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Warum US-Aktien jetzt steigen dürften – eine Überlegung

FMW-Redaktion

Der Schritt der Bank of Japan hat ein Erdbeben an den Finanzmärkten ausgelöst. Die Renditen für Staatsanleihen etwa der Eurozone, speziell Deutschlands, erreichen neue Allzeittiefs. Nach der Entscheidung setzt also ein run ein auf alles, was noch ein bißchen Rendite abwirft.

Und was bringt noch Rendite, gerade im Bereich Staatsanleihen? Richtig, US-Staatsanleihen weisen noch das auf, was man Verzinsung nennen könnte. So liegt die Rendite für eine 10-jährige US-Staatsanleihe derzeit bei 1,93% – das ist sehr viel im Vergleich zu den Renditen von Staatsanleihen in der Eurozone, die (insbesondere bei den nicht so langen Laufzeiten) meist sogar negativ sind. US-Staatsanleihen dürften jetzt ein „top pick“ sein, also gekauft werden, die Rendite dürfte fallen.

Die entscheidende Frage, die jetzt über das Wohl und Wehe der Märkte entscheidet lautet: wird diese Jagd nach Rendite auch den amerikanischen High-Yield-Markt erreichen, also die Junk-Bonds, also höherrentierliche Anleihen, die gute Renditen bieten, weil das Risiko entsprechend hoch ist. Das Feuer am Junk-Bond-Markt war, wir erinnern uns, ein wichtiger Bestandteil des Abverkaufs seit Jahresbeginn.

Wenn dem so sein sollte, dass Investoren wieder Junk-Bonds kaufen auf ihrer verzweifelten Suche nach Renditen, dann wird es bullisch für die US-Aktienmärkte heute und die nächsten Handelstage. Wir hatten bereits prognostiziert (im Artikel „Euro, Yen, Dollar: was wird kommen?“), dass die Aktion der Bank of Japan ohnehin den Dollar unterstützt – sollte also jetzt der Euro gegenüber dem Dollar nachgeben, wonach es derzeit aussieht, dann wäre das auch für den Dax gut. Denn der ist noch ängstlich, und wartet auf das Kommando des großen Bruders. Zu vermuten ist hier schlicht, dass die Amerikaner ein bißchen gewiefter sind als die deutschen Dax-Michels.

Die Chance, dass die Bank of Japan also eine (zumindest kurzfristige) Rally an den westlichen Aktienmärkten auslöst, ist ziemlich gut unter Chance-Risiko-Gesichtspunkten. Aber nicht weitersagen..



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6 Kommentare

  1. der VIX geht sehr schön nach unten, das spricht für die Theorie – aber der Index ist mir für die Abnahme der Vola doch etwas lustlos..

    1. @V, der Index will nach oben, kann jetzt aber gerade nicht mehr, weil Iran soeben gesagt hat, wir spielen nicht mit bei Öl-Produktionskürzungsspiel, daher fällt Öl, daher auch die US-Indizes in den letzten Minuten..

      1. ok, danke für die Info!

  2. Heute, ja da ist der letzte Handelstag und alle müssen ihre Konten glatt stellen. Nach dem schlechten Januar werden/müssen die Konten irgendwie frisiert, wie auch so anderes, werden damit alles noch einigermaßen gut ausschaut. Ich denke, dass am Montag wieder alles ganz anders ist. Noch ist nicht aller Tage Abend, meistens geht die Post erst um 17:00 Uhr los, da kann es ganz schnell nach Süden gehen.

  3. „Die Renditen für Staatsanleihen etwa der Eurozone, speziell Deutschlands, erreichen neue Allzeittiefs“.

    Einspruch:
    Bereits vor Tagen schrieb ich einen Kommentar unter einen anderen Beitrag, dass die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihe im April 2015 zeitweise nur noch 0,07% betrug. Heute liegt sie bei rund 0,35%.

    Da ich die kürzeren Laufzeiten damals nicht so intensiv verfolgt hatte, nachstehend eine Zeile aus der offiziellen Statistikreihe der Deutschen Bundesbank:
    Monatsdurchschnitt der Renditen
    debt Federal, Restlaufzeit 3 − 5Jahre 5 − 8 Jahre 9 − 10 Jahre
    April 2015 − 0,19% − 0,06% 0,12%

    So gesehen, könnte da noch was drin sein. In der Hoffnung, dass mangels Anlagealternativen auch am Aktienmarkt noch einiges drin ist.

    1. @Gerd, die Renditen beim Bund nicht, aber Schatz (2Jahre) und Bobl (5Jahre) mit neuen Allzeittiefs. Dass der Bund es noch nicht geschafft hat, hat Gründe, die an anderer Stelle einmal zu beleuchten wären..

      Viele Grüsse!

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