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Aktien

Was die Wall Street bewegt: Die Story des heutigen Tages sind Chips, Chips, Chips..

In Spätphasen eines Zyklus kommt es besonders häufig zu (überteuerten) Übernahmen..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Es soll die größte Übernahme im Tech-Sektor der Börsengeschichte werden – wieder einmal ein Superlativ. Und typisch für späte Phasen in einem Konjunkturzyklus, wenn also die Preise schon sehr hoch sind. Dagegen kauft niemand, wenn es wirklich günstig ist, also etwa in einer Krise..

Insgesamt 130 Milliarden Dollar will Broadcom, die erst kürzlich angekündigt hatten, ihren Hauptsitz von Singapur in die USA zu verlegen (wohl schon mit dem Hintergedanken, dass eine Übernahme von Qualcomm deutlich einfacher ist und seitens der Trump-Administration mit deutlich mehr Wohlwollen begleitet würde, wenn man in den USA seinen Sitz hat) sich das kosten lassen.

Qualcomm selbst ist nach wie vor in einer erbitterten Fehde mit Apple, die kürzlich daher die Zusammenarbeit mit Qualcomm aufgekündigt hatten. Apple läßt sich jetzt wieder von Intel beliefern – all das ist Kindergarten in groß!

Broadcom hat die Offerte nun offiziell gemacht:

„Under Broadcom’s proposal, the $70.00 per share to be received by Qualcomm stockholders would consist of $60.00 in cash and $10.00 per share in Broadcom shares. Broadcom’s proposal represents a 28% premium over the closing price of Qualcomm common stock on November 2, 2017, the last unaffected trading day prior to media speculation regarding a potential transaction, and a premium of 33% to Qualcomm’s unaffected 30-day volume-weighted average price“.

Man zahlt also einen schlanken Aufschlag auf den derzeitigen Preis der Qualcomm von 28% – und Qualcomm hat das Angebot bereits natürlich als „zu niedrig“ abgelehnt. Man gönnt sich ja sonst nichts..

Die Aktie von Qualcomm, die schon am Freitag von dem Gerücht profitiert hatte, eröffnet heute höher, aber unter der angepeilten Marke von 70 Dollar:

Es geht dabei um sogenannte Modem-Chips, als jene Chips, die unsere Smartphones mit dem WiFi verbinden. Die Aktien des Übernehmers Broadcom (sofern beide Parteien sich einigen und die Kartellbehörden mitspielen) gewinnen +2,6%.


Der Hauptsitz von Qualcomm in San Diego
Von Coolcaesar – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52572757

Doch es gibt Bewegung auch an anderen Fronten: so rücken mit Intel und AMD zwei Erzrivalen zusammen, um das immer stärker werdende Nvidia zu bekämpfen. Dazu wird, wie beide Firmen inzwischen bestätigt haben, der Intel Prozessor mit einer Grafik-Einheit von AMD kombiniert. Diese sollen in superdünnen Laptops zur Anwendung kommen, die dennoch in der Lage sind, hochauflösende Video-Spiele problemlos darzustellen, wie Intel heute bekannt gab:

„Together we are offering gamers and content creators the opportunity to have a thinner-and-lighter PC capable of delivering discrete performance-tier graphics experiences in AAA games and content creation applications.“

Der Kurs von Intel steigt 1%, der von AMD 6%, während die Aktien des attackierten Rivalen Nvidia -0,3% verlieren.

Die Chip-Stories sind heute an der Wall Street das Highlight – neben der Beendigung der Fusionsgespräche zwischen Sprint und T-Mobile US (Sprint verlieren -12%, die Telekom-Aktie ist mit gut -3% Schlußlicht im Dax, die Aktie von T-Moblie US verliert gut -5%). Schwach auch die Aktien von Citigroup und Twitter, die jeweils -0,8% verlieren nach der Verhaftung von Prince al-Waleed bin Talal (sowie die Einfrierung von dessen Konten) – der saudische Prinz ist Großaktionär beider Unternehmen.

Ansonsten wartet man an der Wall Street auf die überarbeitete Version des „Tax Plans“ – und das alles wird, so viel zeichnet sich schon ab, eine richtig schwere Geburt..

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    HerrSchröder

    6. November 2017 18:17 at 18:17

    Das stimmt. Es ist der reine Wahnsinn, dass immer dann wenn es am teuersten ist, die wildesten Übernahmen angestrebt werden.

    Es ist daher vollkommen richtig, dass wir uns am Ende des Zyklus befinden könnten, wenn man dieser Tatsache Bedeutung schenkt.

    • Avatar

      Gerd

      6. November 2017 18:51 at 18:51

      HerrSchröder: „…am Ende des Zyklus befinden könnten“
      Könnten. Genau. Oder auch erst in der Mitte. Oder am Anfang einer ewig langen Phase?

      In der heutigen Ausgabe vom Marktgeflüster auch:
      „In Spätphasen der Konjunktur kommt es immer wieder zu völlig überteuerten Übernahmen. So wohl auch diesmal.“

      Gut dass, da das Wörtchen „wohl“ untergebracht wurde. Trotzdem suggeriert die Einleitungsaussage, dass wir zwei Unterstellungen als Fakt annehmen dürfen. Spätphase und überteuert.

      Ich bin nicht in der Lage auszuschließen, dass das so ist. Umgekehrt würde ich mich nicht trauen, so was zu behaupten. Und ich traue mich hier schon so einige Waghalsigkeiten vom Stapel zu lassen.
      Ob FMW recht hat, wird man definitiv erst im Nachhinein ausmachen können.

  2. Avatar

    Michael

    6. November 2017 19:23 at 19:23

    Gerd, wieder mal Ihre nicht zu greifende, anstrengende und nichtssagende Dialektik: Ich bin nicht in der Lage auszuschließen, dass das so ist. Umgekehrt würde ich mich nicht trauen, so was zu behaupten.
    Kennen Sie Asterix, Tour de France?
    Legionär: „Habt ihr zwei Männer vorbeilaufen sehen?“
    Einwohner A: „Ich sag nicht, dass es nicht sein kann.“
    Einwohnerin B: „Kann schon sein, dass sie hier entlang sind, vielleicht auch nicht!“
    Einwohner C: „Kann sein …“
    Einwohner D: „Vielleicht auch nicht …“
    Einwohner E: „Kann ich nicht sagen …“

    • Avatar

      Gerd

      6. November 2017 23:27 at 23:27

      Gütige Güte, sind Sie wieder mal lehrreich! Lernen Sie auch selbst was daraus?

      Vorsichtshalber gebe ich Ihnen auch ein Beispiel.
      Für viele Linke sind alle diejenigen, welche nicht links ist, sowas wie Nazis. Das ging kürzlich sogar so weit, dass sie Jugendliche brutal zusammengeschlagen haben, weil sie sie fälschlicherweise für Rechte hielten. Dabei waren es ebenfalls Linke, die zu einem „Linken-Konzert“ unterwegs waren.

      Ich würde im Gegensatz dazu trotzdem niemals behaupten, alles was nicht rechts ist, sind radikale linke Schlägertypen der faschistischen Antifa.
      Da würde ich wiederum sagen, dass ich nicht ausschließen kann, dass das teilweise zutrifft.
      Und das gilt für mich im gleichen Maß, egal ob meine Aussage die rechte wie die linke Seite betrifft. Und das gilt so ganz nebenbei auch für Aussagen, welche das Börsengeschehen betreffen.

      Sind Sie hingegen eher so ein Rechthabertyp, der alles was er sagt, als richtig und in Stein gemeißelt ansieht? Ich will das zumindest nicht ausschließen. Niemals würde ich das jedoch als Postulat aufstellen. Obwohl ich bei Ihnen doch schon recht nah dran bin, das zu tun.
      Und wenn Sie einer wären, was solls, halb so schlimm.

      Von 100 Ihrer Postings habe ich nur ungefähr 3 entdeckt, in denen Sie nicht in irgendeiner Form rumgemotzt oder zumindest andere Forenschreiber kritisiert haben. Ich will nicht ausschließen, dass es ein paar mehr waren und ich die lediglich nicht gelesen habe. Ich will aber auch nicht ausschließen, dass viele Menschen, die wie Sie einer bestimmten politischen Richtung zugeneigt sind, nicht nur im realen Leben Streit suchen, sondern dass sie ihre Freude auch daran haben, andere in Foren zu kritisieren und sie zu belehren. Sie schrieben ja mal sinngemäß, dass wiederum Kritik an Ihrer eigenen Person Sie ohnehin kaum berührt. Entweder würde sie abprallen oder sie mache Ihr dickes Fell nur noch dicker.
      Aber was solls, auch nur halb so schlimm.

      Jedoch schließe nicht aus, dass genau das für eine gewisse Beratungsresistenz bei Ihnen spricht. Und da sind alle Erklärungsversuche von vornherein vergeblich. Da sind sämtliche Kommentare wie die vor die Säue geworfenen Perlen.

      Und da das so ist, werde ich es erneut so handhaben, dass ich auf Ihre Beiträge nicht mehr reagieren werde. Selbst dann nicht, falls es mich mal reizen sollte, für den ’nicht auszuschließenden Fall‘, dass Sie einen Kommentar abgeben, bei denen ich Ihnen gedanklich zustimmen wollte.
      Ach, ja und ich schließe ausnahmsweise mal aus, dass ich meine Haltung dahingehend noch mal ändern werde. Dazu gibt es hier so viele Schreiber, mit denen ich gerne kommuniziere.

      P.S.:
      Würde mich wundern, wenn jetzt nicht auch noch der eine oder andere Lars auftauchen würde. Für den gilt dann dasselbe. Oder vielleicht schreibt er jetzt auch extra nicht, um mir zu zeigen, dass meine dahingehende Vermutung falsch war.
      Würde ich zumindest nicht ausschließen.

      • Avatar

        Michael

        7. November 2017 00:16 at 00:16

        Meine Frage war: Kennen Sie Asterix, Tour de France?
        Nicht mehr, nicht weniger…
        Die Antwort, die Ihnen diese Frage entlockt hat, ist interessant. Und sehr lang. Und psychologisch interessant. Auch hinsichtlich Lars: Der könnte jetzt auch noch auftauchen, aber auch nicht ;)
        Sie kennen Tour de France, da bin ich mir sicher, oder auch nicht?

      • Avatar

        Michael

        7. November 2017 00:50 at 00:50

        Gerd, hören Sie sich eigentlich lallen? Lesen Sie, was Sie schreiben?? Denken Sie vorher darüber nach???
        Für viele Linke sind alle diejenigen, welche nicht links ist, sowas wie Nazis…
        Ich würde im Gegensatz dazu trotzdem niemals behaupten, alles was nicht rechts ist, sind radikale linke Schlägertypen der faschistischen Antifa.
        Da würde ich wiederum sagen, dass ich nicht ausschließen kann, dass das teilweise zutrifft.

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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