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Krypto-Währungen

Warum Proof-of-Stake-Kryptowährungen an Relevanz gewinnen

Redaktion

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Bitcoin ist nicht nur die älteste, sondern auch die bekannteste Kryptowährung der Welt. Dementsprechend ist Bitcoin aus rein technischen Gesichtspunkten nicht mit modernen Kryptowährungen zu vergleichen. Insbesondere der Konsensmechanismus, der Proof-of-Work-Algorithmus, besitzt zahlreiche Nachteile. So gilt dieser als besonders energiehungrig, da Miner regelmäßig mehr Rechenleistung zur Verfügung stellen, um erfolgreich neue Blöcke zu verifizieren. Einen modernen Ansatz bietet dahingegen der Proof-of-Stake-Algorithmus (PoS), der bei immer mehr Projekten zum Einsatz kommt. Warum die PoS-Kryptowährungen in Zukunft an Relevanz gewinnen, zeigen wir im Folgenden.

Was ist Proof of Stake eigentlich?

Am 19. August 2012 veröffentlichte ein anonymer Entwickler unter dem Pseudonym Sunny King das Whitepaper zur Peercoin. Dabei beschrieb King erstmalig einen Proof-of-Stake-Algorithmus zur Validierung von Transaktionen im Netzwerk. Doch der eigentliche Algorithmus wurde bereits ein Jahr zuvor in Kreisen von Bitcoin-Entwicklern diskutiert.

Im Gegensatz zum Proof of Work (PoW) ist die Rechenleistung beim PoS eher zweitrangig. Dementsprechend fungiert nicht die eingebrachte Rechenleistung als relevante Größe, um einen Block erfolgreich zu validieren. Vielmehr erfolgt eine Verteilung der Hash-Rechte anhand des Anteils an der jeweiligen Coin. Das bedeutet, dass Nutzer mit einem höheren Vermögen in einer Kryptowährung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auch die Validierung des Blocks übernehmen können.

Allerdings gibt es bei der Vergabe der Rechte wiederum unterschiedliche Ansätze. So können beispielsweise Coins, die besonders lange gehalten werden, eine höhere Relevanz erhalten. Die Rede ist hierbei vom Coinage, dem Alter der Coin. Die Berechnung des jeweiligen Hashbereichs ist vergleichsweise einfach, denn das Coinage mal der Anzahl der Coins ergibt den Zielhashbereich. Je höher der Zielhashbereich ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Anleger die Rechte zum Hashen eines neuen Blocks erhält.

Welche Vorteile hat Proof of Stake gegenüber Proof of Work?

Vergleicht man PoS und PoW, dann gibt es einige grundlegende Unterscheidungsmerkmale. Ein Blick auf den Markt der Kryptowährungen zeigt beispielsweise, dass die PoW-Coins zum aktuellen Zeitpunkt eine höhere Marktkapitalisierung besitzen. Außerdem können Investoren Bitcoin kaufen per PayPal – dies zeigt, dass Bitcoin bereits eine hohe Akzeptanz genießt.
Doch auch der zweitgrößte Coin am Markt, Ethereum, ist eine PoW-Coin. Allerdings deutet sich ein Wandel an, denn mit Ethereum 2.0 steht das wohl größte Upgrade der Blockchain bereits bevor. Hierbei soll auch ein Wandel von Proof of Work auf Proof of Stake stattfinden. Dabei soll das Upgrade wohl einige Probleme gleichzeitig lösen. Hierzu gehört etwa der aktuell hohe Stromverbrauch. Eine PoW-Coin verbraucht mehr Energie, bei steigender Schwierigkeit. Insbesondere BTC und ETH sind heutzutage für einen hohen Energieverbrauch verantwortlich.

Das Individuum hat inzwischen keine Erfolgschancen beim Mining. Aus diesem Grund entstehen zunehmend mehr Mining Pools, die die Rechenleistung auf sich konzentrieren. Es kommt zu einer Zentralisierung im Netzwerk – dies widerspricht dem Dezentralisierungsgedanken der Kryptowährungen. Beim PoS hat jeder Anleger die Chance, sich an der Validierung neuer Blöcke zu beteiligen.

Auch lässt sich annehmen, dass beim PoW Miner profitieren, die mehr Geld in leistungsstarke Hardware investieren. Je höher die Investments in potente Hardware, desto höher die erzielten Erträge. Zeitgleich verlieren die Anleger mit schwächerer Hardware. Das Investment sorgt für exponentielle Gewinnsteigerungen. Beim PoS lassen sich ebenfalls die Chancen durch das Halten größerer Bestände steigern. Doch die Chance bei den Staking-Kryptowährungen wächst nur linear. Andere Anleger müssen durch die steigenden Investments einzelner Anleger keine Nachteile befürchten.

Proof-of-Stake nicht ohne Nachteile

Obwohl Proof of Stake im Grunde zahlreiche Vorteile gegenüber Proof of Work aufweist, gibt es auch hier einige Nachteile. So etwa im Falle einer Fork. Wer Staking betreibt, also Coins sperrt, um Blöcke zu verifizieren, hat hier keine technische Begrenzung. Kommt es zu einer Fork, dann existieren die Coins auf der alten sowie der neuen Version der Blockchain. Dementsprechend können Staker einfach ihre neuen Ressourcen nutzen, um auf beiden Chains zu staken – beim Mining funktioniert dies aufgrund der limitierten Hardware nicht.

Außerdem zeigt sich, dass die Wahl des Blockproduzenten beim Mining zufälliger stattfindet. Hier gewinnt der Nutzer, der einen Blockhash am schnellsten findet. Beim Staking muss der Algorithmus zufällig auswählen und öffentlich sein, um das nötige Vertrauen zu schaffen. Allerdings lassen sich öffentlich einsehbare Algorithmen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit manipulieren – zumindest können die Nutzer ihr Handeln etwas optimieren.

Außerdem besteht bei einer PoS-Coin das Risiko eines feindlichen Angriffs. Natürlich ist dies auch bei jeder PoW-Blockchain möglich, doch mit der Zeit steigt beim PoW die Schwierigkeit und somit die erforderliche Rechenleistung. Eben jene Rechenleistung ist limitiert und kann nicht frei skaliert werden. Beim PoS lassen sich allerdings die Kette sowie alle Vorgänge mit Computern simulieren. Dementsprechend gibt es sogenannte Checkpoints, die dazu beitragen, dass das Netzwerk nur eine eindeutige Kette akzeptieren. Alle alternativen Varianten werden schlicht und ergreifend abgelehnt. Dabei müssen die Nodes allerding permanent online sein, um mit der Chain zu kommunizieren. Eben hier liegt das potenzielle Risiko sämtlicher Proof-of-Stake-Kryptowährungen.

Warum gewinnen Proof-of-Stake-Kryptowährungen dennoch an Relevanz?

Es gibt gleich mehrere Gründe, weshalb Proof of Stake an Relevanz gewinnt. Dabei tragen vor allen Dingen externe Faktoren für eine steigende Akzeptanz bei. Einerseits leben wir in einer Zeit, in der der Umweltschutz eine steigende Relevanz gewinnt. Allein Bitcoin ist allerdings für einen Energieverbrauch von 46 TWh verantwortlich – dem jährlichen Energiebedarf ganz Jordaniens. In Zeiten, in denen wir die Reduktion von CO2-Emissionen forcieren, ist dies schlicht und ergreifend zu viel.
Zudem suchen immer mehr Menschen nach interessanten Möglichkeiten zum Geld anlegen. Hier kommt das Staking von Kryptowährungen zum Tragen, denn Staking ist ein besonders passiver Weg, um sein Vermögen zu vermehren. Insbesondere der Betrieb einer Masternode bei einer Staking kann zu hohen Renditen führen. Auch der komplette DeFi-Sektor profitiert von den PoS-Kryptowährungen und könnte durch deren Akzeptanz noch weiter zulegen.

Fazit: Proof of Stake – die Zukunft der Kryptowährungen

Proof of Stake ist sicherlich nicht die perfekte Lösung. Doch im Vergleich zu PoW gibt es zahlreiche Vorteile, die für diesen Konsensmechanismus sprechen. So können beispielsweise Validierungen an die Nodes verteilt werden. Ethereum 2.0 zeigt im Ansatz, dass PoS auch perfekt dazu geeignet ist, um die Probleme in Sachen Skalierbarkeit in den Griff zu bekommen. So können zahlreiche Nodes die Validierung von Transaktionen auf Sidechains übernehmen und somit die Transaktionen pro Sekunden erhöhen. Zudem ist das Staking ein Ansatz, um ein passives Einkommen aufzubauen. Langfristig dürfte die erfolgreiche Umsetzung von PoS-Chains dazu beitragen, dass diese eine höhere Akzeptanz erfahren.

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Bitcoin

Kryptowährungen: BaFin veröffentlicht Risikohinweis für Verbraucher

Claudio Kummerfeld

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Drei Kryptowährungen als fiktive Münzen

Nein, es ist kein Scherz, aber es hat den Hauch von Realsatire. Hat man bei der BaFin extra noch gewartet, bis sich der Bitcoin in den letzten Wochen mehr als verdoppelte, von unter 20.000 auf über 40.000 Dollar? Es ist die Behörde, die bei so ziemlich allen großen Finanzskandalen der letzten Jahre versagt hat – oder noch schlimmer, davon gar nichts mitbekam, bis es zu spät war? Diese Behörde möchte uns jetzt vor einem Risiko warnen?

Am Tag vor Heiligabend (wohl eine frohe Kunde?) versuchte die BaFin mit einer Veröffentlichung quasi zu erläutern, warum Kreditausfälle bei Banken keine Kreditausfälle sind (mehr dazu hier). Zuletzt zeigte die BaFin vor allem auch mit ihrem Führungspersonal gar kein gutes Bild beim Wirecard-Skandal. Und so könnte man es endlos fortsetzen. Der Finanzwende-Chef Gerhard Schick hatte erst letzte Woche in einem interessanten Artikel erläutert, dass die BaFin bei fast jedem Skandal geschlafen hat. Es handele sich um eine Kuschel-Aufsicht (mehr dazu hier).

Aber jetzt, da hat die BaFin gelernt? Jetzt greift man „knallhart“ durch mit einem aufklärenden, informativen Hinweis für die unbedarften Verbraucher? Der Risikohinweis für Kryptowährungen ist betitelt mit den Worten „Hype um Kryptowerte – BaFin warnt Verbraucher vor Risiken bei Investments“. Hier die Warnung im Wortlaut:

Die BaFin nimmt die Kursentwicklung auf den Märkten für Kryptowerte zum Anlass, Verbraucherinnen und Verbraucher erneut vor den Risiken solcher Investments zu warnen.

Sie sollten sich nicht von den in der jüngeren Vergangenheit zu verzeichnenden Preisanstiegen bekannter Kryptowährungen wie etwa Bitcoin, Ether, XRP, Bitcoin Cash und Litecoin blenden lassen. Die BaFin warnt nicht nur vor den Risiken beim direkten Erwerb von Kryptowerten. Riskant sind auch derivative Finanzinstrumente wie finanzielle Differenzkontrakte (Contracts for Difference – CFD) und Zertifikate, die den Kursverlauf von Kryptowerten abbilden (siehe BaFinJournal September 2020).

Bei allen diesen Anlagen können Verbraucherinnen und Verbraucher erhebliche Kapitalverluste erleiden. Auch ein Totalverlust ist möglich. Aus der hohen Volatilität und möglichen Illiquidität von Kryptowerten entstehen Risiken, die sie bei ihrer Anlageentscheidung berücksichtigen müssen.

Bereits in der Vergangenheit haben die BaFin und andere Aufsichtsbehörden vor den Risiken von Kryptowährungen und auch Initial Coin Offerings (ICOs) gewarnt.

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Bitcoin

Rüdiger Born: Optimismus für Bitcoin

Rüdiger Born

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Bricht der Bitcoin nun weiter ein, oder geht die Rally nach kurzer Pause weiter? Ich bin recht optimistisch. Dazu mehr im folgenden Video.

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Bitcoin

Bitcoin: Schnell 24 Prozent Absturz, jetzt 20 Prozent Anstieg – Analyst und Trader im Video

Claudio Kummerfeld

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Kryptowährungen Symbolfoto

Der Bitcoin fiel übers Wochenende um gut 24 Prozent. Dann seit gestern ging es bis jetzt wieder 20 Prozent nach oben, nämlich von 30.000 auf 36.000 Dollar (aktuell auf Bitstamp 36.114 Dollar). Was für eine wahnsinnige Bewegung! Gestern vermuteten wir in unserer Berichterstattung, dass eventuell viele Zocker diesen Rückgang nutzen könnten, um zu „günstigeren Kursen“ wieder im Bitcoin einzusteigen. Und siehe da, so kam es dann auch. Der Chart zeigt den Kursverlauf seit dem 28. Dezember.

Chart zeigt Bitcoin-Kursverlauf seit dem 28. Dezember

Der Analyst Timo Emden wird im folgenden aktuellen Video von Manuel Koch zur Lage beim Bitcoin interviewt. Was wir die letzten Tage bereits für den Bitcoin erwähnt hatten, spricht er ebenfalls an. Für die weltweit größte Kryptowährung treffe derzeit das Börsianersprichwort „Die Hausse nährt die Hausse“ zu. Die Anleger seien seit dem Jahreswechsel im Krypto-Fieber, so seine Worte. Je stärker der Bitcoin ansteigt, desto mehr gierige Anleger springen auf den Zug auf. Dieser jüngste Rückschlag vom Wochenende wurde offenkundig als günstiger Einstieg innerhalb der Hausse angesehen.

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Im folgenden Video können Sie einen Teil der Euphorie rund um den Bitcoin mal aus Sicht eines Traders sehen. Allein schon die knallige Headline soll wohl zum Einstieg animieren. Er habe weitere BTCs gekauft, und das sollten die Zuschauer seiner Meinung nach auch tun. Aber er bietet auch charttechnische Begründungen, warum der Bitcoin nach dem jüngsten Rückschlag jetzt ein Kauf sein soll.

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