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Was die EZB-Politik für Arbeitnehmer bedeuten wird

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Mario, wir haben ein Problem! So oder so ähnlich dürfte der Slogan in einigen Firmenzentralen Europas lauten. Laut der Ratingagentur S&P hat alleine die Ankündigung der EZB, ein massives Anleihekaufprogramm aufzulegen, ein riesiges Loch in die Pensionstöpfe der europäischen Unternehmen gerissen. Der Grund: die permanent sinkenden Renditen für Anleihen – eben in Erwartung des Anleihekaufprogramms der europäischen Notenbank.

S&P schätzt das Loch bei den Pensionsrückstellungen der Unternehmen Europas auf gut 91 Milliarden Euro. Der Grund: da mit sicheren Investitionen in festverzinsliche Papiere praktisch keine Renditen mehr zu erzielen sind, weisen die Pensionsrückstellungen, zu deren Finanzierung aber passable Renditen notwendig wären, eine Unterdeckung auf. Bei einer Untersuchung dieser Rückstellungen bei den 50 größten Unternehmen Europas hat die Ratingagentur nun festgestellt, dass eine Finanzierungslücke von mindestens 10% besteht. Geht der Trend zu Null-Renditen weiter oder werden gar Negativ-Renditen die Regel (was sich derzeit klar abzeichnet), wird das Loch in den Pensionsrückstellungen noch größer – absehbar bis 15%, so S&P. Und das wiederum kann bedeuten, dass die Unternehmen von den Ratingagenturen abgestuft werden.

Dramatischer aber als Abstufungen sind die wahrscheinlichen Folgen der Löcher: so empfiehlt S&P den Unternehmen, Löhne zu kürzen – um nicht neue, unerfülllbare Pensionspflichten eingehen zu müssen. Weitere Massnahmen: die Erhöhung des Pensionsalters der Mitarbeiter, bei Neueinstellungen keine Gewährung von Pensionszusagen wie zuvor – bis hin zur Kündigung der gemachten Pensionszusagen durch die Unternehmen.

Mit dem Anleihekaufprogramm der EZB ist es also wie beim Alkohol: zunächst berauscht man sich daran (Allzeithochs beim Dax und anderen Aktienindizes sowie Rekordtiefs bei Renditen von Staatsanleihen der Eurozone), aber nach dem Aufwachen kommt der böse Kater. Sprich: werden die Folgekosten des ungesunden Lebensstils erst richtig sichtbar. Möglicherweise – aber nicht wirklich sicher – hat Mario Draghi die Eurozone vor einem Abgleiten in die Deflation bewahrt. Aber schon in wenigen Jahren wird man feststellen müsssen, dass der Preis dafür horrend war.

S&P selbst übrigens zweifelt lautsatrk am Effekt der geplanten Staatsanleihekäufe durch die EZB: sie würden wahrscheinlich zu Stagflation führen. Kaum Wachstum, daher neue geldpolitische Massnahmen der EZB – mit der Folge steigender Inflation bei Null-Wachstum. Wenn es so kommt, kam man nur sagen: Grazie Mario!

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