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Warum wir alles verlieren werden! Über unsere Sicherheits-Illusion in Sachen Banken

Über gigantischen Bilanz-Betrug bei Banken – der von der Banken-Aufsicht toleriert wird! Wenn die Sache früher oder später schief geht, zahlt der Bürger – der heißt schließlich „Bürger“, weil er bürgt..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

„Ich glaube nicht an Verschwörungen, ich glaube an die Imkompetenz!“. Das sagt Dr. Markus Krall, der sich mit den Risiko-Systemen der Banken bestens auskennt. Krall konstatiert, dass die Nullzinspolitik die von Schumpetersche „kreative Zerstörung“ ausser Kraft gesetzt hat, sodaß viele stark verschuldete Unternehmen überlebt haben – und nun schlummern immense Risiken in den Bank-Bilanzen, die aber wiederum in den Bilanzen der Banken nicht ausgewiesen werden. Krall spricht daher von einem von der Banken-Aufsicht geduldeten gigantischen Bilanz-Betrug bei Banken. Und dieser Betrug werde früher oder später auffliegen – und die Explosion der faulen Kredite werden alles überschatten, was wir in der Finanzkrise erlebt haben! Absolut sehenswert:


Von Wolfgang Pehlemann – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5072372

21 Kommentare

21 Comments

  1. Avatar

    Jana

    28. Februar 2018 11:05 at 11:05

    in letzter Zeit habe ich auch einige Videos aus dem engl. sprachigem Raum, in denen man extrem kritiusch auf die Deutsche Bank schaut – grob meint man die könnten ein potentieller Trigger für richtig große Probleme im gesdamten Finanzwesen sein……..in Deutschland wird das nicht so stark angesprochen (viell. auch etwas nachvollziehbar) – es geht um deren gesamte Derivatebilanzen usw…….

    ich bin sowieso auch der Meinung, man sollte in der heutigen Zeit sein Besitz auch etwas in Form von Sachwerten haben (Gold, Silber, Immob., Auto usw….)

  2. Avatar

    leser

    28. Februar 2018 11:21 at 11:21

    Danke für das Video.

    Inhaltlich für den, der sich damit beschäftigt hat, nicht viel Neues.

    Wenn die Redaktion sich das angesehen hat, dann hoffe ich, hier kein Lob mehr auf Schäuble lesen zu müssen. Wenn wir einen Rechtsstaat hätten, müsste dem und seiner Chefin längst der Prozess gemacht werden.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      28. Februar 2018 11:25 at 11:25

      @leser, vielleicht inhaltlich nicht viel Neues, aber selten so klar auf den Punkt gebracht!

      • Avatar

        leser

        28. Februar 2018 12:07 at 12:07

        Ich wollte damit nicht ausdrücken, dass sich das Ansehen nicht gelohnt hat. Dr. Krall ist ja kein Spinner, sondern ihm kann man getrost abnehmen, wirklich Ahnung von der Sache zu haben. Umso erstaunlicher, wie er Klartext redet. Wenn man das um acht in der Tagesschau zeigen würde, hätten wir morgen vermutlich den Bankrun zu bestaunen. Ich fühle mich allerdings schon die ganze Zeit wie das Kaninchen vor der Schlange. Vielleicht kann FMW ja mal ein paar Anlagetipps i.S. Kralls für außerhalb der Euro-Zone geben.

      • Avatar

        Denker

        28. Februar 2018 12:32 at 12:32

        Danke Herr Fugmann für den von mir gestern gelinkten Artikel aufzuführen,… erschreckend aber sehr verständlich was gerade passiert.

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          28. Februar 2018 12:36 at 12:36

          @Denker, Sie hatten gestern in einem Kommentar auf das Video verwiesen, wie ich gesehen habe – ich selbst hatte das Video gestern schon gesehen und hatte mir das für heute auf den Plan gesetzt – gleichwohl vielen Dank für Hinweis! Weitere Inspiration von Ihnen sehr erwünscht!

  3. Avatar

    franko33

    28. Februar 2018 11:41 at 11:41

    ich kann dem leider nur zustimmen
    Selbst komme ich aus dem Handel und sehe, dass in den letzten
    10-20 Jahren die natürlichen Marktgesetze ausgehebelt wurden.
    Dies deckt sich auch im gedachten Endszenario mit Erfahrungswerten
    noch meiner Eltern.
    Es gibt gesamtwirtschaftliche Grundregeln,schon fast „Naturgesetze“,
    den man sich nicht entziehen kann.Bei allen „kreativen“ Versuchen
    von Finanzbranche einschließlich/letztendlich der Notenbanken.
    Wer meint, all dies wäre wohl „old school“ sollte bitte sehr vorsichtig sein !

  4. Avatar

    Jürgen

    28. Februar 2018 12:12 at 12:12

    Ich denke je länger der Zusammenbruch auf sich warten lässt, umso länger wird er wohl dauern. Besser es wäre schon 2008 passiert, dann wären wir heute auf einem anderen Weg…ok, vielleicht gäbe es auch keine Börse mehr :-)

    • Avatar

      leser

      28. Februar 2018 12:22 at 12:22

      @Jürgen
      Island hat es richtig gemacht, https://de.tradingeconomics.com/iceland/government-debt-to-gdp
      Die Banken wurden nicht „gerettet“, sondern die Banker verhaftet. Wenn wir das in Deutschland gemacht hätten, wäre uns auch die „Flüchtlingskrise“ erspart geblieben, denn Merkel hätte in diesem Fall schon 2008 nicht überlebt.

  5. Avatar

    Beobachter

    28. Februar 2018 12:15 at 12:15

    Ich pflichte M. Fugmann bei,
    vor allem die Aussage “ die Anlagepoltik der letzten Jahre basierte auf einer „WETTE ÜBER DAS HANDELN DER NOTENBANKEN“ u.nicht über fundamentale u.marktwirtschaftliche Daten.Das Video zeigt doch eben das langfristig kathastrphale Handeln der Notenbanken.
    Und all jene die Homm, Faber, FMW u.alle andern Warner
    als naive Bären hinstellen zieren sich also bei dieser Wette der Notenbankpolitik richtig gelegen zu haben.
    Gratulation!

  6. Avatar

    burberg

    28. Februar 2018 12:20 at 12:20

    Klasse Video, klar, verständlich, logisch, mehr kann man nicht erwarten. Wäre toll, wenn man so was mal nach der Tagesschau im TV bringen würde, am besten auf allen Kanälen gleichzeitig. Dann wären unsere Politiker gezwungen zu handeln.

  7. Avatar

    Wolfgang M.

    28. Februar 2018 12:31 at 12:31

    Staatsbankrotte sind Teil des Wirtschaftens, seit 200 Jahren gab es mehr als 200 Beispiele hierfür (Deutschland allein 7-mal betroffen). Ursache der ausufernden Verschuldung war in Industrieländern meistens die Folge eines Krieges. Aber allein die Finanzmathematik sorgt aufgrund des Zinseszinseffektes dafür, dass höhere Staatsschulden jenseits eines langen Menschenlebens astronische Summen annähmen. Ohne Krieg können m.E. nach die Notenbanken dieses finanzielle End-Debakel doch sehr lange hinauszögern. Deshalb ist eine Jahresfestlegung für dieses Szenario doch sehr gewagt.

    • Avatar

      Quintus

      28. Februar 2018 18:32 at 18:32

      Hallo Wolgang
      Dies ist leider Wunschdenken!
      Über eine Wahrscheinlichkeitsberechnung läßt sich der Zeitpunkt relativ gut vorraussagen. Über die nächsten 2 Jahre zu kommen ist sehr unwahrscheinlich, aufgrund der umfangreichen Datenlage und Erfahrungen.
      Dies wäre übrigens der Optimalfall, denn bis dahin darf kein „schwarzer Schwan“ am Himmel erscheinen!
      Wen dieser Beitrag noch nicht genügend aufgerüttelt hat, dem empfehle ich eine eingehende Analyse der Deagel- Liste. Es handelt sich hier nicht um irgendwelche Spinner mit abstrusen Zukunftserwartungen, sondern lediglich um Algorithmen welche die Auswirkungen eines Finanzkollaps der USA sowie Westeuropas auf die Bevölkerungsentwicklung berechnet haben.
      Wir schauen rosigen Zeiten entgegen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Quintus

  8. Avatar

    Jp

    28. Februar 2018 15:55 at 15:55

    Vielen Dank für das aufrüttelnde Interview.
    o Wie kann man dies unseren Politikern vermitteln?
    o Warum thematisiert unsere Presse dies nicht?

    Besten Dank an Herrn Dr. Krall für seinen Klartext und vielen Dank an Herrn Fugmann für die Auswahl seiner FMW-Videos.

  9. Avatar

    Bernhard Karrer

    1. März 2018 01:56 at 01:56

    Das Video von Dr. Krall fand ich sehr interessant und dessen Aussagen in der
    Begründung nachvollziehbar. Ebenso dessen begründeten negativen Ausblick.

    Was ich vermisste, war die Frage, wohin das Geld, also jene 4-6 Billionen USD
    denn gehen? Wenn dieser vorhersehbare und von Dr. Krall als wahrscheinlichstes
    Szenario dargestellte Banken- und Firmenpleitencrash eintritt.

    Es ist die Rede davon, dass dann ca. 4000 bis 6000 Mrd. Dollar (oder Euros?) vernichtet
    würden, die dann die Mehrheit der Bürger (auch per Zwangszahlung in Form von
    Hypothekenzwangsbelastung usw.) bezahlen müsste.

    Aber Vernichtung von Kapital bedeutet ja nicht, dass es verschwunden wäre, sich also in Luft aufgelöst hätte, sondern nur woanders hin verschwunden wäre, denn es war ja real vorhanden. Wer also wird um ca. 4-6 Billionen reicher?

    Wohin wandert diese unvorstellbare Summe und was wird die Folge davon sein, wenn ein gewisser Kreis an Profiteuren mit dieser gewaltigen Summe anlagetechnisch neue
    Geld- oder Kapitalvermehrungsstrategien „anzettelt“?

    Kann mir jemand diese weiteren Zusammenhänge bzw. meine Frage beantworten?
    Wäre interessant, hoffentlich nicht nur für mich.

    Vielen Dank im voraus für die eventuelle Mühe einer Antwort.

    • Avatar

      leser

      1. März 2018 19:51 at 19:51

      „Was ich vermisste, war die Frage, wohin das Geld, also jene 4-6 Billionen USD denn gehen?“

      Die verschwinden genau so, wie sie entstanden sind. Als Luftblase. FIAT-Geld hat keinen intrinsischen Wert, sondern ist ein auf Vertrauen basierendes Tauschmittel.

      Bilanziertes Geld hat einen Preis (die Zahl die in der Bilanz steht oder auf dem Geldschein) und einen Wert. Wenn ich Forderungen von 100 Euro gegen einen Geschäftspartner habe und der nicht mehr zahlen kann oder will, dann ist die Forderungen nominal immer noch 100 aber wertmäßig eher Null. Das Geld ist „weg“.

      Wenn Italien seinen Target-Saldo nicht zahlt, hat die EZB immer noch eine Forderung, kann diese aber mangels eigener Armee nur noch abschreiben. Das Geld ist „weg“. Die Italiener haben davon ein paar Jahre gelebt.

  10. Avatar

    Bernhard Karrer

    1. März 2018 02:15 at 02:15

    Ich hatte leider im vorangegangenen Beitrag zum Video von Dr. Krall einen
    Schreibfehler in meiner E-Mail Adresse. Sorry! – Ist hiermit korrigiert.

    Deshalb nutze ich die Gelegenheit, Dr. Markus Fugmann für seine immer recht
    spannenden und kompetenten Videos an dieser Stelle zu danken.

    Gerne erinnere ich mich an den fetten, übermästeten US-Dow Jones turkey, der für Dr. Fugmann zu einem heftigen Schlachtfest führen wird. Ich musste sehr lachen über diesen Vergleich.

    Frage ist, ob er diese Einschätzung noch immer hat oder ob die jüngste Abkehr des Jerome Powell und der FED, Dow Jones und S&P 500 weiter als priveligiertes Hätschelkind zu behandeln, noch immer hat?

    Oder dadurch die Korrekturen wesentlich verlangsamt oder sogar weniger vehement ausfallen werden. Oder gar nicht erst eintreten, sondern entgegen der sicheren Wahrscheinlichkeit sogar die Aktienmärkte steigen werden. Zumindest für 2018.

    Es soll ja schon vorgekommen sein, dass entgegen der fundamentalen und an sich logisch begründeten Faktenlage die Anlage – und Finanzmärkte irrational und entgegengesetzt reagieren und sich die Experten zwar die Fachaugen reiben, aber auch nur verwundert fragen, wie das sein konnte…und die einzige Antwort ist, dass Börsen eben teils oder vor allem Psychologie seien. Jenseits von Logik und rationalen Fakten.

    • Avatar

      TraderBS

      1. März 2018 07:50 at 07:50

      Bernhard, ist doch klar. Mal Ergänzungen zu den irrationale Entwicklungen zuletzt, falls nicht ohnehin schon bekannt:
      – In den USA hängt am Aktienmarkt viel mehr dran als bei uns, u.a. die Altersvorsorge der gesamten US-Bevölkerung. Das wird und muss gestützt werden. Das an sich ist auch erstmal nicht so schlimm
      – In Deutschland zickt der DAX nicht nur wegen dem Eurowechselkurs rum. Es ist hier eben generell unüblich für die Masse mit Aktien und überhaupt an der Börse mit Sparvermögen zu hantieren. Außerdem haben nicht wenige Dax-Unternehmen ihre Wachstums- oder Innovationsschwelle im Gegensatz zu US-Unternehmen erreicht
      – Im gesamten System schwirrt noch irgendwie zuviel frisch gedrucktes Geld herum. Früher oder später landet der Großteil immer an der Börse, darum inflationiert es da oder in anderen Vermögensklassen erstmal weiter stärker als Löhne oder Dinge des täglichen Bedarfs

      Dank des zusätzlichen Steuerstimulus in den USA kann es eben noch eine ganze Weile lang irrational weitergehen. Und auch US-Verschuldung (110% BIP) hat – wenn man sie mit japanischen Verhältnissen (240% BIP) mal vergleicht – noch eine Menge Spielraum für ein paar fette Jahre. Es kann schon morgen knallen – oder erst in 10-15 Jahren. Alles ist möglich. Damit muss man sich eben abfinden und das ist alles kein Anlass für Leerverkäufe ;-)

  11. Avatar

    TraderBS

    1. März 2018 07:33 at 07:33

    Ich finde es wichtig, dass diese Sache unaufgeregter angegangen wird – sonst endet das im Atomkrieg! Bei der bereits bestehenden Ungleichverteilung von Kapital ist es ohnehin auch in der Wohlstands-Blase Deutschland kaum möglich, sich als normaler Bürger nicht als Spielball dieser Mächte – Politik und die Millardäre – zu fühlen. Es ist hierzulande auch einfach unglaublich schwer geworden, als junger eigenständiger Mensch sein eigenes Leben aufzubauen und persönlich vorzusorgen (Rente, Wohnen, etc.) und überhaupt mitspielen zu dürfen.

    Aber obwohl das alles ein alter Hut ist, traut sich eben keiner an die einfachen Lösungen und Fakten ran: Krall liegt schon völlig richtig. Da liegt bei den Vermögenden genug Geld herum, was Sie nicht brauchen oder welches in ineffizienten Unternehmen steckt. Die Inflation wäre für die Mittellosen tatsächlich zu ungerecht. Also muss die Politik handeln und die Leute einspannen, die wirklich zuviel auf ihrer Seite angehäuft haben. Mit diesem Geld könnte man die Vorschläge von Krall locker angehen. Aber dazu müssten sich eben erstmal einig werden, um vor allem das flüchtige Kapital aus Offshore-Steueroasen und Schrottunternehmen zu aktivieren. Das würde dicke reichen, wäre allerdings eine Premiere in der Geschichte der dummen Menschheit.

    • Avatar

      Quintus

      1. März 2018 08:02 at 08:02

      Hallo TraderBS
      Dummheit und Gier des Menschen Zier…..
      Es wird zu keiner befriedigenden Lösung kommen, da beim eintreten eines unerwarteten Ereignisses Panik und damit einhergehend hektisches planloses Handeln vorherrschen wird. Weitsichtiges vorausschauendes agieren benötigt Zeit, Zeit die wir dann nicht mehr haben werden.
      Mit freundlichen Grüßen
      Quintus

  12. Avatar

    Holger

    13. September 2019 09:30 at 09:30

    Die Währung die früher funktioniert haben als es für Geld nichts mehr gab.
    Waren Schnaps und Zigaretten !!!
    Zum tauschen , aber Konserven und andere haltbare Lebensmittel sind die Dinge die dann wirklich gebraucht werden.
    Da wird das Gold dann gegen eingetauscht.
    Und einen sicheren Lagerort mit Verteidigungsmöglichkeiten, damit es dir kein anderer klaut .
    Vorräte für mindestens 6 Monate ist besser als 1000 g Gold, und auch günstiger 🤔

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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