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Coronakrise: Warum Regierende viel Vertrauen verspielen!

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Die Regierung darf in der Coronakrise nicht das Vertrauen verspielen

Das Robert Koch Institut schrieb in seiner Risikoanalyse für die Bundesregierung im Jahr 2012 zum Thema „Pandemie verursacht durch einen SARS-ähnlichen Erreger“, dass durch vielstimmige Kommunikation mit einer Verunsicherung der Bevölkerung zu rechnen sei, die die Vertrauensbildung beeinträchtige. Gelernt wurde daraus für die aktuelle Coronakrise nichts. Während der vergangenen Tage wurde von Seiten der Entscheidungsträger gleich mehrfach offen gelogen bei Themen, bei denen klar war, dass es nach wenigen Tagen anders kommen würde. Das unterminiert das Vertrauen der Bevölkerung.

Versprochen: Genug Geld für alle in der Coronakrise – tatsächlich war Geld nach wenigen Tagen alle

Bestes Beispiel für mich ist die Soforthilfe der Berliner Regierung für Selbständige und kleinere Unternehmen gegen die Folgen der Coronakrise. 5.000 Euro Soforthilfe gab es vom Land, dazu 9.000 Euro vom Bund, die im gleichen Onlineformular zusammen mit den 5.000 Euro beantragt werden konnten. Die 5.000 Euro vom Land durften Selbständige auch zum Bestreiten des eigenen Lebensunterhalts verwenden. Die 9.000 Euro vom Bund dürfen hingegen nur für laufende Betriebskosten wie die Miete eingesetzt werden. Schon am ersten Tag gab es mehr als 100.000 Anmeldungen, die das ursprünglich eingeplante Geldvolumen überstiegen.

Schnell wurde das Volumen aufgestockt und den teilweise mehr als 400.000 Menschen und Unternehmen in der Online-Warteschlange immer wieder eingehämmert, dass für alle (!) genügend Geld verfügbar sei. Pech, wer Vertrauen in diese Aussage setzte. Als verpatzter Aprilscherz wurde die Warteschlange am 1. April nachmittags einfach angehalten und auf der Website die Meldung veröffentlicht, dass es erst am 6. April weitergehe. Dann in veränderter Form. Die 5.000 Euro vom Land fallen weg. Eine Katastrophe für Selbständige, für die die 5.000 Euro vom Land die einzige Möglichkeit waren, wegfallendes Einkommen zu kompensieren. Wer den Entscheidungsträgern glaubte, dass für alle (!) ausreichend Geld verfügbar sei und sich mit der Beantragung Zeit ließ, ist jetzt der Dumme. Also zum Beispiel die Selbständigen, die noch nicht akut von der Zahlungsunfähigkeit betroffen sind, anderen den Vortritt lassen wollten und sich dachten, die Krisenhilfe erst in Anspruch nehmen zu wollen, wenn es wirklich notwendig werden sollte. Doch auch Unternehmen, die in der Coronakrise der Aussage vertrauten, können ab dem 6. April nur noch weniger Geld beantragen als bis zum 1. April.

Was heute Fake News ist, ist morgen Realität

Weiteres Beispiel: Am 14. März verbreitet das Bundesministerium für Gesundheit auf Twitter, dass es eine Fake News sei zu behaupten, die Bundesregierung würde in der Coronakrise bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Acht Tage später einigten sich Bund und Länder auf umfassende Kontakt- und Aufenthaltsverbote in der Öffentlichkeit für die Bevölkerung. Und noch ein Beispiel: Am 20. März warnt das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales vor einer Fake News. Jemand hatte einen Screenshot der Behördenwebsite bearbeitet. Laut diesem veränderten Screenshot würde Berlin eine Ausgangssperre ab dem 23. März verkünden. Nun war dieser Screenshot in der Tat gefälscht – die Abbildung zeigte nicht die Webseite der Behörde und dort war der abgebildete Text am 20. März nicht zu finden. Doch was auf dem Screenshot stand, wurde am 22. März 1:1 so beschlossen und galt ab dem 23. März.

Was heute Fake News sind, ist morgen in Verordnung gegossen und buß- oder gar strafbewehrte Freiheitseinschränkung. Dass dann auch noch die ersten Innenminister fordern, die Verbreitung von Fake News im Zusammenhang mit der Coronakrise sollte unter Strafe gestellt werden, macht die Regierenden nur noch Unglaubwürdiger. Jemand, der am 20. März behauptete, ab dem 23. März gäbe es Ausgangssperren, wäre dann wohl am 23. März bei Verhängung der Ausgangssperren noch wegen Verbreitung von Fake News im Gefängnis gewesen… Vertrauen schafft man nicht, indem man Menschen einsperrt, sondern indem wahrheitsgemäß kommuniziert wird. Wenn nicht genügend Geld da ist, dann sollte man nicht das Gegenteil behaupten. Wenn im Prinzip allen klar ist, dass es in wenigen Tagen Ausgangssperren geben wird, dann sollte man bei der Anprangerung diesbezüglicher Fake News wenigstens erwähnen, dass es die gefakten Planungen sehr wohl auch in der Realität gibt.

Vertrauen in die Regierung rettete die Banken 2008 – hilft es dieses Mal auch in der Coronakrise?

In anderen Ländern ist es bereits so, dass die Menschen landesweit zu den Geldautomaten und Wechselstuben rennen, wenn der Präsident im Fernsehen verkündet, es gäbe genügend Devisen und niemand müsse sich Sorgen vor einer Abwertung machen. Denn die Historie lehrte die Menschen, dass solche Ankündigungen nur gemacht werden, wenn es eben keine Devisen mehr gibt und eine weitere Abwertung kurz bevorsteht.

Die Regierenden in Deutschland arbeiten in der Coronakrise gerade hart daran, sich eine vergleichbare Glaubwürdigkeit zuzulegen. Das wäre fatal bei einer weiteren Krisenverschärfung. Denn was früher mit verbalen Zusicherungen gelöst werden konnte, würde dieses Mal vielleicht in einer Krisenverschärfung münden. So war Angela Merkels Aussage im Jahr 2008, die Sparguthaben der Deutschen wären sicher und die Bundesregierung stünde dafür ein, weder wahr noch gesetzeskonform. Die Bundesregierung Doch es wirkte: Einen die Banken zum kollabierenden bringenden Bank Run gab es nicht. Würden die Deutschen heute auch noch darauf vertrauen, dass das Geld sicher sei, wenn es die Regierung behauptet? Die Verwerfungen auf dem Goldmarkt zeigen, dass viele daran bereits Zweifel hegen.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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