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Aktien

Warum will niemand bei Kai Diekmann Geld anlegen?

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Sie kennen noch Kai Diekmann? Jahrelang war er Chefredakteur der Bild-Zeitung. WĂŒrden Sie diesem Mann ihr Geld anvertrauen? Als Front-Gesichter haben Diekmann und der Ex-Dresdner Bank-Manager Lenny Fischer 2017 ihren „Zukunftsfonds“ aufgelegt. Der hat das Ziel (wohl eher langfristig?) 20 Milliarden Euro einzusammeln.

Mit Texten und Videos zielt man ganz klar ab auf Kleinstsparer, die frustriert sind ĂŒber quasi Nullzinsen auf ihren SparbĂŒchern. Es ist fast unmöglich auf der Webseite des Zukunftsfonds etwas darĂŒber zu erfahren, worin der Fonds ĂŒberhaupt genau investiert. Es wirkt fast so, als sei er eine Art Sparbuch-Ersatz. Aber nein, die Absicht einer TĂ€uschung wollen wir den Fondsinitiatoren natĂŒrlich nicht unterstellen. Aber wer auf der Webseite schaut, findet zum Investment-Inhalt des Fonds eigentlich keine Angaben.

Nur wer sich ĂŒber Umwegen auf die Webseite des im Hintergrund betreuenden Fondsunternehmens Universal Investment begibt, findet dort Pflichtangaben zum Fonds. Dort schreibt man, dass der „Zukunftsfonds“ ein globaler Multi-Asset-Fonds sei, der weltweit investiere, vor allem in Aktien, Renten sowie Edelmetall- und alternative Investments. Dabei gehe es um eine ausgewogene Diversifikation in allen Anlageklassen. Also quasi ein Fonds, der ĂŒberall investiert, weltweit, irgendwie.

So ganz klar wird einem da nicht, was die Leitlinie des Fonds ist. Denn global ĂŒberall ein bisschen Geld investieren, dass kann eigentlich jeder. Der Fonds gibt das Ziel aus pro Jahr eine Rendite von 2-4% nach Kosten erwirtschaften zu wollen. Die Verwaltungskosten von 1,4% pro Jahr sind ganz schön happig bei so kleinen Renditezielen – dementsprechend dĂŒrfte auch relativ vorsichtig investiert werden – denn bei so kleinen Renditezielen wĂ€re es wohl kaum vertretbar hochspekulative Risiken einzugehen.

Wie es Universal Investment aktuell ausweist, sind bis dato gerade mal 12,01 Millionen Euro Fondsvolumen vorhanden (bei 20 Milliarden Euro-Ziel) – und das bei einem Fonds, der bereits seit November 2017 erhĂ€ltlich ist. Seit Mai 2018 können Anleger den Fonds nicht nur ĂŒber ihre Bank, sondern auch direkt ĂŒber die Webseite des Zukunftsfonds erwerben. Aber in den letzten Wochen gab es keinen Massenansturm auf das von Kai Diekmann und Lenny Fischer beworbene Produkt, dass die Sparer quasi aus der Nullzinsflaute retten sollte. Denn wie Finanz-Szene aktuell zeigt, lag das Fondsvolumen Ende April noch bei 11,92 Millionen Euro, und jetzt wie gesagt bei 12,01 Millionen Euro.

Dieser Zuwachs in Höhe von gerade mal 90.000 Euro kann aus einer Performance-Schwankung stammen, oder weil ein, zwei, drei Anleger den Fonds gezeichnet haben. Und die bisherigen 11,92 Millionen Euro, woher stammen die? Finanz-Szene hat hier gut recherchiert und festgestellt, dass mehrere Millionen der eingelegten Euros aus dem Umfeld der im Hintergrund tÀtigen Fondsmanager selbst stammen.

Zum Umstand, dass bislang nur 12 Millionen Euro eingesammelt wurden konnten, will der Zukunftsfonds sich nicht Ă€ußern, denn das wĂ€re so frĂŒh (8 Monate nach Fondsstart ist frĂŒh?) unseriös. Erst nach 12-15 Monaten gehe es so richtig los, und beim „Launchen“ eines neuen Produkts stehe in den Anfangsmonaten das Kennenlernen im Vordergrund. Außerdem habe man mit seiner Werbekampagne ja noch gar nicht begonnen.

Wir vermuten: Die Webseite des Fonds wirkt einfach zu weichgespĂŒlt, und fĂŒr den Anleger ist nicht offensichtlich, worin denn nun genau investiert wird, und mit welcher Strategie. Noch wichtiger wird sein: Einen Ex-Chefredakteur der Bild-Zeitung als Frontmann vorzuschicken um Aufmerksamkeit zu erzeugen fĂŒr ein Geldanlageprodukt – das muss nicht zwingend die beste Idee gewesen sein. Aber das ist natĂŒrlich reine Ansichtssache.

Kai Diekmann
Kai Diekmann. Foto: Birulik / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

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Netflix-Quartalszahlen: Sensationell abgeliefert, Aktie nachbörslich +18%

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Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 3,999 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 2,99/letztes Quartal 3,91/fĂŒr heute erwartet 4,0).

Der Gewinn liegt bei 0,89 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,29 /letztes Quartal 0,85/fĂŒr heute erwartet 0,70).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 6,96 Millionen gewachsen (1 Mio davon aus den USA). Die Erwartungen lagen bei insgesamt 5 bis 5,5 Millionen. Im vorletzten Quartal waren es +5,2 Millionen neue Nutzer (Erwartungen von 6,2 Millionen wurden enttÀuscht).

Wie man heute verkĂŒndet, erwartet man 9,4 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Einziger Wehrmutstropfen: Der Free Cash Flow fÀllt mit -859 Millionen Dollar noch negativer aus als vor drei Monaten mit -559 Millionen Dollar. Aber das interessiert bei den vorher genannten tollen Zahlen nicht.

Die Aktie notiert nachbörslich mit 18% im Plus.

Kurz-Fazit: Umsatz genau wie erwartet. Aber Gewinn und neue Nutzer deutlich besser als gedacht!

Nachtrag 22:27 Uhr: Als weiteren Wehrmutstropfen senkt man den Ausblick fĂŒr den Gewinn pro Aktie fĂŒr das 4. Quartal von 50 Cents auf 23 Cents pro Aktie. Die Aktie ist aber immer noch nachbörslich mit 12% im Plus

Netflix-Quartalszahlen

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Netflix-Quartalszahlen heute Abend – die Vorschau

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am

Netflix wird heute Abend kurz nach 22 Uhr deutscher Zeit seine Quartalszahlen veröffentlichen. Wir berichten dann umgehend mit den wichtigsten Kennzahlen. An dieser Stelle wollen wir eine kurze Vorschau bieten. Aber dazu macht es Sinn, erstmal kurz zurĂŒckzuschauen.

Vor einem Jahr lag der Umsatz von Netflix noch bei 2,99 Milliarden Dollar. Anders als bei klassischen Industrieunternehmen gibt es hier keinen Saison-Zyklus, sondern unabhÀngig von Jahreszeiten-Schwankungen geht es bei Netflix um ein stÀndiges kontinuierliches Wachstum von Quartal zu Quartal, welches vom Markt erwartet wird. So lag der Umsatz im letzten Quartal schon bei 3,91 Milliarden Dollar!

Der Gewinn pro Aktie lag vor einem Jahr noch bei 0,29 Dollar. Im vorigen Quartal waren es schon 0,85 Dollar (bereinigter Gewinn nach Non GAAP).Der Free Cash Flow von Netflix lag im 2. Quartal aber bei -559 Millionen Dollar nach -287 Millionen im 1. Quartal.

Vor drei Monaten war besonders problematisch, dass die Nutzerzahl des Unternehmens im Quartalsvergleich „nur“ um 5,2 Millionen gewachsen war, bei einer Erwartung von ĂŒber 6,2 Millionen. Man sieht also, wie extrem hoch die Erwartungen der Börsianer sind. Denn vor drei Monaten sackte die Aktie krĂ€ftig ab nach dieser „EnttĂ€uschung“ beim Nutzerwachstum. Und heute?

Die Umsatzerwartung liegt bei gerade mal 4 Milliarden Dollar, womit das Wachstum im Quartalsvergleich fast zum Erliegen kommt. Der Gewinn pro Aktie soll irgendwo um die 70 Cents pro Aktie liegen, was im Jahresvergleich ein tolles Plus wĂ€re, im Quartalsvergleich aber ein deutlicher RĂŒckgang. Diese schwache Erwartung wurde auch seit dem letzten Quartalsergebnis im Aktienkurs von Netflix berĂŒcksichtigt (Pfeil).

Das Nutzerwachstum soll laut bisherigen SchÀtzungen von Netflix im letzten Quartal bei insgesamt 5 Millionen neuen Nutzern gelegen haben. Davon sollen 650.000 aus den USA stammen und der Rest aus dem Ausland. Die Nutzerzahl soll Ende September bei 135,1 Millionen Nutzern liegen, so zumindest die bisherige Erwartung. Citigroup als Beispiel erwartet insgesamt 5,45 Millionen neue Nutzer. Lange, lange Zeit hat Netflix immer sensationelle Zahlen geliefert. Letztes Quartal dann die EnttÀuschung. Heute Abend wird es noch wichtiger. Liefert man gut ab, kann man sagen, dass letztes Quartal nur ein Ausrutscher im stÀndigen Wachstumsprozess war.

Netflix-Quartalszahlen
Die Netflix-Aktie seit Dezember 2017.

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Goldman Sachs und Morgan Stanley: Erwartungen deutlich ĂŒbertroffen

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am

Goldman Sachs und Morgan Stanley haben soeben ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Goldman Sachs

Goldman Sachs vermeldet einen Umsatz von 8,65 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 8,33/erwartet 8,4).

Der Gewinn liegt bei 6,28 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 5,02/erwartet 5,40).

Die Aktie notiert vorbörslich mit 1% im Plus.

Goldman Sachs spricht von glÀnzenden Zahlen. Zitat:

“We delivered solid results in the third quarter driven by contributions from across our diversified client franchise. Year-to-date earnings per share is the highest in our history and year-to-date return on equity is the highest in nine years, notwithstanding our continued investment in growth opportunities. We remain well positioned to continue delivering for our clients and shareholders.”
~ David M. Solomon, Chief Executive Officer

Goldman Sachs

Morgan Stanley

Morgan Stanley vermeldet einen Umsatz von 9,87 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 9,2/erwartet 9,5).

Der Gewinn liegt bei 1,17 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,93/erwartet 1,00).

Die Aktie notiert vorbörslich mit +2,4%.

Laut Aussage der von Morgan Stanley lÀuft alles bestens, Zitat:

James P. Gorman, Chairman and Chief Executive Officer, said, “In the first half of the year, we produced strong results across the franchise. Despite the seasonal summer slowdown in the third quarter, we reported solid revenue and earnings growth demonstrating the stability of the franchise. Year to date, we have produced an ROE of 13% and ROTCE of 15%. We remain well positioned and optimistic for the remainder of the year.”

Morgan Stanley

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