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Was der IWF alles von Deutschland fordert

Deutschland muss oder soll endlich mal seinen Außenhandelsüberschuss abbauen. Das fordern nicht nur Donald Trump, sondern auch so ziemlich alle internationalen Verbände wie der Internationale Währungsfonds (IWF). Diese Forderung zieht sich wie ein roter Faden durch die aktuelle Veröffentlichung der jährlichen Beurteilung Deutschlands durch den IWF. So eine jährliche Begutachtung des IWF findet übrigens bei jedem Mitgliedsstaat des IWF statt.

IWF mahnt zu Rentenreformen

Vergleicht man die Sorgen und Nöte Deutschlands mit den Berichten des IWF zu anderen Mitgliedern, leben wir hier beinahe im ökonomischen Paradies! Aber es wirkt nur auf den ersten Blick so. Vor allem die Demografiewelle rollt mit voller Wucht auf uns zu. Das sieht auch der IWF – schon ab dem Jahr 2020 sinke deshalb hierzulande voraussichtlich die Zahl der Arbeitskräfte – und dabei sei die Zuwanderung schon einkalkuliert.

Wie kann man also den völligen Kollaps des Rentensystems verhindern? (lesen Sie hierzu gerne unseren Artikel zur Rentenlüge) Man wünsche sich, dass die Deutschen länger arbeiten, so der IWF. Damit sei nicht zwingend gemeint, dass das offizielle Renteneintrittsalter angehoben werden müsse. Es gehe darum, dass das effektive Renteneintrittsalter steige. Denn wie man ja weiß, gehen viele Menschen durch Vorruhestand etc früher in Rente, was das tatsächliche Eintrittsalter sinken lässt.

Durch eine längere Zeit der Beitragszahlung und eine kürzere Rentenbezugsdauer würde die langfristige Finanzierung des gesetzlichen Rentensystems gestärkt, so der IWF. Auch den Unternehmen sei damit geholfen, weil ihnen zunehmend qualifizierte Arbeitskräfte fehlen.

Aus einer aktuellen Position der Stärke heraus gegensteuern

Momentan gehe es Deutschland hervorragend, so die aktuelle Einschätzung des IWF. Daher habe man jetzt die Gelegenheit die Weichen für die Zukunft zu stellen. Neben dem Rentensystem gäbe es auch zu beachten, dass die Wirtschaft in Deutschland kaum noch produktiver werde. Die Politik müsse kraftvoll gegensteuern. Abgesehen davon müssten die Löhne steigen. Staat und Verbraucher sollten doch bitte mehr konsumieren, damit der Außenhandelsüberschuss Deutschlands schrumpfe. Denn mit mehr Binnenkonsum gibt es zwangsläufig mehr Importe, da viele einfache Konsumprodukte aus dem Ausland kommen (China etc).

Aktuell prognostiziert der IWF, dass der Außenhandelsüberschuss Deutschlands in den nächsten Jahren nur minimal sinke. Daher müsse der deutsche Staat dringend mehr Geld ausgeben, vor allem weil er momentan eh sprudelnde Einnahmen habe. Also: Höhere Löhne, mehr Staatsausgaben, und da wären auch Steuerentlastungen, die vom IWF gefordert werden. Mit mehr Geld in der Tasche sollten Fehlanreize beseitigt werden, die Menschen momentan davon abhalten zu arbeiten.

Bei der Integration der Flüchtlinge bescheinigt man Deutschland gute Fortschritte. Liest man sich tiefer hinein in die Aussagen des IWF, dann ist auch ihre volle Integration in den Arbeitsmarkt nicht ausreichend um die Probleme der alternden Gesellschaft zu beseitigen. Also müssen wir alle deutlich länger arbeiten? Aber ein Phänomen hat der IWF überhaupt nicht berücksichtigt in seinen Aussagen, so meinen wir es zumindest – nämlich die massiven Stellenverluste, die durch Automatisierung und Digitalisierung verursacht werden. In wie weit sich diese Verluste mit dem Demografiewandel verrechnen lassen, das müsste näher erforscht werden (unsere Meinung!).

IWF-Chefin Christine Lagarde
IWF-Chefin Christine Lagarde. Foto: MEDEF – https://www.flickr.com/photos/besoindair/3883418915/ Wikipedia (CC BY-SA 2.0)



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4 Kommentare

  1. „Denn mit mehr Binnenkonsum gibt es zwangsläufig mehr Importe, da viele einfache Konsumprodukte aus dem Ausland kommen (China etc).“

    dann sollen wir also „chinaschrott“ kaufen. nene, nicht mit mir. was heisst ausserdem einfache konsumprodukte? gleichbleibende qualität ist angesagt, QUALITÄÄÄÄT. beispiel lampignons aus china von einem grossen deutschen einzelhändler, glauben sie nicht, das die alle gleich rund aussehen, ganz zu schweigen vom akkuversagen nach 14 tagen. wenn das keine „einfachen konsumprodukte“ sind, weiss ich es auch nicht. – hat sich erledigt mit denselbigen –

  2. Hallo Leute,
    also … mehr arbeiten uns dafür schneller in die Kiste, so der Vorschlag und unser Rentenproblem ist gelöst.
    Schon unglaublich welche Sorgen sich der IWF um Deutschland macht als gäbe es nicht eine Reihe anderer Kandidaten die wahrlich zur Sorge Anlass geben.

  3. aber sicher doch, die Deutschen sollen bis zum Tode arbeiten, damit die Griechen u. Italiener mit 40 in Frühruhestand gehen. Dazu geben wir noch unsere Sparguthaben nach Südeuropa ab, jeder kann sich frei bedienen und dazu nehmen wir noch alle Flüchtlinge auf, aber nur die arabischen u. afrikanischen, also die die niemals zum Wohlstand beitragen werden u. neben aller anderen Probleme enorme Summen kosten…

  4. Moin, moin,
    nur kurz,was geht den IWF oder sonst eine internationale Organisation das Tun oder Nicht-Tun, ein Handelsüberschüss oder Nicht-Handelsüberschuss eines Landes etc. pp. an? Nichts!
    Eigentlich erwarte ich von meiner Regierung (leider ist in Berlin nicht meine Regierung), dass sie mit der Legarde Deutsch spricht (Trump versteht man einfach besser). Wer finanziert überhaupt den IWF und diese anderen Bürokratiemonster? Sicher wieder zu großen Teilen die BRD. Vielleicht kümmert sich die Dame um ihre Sachen und nicht um innerstaatliche Angelegenheiten. Das wäre der Satz, den ich von Merkel oder Co. zu diesem Thema erwartet hätte.

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