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Warum steigt die Wall Street – oder wer kauft hier eigentlich?

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Die Wall Street steht vor einer ungewöhnlichen Quartalsbilanz (Q1 2019).

Wer hätte dies nach dem Dezember geglaubt, bei dem man im Vergleichsmaßstab schon bis ins Jahr 1931 zurückgreifen musste, so stark waren die Kurse gefallen.

 

Aktuelle Umfrage von Bank of America / Merrill Lynch

Eine Umfrage bei dieser Bank unter 239 Fondsmanagern mit einem Gesamtanlagevolumen von 664 Milliarden Dollar ergab, dass diese so wenig Geld in Aktien investiert haben, wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Nur noch drei Prozent seien in Aktien übergewichtet (im Vergleich zum Index), im Oktober lag diese Zahl noch bei 22 Prozent, im November sogar bei 31 Prozent.

Der Befragung zufolge rechnen noch 28 Prozent dieser Investoren damit, dass die Gewinne der Unternehmen weiter sinken müssten. Wer hat also gekauft?Das dürften in erster Linie Hedgefonds gewesen sein, die angesichts einer grottenschlechten Performance im Dezember (auch angesichts ihrer horrenden Gebühren für Anleger) stark unter Druck stehen und eine Shortsqueeze ausgelöst haben dürften.

Dann natürlich die US-Konzerne, die mit ihren Buybacks in den ersten Monaten nochmals richtig zugeschlagen haben. Ein kurstreibendes Verfahren mit allerlei Nebenwirkungen für das Investitionsklima im Lande, welches zusehends Politikern missfälllt und vielleicht bald zu entsprechenden regulatorischen Regelwerken führen könnte. Mit dabei dürfte der Kleinanleger in bestimmtem Umfang sein, der bei Kursanstiegen in den Markt gezogen wird, als immer wiederkehrendes FOMO (Fear of missing out), sozusagen.

 

Ist dies ein gutes oder schlechtes Zeichen für den Markt?

Sowohl als auch. Denn einerseits ist noch genügend Kapital für die US-Aktienmärkte vorhanden, anderseits könnten diese Großinvetoren auch mal Recht haben. Dafür spricht auch ganz einfach die Mathematik. Bei Fortführung der Hausse, ohne substanzielle Korrektur, müssten die Kurse im Jahresverlauf astronomische Höhen annehmen. Dies bei einer sich spürbar abschwächenden Weltwirtschaft und einer Hausse im Endstadium (11. Jahr Aufschwung).

Nicht sehr realistisch, oder?

 

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=243386

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    20. März 2019 17:04 at 17:04

    @Wolfgang Müller
    Es dürfte schon richtig sein, dass nicht die Fondsgesellschaften (Investmentfonds) und die Privatanleger für den gigantischen Kursanstieg seit Weihnachten 2018 verantwortlich sind. Es ist allerdings allgemein wenig bekannt oder wird oft vergessen, dass diese beiden Gruppen nur den kleineren Teil der Investoren darstellt. Der größere Teil des Anlagevolumens kommt von institutionellen Investoren wie Versichern, Pensionskassen, Staatsfonds, Banken, Stiftungen usw. Und die werden es wohl gewesen sein, die zugegriffen haben. Viele aus dieser Gruppe kaufen ohnehin regelmäßig und scheren sich nicht darum, ob die Kurse nun gerade hoch oder tief stehen. Oft gibt es hier nicht den Erfolgsdruck, unter dem zum Beispiel ein Fondsmanager steht.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      20. März 2019 17:42 at 17:42

      @Hesterberg. Da haben Sie wohl Recht mit ihrer Bemerkung zur Schwierigkeit der richtigen Einschätzung der Käuferschichten an der US Börse. Aber ich gebe eines zu bedenken. Die Aktien an der US Börse befinden sich zu circa 70 % in den Händen von Langfristanlegern. Pensionsfonds, die die Altersvorsorge von Millionen amerikanischer Arbeiter und Angestellten verwalten, Stiftungen und meldepflichtigen Großanlegern, die bei Verkäufen ihr eigenes Aktienvermögen dezimieren. Diese haben zum großen Teil weder im Dezember noch im Januar gehandelt. So hält z.B. Jeff Bezos 17% an Amazon und auch Warren Buffett hat in den letzten Monaten gerademal ein Prozent seiner Apple-Aktien verkauft u.v.a. Die Meldungen eines größeren Verkaufs hätte bei manchen Investoren ein Kursdebakel zur Folge. Der S&P 500 hat zwar eine Marktkapitalisierung von circa 20 Billionen $, aber bei einem gedämpften Handelsvolumen (wie in den letzten Wochen) genügen schon relativ geringe Umsätze, um Kursaufschwünge zu generieren. Deshalb halte ich die genannten Käufergruppen (Hedgefonds und Firmen/Buybacks) schon für sehr relevant.
      Viele Grüße

  2. Avatar

    Koch

    20. März 2019 18:07 at 18:07

    Denn einerseits ist noch genügend Kapital für die US Aktienmärkte vorhanden!Wenn denn dem so ist,was ist das für eine Sorte Kapital?Copperfieldsches Giralgeld,oder Money for and out of nothing,by Dire Straits?Seit Geld,keinen Wert mehr hat,sondern x-beliebig herbeigezaubert werden kann,stellt sich diese Frage auch dem „kleinen Mann“,bei mir ca.178cm.Wann wird diese Art der Geldschöpfung privat?,will heissen:Ich oute mich als bedingungsloser Draghi&Powell-Fan und darf daher mein persönlich benötigtes,bedingungsloses Grundeinkommen selbst aus dem Hut zaubern!Dann gilt.Ich konsumiere,also bin ich(wichtig für die Wirtschaft oder überhaupt.)Ich nehme dann,fröhlich bis ans Ende meiner Tage,am alle seeligmachenden Konsum teil und freue mich bis zu meinem Ableben ein extrem wichtiges Mitglied der ultralockeren Geldpolitikgesellschaft gewesen zu sein!P.s.Ich ,Jg.59 hätte nie geglaubt,dass die Alt68er Ho-Tschi-Minh-Anhänger den Kapitalismus alternativlos hinwegfegen.So kann man sich täuschen.

    • Avatar

      Michael

      20. März 2019 20:05 at 20:05

      @Koch, was meinen Sie mit Ihrer Aussage: ch ,Jg.59 hätte nie geglaubt,dass die Alt68er Ho-Tschi-Minh-Anhänger den Kapitalismus alternativlos hinwegfegen?
      Die Alt68er wollten doch den Kapitalismus hinwegfegen und neue Gesellschafts- und Wirtschaftsformen etablieren.

  3. Avatar

    Fabian

    20. März 2019 22:43 at 22:43

    Powell sagte kurz nach acht, dass die Zentralbanken einen downturn nicht verhindern können, wenn es dazu kommt. Ich denke, dass das das schwächste war, was er hätte sagen können, kurz bevor der arme Mann innerlich zerrüttet von der Bühne ging. Es tat ihm, glaube ich, sogar richtig weh!
    Es geht los!

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