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Was das wirklich Unnormale an den US-Märkten derzeit ist!

Das wirklich Einzigartige derzeit ist die absolute Bewegungsarmut, die kaum vorhandene Volatilität. Das zeigt sich besonders anschaulich beim Dow Jones: 1999 handelte der Index erstmals im Bereich von 10.000 Punkten, also bei etwa der Hälfte des derzeitigen Standes – aber damals gab es doppelt so häufig Handelstage mit einer Veränderung von 100 Punkten oder mehr vom Handelsstart zum Handelsschluss ..

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Was ist eigentlich das Ungewöhnliche derzeit an den US-Märkten? Die Trump-Rally? Eher nicht, ein sehr ähnliches Muster zeigten die Märkte, als Ronald Reagan zum US-Präsidenten gewählt worden war mit starken und länger andauernden Gewinnen. Aber das wirklich Einzigartige derzeit ist die absolute Bewegungsarmut, die kaum vorhandene Volatilität.

Das zeigt sich besonders anschaulich beim Dow Jones, der bekanntlich deutlich über 20.000 Punkten handelt. Vor 18 Jahren, also im Jahr 1999 handelte der Index erstmals im Bereich von 10.000 Punkten, also bei etwa der Hälfte – aber damals gab es doppelt so häufig Handelstage mit einer Veränderung von 100 Punkten oder mehr vom Handelsstart zum Handelsschluss wie derzeit!

Der Dow Jones hat in diesem Jahr 2017 lediglich an 13 Handelstagen 100 Punkte höher oder tiefer geschlossen, als er gestartet war – also an etwas mehr als 25% der gesamten Handelstage in 2017. Und 100 Punkte entsprechen beim derzeitigen Stand des Dow Jones nicht einmal 0,5%! In 2016 gabe es 90 solcher Handelstage, 2015 sogar 124 (also knapp jeder zweite) und 2014 84 (jeder dritte Handelstag). Besonders selten waren Tage mit einer Tagesveränderung von mehr als 100 Punkten beim Dow Jones in den Jahren 2006 und 2005 mit jeweils nur 33 Handelstagen (entspricht etwa 13% aller Handelstage mit einer Veränderung von mehr als 100 Punkten). Besonders volatil ging es dagegen im Jahr 2008 zu mit 146 Tagen mit mehr als 100 Punkten Veränderung – also fast an 58% aller damaligen Handelstage (bekanntlich meist nach unten).

1999, in einem Jahr des Überschwangs, schaffte der Dow Jones das an 88 Handelstagen des Jahres, und damals entsprachen 100 Punkte nur knapp um die 1%. Als der Dow Jones schließlich kürzlich die 20.000er-Marke erreicht hatte, sagten nicht wenige Beobachter: es mache eigentlich keinen Sinn mehr, über Gewinne oder Verluste von 100 Punkten zu sprechen. Das Gegenteil ist nun der Fall.

Dazu der VIX, der die Vola auf den S&P500 widergibt, nahe der Allzeittiefs – es ist, als seien die Märkte irgendwie narkotisiert. Ein wichtiger Grund aber könnte dürfte eine gewisse Rotation sein: am Anfang der Trump-Rally waren es vor allem Bank-Aktien, die stark zulegten. Seit Anfang des Jahres jedoch sind es vorwiegend Werte aus dem Tech-Bereich, die haussieren, während Bank-Aktien tendentiell schwächer sind. Mithin verzerrt also die Rotation die Sicht auf die Dinge: es steigen Aktien aus bestimten Sektoren, während Aktien aus anderen Sektoren fallen, insgesamt aber bewegen sich die Aktien faktisch stärker als die Indizes.

Dennoch: angesichts der massiven Umwälzungen, die alleine durch die Präsidentschaft Trumps wahrscheinlich sind, ist diese geringe Volatilität erstaunlich. Die Hauptbewegung der Trump-Rally passierte in 2016, in 2017 haben sich die Dinge seltsam beruhigt. Die Markt-Geschichte zeigt jedoch, dass das nicht von langer Dauer ist..

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