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Aktien

Warum jetzt Sanktionen gegen Russland?

Markus Fugmann

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Die EU und die USA haben neue Sanktionen gegen Russland erlassen – und zielen damit auf das Herz der russischen Ökonomie. Mit den Firmen Rosneft, Novatek und der Gazprombank (erstaunlicherweise aber nicht Gazprom selbst) attackiert der Westen Unternehmen, die für die Wirtschaftsentwicklung zentral sind. Zusätzlich sind acht Firmen aus dem Rüstungssektor betroffen, unter anderem die Firma Kalaschnikow.

Zentral aber ist Russlands größter Ölproduzent Rosneft. Das Unternehmen ist faktisch als Sieger aus den internen Machtkämpfen hervorgegangen und hat Gazprom als Liebling des Staates abgelöst. Das Unternehmen ist jedoch mit 74 Milliarden Dollar ziemlich hoch verschuldet – alleine in diesem Jahr muss Rosneft 13,7 Milliarden Dollar zur Schuldenrückzahlung aufbringen. Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis westliche Ratingagenturen Rosneft abstufen werden und so für Rosneft die Lage zusätzlich verschlechtern werden. Rosnefts CEO Igor Sechin sieht jedoch keine Bedrohung für das Unternehmen – man könne die Verpflichtungen ohne neue Schuldenaufnahme bedienen. Pikant ist, dass Rosneft derzeit gemeinsame Projekte mit Exxon entwickelt.

Der Aktienkurs von Rosneft ist heute – ebenso wieder russische Leitindex Micex – unter Druck:

Rosneft

Der russische Rubel reagiert mit Kursverlusten zum US-Dollar von über 1% auf die Sanktionen:

usdrub

Grundsätzlich stellt sich die Frage, warum ausgerechnet jetzt, da die ukrainische Regierung auf dem Vormarsch in der Ostukraine ist, die bislang mit Abstand schärfsten Sanktionen erlassen werden. Der Schlag gegen die bedeutendsten Unternehmen des Landes dürften dazu führen, dass Russland in die Rezession rutscht – und das ist auch für Deutschland keine wirklich gute Nachricht. Einmal ganz abgesehen von der Möglichkeit von Gegen-Sanktionen, die dann auch deutsche Unternehmen schwer treffen könnten..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    J. Frank

    17. Juli 2014 12:04 at 12:04

    Das ist wirklich seltsam dass gerade jetzt Sanktionen erlassen werden und das ohne jeden triftigen Grund. Vielleicht will man damit bezwecken das die Boersen nachgeben oder was auch immer das soll. Keine Ahnung was das soll und vor allem ohne jede Vorwarnung, einfach so aus der Huefte geballert. Bleibt abzuwarten was da noch kommt, bei den ltzten Aktionen hat der Dow nicht sonderlich reagiert……

  2. Avatar

    J. Frank

    17. Juli 2014 12:22 at 12:22

    Jetzt hab ich’s. Grund fuer die Sanktionen ist es den russischen Markt zu druecken, russischen Firmen machen trotz Verschuldung noch Profite und deshalb muss der Markte runter fuer spekulative Einkaeufe. Deshalb fallen alle anderen Kurse und man kann dann satt einkaufen. Und Morgen steigt alles wieder, was fuer ein Zufall?

  3. Avatar

    J. Frank

    17. Juli 2014 12:55 at 12:55

    DOW Future bricht ein, oh Wunder! Wie erwartet werden Gelder frei gemacht um in Russland einzukaufen. Welch einfache und doch systemische Logik dahinter steckt.

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Aktien: Bubble-Boomer demaskieren Wall Street-Casino! Marktgeflüster (Video)

Mit Aktien wie Gamestop bringen die Bubble-Boomer Hedgefunds in Schieflage – und demaskieren damit gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street!

Markus Fugmann

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Aktien wie Gamestop oder AMC schießen auch heute wieder durch die Decke – die Bubble-Boomer bringen damit jene Hedgefunds weiter in Schwierigkeiten, die eben diese Aktien short spielen. Diese Bubble-Bommer (Generation Z) ist mit der Spiele-Mechanik bestens vertraut und hat damit nicht nur eine Schwachstelle der Finanzmärkte offengelegt, sondern gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street demaskiert. Man darf gespannt sein, ob die Fed heute dazu etwas sagen wird – letztlich sind es die Notenbanken, die dieses Casino ermöglicht haben und den beteiligten Spielern das Gefühl suggerierten, dass man im Casino nicht verlieren könne, weil jedesmal wenn es eng wird, die Retter in Gestalt der Notenbanken nahen..

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Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

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American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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Apple-Quartalszahlen – kurze Vorschau auf heute Abend

Claudio Kummerfeld

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iPhones von Apple

Die Apple-Quartalszahlen werden heute Abend ab 22 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Wir werden dann umgehend berichten. Hier eine kurze Vorschau. Vor genau einem Jahr lag der Umsatz von Apple im 4. Quartal noch bei 91,8 Milliarden Dollar. Für heute liegen die durchschnittlichen Erwartungen von 27 Analysten bei 103,3 Milliarden Dollar. Beim Gewinn pro Aktie lag Apple vor einem Jahr bei 1,25 Dollar (nach Aktiensplit). Für heute werden im Durchschnitt von 30 Analysten 1,41 Dollar erwartet.

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Positive Überraschungen für Apple dank iPhone12?

Interessant wird es zu sehen, ob Apple seinen Services-Umsatz weiter kräftig steigern kann. Schaut man einige Analystenkommentare an, dann wäre dies gut möglich. Wichtig: Mehrere Analysten gehen von deutlichen Umsatzzuwächsen beim iPhone aus. Dies könnte daran liegen, dass zahlreiche Stammkunden die Anschaffung eines neuen iPhones hinauszögerten, weil das neue iPhone12 noch nicht auf dem Markt war. Dementsprechend fielen die Quartalszahlen von Apple im 3. Quartal 2020 auch eher mau aus. Aber der im 4. Quartal womöglich nachgeholte Konsum der neuen 12er-Modelle könnte bei Apple für glänzende Zahlen im 4. Quartal gesorgt haben. Aber es ist, wie es ist. Wissen tun wir es erst heute Abend genau! Aber positive Überraschungen sind möglich.

Die Aktie

Schauen wir uns mal die Apple-Aktie an. Vor einem Jahr notierte sie noch bei 80 Dollar, und erst vorgestern wurde mit 145 Dollar ein Rekordhoch erreicht. Die KGV-Schätzung für 2021 liegt bei einem Wert von 35. Das ist nicht gerade billig, aber für einen Tech-Wert immer noch relativ in Ordnung, wenn man das mal mit Tesla vergleicht, wo das KGV bei 294 erwartet wird. Bei Apple kann man noch von gesunden Relationen sprechen. Schaut man sich mehrere Kommentare von wichtigen Analysten an, dann ist die Stimmung für die heutigen Quartalszahlen ziemlich optimistisch.

Chart zeigt Apple-Aktie im Verlauf der letzten zwölf Monate
Apple-Aktie im Verlauf der letzten zwölf Monate.

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