Folgen Sie uns

Allgemein

Warum Inflation durch das Coronavirus sehr schnell kommen kann

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Die Mischung aus Angebotsverknappung, Hamsterkäufen, desperater Geldpolitik und explodierenden Haushaltsdefiziten wegen des Coronavirus kann die Preise sehr schnell ansteigen lassen  – kann also schnell zu einer galoppierenden Inflation führen. Bei Waren, die gegen die ökonomischen Folgen des Coronavirus schützen sowie bei Gold- und Silbermünzen kommt es bereits jetzt zu spürbarer Mangelteuerung. Auch in Folge der Inflation der Notenbankgeldmengen.

Der Wechsel von Deflation zu Inflation wird durch unser Geldsystem beschleunigt

Im Juli des Jahres 1944 wurde im noblen Bezirk Bretton Woods der Stadt Carroll im Bundesstaat New Hampshire, USA eine neue Währungsordnung für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg unter den späteren Siegermächten ausgehandelt. Der US-Dollar stand dabei als Ankerwährung im Zentrum des Bretton-Woods-Abkommens und alle anderen Währungen (Satellitenwährungen) schwankten in einem definierten Band um die mit Gold gedeckte neue Weltleitwährung.

Fortan wurde von den nicht amerikanischen Notenbanken weltweit der US-Dollar als Reservewährung Nr. 1 gehalten. Ein Großteil der Goldreserven der Welt befand sich in den Tresoren in Manhattan und Fort Knox in den USA.

27 Jahre nach der Etablierung des Nachkriegs-Währungs-Regimes, im August 1971, hob der damalige 37. US-Präsident Richard Milhous Nixon die Bindung des US-Dollars an das Gold auf. Fortan war der Anker unseres heutigen Weltwährungssystem, ebenso wie alle Satellitenwährungen, frei von der Deckung durch Gold. In der Folge stieg die Inflation stark an, konnte aber aufgrund der damals noch deutlich geringeren Verschuldung durch massive Zinsanhebungen bekämpft werden.

Die im Dezember 1913 gegründete US-Notenbank Fed konnte nach der Schließung des Goldfensters im Sommer 1971 unbegrenzt US-Dollars produzieren. Im Zuge der Finanzkrise 2008 ff. wurde dieses Privileg dann erstmals genutzt, um Geld für notleidende Banken und die Finanzierung der Staatshaushalte im Rahmen der sogenannten QE-Programme direkt einzusetzen.

Bis zur Finanzkrise bauten die Notenbanken der Industriestaaten ihre Goldreserven permanent ab. Seitdem hat sich zwar diesbezüglich ein Sinneswandel vollzogen, aber unser heutiges Währungssystem bleibt ein in seiner Gesamtheit ein ungedecktes Fiat-Money-System, in dem die Zentralbanken theoretisch unendlich viel Geld aus dem Nichts schöpfen und zum Ankauf von Schuldpapieren und Vermögenswerten nutzen können. Dies führt automatisch zu Inflation (von lat. inflatio = Aufblähen der Geldmenge).

Da es dafür bereits einen Präzedenzfall gibt, nämlich die letzte Finanzkrise, kann man die Erfahrungen und geldpolitischen Instrumente nun sehr viel schneller und in ungleich größerer Dimension einsetzen, was das Risiko einer schnell eintretenden Inflation erhöht. Widerspruch aus der Politik oder aus der Bevölkerung ist nicht mehr zu erwarten, aufgrund des Gewöhnungseffekts.

Daher reagieren die Notenbanken momentan mit ihrer Geldpolitik in einem Tempo und mit einer Aggressivität in Sachen Geldschöpfung und Geldverbilligung (Zinssenkungen), die bislang beispiellos in der Weltgeschichte sind.

Das Mandat der Preisstabilität (Vermeidung von zu starker Inflation) wird nun der Erhaltung der Systemstabilität vollständig untergeordnet.

Ohne Reflation wäre unser heutiges Wirtschaftssystem am Ende

Bereits vor den wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona-Krise befand sich die globale Verschuldung laut dem quartalsweisen Report des Institute of International Finance (IIF) vom 13. Januar mit 253 Billionen US-Dollar auf Rekordniveau. Diese Schuldensumme entspricht 322 Prozent des globalen BIP.

Das Institute erwartet nun eine signifikante Beschleunigung dieser Verschuldung sowie Verwerfungen am Markt für Unternehmensanleihen. Die hohe Schuldenlast vieler Wirtschaftssubjekte wird in der anstehenden sehr tiefen Rezession zum Problem und löst zunächst einen heftigen deflationären Schock aus, der ohne zeitnahe Reflation zum Zusammenbruch der Weltwirtschaft führen würde.

Da die Höhe der Schulden die weltweite Wirtschaftsleistung bereits um das dreifache übertrifft und die Zinskosten bereits historisch niedrig sind, bleibt nur noch das Anwerfen der Notenpresse, um mit dem neu geschöpften Geld die Konjunktur- und Rettungspakte der Staaten zu finanzieren sowie Schuldpapiere und Vermögenswerte aller Art aufzukaufen. Im Gegenzug blähen sich die Bilanzen der Notenbanken, auf denen die gekauften Assets landen, massiv auf.

Die Erfahrung aus der letzten Finanzkrise zeigt, dass ein Abbau der Bilanzen und eine Rückführung der neu geschaffenen Geldmenge nicht möglich ist. Der Versuch der US-Notenbank Fed, die Zinsen über die Teuerungsrate hinaus anzuheben (Zinsnormalisierung) und ihre Bilanz zu reduzieren, führte zum Einbruch der Aktienmärkte und zu einer signifikanten Konjunkturabkühlung im vierten Quartal 2018. Andere große Zentralbanken, wie die Bank of Japan oder die Europäische Zentralbank haben im Bewusstsein der Abhängigkeit der überschuldeten Weltwirtschaft von der ultra laxebn Geldpolitik derartige Experimente unterlassen.

Der Zinsspielraum, den die US-Notenbank sich mit ihren neun Zinsanhebungen in Trippelschritten, verteilt über 5 Jahre, mühsam erarbeitet hatte, wurde innerhalb eines dreiviertel Jahres komplett ausgeschöpft und verpuffte nahezu wirkungslos.

Inflation: Die Weichen sind bereits voll auf Geldentwertung gestellt – Coronavirus beschleunigt

In diesem Jahr haben die Notenbanken weltweit bereits 73 Mal die Zinsen gesenkt, allein 51 Mal im Monat März. Sollten die aktuell wegen des Coronavirus in den USA geplanten und in anderen Teilen der Welt bereits beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden, rollt eine Flut von 9,6 Billionen US-Dollar frisches Geld auf die Weltwirtschaft zu. Sollte mehr Geld notwendig sein, dann könnte diese Summe schnell und in beliebiger Höhe weiter aufgestockt werden.

Da diese Tatsache kein Geheimnis ist, hat der Run auf alternative Währungen bereits begonnen: Die Märkte für Gold- und Silbermünzen stehen wegen der enorm hohen Nachfrage bereits unter extremen Spannungen. Die Verfügbarkeit von Münzen ist bereits stark eingeschränkt, die Aufgelder zu den Spot-Preisen steigen deutlich an und die Lieferzeiten dehnen sich aus.

Fazit und Ausblick: Coronavirus und Inflation

Dieses Phänomen wird sich ab einer bestimmten Summe aus den Notenpressen zunächst stabilisierend und dann preistreibend auf alle Vermögenspreise auswirken und im Anschluss auf die Preise von Gütern, Waren und Dienstleistungen. Besonders in den Bereichen, in denen die Liquidität der Notenbanken, die über zins- und tilgungsfreie Direktzahlungen auch an Haushalte und Selbstständige verteilt wird (Helikoptergeld), auf ein knappes Angebot in Folge unterbrochener Lieferketten treffen.

Der Einwand einiger Ökonomen, das verteilte Geld würde lediglich die Sparquote erhöhen, ist unzulässig, da die verantwortlichen Notenbanker bereits über das Helikoptergeld hinaus an Geld mit eingebauten zeitlichem Verfallsdatum denken (Schwundgeld). So soll das Horten der Geldgeschenke vermieden und die Geldumlaufgeschwindigkeit erhöht werden, damit das neu geschöpfte Fiat-Money auch garantiert nachfragewirksam wird und so Inflation erzeugt.

Erstmals in der Geschichte können und dürfen Notenbanken global konzertiert so viel Geld produzieren, wie sie und ihre Kollegen aus der Fiskalpolitik es für die Aufrechterhaltung eines ohnehin überschuldeten Wirtschaftssystems zentralplanerisch für nötig erachten. Schon aus diesem Grund ist eine gesunde Skepsis gegenüber dem Kaufkrafterhalt der ungedeckten Währungen angebracht.

Die Inflation dürfte wegen der Folgen des Coronavirus bald stark steigen

 

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    TM

    23. März 2020 17:05 at 17:05

    Seit wieviel Jahren wird nun die große Inflation angekündigt? Die verfügbaren Einkommen sinken gerade dramatisch, die private Nachfrage kollabiert, die Investitionsnachfrage der Unternehmen ist gleich Null. Aber klar, wir bekommen Inflation….Im Optimalfall vermeiden wir eine deflationäre Depression. Aber gut, die Inflationspropheten liegen seit Jahrezehnten daneben und werden dennoch nicht müde.

    • Avatar

      Columbo

      23. März 2020 18:23 at 18:23

      @TM

      Ich verstehe auch nicht, warum jetzt Inflation kommen soll.
      In und nach der Coronakrise haben die Menschen weniger Geld, sie werden noch mehr sparen. Auch wenn Banken und Unternehmen gerettet werden und es von ein paar Helikoptern einige wenige Scheine regnet, reich werden die Leute davon nicht. Sie werden sich nichts leisten wollen und können. Ich sehe ebenfalls eher ein länger dauerndes, gefährliches Deflationszenario, aber ich verstehe zu wenig davon.

      • Avatar

        Markus

        23. März 2020 22:23 at 22:23

        Auch wenn es abgedroschen klingt, die Inflation ist da, und zwar bei allen Vermögenswerten, außer Gold. Lebensmittel und Dinge des Alltags werden langsam teurer. Beim Öl wird eine Ausdünnung der Anbieter irgendwann dafür sorgen, dass der Preis steigt.
        Öl braucht man immer, ohne Öl kein Krieg. Wenn die alltäglichen Konsumgüter rasch im Preis steigen, und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes steigt(Umschichtung in Nützliche Dinge) dann sind wir mMn bei der für den Normalbürger schlimmen Inflation angekommen.
        Die Nullzinspolitik hat uns einen Bärendienst erwiesen. Ob sich Staaten angesichts der Gigantischen Schuldenberge trotz Nullzins und mit Inflation im heutigen Umfeld erfolgreich ich will nicht sagen entschulden, aber zu mindest auf ein Niveau von 60% des BIPs wie im (lach) Maastrichtvertrag vorgesehen, jemals wieder bewegen werden, ist doch sehr ungewiss…….

    • Avatar

      Hinterfrager

      23. März 2020 18:55 at 18:55

      Jepp, ein Großteil der gigantischen globalen Schulden auf allen Ebenen müsste zunächst definitiv ausgebucht werden, bevor die zusätzlich geschöpften Geldmengen (aus dem Nichts) real wirksam würden. Auch die großen Kapitalinjektionen seit 2008 haben real nichts bewirkt, da sie größtenteils in den Bilanzen und Posten der weniger sichtbaren Geldssystembereiche hängen geblieben, teils Vermögenswerte aufgebläht, aber eben nicht in die Realwirtschaft geflossen sind. Genau dort hätten sie aber inflationär wirken müssen. Da sich womöglich aber Geschichte wieder reimt und dieses Finanzsystem „so wie früher“ unter allen Umständen erhalten werden soll (also ohne die große Ausbuchung, dafür beispiellosen Interventionen), wird es dieses Mal wohl kaum anders kommen…

      • Avatar

        Hinterfrager

        23. März 2020 19:19 at 19:19

        P.S.: Die 1.200 Dollar, die Mom and Dad pro Kopf in den USA per Helikopter bekommen sollen oder die 5.000-9.000 Euro pro Kleinunternehmen in Deutschland können noch nicht einmal ansatzweise die aktuellen Verdienstausfälle ausgleichen. Außerdem herrscht nirgendwo ein Mangel an Warenangebot, sondern „lediglich“ ein (zudem) vorübergehendes Nachfrageproblem. Wo soll da bitteschön langfristig Inflation entstehen?

        • Avatar

          Michael

          23. März 2020 21:39 at 21:39

          @Hinterfrager, 3000 EUR pro Monat können nicht die Ausgaben für einen Solo-Selbständigen ausgleichen? Für Kleinunternehmer mit Angestellten sind es deutlich mehr.

          1200 Dollar in USA kompensieren vermutlich einen 3-4-Job-Status in der dekadelangen Wunder-Statistik in den USA.

          Es wird spannend zu sehen, ob weiterhin die idiotischen Börsen überleben, oder der Realwirtschaft erste neue Chancen geboten werden.

          • Avatar

            Hinterfrager

            24. März 2020 08:53 at 08:53

            @ Michael Bitte zu Ende denken! Über wie viele Monate insgesamt sprechen wir hier eigentlich? Drei, vier oder sechs?

      • Avatar

        Markus

        23. März 2020 22:39 at 22:39

        Wenn die Schulden so einfach ausgebucht werden, geht eines verloren: Vertrauen.
        Zumindestens bei den Corporate Bonds.
        Und wenn ein Staat die Rückzahlung verweigert, Argentinien, Never ending Story.

        Warum soll es ein zweites Mal wieder funktionieren?
        Ok, sagt der eine oder andere jetzt, des Klappt schon wieder.
        Aber jetzt ist das Experiment noch größer, das Drumherum (Derivate) noch gewaltiger.

        Ich sag Stagflation.

        • Avatar

          leftutti

          24. März 2020 02:08 at 02:08

          @Markus
          Ich sag Neustart, denn die Fakten, in Form eines prinzipiell (noch relativ) harmlosen RNA-Stranges, eines vom Krankheitsverlauf und den Symptomen harmlosen, aber unbekannten und zurecht furchteinflößenden Virus lassen sich nicht weiter mit 1.000.000.000.000.000.000.000 bullisch wegpumpen.

          Das Virus des Wahnsinns, der in Wirtschaft und an den Börsen seit Dekaden wütet, hat sich in einfachster symbolischer Form als Warnschuss vor den Bug manifestiert. Was an wahren Gefahren im Klimawandel schlummert, in den auftauenden Permafrostböden, in tauenden Eismassen, wird die Menschheit wirklich erschüttern.

          Was an der bewusst übertriebenen Zahl auffällt, sind die willkürlich vielen Nullen. Das entspricht leider irgendwie symbolisch der traurigen virtuellen Realität. Bei Problemen hängen wir eine Dreiergruppe an Nullen hintenan. Nullen überall, was all die tolle Zahl noch rettet, ist die Eins am Anfang. Mit ihr steht und fällt die Realitätsblase, fällt sie weg oder verschiebt sie sich nach hinten, holt uns zusehends die wahre Welt ein. Die letzten drei Nullen symbolisieren 90% und mehr der Menschheit. Die ganze schöne Zahl x 0 = 0.

  2. Avatar

    Markus Strunz

    23. März 2020 19:49 at 19:49

    Es gibt die Inflation schon real, dafür muss man nur in die Supermärkte gehen. Zwar sind die Preise für die Produkte nicht erhöht worden, aber bei der Bückware sind die Regale oftmals leer. So gesehen sind die Preise für Mehl von 50 Cent auf 1,50 € gestiegen, und selbst dann darf man nicht in beliebiger Menge kaufen, sondern nur ein oder zwei Pakete. Vieles ist ständig ausverkauft.

  3. Avatar

    Prognosti

    24. März 2020 07:41 at 07:41

    Und für alle die nicht an Inflation glauben, sollen einmal die Krankenkassen u.Sozialkosten in Betracht ziehen. Sind in Amerika die Krankenprämien schon letztes Jahr OHNE CORONAVIRUS stark gestiegen, müsste das einen Riesenkostenschub geben. Bisher wurden diese Kosten als einzig steigende Kostenklasse im GDP nur positiv gesehen. Ohne die stark steigenden Gesundheits- u, Sozialkosten wäre das GDP schon länger negativ.

  4. Pingback: Corona-Krise: die wirtschaftlichen Folgen › Digital Diary – Claudia Klinger

  5. Pingback: Bitcoin für Anfänger - Coingeeks.de

  6. Pingback: Bitcoin-Ausbruch am 22. Juli? – Spanien – Mallorca – Festland – Hai

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage