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Putin steckt in einem Dilemma Warum Putin den Waffenstillstand in der Ukraine verzögert

Warum Putin den Waffenstillstand in der Ukraine verzögert
KI-Karikatur von Putin. Grafik: Standret - Freepik.com

US-Präsident Donald Trump hat die Grundlage für einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine geschaffen, indem er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskiy dazu drängte, einem Abkommen zu zustimmen. Das Abkommen zwischen den USA und der Ukraine stellt Russland jedoch vor ein Dilemma, denn der russische Präsident Wladimir Putin will, dass seine Bedingungen berücksichtigt werden.

Waffenstillstand mit der Ukraine

Einem Bericht von Bloomberg zufolge wirde der russische Präsident Wladimir Putin wahrscheinlich einem möglichen Waffenstillstand mit der Ukraine zustimmen, will aber zuvor seine eigenen Bedingungen erfüllt sehen, was die Verhandlungen in die Länge ziehen dürfte.

Der russische Staatschef wolle sicherstellen, dass seine Bedingungen berücksichtigt würden, bevor er einem Waffenstillstand zustimme, sagte eine mit den Überlegungen des Kremls vertraute Person. Um dies zu erreichen, werde er versuchen, die Frist für die Zustimmung zu einer Einstellung der Kampfhandlungen in der Ukraine zu verlängern, sagten andere mit der Situation vertraute Personen.

Um seine Entschlossenheit zu demonstrieren, besuchte Putin am Mittwoch seine Truppen in der russischen Region Kursk. Unter militärischem Deckmantel traf sich Putin mit hochrangigen Offizieren und rief dazu auf, „den Feind, der sich in der Region Kursk verschanzt hat, so schnell wie möglich vollständig zu besiegen“, berichtete der staatliche Fernsehsender Rossija 24. Die Ukraine wollte die in Kursk eroberten Gebiete als Verhandlungsmasse nutzen, doch Russland gewann dort die Oberhand.

Russische Beamte hätten mit ihren US-Kollegen nicht über das konkrete Abkommen gesprochen, dem eine ukrainische Delegation am Dienstag in der saudi-arabischen Stadt Dschidda zugestimmt habe, und der Kreml halte diesen Rahmen für inakzeptabel, sagte eine Quelle.

Russland-Ukraine Waffenstillstand: Trump bringt Putin in Dilemma
Vladimir Putin. Foto: Alexander Nemenov/AFP/Getty Images

Putin steht vor einem Dilemma

Das Abkommen zwischen den USA und der Ukraine stellt Putin vor ein Dilemma, da ihm bisher die Art von Druckkampagne erspart geblieben ist, die das Weiße Haus gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskij geführt hat. Das Abkommen von Jeddah erfüllt jedoch nicht die Bedingungen, die Russland für ein Ende der Kämpfe stellt, nämlich die Parameter für eine längerfristige Lösung des Krieges, den Putin im Februar 2022 begonnen hat.

Der Kreml könnte auch einen Stopp der Waffenlieferungen an die Ukraine als Bedingung für einen Waffenstillstand fordern, sagte eine dem Kreml nahestehende Person.

„Putin wird weder ein hartes ‚Ja‘ noch ein hartes ‚Nein‘ geben“, sagte Tatiana Stanovaya, Senior Fellow am Carnegie Russia Eurasia Center, in einem Telefoninterview. „Selbst in einer fantastischen Situation, in der Putin einige Gesten in Richtung eines Waffenstillstands macht, wäre dieser nur vorübergehend und an sehr harte Bedingungen geknüpft.“

Forderungen Russlands

Russland hat bereits gefordert, dass die Ukraine eine neutrale Nation wird, ihre Streitkräfte deutlich reduziert und Territorium abtreten muss, beginnend mit dem Land, das Russland während des Krieges erobert hat.

Als Gegenleistung für die Annahme des US-Vorschlags für einen Waffenstillstand durch die Ukraine erklärte sich die Trump-Administration bereit, das Einfrieren von Militärhilfe und Geheimdienstinformationen für Kiew aufzuheben.

Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch vor Journalisten im Oval Office, er hoffe, dass es nicht notwendig sein werde, Druck auf Putin auszuüben, um die Waffenstillstandsvereinbarung zu akzeptieren.

„Während wir hier sprechen, reisen Beamte nach Russland und wir hoffen, dass wir von Russland einen Waffenstillstand bekommen“, sagte Trump. „Und wenn wir das schaffen, dann glaube ich, dass wir dieses schreckliche Blutbad zu 80 Prozent beenden können.“

USA verhandelt mit Russland

Der US-Gesandte Steve Witkoff reist diese Woche nach Moskau, um die Russen zu drängen, sich an den Verhandlungen zu beteiligen, und wir hoffen, dass sie das tun werden“, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gegenüber Fox News. Sie fügte hinzu, dass der Nationale Sicherheitsberater der USA, Mike Waltz, am Mittwoch mit seinem russischen Amtskollegen gesprochen habe.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch, Moskau warte auf Details der Vereinbarung, schloss aber ein Telefonat zwischen Trump und Putin nicht aus.

US-Außenminister Marco Rubio forderte Moskau am Mittwoch auf, die Bedingungen zu akzeptieren und sagte, die Fähigkeit der Ukraine, Russland in Zukunft abzuschrecken, werde Teil der Gespräche sein.

„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Abschreckung vor Ort aufzubauen“, sagte er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz am Flughafen Shannon in Irland. „Wie diese aussehen und wie man sie zusammensetzt, darüber werden wir sprechen.“

Zelenskiy sagte am Mittwoch, dass die ukrainischen Partner bei der Überwachung eines Waffenstillstands helfen müssten, wenn Russland schließlich an Bord komme.

„Wir wissen, wie wir das überwachen können“, sagte er vor Journalisten in Kiew. „Aber da es überall still ist – und wir wissen, mit wem wir es zu tun haben – und angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre, ist technische Unterstützung notwendig.“

Frieden in der Ukraine – noch nicht in Sicht

Putin hat Trumps Forderung nach einem schnellen Ende des Krieges wiederholt zurückgewiesen. Bei seiner Jahrespressekonferenz im Dezember sagte er: „Wir brauchen keinen Waffenstillstand – wir brauchen Frieden: langfristig, dauerhaft, mit Garantien für die Russische Föderation und ihre Bürger.“

Trump sagte weiter, er glaube, dass Putin Frieden wolle. Washington könnte Putin als Gegenleistung für die Unterzeichnung des Abkommens ein Gipfeltreffen mit Trump anbieten, um ihn aus der Reserve zu locken, nachdem die Regierung von Ex-Präsident Joe Biden die meisten Kontakte mit ihren Amtskollegen in Moskau gemieden hat.

Westliche Sicherheitsbeamte sagen, Putin stelle absichtlich Maximalforderungen, weil er wisse, dass sie für die Ukraine und Europa inakzeptabel seien, und dass er bereit sei, weiter zu kämpfen, berichtete Bloomberg News am Dienstag. Unterdessen wollten sich die Verteidigungsminister der europäischen Militärmächte Frankreich, Italien, Polen, Großbritannien und Deutschland am Mittwoch in Paris treffen, um ihre Unterstützung für Kiew zu koordinieren.

Rubio sagte, er gehe davon aus, dass Russland bei den Gesprächen mit seinen US-Kollegen die Frage der europäischen Sanktionen ansprechen werde. „Ich denke, die Frage der europäischen Sanktionen wird auf den Tisch kommen, ganz zu schweigen von eingefrorenen Vermögenswerten und dergleichen“, sagte er.

Wenn es Frieden in der Ukraine geben solle, „müssen die Europäer am Ende des Prozesses entscheiden, wie sie mit den Sanktionen umgehen“, sagte er.

FMW/Bloomberg



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21 Kommentare

  1. „…er hoffe, dass es nicht notwendig sein werde, Druck auf Putin auszuüben…“

    Es könnte auch alles ganz anders kommen, wenn der alte Konflikt Russland-Amerika wieder aufflammt.

  2. Sehr geehrte Frau Leavitt, liebe Karoline, Staatspräsident Dr. Wladimir Putin und Religionsführer Ajatollah Khamenei erwarten von Deinem Chef zu recht, daß er mit ihnen jeweils „auf Augenhöhe“ verhandelt.

    1. @Holger Voss

      Wow, Sie kennen die Pressesprecherin des Weissen Hauses persönlich? Sie duzen Sie sogar?
      Meine tiefste Bewunderung! Könnten Sie nicht ein gutes Wort einlegen für uns armselige EUler?
      Bitte, bitte!
      Ich fass es nicht…ein FMW-Kommentator kennt die Leavitt…wow…wow…

    2. Staatspräsident Dr. Wladimir Putin lehnt eine Waffenruhe ab/Quelle: Bild-Zeitung. Wundert mich nicht, da für Staatspräsident Dr. Putin eine Waffenruhe und ein Friedensabkommen zwei Seiten einer Medaille darstellen. Ich fordere den 47. US-Präsidenten Donald John Trump auf, mit seinem russischen Amtskollegen „auf Augenhöhe“ zu agieren.

      1. Keine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine, eine neutrale Ukraine, wie in der Ära von Staatspräsident Viktor Janukowitsch und einen anderen Nachfolger von Staatspräsident a.D. Petro Poroschenko stellen aber eventuell eine Agenda dar, auf die sich Staatspräsident Dr. Wladimir Putin und der 47. US-Präsident Donald John Trump einigen könnten. Desweiteren bin ich optimistisch, daß sich beide darauf verständigen werden, daß die Krim und der Donbass „mittlerweile“ ganz klar Russland sind.

        1. @Holger Voss
          Ahja, 2 ausländische Präsidenten bestimmen, wer in einem anderen Land Präsident wird?
          In der Ukraine wird ein Präsident gewählt. Von Ukrainern.

          1. An FMW-Nutzer Wahlvolk: Sie verkennen die Tatsache, daß der Russland-Ukraine-Konflikt eine Vorgeschichte hat.

        2. So wie es aussieht, würde Staatspräsident Dr. Wladimir Putin einer Waffenruhe zustimmen, wenn es im Gegenzug wieder zu einem Zusammenspiel zwischen Rosneft und ExxonMobil käme. Der 47. US-Präsident Donald John Trump ist als Deal-Maker bekannt.

      2. Ich fordere den FMW-Benutzer @Holger Voss auf, den 47. US-Präsidenten Donald John Trump aufzufordern, den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin aufzufordern, einen Frieden zu geben und endlich mal ein paar Goldbarren für die Enkelkinder herauszurücken.

  3. Putin hat mehrmals, das letzte Mal im Februar, gesagt, was die Bedingungen für Frieden sind. Abzug aller Ukrainischer Soldaten aus den nun russischen Gebieten. Demilitarisierung der Ukraine und Festsetzung auf komplette militärische Neutralität.

    Solange das nicht Teil des Angebots wird, wird Russland völlig unverändert weiterkämpfen. Und genau darauf bereitet man sich in Russland gerade vor. Der Militärapparat wird darauf eingestellt, noch lange zu kämpfen. Da niemandem in der EU / USA getraut werden kann, werden auch Versprechen oder Beteuerungen, selbst von Trump, keinen Effekt haben. Putin wird nur Taten akzeptieren, keine Worte. Zu oft wurden gemachte Versprechen NATO-Seitig einfach gebrochen.

    Was Putin keinesfalls tun wird ist der Ukraine auch nur einen Tag Waffenruhe zu geben, damit EU diese wieder ordnen und aufrüsten kann.

    1. Die Russen sind Jahre lang beschissen worden vom Wertewesten und dem angeblichen Verteidigungsbündnis genannt NATO.
      Putin hat letztens mal in einer Rede erwähnt das Russland in seiner Geschichte je einen Krieg vom Zaun gebrochen hat.
      Es war immer der Westen in der ganzen Welt.
      Der Westen wollte schon immer Russland zerstören,wie Recht er hat.
      Und aus diesem Grund steckt Putin überhaupt nicht im Dilemma,sondern er bestimmt wo es diesmal lang geht.
      Seine früheren Reden wurden belächelt und ignoriert,nun dreht er den Spieß um.
      Der Westen hat doch alles dafür getan,das diese sogenannte Weltordnung zum scheitern verurteilt ist.
      Zusammen mit China ist das ein unschlagbarer Verbund den ja auch der Westen geschaffen hat.

      1. @Deutscher, vielleicht möchten Sie Ihr Pseudonym in „Russe“ ändern?

      2. Der Westen hat weniger Menschen, weniger Rohstoff und längere Wege. Der einzige Vorteil des Westens war die konzeptionelle Überlegenheit die auf seinem zentralen Wert beruhte: individuelle Freiheit. Und gerade diese Säule wird von totalitären Linken umgehauen. So sind die Menschen des Westens derzeit weder in der Lage, durch offene Kommunikation bessere Lösungen zu finden, noch sind sie hinreichend begeistert vom eigenen Land, um es im Krieg zu verteidigen. International ist der Westen, besonders die EU, isoliert. Nicht nur Russland hat kein Vertrauen zu uns. Wer aber kein Vertrauen genießt und in der schlechteren Lage ist, kann seine Situation immer noch weiter verschlimmern, in dem er die Moral bemüht.
        Viel Glück damit.

        1. Bücherverbrennung

          Felix
          Derjenige, der im Moment am meisten die Freiheit im Westen bedroht, ist dein Freund Trump.Erinnertschon arg an 1933, was er im Bildungswesen anrichtet.
          Fun Fact: Die Bilder vom Piloten der ersten Atombombe werden in den USA gelöscht, nur weil der Pilot zufälligerweise „Gay“ mit Nachnamen heißt

        2. @Felix
          Dass Sie individuelle Freiheit mit Narzissmus und Sozialdarwinismus verwechseln und weit über den Wert von Gesellschaften und Demokratie stellen, ist hinlänglich bekannt. Was nach wie vor unklar ist, worauf konkret referenzieren Sie Ihre lediglich diffus angedeutete Zerstörung dieser Freiheit des Westens durch totalitäre Linke? Was genau wurde Ihnen inzwischen verboten, das Sie früher tun und lassen durften?

          Es ist doch vielmehr so, dass aktuell gerade in USA – dem bisherigen Leuchtturm westlicher Freiheitswerte – von totalitären Rechten die individuelle Freiheit von Nicht-MAGAs zertrümmert wird, Bücherverbote zunehmen, Lehrpläne streng auf die neofaschistische Spur von Autokraten wie Trump und Musk gebracht werden. Was nicht weniger ist, als ein fundamentaler Angriff auf die Freiheit von Universitäten und Wissenschaftlern.

          Und wozu? Um sie von einem Ort kritischen Denkens zu reinen Rekrutierungsstätten eines Pools aus opportunistischen, konformen, gutbetuchten weißen Muttersöhnchen für die Bedarfe ein paar libertärer Oligopolisten umzubauen.
          https://www.forschung-und-lehre.de/politik/selbstzensur-durch-trump-dekrete-6918

          P.S. Auch Ihnen würde es nicht schaden, wenigstens ab und an einmal so etwas wie Ethik und Moral zu bemühen 😘

          1. @ Anna Luisa
            Deine linken Freunde sperren Konten oder man kommt in den Knast oder man ist ungeimpft und darf nicht arbeiten,und das alles nur,weil man dieses linke Pack kritisiert,aber vielleicht gehörst du ja dazu ,wenn man dein geschwollenes Geschreibsel so liest,dann bin ich mir sicher.

          2. @Deutscher
            Welche Konten werden warum gesperrt? Gab es früher keine Kontensperrungen?
            Verbrecher kamen auch schon früher in den Knast, es sei denn, es handelt sich um Wirtschaftsverbrecher.
            Aus der Ausdrucks- und Schreibweise eines Menschen lässt sich nicht auf seine politische Gesinnung oder Packzugehörigkeit 😃 schließen. Das ist auch gut so, denn ansonsten müsste man Sie der aller untersten, übelsten Schublade zuordnen.

      3. @Deutscher
        interessant, also der Westen hat die Sowjetunion dazu gebracht, in Afghanistan einzumarschieren? Steile These.
        Du solltest mal mit @Helmut ein paar Geschichtsstunden nehmen.
        Wenn Putin so friedliebend ist, warum stimmt er denn keinen Waffenstillstand zu?

        1. @
          Friedensengel
          Ich wüsste nicht das Russland , Afghanistan angegriffen hat,solltest Mal in Geschichte nachschlagen

    2. @dontspeak
      Und wann zieht sich Russland aus der Ukraine zurück? Und zwar hinter die Grenzen, die Russland völkerrechtlich anerkannt hat?
      Meines Wissens hat weder die Ukraine noch die NATO noch europäische Staaten Russland angegriffen, sondern nur Russland die Ukraine, die weder Mitglied der NATO ist, noch deren Mitgliedschaft 2022 irgendwie im Raum stand. Wann hören diese Ammenmärchen eigentlich mal auf?

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