Folgen Sie uns

Allgemein

Was beim G20-Treffen aus wirtschaftlicher Sicht vereinbart wurde

Was bleibt vom G20-Gipfel abseits der Krawalle inhaltlich übrig? Wir haben uns die Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs angeschaut…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Was bleibt vom G20-Gipfel abseits der Krawalle inhaltlich übrig? Wir haben uns die Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs angeschaut. Wie zu erwarten war, enthält der Text relativ allgemeine Formulierungen. Vielleicht sind auch jedes Mal die Erwartungen zu groß, da die G20 keine offizielle Organisation ist, bei der rechtsverbindliche Verträge beschlossen werden. Es ist nach wie vor eine Runde zum Meinungsaustausch und für Diskussionen, was immerhin besser ist als gar nicht miteinander zu reden. Aber schauen wir in die Erklärung, die wir hier auszugsweise wiedergeben.


Angela Merkel beim G20-Treffen in Hamburg. Foto: Bundesregierung/Güngör

Handel

Am Wichtigsten war wohl gerade Angela Merkel (Deutschland die Exportnation) der Abschnitt zum Thema Handel und Protektionismus. Den Text zu dem Thema hat man wohl bewusst so allgemein formuliert, so dass die USA in Zukunft dagegen verstoßen können (Protektionismus). Aber auch wenn die USA bei diesem Abschlusspapier klaren Aussagen zugestimmt hätten: Rechtsverbindlich sind diese Statements eh nicht. Zitat:

Internationaler Handel und internationale Investitionen sind wichtige Triebfedern für Wachstum, Produktivität, Innovation, Schaffung von Arbeitsplätzen und Entwicklung. Wir werden die Märkte in dem Bewusstsein offenhalten, wie wichtig auf Gegenseitigkeit beruhende und für alle Seiten vorteilhafte
Handels- und Investitionsrahmen und der Grundsatz der Nichtdiskriminierung sind, werden Protektionismus einschließlich aller unfairen Handelspraktiken weiterhin bekämpfen und erkennen die Rolle rechtmäßiger Handelsschutzinstrumente in diesem Zusammenhang an. Wir werden darauf hinwirken, gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle zu gewährleisten, vor allem, indem wir ein in dieser Hinsicht gedeihliches Umfeld für Handel und Investitionen fördern. Wir bekräftigen weiterhin die Bedeutung
der Transparenz für berechenbare und wechselseitig vorteilhafte Handelsbeziehungen. In diesem Zusammenhang schätzen wir das Monitoring der WTO, der UNCTAD und der OECD im Rahmen ihrer bestehenden Mandate. Wir verpflichten uns, die Zusammenarbeit der G20 im Bereich Handel und Investitionen weiter zu stärken. Wir rufen die OECD, die WTO, die Weltbankgruppe und den IWF auf, ihr Wirken für ein besseres Verständnis der Auswirkungen des Handels fortzuführen und den Staats- und Regierungschefs der G20 2018 Bericht zu erstatten.

Wir erkennen, dass die Vorteile des internationalen Handels und internationaler Investitionen nicht breit genug geteilt worden sind. Wir müssen unsere Bürgerinnen und Bürger besser in die Lage versetzen, die Chancen und Vorteile der wirtschaftlichen Globalisierung zu nutzen. Wir vereinbaren den Austausch von Erfahrungen mit der Minderung der Anpassungskosten der Liberalisierung von Handel und Investitionen
sowie des technischen Wandels und zu geeigneten nationalen Maßnahmen; außerdem vereinbaren wir, die internationale Zusammenarbeit im Hinblick auf inklusives und nachhaltiges globales Wachstum auszubauen.
Wir betonen die entscheidende Rolle des regelbasierten internationalen Handelssystems. Wir nehmen zur Kenntnis, wie wichtig es ist, dass bilaterale, regionale und plurilaterale Vereinbarungen offen, transparent, integrativ und mit der WTO konform sind, und verpflichten uns, daran zu arbeiten, dass sie multilaterale Handelsvereinbarungen ergänzen. Wir begrüßen das Inkrafttreten des WTO-Übereinkommens über Handelserleichterungen und rufen zu seiner uneingeschränkten Umsetzung einschließlich technischer Unterstützung für Entwicklungsländer auf. Wir verpflichten uns zur Zusammenarbeit mit allen WTO-Mitgliedern, um die 11. Ministerkonferenz der WTO zum Erfolg zu führen. Um die Funktionsweise der
WTO weiter zu verbessern, werden wir zusammenarbeiten, um die wirksame und fristgerechte Durchsetzung der Handelsregeln und -verpflichtungen sicherzustellen und ihre Verhandlungs-, Überwachungs- und Streitbeilegungsfunktionen zu verbessern.

Arbeitswelt

Für die Arbeitswelt der Zukunft lautet das Motto der G20 Fortbildung. Dass durch den technologischen Wandel höchstwahrscheinlich deutlich mehr Jobs vernicht als neue geschaffen werden, war gar kein Thema. Bildung, Bildung, Bildung lautet das Motto. Wenn dann aber nicht genug neue Jobs vorhanden sind? Was dann? Gut, so weit ist man gedanklich noch nicht. Zitat:

Funktionsfähige Arbeitsmärkte tragen zu inklusiven Gesellschaften, die sich durch einen starken Zusammenhalt auszeichnen, und resilienten Volkswirtschaften bei. Die Digitalisierung ermöglicht die Schaffung neuer und besserer Beschäftigungsmöglichkeiten, stellt uns aber gleichzeitig vor Herausforderungen betreffend Fertigkeiten, soziale Absicherung und Arbeitsplatzqualität. Wir erkennen daher die Notwendigkeit, Menschen mit den erforderlichen Fertigkeiten für die Zukunft der Arbeitswelt aus- und fortzubilden, sowie die Bedeutung von Möglichkeiten, sich im Laufe des Arbeitslebens beständig für neue und höherwertige Aufgaben zu qualifizieren und die Notwendigkeit, die Menschen dabei zu unterstützen, sich entsprechend dem innerstaatlichen gesellschaftlichen Gefüge jedes Mitglieds dem Wandel erfolgreich anzupassen. In Anerkennung der Tatsache, dass Beschäftigung sich zunehmend diverser gestaltet, werden wir die daraus resultierenden Folgen für die soziale Absicherung und die
Arbeitsbedingungen bewerten und globale Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten, darunter auch die Auswirkungen neuer Technologien, des demografischen Wandels, der Globalisierung und sich verändernder Arbeitsverhältnisse weiter beobachten. Wir werden während der Transformation des Arbeitsmarkts menschenwürdige Beschäftigungsmöglichkeiten fördern. Wir sehen einem fortdauernden Austausch über
einzelstaatliche Erfahrungen und Verfahren erwartungsvoll entgegen.

Finanzmarktregulierung

Die Regulierung der Banken soll nicht weiter verschärft werden. Zitat:

Wir bleiben der Finalisierung und der raschen, vollständigen und konsequenten Umsetzung der vereinbarten G20-Reformagenda für den Finanzsektor verpflichtet. Wir werden an der Fertigstellung des Basel-III-Rahmenwerks arbeiten, wobei die Kapitalanforderungen insgesamt in allen Bereichen des Bankensektors nicht signifikant weiter erhöht und gleiche Ausgangsbedingungen gefördert werden. Wir werden sich abzeichnende Risiken und Schwachstellen innerhalb des Finanzsystems weiterhin genau beobachten und gegebenenfalls angehen.

Steuern

Auch in Sachen Steuern heißt es „Status Quo“. Zitat:

Wir bleiben der Umsetzung des Maßnahmenpakets zur Bekämpfung der Aushöhlung von Steuerbemessungsgrundlagen und Gewinnverlagerungen (BEPS) verpflichtet und ermutigen alle einschlägigen Staaten und Gebiete, dem Inklusiven Rahmenplan („Inclusive Framework“) beizutreten. Wir sehen dem ersten automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten unter dem Gemeinsamen Berichtsstandard (CRS) im September 2017 erwartungsvoll entgegen. Wir rufen alle einschlägigen Staaten und Gebiete dazu auf, spätestens im September 2018 mit dem Austausch zu beginnen.

Afrika

Man hat auch erwähnt, dass man Afrika helfen will. Das Resultat: Private Investitionen. Dabei ist doch klar, was private finanzkräftige Konzerne mit Afrika als Standort im Sinn haben: Noch billiger produzieren als in Asien, wo die Arbeitskosten in vielen Ländern spürbar steigen. Warum man glaubt, dass private Konzerne einen Kontinent sozial entwickeln können, ist rätselhaft! Zitat:

In Anbetracht der Chancen und Herausforderungen in afrikanischen Ländern sowie der Ziele der Agenda 2030 rufen wir eine G20-AfrikaPartnerschaft ins Leben. Als Reaktion auf die Bedürfnisse und Bestrebungen der afrikanischen Länder werden unsere gemeinsamen Anstrengungen nachhaltiges, inklusives Wirtschaftswachstum sowie nachhaltige, inklusive Entwicklung fördern sowie dazu beitragen, vor allem für Frauen und Jugendliche menschenwürdige Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, und so helfen, Armut und Ungleichheit als Ursachen von Migration anzugehen. Die Partnerschaft schließt entsprechende
Initiativen wie #eSkills4Girls, die Initiative der G20 für ländliche Jugendbeschäftigung und die Initiative Erneuerbare Energie für Afrika (AREI) ein und erleichtert Investitionsabkommen (Compacts), wie im Annex aufgeführt.

Wir begrüßen die Ergebnisse der Berliner G20-Afrika-Konferenz, die hervorgehoben hat, dass gemeinsame Maßnahmen zum Ausbau einer nachhaltigen Infrastruktur, zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen und zur Unterstützung im Bildungsbereich sowie beim Aufbau von Kapazitäten erforderlich sind. Äthiopien, Côte d’Ivoire, Ghana, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien legten ihre individuellen
Schwerpunkte für Investitionsabkommen (Compacts) vor. Angeleitet durch die jeweiligen afrikanischen Länder, die Afrikanische Entwicklungsbank, den IWF und die Weltbankgruppe sowie die G20 und anderer Partner zielen diese Abkommen darauf ab, private Investitionen zu mobilisieren und den effizienten Einsatz öffentlicher Mittel zu fördern.

Wir sind bereit, interessierten Ländern Afrikas zu helfen sich der Initiative anzuschließen, und rufen andere Partner ebenfalls dazu auf. Wir unterstützen die Ziele der Partnerschaft durch ergänzende Initiativen und ermutigen den Privatsektor, die wirtschaftlichen Möglichkeiten Afrikas zu nutzen und zur Förderung von nachhaltigem Wachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen beizutragen.




Quelle: G20.org

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Bademeister

    10. Juli 2017 10:12 at 10:12

    Klima? Anscheinend sind zumindest neben USA auch Saudi Arabien und die Türkei kurz vor dem Absprung.

  2. Avatar

    Lars

    17. Juli 2017 21:36 at 21:36

    Auch wenn folgendes Video der sog. Lügen- oder Lückenpresse entstammt, spricht es sowohl die rechte, der Fantasie und Träumerei zugehörige Gehirnhälfte an, als auch die linke, die für Logik und Verstand zuständig ist:
    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/G20-Lied-Wenn-Autokraten-feiern,extra13162.html

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

Avatar

Veröffentlicht

am

Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

weiterlesen

Allgemein

Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

weiterlesen

Allgemein

Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen