Aktien

Was der China-Crash mittelfristig für Deutschland bedeuten kann

Von Claudio Kummerfeld

Wir berichten derzeit täglich über den massiven Börsencrash in China. Die Quote der Privatzocker ist dort sehr hoch. Aber auf Dauer sollte die ganze chinesische Volkswirtschaft betroffen sein. Auch Versicherungen, Banken, Fonds und Industrieunternehmen könnten sich dem nicht dauerhaft entziehen. Aber was hat das mit der deutschen Wirtschaft zu tun?

Chinesische Investoren haben in den letzten Jahren verstärkt in Deutschland investiert, dem „Hort der Sicherheit“. Unternehmen, die als indirekte Folge des Börsencrash gezwungen sein könnten all ihre Reserven zusammenzuraffen um zu überleben, wären daher genötigt ihre langfristigen Investitionen in der deutschen Wirtschaft wieder aufzulösen und in Cash umzuwandeln. So könnte so mancher deutscher Mittelständler, der erst vor Kurzem von Chinesen aufgekauft wurde, bald wieder vor einem Eigentümerwechsel stehen.

Erst heute gab die altehrwürdige Bank „Hauck & Aufhäuser“ bekannt, dass die gut betuchten privaten Eigentümerfamilien ihre Anteile größtenteils an die chinesische Investmentgesellschaft „Fosun“ verkaufen. Fosun betont in der heutigen Pressemitteilung die Langfristigkeit seines Investments. Was passiert aber, wenn Fosun in ein paar Wochen darauf angewiesen wäre die Bank wieder zu verkaufen, nur so als Beispiel? Was in einem Einzelfall wie Hauck & Aufhäuser unproblematisch erscheint, kann im Großen und Ganzen zu einem massiven Mittelabfluss aus Deutschland zurück nach China führen. Auch die chinesische Nachfrage nach deutschen Maschinenbauprodukten etc würde massiv leiden, wenn China als Nachfrager einbricht. So oder so… bleiben die chinesischen Aktienkurse längerfristig so weit unten, schwappt die Welle der Auswirkungen zwangsläufig auch nach Deutschland – vielleicht mit mehreren Monaten Verzögerung, aber sie kommt.

Da bleibt dem geneigten Börsianer nur noch die Hoffnung auf die zentralistische harte Hand des Zentralkomitees in Peking. Man flute den Markt mit unendlich viel Cash, verbiete Verkäufe großer Anteilseigner (wie vor wenigen Minuten geschehen) und und und. Schafft das zentralistische System doch noch mit Brachialgewalt die Wende am Aktienmarkt?



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