Der Goldpreis bleibt trotz anhaltender geopolitischer Krisen angeschlagen. Eigentlich müsste Gold in einem Umfeld aus Iran-Konflikt, neuen US-Angriffen und steigender Inflation deutlich profitieren. Doch genau das Gegenteil ist derzeit der Fall: Statt einer Flucht in den sicheren Hafen gerät der Goldpreis weiter unter Druck. Hohe Renditen und die Sorge vor länger hohen Fed-Zinsen bremsen das Edelmetall zunehmend aus. Damit verschlechtert sich auch das charttechnische Bild weiter.
Goldpreis fällt trotz Iran-Krise
Die jüngsten Entwicklungen im Iran-Konflikt und die Straße von Hormus sorgen für Nervosität beim Goldpreis. Die USA griffen iranische Raketenstellungen sowie Boote an, die offenbar Minen im strategisch wichtigen Seegebiet platzieren wollten. Laut US-Zentralkommando handelte es sich um defensive Maßnahmen zum Schutz amerikanischer Truppen. Wenige Stunden zuvor erklärte Donald Trump noch, dass die Gespräche mit dem Iran über eine Zwischenlösung zur Stabilisierung der Lage „gut voranschreiten“ würden.
Genau diese widersprüchlichen Signale belasten derzeit die Stimmung am Goldmarkt. Einerseits bleibt die geopolitische Unsicherheit hoch, andererseits setzen Anleger weiterhin auf eine mögliche diplomatische Lösung. Das Problem für Gold: Jede neue Eskalation treibt auch den Ölpreis nach oben – und damit steigen gleichzeitig die Sorgen vor anhaltend hoher Inflation. Das wiederum schürt die Sorge vor länger hohen Zinsen oder sogar einer Zinserhöhung durch die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, der Jerome Powell inzwischen abgelöst hat.
Für Gold bleibt das Umfeld weiterhin schwierig. Denn das Edelmetall wirft selbst keine laufenden Erträge ab. Steigen die Renditen am Anleihemarkt, werden Staatsanleihen und andere festverzinsliche Anlagen für Investoren attraktiver. Genau deshalb bleiben die hohen US-Renditen derzeit einer der größten Gegner des Goldpreises. Zwar kamen die Renditen zuletzt leicht zurück, bewegen sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Während die 10-jährige Benchmark-Rendite bei rund 4,5 % notiert, verharrt die 30-jährige Anleiherendite über der 5%-Marke. Zugleich zeigt sich auch der US-Dollar vergleichsweise robust.
Warum Gold nicht steigt
Diese Kombination aus hohen Renditen, stabilem Dollar und Inflationssorgen nimmt Gold aktuell viel von seiner Aufwärtsdynamik. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar hat das Edelmetall bereits rund 14 Prozent verloren. Die klassische Rolle als sicherer Hafen wird momentan von Zinssorgen und der Erwartung einer restriktiven Geldpolitik überlagert. Hinzu kommt, dass geopolitische Eskalationen inzwischen oft nur noch kurzfristige Erholungen beim Goldpreis auslösen. Viele dieser Bewegungen werden anschließend wieder verkauft. Anleger schauen aktuell weniger auf einzelne Schlagzeilen aus dem Nahen Osten, sondern vor allem auf die Fed-Zinsen und die Entwicklung am Anleihemarkt.
Trotz der aktuellen Schwäche bleibt die langfristige Perspektive für Gold konstruktiv. Sollte sich die Lage am Energiemarkt entspannen und der Inflationsdruck nachlassen, könnte Gold später im Jahr erneut profitieren. Entscheidend wird dabei sein, ob die Renditen weiter sinken und der Dollar an Stärke verliert. Gleichzeitig bleiben die strukturellen Treiber der Goldrally intakt: Zentralbankkäufe, explodierende Staatsschulden, der schleichende Vertrauensverlust in Fiat-Währungen sowie der Debasement-Trade – also die Flucht aus Papiergeld in knappe reale Vermögenswerte. Zusätzlichen Rückenwind könnte Gold erhalten, sobald die Realzinsen wieder fallen.
Charttechnischer Gegenwind
Charttechnisch bleibt die Lage kurzfristig angespannt, wie die Grafik von Finanzmarktwelt zeigt. Der Goldpreis versucht sich zwar weiterhin oberhalb von 4.500 Dollar zu stabilisieren, scheitert bislang jedoch an einer überzeugenden Gegenbewegung. Genau diese Zone entwickelt sich zunehmend zu einer kritischen Marke für die Bullen.
Sollte der Preis nachhaltig unter den Bereich um 4.480 Dollar fallen, könnte sich die laufende Korrektur weiter ausweiten. Dann würden kurzfristig Unterstützungen im Bereich zwischen 4.385 und 4.315 Dollar in den Fokus rücken. Auf der Oberseite müssten die Käufer zunächst die Zone um 4.580 Dollar zurückerobern. Wirklich aufhellen würde sich das Chartbild jedoch erst mit einem nachhaltigen Ausbruch über das Verlaufshoch bei 4.773 US-Dollar. Solange dies nicht gelingt, bleibt das Risiko weiterer Kursrücksetzer erhöht. Auch ein Abrutschen in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 Dollar bleibt aus technischer Sicht ein valides Szenario.

Damit bleibt der Goldpreis aktuell gefangen zwischen geopolitischer Unsicherheit und der Angst vor dauerhaft hohen Zinsen. Solange Renditen und Dollarstärke dominieren, bleiben Erholungen fragil – und genau das macht die Lage für Anleger derzeit so schwierig.
Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung oder Handelsempfehlung dar.
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Ja, schrecklich.
Gold ist in Euro in diesem Jahr um etwas über 5% gestiegen.
Das ist mehr als der geglättete Schnitt der letzten 55 Jahre.
Bitte nicht zu viel von Gold erwarten.
Über 10 % Kurssteigerung aufs Jahr, kann man nicht meckern.
Zumal es im letzen Jahr etwa 47 % waren.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Schulden rollen bei 4-5%?