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Warum niemand überrascht sein sollte: Donald Trump über „unsere sogenannten Verbündeten“ in 1987-Interview

Trumps Ideologie in Reinkultur – in einem TV-Interview aus dem Jahr 1987

Markus Fugmann

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am

Man kann sagen, dass im Jahr 1987 die Karriere von Donald Trump als Politiker begann – nicht offiziell, aber gewissermaßen geistig. Damals startete er eine Kampagne in US-Zeitungen über die Verschwendung von US-Geldern zum militärischen Schutz „unseren sogenannten Verbündeten“. Diese würden (wie damals vor allem Japan) eine Art „Geldmaschine“ auf Kosten der Amerikaner sein und sich von den USA schützen lassen – man lache in Ländern wie Japan, Saudi-Arabien und Kuwai über die Naivität der US-Politik und über die Amerikaner, die sich so ausnutzen ließen!

Was damals die Japaner waren, sind heute die Chinesen (und die Deutschen) – auch sie nutzen die Amerikaner angeblich aus, indem sie ihre Produkte in die USA verkaufen (und nebenbei gesagt, dafür sorgen, dass die Preise in den USA nicht durch die Decke schießen, weil Konzerne wie Walmart billig chinesische Importe anbieten, die auch für die amerikanische Unterschicht erschwinglich sind).

Alles, was Donald Trump heute sagt, ist bereits in einem TV-Interview mit Larry King aus dem Jahr 1987 in Reinkultur vorhanden – Trump setzt jetzt das um, was schon seit über 30 Jahren seine Ideologie, sein Welterklärungssystem ist!

Nun an der Macht, etabliert Trump ein charismatisches Herrschaftssystem: wie alle Charismatiker postuliert er eine historische Fehlentwicklung, die nun zwingend und schnell korrigiert werden müsse, sonst drohe der Untergang. Wer gegen ihn ist, ist gegen Amerika an sich und verbreitet grundsätzlich „Fake News“. Mit dem Abstieg der (weißen) Mittelschicht, die ihre gut bezahlten Industriejobs verlor, wurde Trumps Position in den USA mehrheitsfähig. Trump artikuliert die Ängste dieser von der Globalisierung abgehängten Amerikaner – und bennent die vermeintlichen Ursachen ihres Abstiegs, in dem konkrete Feindbilder konstruiert werden (z.B. durch den Slogan „China steals our jobs“).

Charismatische Herrschaftssysteme aber neigen wesenhaft zur Eskalation, weil sie nur Freund oder Feind kennen – wer nicht für mich (also Trump) ist, ist gegen mich und daher bösartig („Fake News“ als Kampfbegriff zur Delegitmierung einer für eine Demokratie essentiellen kritischen Öffentlichkeit): es kann dann zu Entwicklungen kommen, die völlig aus dem Ruder laufen – siehe dazu ausführlicher den Artikel „Der Irrtum der Beschwichtiger: Handelt Trump letztendlich doch mit „Vernunft und Verstand“?.

So oder so wird Trump versuchen, alle demokratisch-verfassungsmäßigen Fesseln, die seine Macht begrenzen, zu sprengen..

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Trump mit dem damaligen US-Präsident Reagan bei einem Emfoang im Weißen Haus

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    tm

    29. Juni 2018 11:33 at 11:33

    Sehr interessant, vielen Dank.

  2. Avatar

    Robby

    29. Juni 2018 12:12 at 12:12

    Donald, ist also doch kein psycho der eines morgens plötzlich aufwacht und glaubt er müsse Präsident werden und alle bestrafen die nicht auf seiner Seite sind.
    Nein, er ist schon seit über 30 Jahren als Geschäftsmann von dem überzeugt, was er heute ausführt.
    Das sollte so einigen die Augen öffnen und ihn jetzt auch anders sehen. Ob das richtig ist, oder nicht steht auf einem anderen Blatt un darüber sollen sich die Profis streiten….aber ich denke der Mann ist klug und macht nur das wovon er schon immer überzeugt war.

    • Avatar

      tm

      29. Juni 2018 12:20 at 12:20

      wobei schon gilt, dass er früher vollständige, verschachtelte, verständliche Sätze sprechen konnte und heute offenbar nicht mehr.

      • Avatar

        Robby

        29. Juni 2018 12:25 at 12:25

        @ tm
        wer weiß wie das mal bei uns sein wird, wenn wir in seinem Alter angekommen sind ???

        • Avatar

          tm

          29. Juni 2018 14:07 at 14:07

          Dann ist das schade, qualifiziert aber dummerweise nicht für höhere Ämter.

  3. Avatar

    Beobachter

    29. Juni 2018 13:01 at 13:01

    Da fällt mir gerade der Spruch eines deutschen Komikers ein:
    IM GEIST IST ER JUNG GEBLIEBEN, ER SPRICHT WIE EIN FÜNFJÄHRIGES KIND !
    Spass beiseite, aber wo ist die Abneigung gegen die Wallstreet Papierlihändler geblieben, ( Wahlkampf Parole) indem er mit Deregulierung u.Steuersenkungen genau dieser Elite in die Karten spielt ? .

    • Avatar

      Wolfgang M.

      29. Juni 2018 15:11 at 15:11

      @ Beibachter. Eben, der Mann hat zwar noch seine alten Glaubenssätze. Aber ich behaupte einmal, dass sich die Welt seither 31 Jahren doch wirtschaftlich sehr geändert hat. Durch das Internet haben sich hoch komplexe Lieferbeziehungen zwischen den Staaten entwickelt. Und mit Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet, Facebook u.co. sind Billionen-Konzerne entstanden, die nichts mehr mit der Welt von 1987 gemein haben. Ich frage mich, wer die Welt ausnutzt.? Zudem hat die Deregulierung der Finanzwelt an der Wall Street ganz andere Machtstrukturen geschaffen. Da soll Donald Trump mal versuchen, sein altes Weltbild in die heutige Welt zu transferieren. Wir kriegen die Rezession schon hin!
      Gruß

      Gruß

  4. Avatar

    Kritisch

    29. Juni 2018 14:37 at 14:37

    Trump gegen ALLE! Bin schon gespannt wie lang es sich „Alle“ das gefallen lassen? ALLE gegen Trump – das wird lustig! Wobei es ja schon so ein paar Anzeichen dafür gibt (EU mit China, etc). Wäre schon spannend ob dann seine Stammwähler noch immer hinter ihm stehen, wenn sie z.Bsp. sich ihre landwirtschaftlichen Güter sonst wo hinstecken können.
    Er kann aber ja mit dem ebenfalls nicht der WTO angehörigen NORDKOREA lebhaften, zollbefreiten Handel treiben – die Nordkoreaner haben ja ohnehin nichts zu beißen!

  5. Avatar

    Beobachter

    29. Juni 2018 17:01 at 17:01

    @Wolfgang M., Es gibt keinen besseren Vergleich ,wie sich die Finanzwelt verändert hat als ihre kürzlichen Beispiele von Tesla u. Daimler Benz.Komischerweise gehören sie aber der selben Branche an.
    Während DB als altes eingesessene Unternehmen mit 11 Mia.Jahresgewinn mit einem KGV von ca.6 bewertet wird, ist Tesla mit einem Tagesverlust von mehreren Mio. $ börsenkapitalisiert fast die grösste Autofirma ! !Von Netflix müssen wir gar nicht reden.Mindestens ein Geldwunder (Bitcoin ) hat sich doch schon in Luft aufgelöst u.gibt uns Nichtwundergläubigen ein wenig Hoffnung ,das auch die andern kleineren u.grösseren Ballone Plätzen werden.

  6. Avatar

    frank

    29. Juni 2018 22:47 at 22:47

    Das ist nicht neu und auch nicht überraschend. Das Video von 1987 wurde im Wahlkampf verwendet. Es gab eine Video-Collage mit dem Videoausschnitt, es wurde millionenfach aufgerufen und hat sicherlich zum Wahlerfolg beigetragen. Trump ist halt ein Mann mit Prinzipien und keine Fahne im Wind.

  7. Avatar

    frank

    29. Juni 2018 23:05 at 23:05

    Trump hat auch nicht unrecht. Nur verkennt er dass diese Politik mit weltweiter Militärpräsenz die Macht der USA sichert. Sie können es ja gerne ändern, dann würde Deutschland und Japan auch wieder souverän werden und die USA würde Macht einbüsen.

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US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

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am

Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

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Free Lunch-Sozialismus in der Coronakrise auf dem Vormarsch

Claudio Kummerfeld

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am

Im Sozialismus der Moderne soll das Geld vom Himmel regnen

In den USA gibt es das Sprichwort, dass es keinen Free Lunch gibt. Sinngemäß übersetzt: Für alles muss irgendwie letztlich doch von irgendwem bezahlt werden. Wer ideologisch voll auf Sozialismus getrimmt ist, sieht das aber wohl grundsätzlich anders. Ökonomisch glauben zum Beispiel die Verfechter der Modern Money Theorie (MMT – hier dazu ein interessanter Text), dass man einfach als Staat unbegrenzt Geld druckt beziehungsweise immer weiter Schulden aufnimmt, und damit alle Probleme lösen kann. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die derzeitigen Staatenlenker und Notenbanker in Europa auch MMT-Verfechter sind?

Sozialismus: MMT und das Wunder-Märchenland

Wer eh schon an MMT als Wundermittel zur Lösung aller Probleme denkt, und dem Sozialismus zugeneigt ist, der kann auf folgende Idee kommen. Hey, die Europäische Zentralbank (EZB) kauft doch seit Jahren mit Billionen selbst gedruckter Euros die Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf. Und die Mitgliedsstaaten als Eigentümer der EZB könnten doch dafür sorgen, dass die EZB einfach als Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet. Man druck Geld, kauft die eigenen Schulden, und erlässt sich dann selbst die Schulden. Ein in sich geschlossener Kreislauf von Geld, das vom Himmel regnet und alle Probleme löst.

Was für ein Märchen-Wunderland. Aber halt. Wenn die EZB die Schulden der Länder erlässt, hat sie selbst ja Verluste in ihren Büchern. Und die Verluste würden buchhalterisch auf die Mitgliedsstaaten umgelegt, womit sie nach gerade erst erlassenen Schulden wieder neue Schulden hätten. Tja, eben doch kein Free Lunch? Außerdem können die Staaten der EZB dank ihrer Unabhängigkeit keine Anweisungen erteilen. Aber halt, war da nicht gerade erst was in Sachen EZB und Schuldenerlass?

EZB soll auf Rückzahlungen von Anleihen verzichten

Erst letzte Woche berichteten wir über die Forderung der in der italienischen Regierung sitzenden Fünf-Sterne-Bewegung Richtung EZB. Sie solle doch bitte gegenüber Italien auf die Rückzahlung der gehaltenen Anleihen verzichten, die im Zuge der Coronakrise aufgenommen wurden. Mal ehrlich: Selbst wenn die EZB das machen würde, müsste man das für alle Euro-Länder tun, und gleich danach wäre der Ruf laut nach Erlass aller gehaltenen Forderungen in den Büchern der EZB. Heute nun fordert Riccardo Fraccaro, ein Staatssekretär und enger Berater des italienischen Minsterpräsidenten Conte laut Berichten das selbe.

Auch er ist von der Fünf-Sterne-Bewegung. Die EZB könne so viel Geld drucken wie sie wolle. Die Geldpolitik müsse die expansive Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten in jeder möglichen Weise unterstützen, zum Beispiel per Schuldenerlass, oder über eine ewige Laufzeitverlängerung. Tja, Sozialismus pur, möchte man sagen. Erst Schulden machen, dann nicht zurückzahlen wollen. Woher das Geld kommt, dass es keinen Free Lunch gibt? Dass irgendwann bei maßlosem Gelddrucken Inflation und Hyperinflation anstehen, und dass man Schulden auch zurückzahlen muss – egal.

Der „plan“-mäßige Weg in den Sozialismus

Bernd Riexinger als Parteichef der Linken verkündet eine klare, ganz offene Forderung, die letztlich nichts anders ist als der direkte Weg in den Sozialismus. Das Wort Enteignung klingt natürlich verführerisch für alle Menschen, die kein Wohneigentum besitzen, sondern mieten. Wer würde sich nicht gerne vom „Joch“ des bösen Vermieters lösen, an den man jeden Monat einen beträchtlichen Teil seines Einkommens abführen muss? Dass der Vermieter für die Erstellung der Immobilie vielleicht einen Kredit aufgenommen hat, und dass laufende Kreditraten, Instandhaltungen, städtische Leitungsverlegungen an der Straße uvm sehr viel Geld kosten, das erwähnt Bernd Riexinger nicht.

Denn diese Kosten trägt der Vermieter, welche letztlich durch die monatlichen Mietzahlungen finanziert werden. Im Sozialismus sagt man sich wohl: Der böse Vermieter kassiert pro Monat 800 Euro Miete, und hat also auch 800 Euro Gewinn für sich selbst. Dass nach Kreditkosten, Instandhaltung, Müllabfuhr, Gärtner, Hausmeister uvm bei vielen Vermietern kaum oder nur wenig übrig bleibt, passt da natürlich nicht ins Bild. Dass Ersteller von Immobilien teuer erkaufte Grundstücke über höhere Wohnungsmieten refinanzieren müssen – egal. Für Bernd Riexinger ist es ganz einfach. Alles verstaatlichen, so scheint die Devise zu sein.

Am besten alle Wohnungen und auch alle Grundstücke in Staatseigentum überführen, dann hat man alle Probleme Wohnungsmarkt gelöst? Die tatsächliche und nachhaltige Lösung des Problems wäre es, dass Staat und vor allem private Vermieter die Zahl neuer Wohnungen so derart stark erhöhen, dass mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Dann fallen die Wohnungsmieten von ganz alleine – Angebot und Nachfrage! Berlin (man lebt eh auf Kosten der anderen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich) müsste deutlich mehr Bauland zur Verfügung stellen, und das möglichst günstig, mit möglichst wenig Bürokratie. Aber nein, man bestraft lieber die bestehenden Vermieter.

Vermieter enteignen, weil sie nicht so agieren wie gewünscht

Diese Woche trat beim Berliner Mietendeckel die zweite Stufe in Kraft. Daraufhin kündigten große Vermieter in Berlin an neue Investitionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt stoppen zu wollen. Die Lösung im Sozialismus lautet bei so etwas: Funktioniert unsere Maßnahme nicht wie gewünscht, setzen wir eben eine noch größere Maßnahme oben drauf. So fordert Bernd Riexinger daher eindeutig die Enteignung der Vermieter. Natürlich ist das verfassungsrechtlich ein noch weiterer Weg als der Mietendeckel.

Aber hey, der wurde ja auch bereits umgesetzt in Berlin. Der Staat soll es halt selbst richten. Selbst bei einer Enteignung (spielen wir das Szenario mal durch) müsste die Stadt Berlin die Wohnungseigentümer entschädigen. Dadurch würde die Verschuldung der Stadt Berlin deutlich ansteigen. Aber halt… wenn wir eh schon beim Thema EZB sind… die EZB könnte doch diese neuen Berliner Anleihen einfach aufkaufen, und auf ihre Rückzahlung verzichten? Wäre doch echt super? Ein Free Lunch im Märchenland des Sozialismus.

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Dass sich die Wohnungskrise in Berlin durch den Mietendeckel eher noch verschärft hat, das darf man als Verfechter des Sozialismus natürlich sofort den bösen Vermietern anlasten? Denn die wollen bei sinkenden Mieteinnahmen und staatlichem Eingriff in die Vertragsfreiheit keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen? Welch ein Wunder, wer hätte damit rechnen können? Das ist ja gleich noch ein Argument für die Verstaatlichung der gesamten Wohnungsindustrie. Lassen wir einfach alles den Staat machen. Wohnungen bauen und vermieten, und das schön günstig. Aber warum macht die Stadt Berlin das nicht schon längst in großem Stil?

Niemand hindern sie daran. Man sieht, sie kann es nicht. Dabei regieren die Linken in Berlin doch, und sind nicht in einer Opposition, wo sie hilflose Zuschauer sind. Nein, man drangsaliert lieber die private Wohnungswirtschaft. Dabei könnte man parallel zu den Privaten durch ein massives Überangebot an neuen staatlich gebauten Wohnungen dafür sorgen, dass auch bei den privaten Vermietern durch freie Marktmechanismen die Mietforderungen sinken. Denn wie gesagt, wenn mehr Wohnungen als Wohnungsssuchende vorhanden sind, werden die Vermieter zwangsläufig ihre Mietforderungen senken.

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Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

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Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

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