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Was ist bloß mit der Deutschen Bank los?

Während der europäische Banken-Sektor heute stark perform, ist die Deutsche Bank erneut Schlußlicht. Was ist da „im Busch“?

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Die Bank of Japan hat mit ihrer „yield curve control“ vor allem den japanischen Banken eine Steilvorlage gegeben: wenn die Zinsen am langen Ende steigen, steigen die Margen der Banken, weil sie am Geldmarkt kurzfristig Geld aufnehmen können zu niedrigen oder gar keinen Zinsen, und dieses Geld wiederum dann längerfristig zu perspektivisch höheren Zinsen ausleihen können. Seit die Notenbanken, vor allem SNB, Bank of Japan und EZB Negativzinsen eingeführt haben, hatten die Banken ja erheblichen Druck auf ihre Margen.

Mit der „yield curve control“ der Bank of Japan aber ist nun ein neues Kapitel aufgeschlagen: die Notenbanken wollen den Banken helfen, wieder in die Spur zu kommen. Da die Bank of Japan gewissermaßen die Avantgarde der Geldpolitik darstellt, weil das Land schon jetzt ausgeprägt jene Probleme hat (Alterung und Schrumpfung der Gesellschaft, Automatisierung etc.), die auch bei uns absehbar voll durchschlagen werden. Wenn nun die Bank of Japan die Zinskurve wieder versteilen will, dann setzt das also auch die EZB uner Druck, Ähnliches zu tun!

Und daher ist es kein Zufall, dass der Bankenindex Stoxx Europe 600 Banks heute deutlich zulegen kann (wenngleich er etwas zurück kommt von den Tageshochs):

stoxx600banks

Und so zieht zum Beispiel heute Morgen die Commerzbank gut an:

commerzbank-210916

Und was macht dagegen die Deutsche Bank? Ist erneut Schlußlicht im Dax mit einem Minus von 0,5% – nicht dramatisch, aber angesichts des doch heute extrem freundlichen Umfelds für Banken schon erstaunlich:

deutsche-bank-210916

Der Chartvergleich zwischen Coba und Deutscher Bank zeigt die Differenz:

cobadb

Wenn also eine Duetsche Bank nicht einmal auf extrem gute Nachrichten für den Banken-Sektor reagiert, ist etwas faul! Seit Bekanntwerden der 14-Milliarden-Dollar-Forderung des US-Justizministeriums hat der Aktienkurs der Deutschen Bank nun ca. 15% eingebüßt – weil ziemlich klar ist, dass die Rückstellungen der Deutschen Bank selbst im Falle einer Minderung der Strafzahlung nicht reichen werden – dann wäre wohl eine erneute Kapitalerhöhung erforderlich! Aber wer gibt der Deutschen Bank nun gerne Geld und vor allem zu welchen Konditionen?

Darüber hinaus gibt es große Fragezeichen über das Derivateportfolio der Deutschen Bank! Und damit rückt die Notwendigkeit einer Rettung der Deutschen Bank durch den deutschen Staat (durch Garantien etc.) immer näher.

Ähnlichkeiten zu Lehman Brothers sind dabei rein zufällig und nicht beabsichtigt…

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Sven

    21. September 2016 11:43 at 11:43

    Die Deutsche Bank ist nun mal eine gigantische „black box“ ohne Plan und wirkliches Geschäftsmodell. Niemand weiß welche „Leichen“ noch im Keller in Frankfurt liegen. Wirklich Fragen sollte man sich wirklich zum Derivateportfolio stellen. Angeblich sollen sich sich fast alle Postionen gegenseitig aufheben und bei großen Marktbewegungen keine Gefahr darstellen. Wenn man nur Derivate hat, welche sich gegenseitig aufheben stellt sich schon die Frage wir man damit Geld verdienen will? Wenig glaubwürdig.
    42 Billionen sind 42.000 Mrd Euro Derivatevolumen und wenn man „nur“ 0,1 Prozent Verlust macht sind das schnell 42 Mrd. Verlust. Schon eine weit kleinere Summe würde der Deutschen das Genick brechen.

  2. Avatar

    m.d

    21. September 2016 11:56 at 11:56

    oje, das hört sich alles nicht gut an. Hoffentlich kriegt die Deutsche Bank geholfen. ich wäre dafür.

    • Avatar

      leser

      21. September 2016 13:04 at 13:04

      Weshalb sollte einem Unternehmen, das offensichtlich schlecht gewirtschaftet hat, geholfen werden? Wenn, dann allenfalls den Kunden, damit diese ihre Einlagen nicht verlieren. Aktionäre, Fremdkapitalgeber und Management haben in der Vergangenheit Profite abgeschöpft, die bei richtiger Betrachtung keine waren, da diese Gelder für Rückstellungen hätten verwendet werden müssen. Wikipedia schreibt dazu: „Der „Lender of last resort“ verstößt mit seiner ultimativen Unterstützungspolitik gegen fundamentale marktwirtschaftliche und volkswirtschaftliche Prinzipien, da seine Intervention die Investoren von den Risiken ihrer unternehmerischen Entscheidungen letztlich entbindet.“, https://de.wikipedia.org/wiki/Lender_of_last_resort

  3. Avatar

    LookOut

    21. September 2016 16:38 at 16:38

    Nach 20Uhr heute wird die Deutsche Bank deutlich im Minus sein :-)

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

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Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

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Aktien

Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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