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Warum wird Öl gefördert, das niemand kaufen will?

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Öl-Borquelle vor Sonnenuntergang

20 Millionen Barrel Öl werden derzeit täglich mehr gefördert, als verbraucht wird. Die Folge ist ein beispielloser Preis-Kollaps. Doch warum hören die Unternehmen nicht einfach auf, Öl zu fördern, das niemand haben will? Der Ölpreis würde sich dann umgehend erholen. Die Ursachen sind vielfältig. Ebenso die Probleme, vor denen Staaten und Landbesitzer stehen, wenn ein Öl-Unternehmen pleite geht.

Kein Unternehmen konnte sich auf die neuen Preise einstellen

Sinkt der Ölpreis kontinuierlich über viele Monate oder gar Jahre, ist das für die Unternehmen einfacher zu managen als ein Preiscrash binnen weniger Wochen. Wäre der Preisrückgang wie 1997 über mehr als ein Jahr gestreckt worden, hätten die Unternehmen zum Beispiel nur noch wenig ergiebige Quellen aufgeben und weniger in den Bau neuer Quellen investieren können. Das Angebot hätte so relativ schonend reduziert werden können. Doch nun hatte sich der Preis binnen vier Wochen gedrittelt. So schnell kann kein Unternehmen seine Ausgaben an die geschrumpften Einnahmen anpassen. Mit jedem Tag verlieren die Unternehmen nun massiv Geld. Die ersten Unternehmen gingen bereits nach wenigen Wochen bankrott.

Gekappt werden nun zuerst die Ausgaben für neue Quellen. In einer Umfrage der Federal Reserve Bank of Dallas unter rund 200 US-Unternehmen der Öl- und Gasindustrie gaben 68% an, die Investitionen zu kürzen. Damit fehlen in der Zukunft nicht nur die neuen Quellen, die alte versiegende Quellen ersetzen. Die werden jedoch dringend benötigt, da die Lebensdauer einer Fracking-Quelle nur wenige Jahre beträgt. Gehen Unternehmen pleite, die am Prozess der Erkundung und Erschließung neuer Quellen beteiligt sind, dürfte es auch nach einer Erholung deutlich länger dauern, neue potentielle Produktionsstätten zu finden und aufzubauen.

Jetzt aufgebaute Lagerbestände halten den Preis länger niedrig

Sinkende Preise sind das eine. Doch inzwischen haben die Öl-Förderer in einigen Regionen auch noch das Problem, dass ihnen das Öl einfach niemand mehr abkaufen will, weil es schlicht nicht mehr benötigt wird. Die Nachfrage nach Benzin und Diesel ist kollabiert, da deutlich weniger Flugzeuge fliegen, und weniger Autos, LKW, Busse und Schiffe fahren. Nicht einmal ein strenger, den Heizölverbrauch ankurbelnder Winter kann kurzfristig helfen. Das führt zu der kuriosen Situation, dass die Anbieter in abgelegenen Gegenden inzwischen weniger für 159 Liter Öl bekamen, als ein 500ml Kaffee bei Starbucks kostete. Öl-Broker sind händeringend auf der Suche nach Lagerkapazitäten. Schiffe, stationäre Tanklager und sogar Güterwaggons werden mit Öl gefüllt, das gefördert wird, aber keine Abnehmer mehr findet.

Die nun aufgebauten Lagerbestände helfen zwar kurzfristig dabei, den Cashflow zu erhalten, drücken aber mittelfristig auf den Ölpreis. Bis die Lagerbestände abgebaut sind, wird der Ölpreis unter Druck bleiben. Und bis jetzt werden Lagerbestände aufgebaut. Für die Unternehmen ist es solange lohnend, Öl zu fördern, wie der Verkaufspreis höher ist als die variablen Förderkosten. Zwar kann bei 20 US-Dollar pro Barrel kein Geld mehr für die Errichtung neuer Ölquellen erwirtschaftet werden. Doch die bereits gebauten Quellen können für diesen Preis in wenigen Einzelfällen immer noch profitabel arbeiten. Auf dem aktuellen Preisniveau dürfte aber der Großteil der US-Quellen defizitär arbeiten. In der oben genannten Fed-Umfrage gaben die Unternehmen an, je nach Region zwischen 23 und 36 US-Dollar pro Barrel zu benötigen, nur um die variablen Kosten der Ölförderung zu decken.

Verträge und Abgaben verhindern die temporäre Schließung von Ölquellen

Oft scheitert selbst die temporäre Aufgabe eines Bohrloches schon daran, dass die Staaten auch für nicht aktiv verwendete Bohrlöcher Abgaben verlangen. Zudem sehen die Verträge mit den Landbesitzern oft einen Förderzwang vor. Fördert das Unternehmen eine gewisse Zeit lang kein Öl, dann sind die Quelle und das in die Erschließung investierte Geld für immer verloren. Und so entscheiden sich die meisten dafür, wenigstens kleine Einnahmen zu generieren, selbst wenn diese kurzfristig die Kosten nicht mehr decken. Mit ConocoPhillips hat jetzt dennoch der erste große Fracking-Betreiber angekündigt, alle Fracking-Quellen in Nordamerika vorerst stillzulegen.

Auf den Staat und die Besitzer der Ländereien, auf denen die Ölförderer ihre Fördereinrichtungen aufbauten, kommen in den kommenden Jahren übrigens erhebliche Probleme zu, wenn hunderte Ölförderer pleite gehen sollten. Schon die in der 2015er Krise untergegangenen Unternehmen hinterließen tausende verlassene Ölquellen und ungenutztes Material. Da bei den bankrotten Unternehmen nichts mehr zu holen ist und überlebende Unternehmen wenig Interesse an der kostspieligen Übernahme jahrelang verlassener Quellen haben, bleibt am Ende der Staat oder die Landbesitzer auf den Kosten der Beseitigung sitzen.

Eine Million Bohrlöcher in den USA könnten aufgegeben werden

Während das Verschließen und Renaturieren eines flachen Bohrloches nur wenige tausend US-Dollar kosten kann, wenn der Boden unkontaminiert ist und das Equipment verkauft werden kann, steigern sich die Kosten schnell in sechsstellige Bereiche, wenn Sondermüll wie verseuchter Boden oder das Equipment entsorgt werden müssen oder es sich um besonders tiefe Bohrlöcher handelt.

Die Löcher unversiegelt zu lassen, ist übrigens keine Option. In der Regel drückt das Öl und Gas von allein an die Erdoberfläche, und muss nicht wie oft angenommen gepumpt werden. Verseuchung des Bodens ist dann noch das geringste Problem. In der Vergangenheit ereigneten sich auch schon Explosionen, wenn an die Erdoberfläche strömendes Gas entzündet wird. Wie groß das Problem werden könnte? Nun, 2017 gab es mehr als eine Million aktive Bohrlöcher für Öl und Gas in den USA! Und in der Fed-Umfrage gaben 40% der Unternehmen an, binnen zweier Jahre pleite zu sein, wenn der Ölpreis 40 US-Dollar beträgt. Heute liegt er jedoch unterhalb von 20 US-Dollar.

Ein Kommentar

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    Marko

    17. April 2020 12:27 at 12:27

    “Sinkt der Ölpreis kontinuierlich über viele Monate oder gar Jahre, ist das für die Unternehmen einfacher zu managen als ein Preiscrash binnen weniger Wochen. Wäre der Preisrückgang wie 1997 über mehr als ein Jahr gestreckt worden, hätten die Unternehmen zum Beispiel nur noch wenig ergiebige Quellen aufgeben und weniger in den Bau neuer Quellen investieren können.”

    “Und in der Fed-Umfrage gaben 40% der Unternehmen an, binnen zweier Jahre pleite zu sein, wenn der Ölpreis 40 US-Dollar beträgt.”

    Ach, wirklich.. ? – eine FED- Umfrage … ? :D

    Die Saudis hauen jetzt mal richtig auf die Pauke (die wollen eine “Marktbereinigung”), Armanco und so ? Schon bemerkt, was Saudi-Arabien am Öl-Markt veranstaltet .. ? Kredite und so.. ?

    Was interessieren uns die Amis ?

    Hier gehts eher um einen Konfilikt

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Devisen

BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, S&P 500, Gold- & Ölpreis

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Die Börse geht weiter den Weg des größten Schmerzes. Die gehasste Aufwärtsbewegung wurde in der letzten Handelswoche fortgesetzt. Je weiter die Börse läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass gerade unerfahrene Anleger in Panik verfallen. Die Angst etwas zu verpassen wird immer größer. An der Börse sind Angst und Gier ganz natürliche und menschliche Erscheinungen. Doch genau vor diesen Emotionen müssen wir uns in Acht nehmen. In meinen Augen ist der Zug für langfristige Investitionen abgefahren. Jetzt ist die Zeit gekommen um im kurzfristigen Bereich, mit Sicht auf die nächsten Wochen zu agieren.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer haben Ihre Chance genutzt!

In der letzten Woche standen die Zeichen auf „Trendfortsetzung“. Die Käufer haben Ihre Chance genutzt und den Dax zum Wochenstart weiter nach oben getrieben. Dabei wurde der kurzfristige Widerstand zwischen 11.250 und 11.300 Punkten überwunden. Am Donnerstag hat der Dax Futures sein vorläufiges Hoch bei 11.824 Punkten erreicht. Der zuletzt angesprochene Widerstand bei 11.600 Punkten wurde in der letzten Woche gekreuzt und hat damit an Wirkung verloren.

Für die nächste Woche erwarte ich bis Donnerstag eine Seitwärtsbewegung. Die kurzfristig markanteste Unterstützung liegt im Bereich 11.400 bis 11.450 Punkte. Kurse in dem Bereich können für kurzfristige Long-Positionen interessant werden. Kurzfristige Widerstände, und damit Kursziele, liegen bei 11.800 und der runden 12.000er Marke. Besonders interessant wird dann das Kursniveau zwischen 12.200 und 12.280 Punkten. Dort erwarte ich im ersten Anlauf eine handelbare Abwärtsbewegung. Diese wird für mögliche Short- oder Absicherungspositionen spannend. Einen Anstieg auf das hohe Niveau erwarte ich frühestens für Donnerstagnachmittag oder Freitag. Denn am Donnerstag gibt es mit der EZB-Sitzung das erste Kursbewegende Event der Woche.

Börse Ausblick - Dax Chart

S&P 500 – das charttechnische Sprungbrett!

An der Börse funktionieren die einfachen Dinge am besten. Dazu gehört das Phänomen der wechselnden Polarität zwischen Unterstützung und Widerstand. Wird also eine charttechnische Hürde überwunden, wird diese beim nächsten Anlauf zur Unterstützung. Genauso ist es im S&P 500 gekommen. Das in der letzten Woche angesprochene Range-Hoch im Bereich 2.960 bis 2.984 Punkte wurde am vergangenen Dienstag überschritten. Gleich am Mittwoch wurde dieser ehemalige Widerstand dann wieder von oben angelaufen und als Unterstützung bestätigt. Die nächste technische Hürde wartet bereits zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Besonders der Bereich 3.115 – 3.135 Punkte wird spannend, denn dort befindet sich ein markantes Verlaufshoch von Anfang März. Insgesamt ist der Aufwärtstrend seit Ende März intakt. Doch je länger ein Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht.

Chart des S&P 500

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Käufer geben nicht auf!

Die Käufer haben auch in der letzten Woche den Goldpreis nicht im Stich gelassen. Börsenkurse verlaufen zu ungefähr 80 Prozent der Zeit seitwärts. Genau daran hält sich seit Anfang April der Goldpreis. Die Range zwischen 1.670 und 1.800 USD hat bestand. Am Mittwoch wurde die „Make or Break“ Unterstützung zwischen 1.670 und 1.690 USD erneut getestet und hat die Käufer zum Tanz gebeten. Diese haben sich nicht bitten lassen und sind zurück in die Mitte des Parketts geschwebt. Das nächste Ziel liegt wieder im Bereich 1.780 bis 1.800 USD. Und auch für eine Seitwärtsbewegung gilt: „Je länger der Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht“. Ein Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung dürfte wieder für neuen Schwung in die eine oder andere Richtung sorgen.

Gold Chart

Der Ölpreis – Hopp oder Top?

Au Backe, jetzt wird es interessant! Der Ölpreis Widerstand 35,80 – 36,40 USD war für mich ein Short-Niveau im ersten Anlauf. Diese charttechnisch markanten Punkte eignen sich besonders dann für eine Gegenbewegung, wenn diese „erschöpft“ angelaufen werden. Das ist zum Beispiel nach einem größeren Anstieg der Fall. Im Ölpreis stellt sich die Situation nun etwas anders dar. Denn vor der markanten Hürde ist es zu einer Seitwärtsbewegung gekommen. Eine Seitwärtsbewegung vor einem Widerstand vergleiche ich gerne mit einer Verschnaufpause. Die Käufer haben Luftgeholt und stürmen mit neuer Kraft dem Widerstand entgegen. Die Käufer sind aktuell wahrscheinlich nicht erschöpft. Aus diesem Grund stelle ich mich an die Seitenlinie und warte auf kurzfristige Signale.

Börse aktuell - Ölpreis Chart

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Allgemein

Aktuell: Trump mit Aussagen zu China – Märkte reagieren

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Donald Trump hat sich heute richtig lange Zeit gelassen. Vor wenigen Minuten hat er nun endlich verkündet, wie die US-Regierung auf das neue chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong reagieren will. Pustekuchen, so kann man es ausdrücken! Trump spricht von einem Land und einem System. Er werde Maßnahmen ergreifen, um die Sonderbehandlung (den Sonderstatus) für Hongkong abzuschaffen. Also für Hongkong-Exporte Richtung USA nun die selben Zölle wie für Importe aus Festland-China?

Die “Phase 1” des Handelsdeals zwischen China und den USA bleibt wohl bestehen, denn kein Wort hat Trump über einen Ausstieg aus diesem Deal verloren. Auch sonst keine Sanktionen oder neue Zölle gegen China. Der große Knall ist ausgeblieben. Der WTI-Ölpreis reagiert mit einem Anstieg von mehr als 1 Dollar auf 35,20 Dollar. Der Goldpreis verliert 4 Dollar auf 1.730 Dollar. Deutlich reagiert der Aktienmarkt. Der Dow 30 auf CFD-Basis legt 250 Punkte zu. Auch Markus Koch meldet sich aktuell zu Wort zu den Aussagen von Donald Trump. Hier sein ganz aktuelles Video.

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Finanznews

Coronakrise: Arbeitslosengeld in US-Aktienmarkt investiert! Marktgeflüster (Video)

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Die Coronakrise treibt immer wieder seltsame Blüten – und eine davon ist, dass offenkundig die arbeitslos gewordenen Amerikaner in großem Umfang in den US-Atienmarkt investiert haben (sichtbar an Kontoeröffnungen und Trading-Volumina bei US-Brokern). Ca 60% der arbeitslos gewordenen US-Amerikaner haben mit den staatlichen Hilfen mehr Geld zur Verfügung als vor der Coronakrise, als sie einen, zwei oder gar drei Jobs hatten. Dieses zusätzliche Geld sorgte für gute Stimmung, der Anstieg der Aktienmärkte ist letztlich ein Beleg für diese positive Stimmung. Heute allerdings Zurückhaltung vor der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump zu China (zeitlich wohl um den Börsenschluss herum)..

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