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Warum sich der Ölpreis zu neuen Höhen aufmacht

Öl-Bohrturm

Der Preis für das Nordsee-Öl Brent kratzt aktuell an der Marke von 70 Dollar, und ist damit gerade mal noch 1,30 Dollar entfernt vom letzten Hoch am 8. März. Höhere Niveaus sah man vorher im Frühjahr 2019 bei 73 Dollar. Im Ölpreis der US-Sorte WTI sieht es kaum anders aus. Seit dem 26. April ist WTI von 61 Dollar auf aktuell 66,46 Dollar angestiegen. Damit ist man auch nicht mehr weit entfernt vom letzten Hoch bei 68 Dollar vom 8. März. Der nächste Hochpunkt im WTI-Öl wäre die Marke von 76 Dollar aus Oktober 2018.

Ölpreis schwimmt auf Euphoriewelle des Booms in China und den USA

Kann der Ölmarkt aktuell noch ein kleines Stück weiter ansteigen, dann sieht der Weg nach oben für Charttechniker durchaus rosig aus. Man muss es derzeit einfach so sehen: Die Konjunktur in China brummt wie wild. Und die US-Regierung hat die Bürger mit Stimulus-Schecks geflutet. Der Bauboom in den USA nimmt gigantische Züge an, die Strände in Florida und Kalifornien sind überfüllt, Partys ohne Ende. Die Corona-Restriktionen in den USA werden schnell wieder aufgehoben, oder sie sind an vielen Orten schon längst aufgehoben worden. Die Impfungen schreiten rasch voran. Für den Ölpreis bedeutet das? Klar, deutlich mehr Nachfrage nach Öl, der Preis steigt. Auch steht in den USA bald wieder die sogenannte „Sommer-Fahrsaison“ an, wo die Amerikaner mehr Benzin verbrauchen. Und nach der nervigen Coronakrise, da werden die Amerikaner mehr denn je raus fahren wollen? Das könnte gut sein für die Öl-Nachfrage.

Öl-Lagerdaten heute Nachmittag

Gestern meldete das private American Petroleum Institute (API) seine wöchentlich ermittelten Daten für die Öl-Lagerbestände in den USA. Sie wurden mit -7,7 Millionen Barrels vermeldet bei Erwartungen von -2,2 Millionen Barrels. Dies hilft dem Ölpreis aktuell weiter Stärke zu zeigen. Denn sinkende Lagerbestände deuten wohl auf Benzin-Hunger an den Tankstellen in den USA hin. Wie jede Woche sind die API-Daten lediglich der Vorläufer auf die offiziellen Lagerdaten. Sie werden vom der US-Energiebehörde heute um 16:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Die Erwartungen liegen bei -2,3 Millionen Barrels.

Nachfrage-Euphorie größer als Angst vor größerem OPEC-Angebot

Werden die staatlichen Daten heute Nachmittag ähnlich hohe Lager-Rückgänge wie API melden, oder sogar größere Rückgänge? Dies könnte ein weiterer Push für den Anstieg im Ölpreis darstellen. Faktoren wie hunderttausende Corona-Neuinfektionen in Indien scheinen derzeit keine Rollen mehr zu spielen hinsichtlich einer Angst um einen Einbruch der globalen Öl-Nachfrage. Man vergesse bitte nicht: Am 1. April hatte die OPEC mit ihren externen Partnern beschlossen die Fördermengen in den nächsten Monaten nach und nach wieder anzuheben. Seitdem ist der Ölpreis um 10 Prozent angestiegen. Der Markt scheint also der Meinung zu sein, dass die anziehende Öl-Nachfrage nach der Coronakrise (ist sie denn bereits beendet?) größer ist also die Zunahme der Fördermenge.

Chart zeigt Ölpreis seit August 2019
Im Chart sehen wir den Verlauf im Ölpreis seit August 2019.



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