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Was sind Zombie-Unternehmen und welche Auswirkungen haben sie?

Stefan Jäger

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Sehr viele von Ihnen haben schon den Begriff Zombie-Unternehmen bzw. Zombie-Firma gehört. Seit mehreren Jahren taucht der Begriff in den Medien auf. Gefühlt hört man immer häufiger davon, insbesondere in Krisenzeiten. Im Folgenden wollen wir erläutern, was ein Zombie-Unternehmen ist und inwiefern diese Unternehmen die Wirtschaft beeinflussen.

Definition und Erklärung

Der Begriff „Zombie-Bank“ ist geprägt durch das Platzen der Finanzblase in Japan in der Zeit um 1990. Während der Finanzkrise 2008 ist die Bezeichnung Zombie-Unternehmen entstanden und hat sich in Europa etabliert. Als Zombie gilt ein Unternehmen, das eine hohe Verschuldungsquote aufweist, unprofitabel wirtschaftet und nicht in der Lage ist die Zinsen von aufgenommenen Krediten zu tilgen. Man könnte sie auch als „Beinahe-Pleite-Unternehmen“ bezeichnen. Die Aufwendungen sind tatsächlich höher als die erwirtschafteten Einnahmen. Um das „kurzfristige“ Fortbestehen zu sichern, werden weitere Kredite aufgenommen, um bereits bestehende Kredite und Tilgungen zu bezahlen. Es ist wie ein andauernder Teufelskreis. Diese Unternehmen stecken kein Geld mehr in Investitionen, sie vegetieren meist nur vor sich hin.

Insbesondere die Niedrigzinspolitik und Finanzspritzen der Notenbanken erlauben es den Zombie-Unternehmen weiterhin Kredite mit sehr geringen Zinsraten aufzunehmen. Dadurch kann nicht nur das kurzfristige Fortbestehen gewährleistet werden, sondern es ermöglicht diesen Unternehmen viele weitere Jahre zu überbrücken. Die genannten Maßnahmen vermindern die Möglichkeiten einer „natürlichen“ Marktbereinigung. Laut einer Vielzahl von Experten und Volkswirten nimmt die Anzahl an sogenannten Zombie-Firmen rasant zu. Die Wirtschaftsauskunft Creditreform hat Anfang 2019 berechnet, dass circa 8% aller deutschen Unternehmen zu den Zombies gehören. Zahlreiche Volkswirte gehen sogar von einer höheren Quote aus. In dem letzten Jahr und während der Coronakrise könnte die Anzahl noch gestiegen sein. In Griechenland ist die Situation noch dramatischer. Laut einer Untersuchung des Wirtschaftsprüfers PWC zählen bereits fast 25% der Unternehmen in Griechenland zu den Zombie-Unternehmen oder Beinahe-Zombies. Hauptsächlich kleine und mittlere Unternehmen fallen in diese Kategorie.

Auswirkungen von Zombie-Unternehmen auf die Wirtschaft

Ein weit verbreiteter Vorwurf ist, dass eine wachsende Anzahl an Zombie-Unternehmen mit einer schwachen Entwicklung der Produktivität einhergeht. Eine Studie der OECD (Industriestaatenorganisation) belegt diese Entwicklung. Sinngemäß heißt es in der Studie, dass eine Zunahme von wenig- und unproduktiven Unternehmen gänzlich auch zu einer Produktivitätsbremsung der Wirtschaft führt.

Eine weitere Auswirkung ist, dass Zombie-Firmen Ressourcen binden. Diese könnten woanders effektiver eingesetzt werden. Erstens betrifft es Fachkräfte und Talente, die andernorts mehr zu der Produktivität beitragen würden. Zweitens binden Zombie-Unternehmen Kapital, das unproduktiv ist und an anderer Stelle für nachhaltige Investitionen fehlt.

Insbesondere fördern die Banken die Zombisierung von Unternehmen. Anstatt Kredite an Zombie-Unternehmen nicht mehr zu verlängern und bei Fälligkeit eine Rückführung zu fordern, werden sie immer weiter gewährt. Das geschieht aus dem Grund, weil gerade schwache Banken durch die Kreditausfälle selbst in Not geraten. Die Banken müssten die Kredite als „faule Kredite“ deklarieren und in der Bilanz abschreiben. Dies wirkt sich negativ auf die Kapitaldecke aus. Die durch die Zombies gebundenen Mittel entfallen somit für produktive und innovative Unternehmen sowie Start-Ups. In einem solchen Wirtschaftsumfeld geht ein Teil der benötigten Produktivität verloren, was wiederum einen Einfluss auf den Wohlstand aller hat.

Fazit:

So lange die EZB die Niedrigzinspolitik weiterfährt, so lange haben auch die Zombie-Unternehmen die Möglichkeit weiter zu bestehen. Nur ein Wandel hinzu steigenden Zinsen, könnte eine Marktbereinigung in Gang setzen. Für einen Großteil der Zombie-Unternehmen würde das die Deadline bedeuten. Natürlich möchte keiner, dass Unternehmen Pleite gehen und Arbeitsplätze kurzfristig wegfallen. Aber nur ein Sterben der Zombie-Unternehmen könnte eine langfristige Genesung der Wirtschaftslage begünstigen und die Produktivität steigern. Kredite würden wieder an die richtigen Adressen fließen. Dadurch könnten neue Arbeitsplätze entstehen und sich die Investitionsbereitschaft der gesunden Unternehmen erhöhen. Schon der bekannte Ökonom Joseph Schumpeter beschrieb in seinem Werk – Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung, dass die Wirtschaft stärker wächst, wenn schwache Unternehmen aus dem Markt ausscheiden.

 

Zombie-Unternehmen - Definition und Auswirkung

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    10. Mai 2020 09:37 at 09:37

    Deshalb gibt es nur eine Lösung, seit Jahren.

    Die Zinsen müssen rauf, das Minimum muss bei 1% liegen.

    Was die Notenbank zu verhindern suchen wird Corana endlich schaffen, das große Zombiefirmensterben. Danke Corona.

  2. Avatar

    jürgen

    10. Mai 2020 14:45 at 14:45

    Lasst sie untergehen, die kommen ie auf einen grünen Zweig und belasten durch ihre Existenz eher noch gesunde Unternehmen.

  3. Avatar

    leftutti

    10. Mai 2020 20:41 at 20:41

    Zombie-Unternehmen, -Banken und -Staaten sind die Viren und Parasiten aller Gesellschaften weltweit. Nachdem Politiker und andere Entscheidungsträger langsam beginnen, bei einigen Themen auf die Wissenschaft anstelle von Lobbyismus, des eigenen Gefühls und der persönlichen Befindlichkeiten zu hören, sollten auch hier entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

    Im Ggs. zu biologischen Gefahren könnte dieser parasitäre Schmutz mit ein paar Mausklicks bereinigt werden. Die ohnehin unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen dürften in einer generationenübergreifenden Kalkulation, die weiterhin die zigfach höheren Schäden und Kosten des Klimawandels im Auge behält, nur temporär zu Buche schlagen.

    Wir haben derzeit drei drängende Probleme gleichzeitig, die alle gelöst sein wollen.

  4. Avatar

    md

    10. Mai 2020 23:55 at 23:55

    @torsten, @jürgen, ich hab das gefühl ihr seit short in den indizes und schreibt deshalb solche kommentare.
    ich denke das es gut ist, die zombiefirmen am leben zu halten weil einfach m.M nach sie in der funktionierenden wirtschaftskette eine etablierten kettenglied bilden.
    durch diese firmen haben 1) viele menschen einen arbeitsplatz 2) diese mensxhen haben auch verpflichtungen wie kredite (ob privat oder immodarlehens), 3) andere gesunde profitabele unternehmen verdienen auch an den zombiefirmen ( aufträge usw. ) uvm.

    ich bin kein fachmann aber so mal meine einschätzung.

    und nehmen wir mal an die zombiefirmen lässt man über die wupper gehen, neuinvestitionen in große neue firmen wird es in der neuen deutschen grünenkultur nicht mehr geben. jeder versuch eine grosse firma oder fabrik zu gründen wird scheitern oder durch massive aufstände von grünen ( mit umweltsxhutzverein oder fff bewegung) verhindert werden.

    dann lieber den bestand an firmen bewahren bevor man bis zum ersten spartenstich 2 generationen durch alle hürden und aufstände gehen muss und der gründer mittlerweile im grab liegt. ( wahre ironie )
    vg md

    • Avatar

      Torsten

      11. Mai 2020 07:51 at 07:51

      klingt wie die Antwort eines Drogensüchtigen der mir erklärt warum Drogen gut sind, danke

    • Avatar

      sabine

      11. Mai 2020 09:49 at 09:49

      Das Problem ist, daß die Zombies auch die gesunden Firmen in den Abgrund reißen und dann kaum mehr jemand einen Arbeitsplatz hat.

      Das deren Arbeitsplatz unbedingt geschützt werden muss, ist genauso intelligent, wie die Wirtschaft zu stoppen,
      – um bei einigen über 80-Jährigen unter Umständen (!) und nur indirekt das Leben um einige Monate zu verlängern mit der direkten Folge,
      – daß man bald kaum mehr Leben wie bisher retten kann, da die Wirtschaft im Chaos landet.
      – Wir haben ja nur deswegen ein so effektives Gesundheitssystem, weil die Wirtschaft gut läuft und das bezahlt. Lebensrettende Maßnahmen muß man bezahlen, die fallen nicht vom Himmel. Und wenn man bewußt, wie die Grünen, unsere böse, kapitalistische, naturzerstörende Wirtschaft gegen die Wand fährt, wird man auch ein Gesundheitssystem aus der französischen Revolution wieder haben, mit Schröpfen usw.
      Ich bin nicht für die heutige Wirtschaft und auch für eine Schrumpfung der Naturzerstörung, aber nicht mit der Steinzeitkeule der Klugsch… Oberlehrer.

  5. Avatar

    Mike Lohmann

    11. Mai 2020 00:16 at 00:16

    Wo ist das Problem? Die Notenbanken kaufen einfach alle Schulden auf und deshalb erklären Notenbanker sogar ungläubigen kleinen Kindern, dass es dann eben auch keine Schulden mehr gebe. Und jetzt kommt schon meine Tochter und will mehr Taschengeld mit der Behauptung, dass die EZB ja auch Helikoptergeld an die Leute verteilen will und damit niemand mehr für Schulden arbeiten müsse. Ach leben wir nicht in der schönsten aller Welten, im Paradies weich gebettet auf all dem vielen farbigen Papiergeld das nicht einmal den Wert des Papiers hat, aber… Börsianer sind entzückt.
    Was kleine Kinder jedoch nicht verstehen ist, dass Erwachsene für das wertlose Papier sogar ganze Häuser hergeben – so wie die Indianer früher Gold für Glasperlen eintauschten.

  6. Avatar

    Klempner

    11. Mai 2020 11:56 at 11:56

    Am Ende wird die Bilanzfälschung stehen und nach deren Aufdeckung wird sich erst eine
    neue Chance für unsere Kinder ergeben !!
    Diese Fälschung wird nur ein steigender Zins induzieren,den sieht man aber nicht
    nominal ,sondern nur über die steigende Quantität dahinter.Das ist der Trick
    den sie haben.Ein Laie kann es nicht durchschauen,weil dazwischen auch noch die
    Zentralbank einmal umbucht.Aber in EU hat ja DE schon mal Vorgespart !

  7. Avatar

    Elisabeth Tronecker

    20. Oktober 2020 14:44 at 14:44

    Selten einen Bericht gelesen, der so weit daneben ist. Diese Firmen werden doch durch die Kapitalistenvertreter wie Banken erst in die Rubrik Zombie gesteckt. Wer sagt, denn wann eine Firma nicht rentabel ist ?
    Wenn ich die Zeit vor 40 Jahren nehme und heute, dann regieren uns nur noch Zombies. Allein die Gesetzgebung verbietet ja einfach dem kleinen Mann ohne gro0e Investitionen etwas vernünftiges zu machen.
    Beispiel: Metzgereien. Alle kleinen Metzger wurden gesetzgeberisch stranguliert, damit die Lobby der Großen Schweinereien machen können. Im Privatbetrieb Hygienevorschriften, die enorme Summen kosten. Im Großbetrieb schlafen die Mitarbeiter schichtweise im selben Bett, natürlich hygienekonform.
    Jeder Saustall ist nicht groß genug, um ihn anzuprangern. Die Lobby richtet das schon.
    Private saubere Betriebe werden gegängelt auch von Banken, damit sie endlich zumachen.
    Die macht man zu Zombies, damit die Großen die Weltmacht bekommen. ……
    Muss man 50 % Gewinn machen, um kein Zombie zu sein ?
    Wer schreibt denn vor, was und wer rentabel arbeitet ? Ab wann ist ein Betrieb rentabel ?
    Die sollen sich mal an die eigene Nase greifen und die Lobby fragen…
    Bäckereien, Gastwirte usw. alle dasselbe Lied.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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