://www.youtube.com/watch?v=s7U5IeGuNQM

  4. Avatar

    thinkSelf

    15. Juli 2020 10:34 at 10:34

    Ich sehe, außer bei Aktien und Immobilien, auch vorerst keine Inflationsgefahr.
    Daniel Stelter sagt ja immer gerne: “Die positive Wirkung von Schulden nimmt ab.” Ich glaube, das die Aussage so noch nie gestimmt hat. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die zunehmenden Schulden würgen die Wirtschaftstätigkeit ab.

    Die Geldflutung=Verschuldungsorgie (Geldvermögen=Schulden mit einem Residualwert von 0) entfacht eben keine Inflation,sondern wirkt deflationär.

    Das bedeutet, dass die Menge der offenen Tauschtransaktionen ständig steigt. Da diese eben nicht wieder geschlossen werden, sinkt der Geldumlauf und damit die wirtschaftliche Aktivität. Und sie werden nicht geschlossen, weil die Geldvermögensakkumulierer genau das durch ihr Verhalten verhindern.
    Denn merke: Schuldenreduzierung kann nicht vom Schuldner initiiert werden, sondern nur vom Gläubiger. Und zwar indem er sein Geld ausgibt.

    Gleichzeitig vermindert sich aber die Produktionskapazität nicht. Durch moderne Technik kann man innerhalb relativ kurzer Zeit praktisch jede Produktion ins unermessliche ausdehnen. (Menschen in Afrika hungern ja nicht weil es zu wenig Lebensmittel gibt, sondern weil sie über keine Tauschgüter verfügen gegen die sie diese tauschen können).

    Drei Effekte stabilisieren das System:
    1. Die Vermögenskonzentration bei Leuten die höchstens noch über ihren dritten Privatjet nachdenken.
    2. Vermögen als Selbstzweck (erhöht den gesellschaftlichen Status)
    3. Angst vor dem materiellen Abstieg, was die Sparquoten im Mittelstand hochtreibt.

    Die Inflation setzt erst ein wenn die Produktionsbasis zerstört ist. Und zwar weil sich die Produktion nicht mehr lohnt (Venezuela Effekt).

  5. Avatar

    Shakyamuni

    15. Juli 2020 11:39 at 11:39

    Ich schaue mir die Kommentare vom Herrn Krall auch immer sehr aufmerksam an, auch das Buch die bürgerliche Revolution kann ich nur empfehlen. D.h, dass jeder alles glauben soll. Auch ein Herr Krall sagt, wenn auch nicht direkt, dass er nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Jedoch ist er einer der wenigen, der in dieser Gänze die gesellschaftlichen Probleme anspricht und auch Lösungen vorschlägt.
    Wenige haben sich diese Mühe gemacht. Man sollte sich diese Gedanken zumindest mal durchlesen.

    In der aktuellen Situation sollte aber bedacht werden, dass das legale Bilanzentricksen der Banken eine Möglichkeit ist, die Herr Krall so nicht auf dem Schirm hatte. Hätte der Staat dies nicht zugelassen, so wären die eine oder andere Vorhersage vom Herrn Krall eingetroffen. Auch das hätte nicht bedeutet, dass er unser neuer Messias geworden wäre. Jedoch sind einige Aussagen schon sehr treffend und alarmierend zugleich.

    Jedoch stellt er wirklich eine gute Frage: was soll in ein paar Jahren wir wählen? Ich vermute, dass der Großteil der Gesellschaft lieber so weiter macht (politisches System, Konsum, Werte etc.) statt den mutigen Schritt zu wagen. Er ist einer, der aktuell am lautesten Schreit, da in unserer Gesellschaft diese Menschen auch gehört werden. Leider wählt das Volk auch eben diese Marktschreier, statt sich mit den Dingen näher zu beschäftigen. Sonst hätten wir inzwischen mehr Kompetenz an der Spitze des Staates. Der große Knall den Herr Krall vorhersagt, ist vielleicht schon da oder kommt noch oder eben viel schleichender als wir uns alle vorstellen können.

    In einem sind wir uns doch alle einig: dieses System stellen immer mehr Menschen in Frage und eigentlich sind sich immer mehr Menschen einig ein weiter so sollte es nicht geben, aber wir sind nicht fähig eine Lösung zu bieten, mit der der Großteil der Bevölkerung zufrieden ist.

    Markus Krall ist einer der wenigen, der wenigstens versucht eine ganzheitliche Lösung zu bieten.
    (von Werten, politisches System, Finanzsystem, Wirtschaftssystem etc.)
    Kennt ihr noch andere die ganzheitliche Lösungen bieten?

  6. Avatar

    Shakyamuni

    15. Juli 2020 11:40 at 11:40

    Ich meinte “D.h nicht… ” in der zweiten Zeile, sorry. :)

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Dr. Jens Ehrhardt: Dax 2021 bei 16.000 Punkten, Deflation statt Inflation

Claudio Kummerfeld

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Laut Dr. Jens Ehrhardt wird der Dax weiter kräftig ansteigen

Dr. Jens Ehrhardt (hier mehr zu seiner Person) ist ein anerkannter Börsianer. Aber auch seine Meinung ist nur eine von vielen. Er betont in einem ganz aktuellen Videobeitrag, dass er auch im Tief des Börsencrash im März diesen Jahres seine Prognose bestätigt hatte. Der Dax werde nächstes Jahr bei 16.000 Punkten notieren.

Dax 16.000 Punkte laut Dr. Jens Erhardt

Und heute erneuert er diese Prognose. 16.000 Punkte für das nächste Jahr, das sei für den Dax sogar eher eine bescheidene Prognose. Bei Börsenkursen gehe es nun mal nicht um wirtschaftliche Realitäten, sondern um Angebot und Nachfrage im Handel, so seine Aussage. Die Notenbanken würden immer weiter Liquidität in die Märkte pumpen. Und irgendwo hin müsse all dieses neue Geld fließen. Es treibe die Börsenkurse an. Auch bei seiner letztjährigen Gold-Prognose von 2.000 Dollar hätte ihn so mancher schief angeguckt. Und jetzt sei sie eingetreten. Und warum der Dax derzeit noch so gut aussehe? Die Börsianer würden nun mal in den Kursen die realwirtschaftliche Entwicklung ein halbes Jahr vorwegnehmen! Und wie Dr. Jens Erhardt schon richtig sagt im Video… so weit entfernt sind die 16.000 Punkte von heutiger Sicht aus gar nicht mehr. Nur noch ein klein wenig zusätzliche Euphorie… der Sprung von 12.500 Punkten rauf auf 16.000 ist ja nicht mehr so groß?

Inflation?

Wo viele andere Kommentatoren wie Markus Krall etc eine Hyperinflation oder zumindest eine deutlich spürbare Inflation anrollen sehen, da spricht Dr. Jens Ehrhardt heute eher von Deflation. Er nennt dafür auch konkrete Gründe. Ob er Recht hat oder doch eher die Krall-Fraktion? Wir werden das wohl erst in gut einem Jahr genauer wissen. Erhardt meint, dass Inflation für die nächsten 1-2 Jahre gar kein Thema sei.

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Künstliche Intelligenz: Die nächste Generation der Robo Advisor?

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Künstliche Intelligenz pusht den Robo Advisor in der Geldanlage?

Vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt, ist die Geldanlage über einen Robo Advisor für viele deutsche Verbraucher heute zu einer echten Alternative geworden. Jeder dritte Deutsche (29 Prozent) weiß bereits was ein Robo Advisor ist. Von denjenigen, die mit dem Begriff vertraut sind, kann sich sogar jeder fünfte (20 Prozent) vorstellen, sein eigenes Geld über einen Robo Advisor verwalten zu lassen. (Info: Begriffserklärung Robo Advisor) Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die vom Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführte Studie ,,Robo Advice in Deutschland – Status quo und Entwicklungsperspektiven 2020“, welche von der European Bank for Financial Services in Auftrag gegeben wurde.

370,10 Prozent Anstieg des Anlagevolumens bis 2024 erwartet

Belief sich das Anlagevolumen im Segment Robo Advisor im Jahr 2017 in Deutschland noch auf 756 Millionen Euro, wird für das Jahr 2024 ein satter Anstieg auf insgesamt 29,860 Milliarden Euro Anlagevolumen prognostiziert. Bereits in diesem Jahr (2020) wird mit einem Anlagevolumen von über 8 Milliarden Euro allein in Deutschland gerechnet. (Quelle: Statista.com) Kein Wunder also, dass Banken und Finanzdienstleister weiterhin massiv in Neuentwicklungen und Verbesserungen der Analysefähigkeiten der digitalen Berater investieren. Nachdem anfängliche Kinderkrankheiten nach und nach beseitigt wurden, sollen Robo Advisor in Zukunft deutlich cleverer werden als ihre ,,Vorfahren“.

Die nächste Generation kommt – mit ihr die Künstliche Intelligenz

War der Anlagevorschlag der „ersten Generation“ noch aufgrund einer einfachen Risikoabfrage und Auswahl an möglichen Anlageklassen relativ statisch und konnte sich bei kurzfristigen Marktveränderungen nur bedingt schnell anpassen, wird die nächste Generation schneller und individueller arbeiten.

Die laufenden Verbesserungen der Künstlichen Intelligenz bieten besonders im Segment Robo Advisor ein enormes Potenzial. Es ist bereits in naher Zukunft denkbar, dass Robo Advisor eine smarte Steuerung des Portfolios durch eine Echtzeit Risikosteuerung ermöglichen und besondere Anlegerwünsche wie ESG-Investing (Environment, Social and Governance – sprich: Ethisches Investieren) vermehrt berücksichtigen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte mittel- und langfristig ganzheitlichen Charakter erlangen, welcher ein solides Cashflow-Management, einen entscheidenden Teil der Altersvorsorge, die übergreifende Investitionsplanung, das Finanzrisikomanagement und individuelle Steuerplanungen des Anlegers begleitet.

Fazit: Wo führt das hin?

Dort wo Wachstum stattfindet, wird investiert. Dort wo investiert wird, entstehen neue Möglichkeiten. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Geschwindigkeit der Veränderung in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz nie wieder so langsam sein wird wie heute. Von diesem Standpunkt aus betrachtet wird die Zukunft viele Chancen bieten, aber auch enorme Risiken in sich bergen, die heute noch kaum vorstellbar sind. Eine kritische Betrachtung möglicher Veränderungen ist daher durchaus gesund.

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TikTok: Opfer des US-Monopols? Trump und Microsoft in Aktion

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TikTok App auf einem Smartphone

Achtung Verschwörungstheorie? Oder jede Menge heiße Luft? Nein, hier geht es um mehr als nur ein Geschmäckle. Offiziell zumindest geht es um Datenschutz. Es ist ja bekannt, dass der Social Media-Dienst TikTok mit Sitz in China auch im “Freien Westen” eine ernsthafte Gefahr für Instagram und YouTube geworden ist. Noch schlimmer. TikTok ist erfolgreicher und beliebter. Mit alleine 46 Millionen Downloads in den USA alleine im Jahr 2019 ist TikTok als Plattform für kurze Videos richtig angesagt. Die allermeisten Nutzer konsumieren nur Inhalte, wie auf anderen Plattformen auch.

TikTok als einzig ernsthafte Gefahr für das US-Monopol

Damit ist TikTok die erste wirklich ernsthafte Gefahr für das Social Media-Monopol der USA. Denn mal ehrlich. Es ist ein Monopol, wenn man danach geht, aus welchem Land die Anbieter kommen. YouTube, Google, Twitter, Instagram, Facebook, Whatsapp, LinkedIn. Was man in Europa und Nodamerika und in den meisten anderen Teilen des Planeten nutzt, kommt aus den USA. Und TikTok wird offenbar immer beliebter und erfolgreicher. In den App Stores wird die App häufiger geladen als die Apps von den großen US-Anbietern. Und das auch noch völlig ohne Zwang. Die Kids und jungen Erwachsenen in Europa und den USA finden etwas aus China viel besser als etwas aus den USA?

Das kommt noch hinzu zum Angriff auf das Monopol der USA. So was darf doch nicht sein, dass die Chinesen etwas anbieten, was die Leute im Westen besser finden? Und dann wie gesagt noch das schöne Monopol der USA, das bedroht ist. Dagegen musste etwas unternommen werden? Schon seit Wochen gab es Drohungen gegen TikTok vorzugehen, zum Beispiel seitens des US-Kongress oder durch US-Außenminister Pompeo. Als Grund führt man Datenschutzbedenken an. Nutzerdaten könnten bei der chinesischen Regierung landen. Ob es so ist? Man weiß es nicht. Aber dass gerade die US-Regierung nun mit dem Datenschutz kommt (Thema NSA-Skandale), ist schon witzig, oder eher traurig?

Trump droht, Microsoft will kaufen

Und jetzt ganz frisch droht Donald Trump damit TikTok als App in den USA komplett verbieten zu wollen. Und upsss, ohhhh Wunder. Exakt zur selben Zeit, nämlich am letzten Wochenende, wird bekannt, dass Microsoft mit dem chinesischen Betreiber von TikTok (der Firma ByteDance) in Verhandlungen stehe (hier die offizielle Mitteilung von Microsoft). Man wolle der Firma das TikTok-Geschäft für die USA, Kanada, Australien und Neuseeland abkaufen. Offenbar geht es um eine Kaufsumme in Höhe von 50 Milliarden Dollar. Bis zum 15. September wolle man eine Einigung erreichen. Warum bis dahin? Laut Berichten soll die Trump-Administration bis dahin Zeit gegeben haben. Schafft Microsoft bis dahin keine Einigung zur Übernahme, wolle man TikTok in den USA verbieten. Was für ein zeitlicher Zufall zwischen aktueller ganz konkreter Verbotsandrohung und der Microsoft-Verhandlung? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?

Denn was wäre ohne die Verbotsandrohung durch Donald Trump passiert? Welchen Grund hätte ByteDance haben sollen, nun womöglich zügig TikTok für die angelsächsischen Märkte verkaufen zu müssen? Gar keinen. Aber gibt es keinen Käufer und die USA verbieten TikTok im eigenen Markt einfach, dann ginge ByteDance ein gigantischer Milliardenbetrag durch die Lappen, beziehungsweise ein beträchtlicher Wertverlust für den chinesischen Anbieter als Gesamtunternehmen.

Nur eine dumpfe Verschwörungstheorie rund um TikTok?

Ist es ein abgesprochenes Spiel hinter den Kulissen? Ich (Trump) drohe mit Verbot, und damit wird TikTok genötigt sein Geschäft für die USA schnell und günstig zu verkaufen, und zwar an einen US-Konzern? Wenn nicht, drohe ich einfach weiter mit Verbot? Ja, das ist natürlich rein spekulativ und klingt schon stark nach Verschwörungstheorie. Aber der zeitliche Zusammenhang von ganz konkreter Androhung eines schnellen Verbots von TikTok, und der Kaufverhandlung durch Microsoft, das wirkt sehr, sehr, sehr stark wie Geschmäckle hoch 10!

Natürlich kann man auch argumentieren, dass die Trump-Administration derzeit ja eh grundsätzlich die Krallen ausfährt gegen China, siehe die Konsulats-Schließung, verschärfter Handelskrieg, Vorwürfe in Sachen Covid-19 usw. Da könnte TikTok nur ein weiterer Eskalations-Baustein sein. Aber ich denke mal: Man sollte das bisherige Social Media-Monopol der USA nicht außer Acht lassen, und dass TikTok derzeit in der Tat dem Monopol den Rang abläuft. Holt man TikTok in die USA und bringt die App in die Hände eines US-Konzerns, kann die Monopol-Party weitergehen, im Zugriffsbereich der NSA versteht sich. Aber, da darf man wenigstens beruhigt sein… dann gäbe es immerhin keine Datenschutzbedenken mehr, dass die chinesische Regierung Daten abgreift.

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