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Anleihen

Was Le Pen bei einem Sieg machen will: Geld drucken!

Viel ist die Rede vom Austritt Frankreichs aus dem Euro, wenn Marine Le Pen französische Präsidentin werden sollte. Aber wie genau sieht das aus? Hier der Plan..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Seit der bisherige Favorit für die Hollande-Nachfolge Fillon stark angeschlagen ist wegen der Affäre um die Zahlungen aus der Staatskasse an Familienmitglieder, scheint Marine Le Pen im Aufwind zu sein. Sie hat zwar nach wie vor keine Koalitionspartner, bei den Wahlen im April wird sie aber ziemlich sicher in die Stichwahl gelangen, und dann kommt es darauf an, dass der Gegenkandidat von Le Pen – ob Fillon, Macron oder wer auch immer – auch die Stimmen jener bekommt, die eigentlich nicht für ihn, aber auf jeden Fall gegen Le Pen sind. Was aber wäre, wenn in Frankreich vor den Wahlen ein schwerer Terroranschlag passieren würde? Ein solches Ereignis könnte dann durchaus dazu führen, dass Le Pen Präsidentin wird!

Daher lohnt ein Blick darauf, was Le Pen eigentlich wirtschaftspolitisch machen will im Falle ihres Wahlsieges. Und das ist zunächst einmal die Abschaffung des Euro und die Wiedereinführung des Franc, der dann vermutlich „Neuer französischer Franc“ heissen würde, wie Le Pens Wirtschaftsberater, Bernard Monot, vorgeschlagen hat. Le Pen würde dann fordern, den Euro zu ersetzen durch die Einführung eines Währungskorbs, ähnlich wie es damals der ECU war, der Vorgänger des Euros. Dabei sollen dann die auf Euro lautenden Schulden im Verhältnis 1:1 in Francs umgebucht werden, sodass sich der Schuldenstand des Landes erst einmal nicht verändern würde. Im Gegenteil: sollte der neue Franc dann abwerten, was sehr wahrscheinlich ist, würden sich die Schulden des Landes in Euro dann sogar faktisch reduzieren – also ein recht netter Taschenspieler-Trick!


Marine Le Pen
Foto: JÄNNICK Jérémy, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19113282

Zentraler Baustein des Le Pen-Plans ist also die Wiedererlangung der „geldpolitischen Souverenität“ durch Abschaffung des Euro und Entmachtung der EZB als geldpolitisches Monopol. Dazu will sie die Unabhängigkeit der eigenen Notenbank, der Banque de France, abschaffen, die seit 1973 gesetzlich verankert ist und eigentlich die Monetarisierung der Staatsschulden unmöglich machen soll (faktisch passiert das durch die EZB in den letzten Jahren – ohne die „Rückendeckung“ der europäischen Notenbank müsste Frankreich wesentlich höhere Zinsen bei der Schuldenaufnahme bezahlen!).

Die nun nicht mehr unabhängige, sondern vom französischen Parlament beaufsichtgte Banque de France wiederum würde neues Geld drucken, jährlich bis zu 5% der derzeitigen Geldmenge – das entspreche, so Bernard Monot, etwa der Menge, die die EZB durch die Käufe französischer Staatsanleihen im Rahmen ihres QE erzeuge. Davon wiederum würden ca. 100 Milliarden Franc jährlich an die Regierung fließen, die damit die Sozialausgaben bestreiten und die neue Industrie-Strategie finanzieren würde. 30 bis 40% davon würde in die Reduzierung der Staatsschulden fließen, wobei man vor allem die von Ausländern gehaltenen Schulden abbauen würde.

So also klingt Le Pens wirtschaftspolitische Antwort auf Trumps „Make Amerika great again“. Die Folge wäre eine Abwertung des neuen Franc, ein herber Anstieg der Risikoprämien für französische Staatsanleihen, die nun ja nicht mehr wie derzeit vergemeinschaftet wären (faktisch hat die EZB mit ihrer Geldpolitik als letzter Garant ja bereits Euro-Bonds eingeführt..).

Ein gigantisches Exeriment also – aber das machen die Amerikaner mit Trump ja auch..

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    bademeister

    7. Februar 2017 11:04 at 11:04

    Die „Liberty“ ist halt ein Geschenk Frankreichs.

  2. Avatar

    leser

    7. Februar 2017 11:20 at 11:20

    Ein gigantisches Experiment, das aber in der beschriebenen Form mit hoher Wahrscheinlichkeit zum scheitern verurteilt ist. Wie soll ein Umtausch der Schulden in den neuen Franc 1:1 funktionieren? Der neue Franc würde an den Devisenmärkten sofort massiv abwerten, da man dort zu Recht Politiker an der Druckerpresse noch weniger mag, als (angeblich unabhängige) Zentralbanker. Die Schulden lauten aber auf Euro oder was auch immer.

    Weder von Rechts und schon gar nicht von Links ist die einzige Lösung, die funktionieren würde, beabsichtigt: Abschaffung des Geldmonopols des Staates und Freigabe des Zahlungsmittels. Das käme einer Selbstentmachtung gleich.

    Immerhin wird im Parteiprogramm der AfD das Geldsystem als solches einmal kurz angesprochen. Dort heißt es:

    „Aus Sorge um unser Geld wollen wir auch darüber nachdenken, ob grundsätzlichere Reformen am Geldsystem mit seinem Kartell aus Zentral‐ und Geschäftsbanken zur Schöpfung von Kreditgeld notwendig sind.“

    Allerdings klingt „wollen wir auch darüber nachdenken“ eher nach einem Trostpflaster, als einer umsetzbaren und überzeugenden Strategie.

  3. Avatar

    Dreistein

    7. Februar 2017 11:52 at 11:52

    Ein gigantisches Exeriment also – aber das machen die Amerikaner mit Trump ja auch..
    Das gigantische Euro-Experiment geht damit aber dem Ende entgegen.
    Was war/ist an dem Euro oder an der EU für den “kleinen Mann“ so toll?
    Für den deutschen “kleinen Mann“ hat er nichts gebracht er hat nur Geld gekostet und kostet
    immer noch. Wo ist diese immer im Gespräch gehaltene Gemeinsamkeit / an einem Strang ziehen?
    Alle haben dem deutschen Steuerzahler am Strang das Geld aus der Tasche gezogen, mehr
    hat der “kleine Mann“ von der EU / Euro nicht gehabt.
    Es geht in der EU nur um das deutsche Geld mehr Gemeinsamkeiten habe ich von da nie gehört oder gesehen.
    Das beste Argument, aber die offenen Grenzen man kann jetzt hinfahren wo man will ohne Kontrollen ohne Geldumtausch. Konnte ich auch so eben mit einer Kontrolle,und einem zur DM guten Wechselkurs so dass mein Urlaub preiswerter wurde, aber wie oft ist der “Normalbürger“ denn im Ausland? Ich hätte nichts gegen Zollkontrollen an der Grenze.

    • Avatar

      Gerd

      7. Februar 2017 12:54 at 12:54

      „Ich hätte nichts gegen Zollkontrollen an der Grenze.“

      Ich glaube, die haben wir schon wieder. Zumindest an der österreichischen Grenze.
      Jetzt fehlt nur noch unsere D-Mark, dann wird der Abwärtsstrudel etwas verlangsamt.

      Aber wer will das schon? Ich kenne mindestens zwei Parteien, die von Anhängern hofiert werden, welche sich von dem Schlachtruf „Deutschland verrecke“, nicht distanzieren.

  4. Avatar

    Jügen

    7. Februar 2017 23:32 at 23:32

    Versteh ich nicht so ganz, wenn der Franc abgewerte wird, dann steigen doch sdie Schulden!!

  5. Avatar

    Dreistein

    8. Februar 2017 07:58 at 07:58

    Leute ich verstehe das ganze langsam nicht mehr, da heißt es für Deutschland ist der Euro zu schwach, für Frankreich, Spanien, Italien usw. ist der Euro zu stark, eigentlich für die gesamte EU außer Deutschland. Wenn Frankreich Geld druckt und der Franc abgewertet wird ist das für den Export Frankreichs doch nicht schlecht so wird es überall immer und immer wieder geschrieben.
    Wer glaubt dass wir unser Geld jemals wiederbekommen aus den EU-Ländern ist ein Träumer
    und das hat nichts mit Euro oder Franc zutun, wir kriegen das Geld in keiner Währung zurück das ist WEG. Wir Dummdösel verschenken unsere Arbeitskraft (Waren), für Minijobs und Mindestlohn so das keiner mehr eine Rente bekommt. Guckt euch mal die Target2 Salden an, die sind am Explodieren, da wird sich noch mal ein Schüppchen Geld durch die Hintertür aus Deutschland geholt. Das Endspiel ist am Laufen! Wenn die EZB nicht wie BLÖDE Geld drucken und in den Markt schmeißen würde, wäre schon lange Game Over!

    • Avatar

      nordsüd

      8. Februar 2017 08:39 at 08:39

      Vermutlich haben Sie es sehr gut verstanden. Habe letztens das Argument gehört, Draghis Aussage vor einem Euro Austritt müssen die Target2 Salden ausgeglichen werden, bezog sich nicht nur auf die schwachen Austrittskandidaten (ob die das überhaupt können?) sondern möglicherweise auch auf Länder mit Target2 Forderungen. Diese so wurde spekuliert könnten die Forderungen von der EZB erstattet bekommen. Das alles ist aber wohl eher alles eher Vermutung.
      Vielleicht ist der Euro aber doch überlebensfähiger als man denkt.

      • Avatar

        nordsüd

        8. Februar 2017 08:47 at 08:47

        Ergänzung.
        Laut Umfragen wollen wohl sogar in Griechenland über 60% im Euro bleiben.
        Vielleicht ist damit der Anspruch an die Regierenden zu einer besseren Politik verbunden, das könnte hoffnungsvoll sein.

  6. Avatar

    Dreistein

    8. Februar 2017 10:14 at 10:14

    Die Sache mit den Umfragen ist so ein Ding für sich.
    Das griechische Volk ist doch am Verarmen, diese ganzen Steuererhöhungen und Sozialkürzungen geht doch an niemanden sang und klanglos vorbei(Reeder nicht mit eingeschlossen), und wenn es dem Volk doch schlecht geht durch den Euro, warum wollen die dann im Euro bleiben? Es stehen doch noch mehr Einschnitte zur Debatte und das bekommt doch das Volk auch mit. Griechenland wird und kann seine Schulden nicht begleichen, der Schuldenschnitt für Griechenland wird kommen.
    Schäuble will es nur nicht vor den Wahlen. Das Geld ist futsch für Deutschland und dann kann man auch sehen warum es nicht sofort einen Schuldenschnitt gegeben hat, die Banken mussten durch den Steuerzahler gerettet werden. Diese Zocker wussten genau dass (in der Spitze 11-12% Zinsen)
    das nicht gut gehen kann.

  7. Avatar

    Gerd

    8. Februar 2017 11:00 at 11:00

    „Diese Zocker wussten genau dass (in der Spitze 11-12% Zinsen) das nicht gut gehen kann.“
    Dieses auch von Politikern insbesondere, Frau Wagenknecht, immer wieder zu hörende Argument ist richtig – und auch wieder nicht.

    Was hätte das bedeutet, wenn sämtliche dieser, von Ihnen Zocker genannten, Geldgeber die Anleihen nicht gekauft hätten? In den Jahren vor 2010.
    Griechenland brauchte das Geld doch auf jeden Fall, sei es für Investitionen oder für Umschuldung/Verlängerung/Tilgung von Altschulden. Also hätte Griechenland noch höhere Zinsen gewähren müssen. Wenn aber selbst dann keine „Zocker“ bereit gewesen wären Geld zu geben. Dann ginge das mit dem Raufsetzten der Zinssätze so weiter und so fort.
    Irgendeinen Kreditgeber hätte Griechenland auf jeden Fall gebraucht.
    Und wären es nicht die „Zockerbanken“ gewesen, hätte es auch damals schon Deutschland via EU sein müssen. So wie heute auch.
    ODER Griechenland wäre auch damals schon pleite gewesen. Wie heute eigentlich auch. Und Griechenland hätte schon damals besser den Euroraum verlassen müssen – genauso wie heute auch.
    Also „Zocker“ hin oder her. Griechenland hätte damals so schlecht da gestanden wie heute auch. Und die Deutschen Geldgeber ebenso.

    Allerdings könnte ich spekulativ annehmen, dass es dennoch einen großen Unterschied geben würde. Griechenland hätte bis heute bereits 10 Jahre Zeit gehabt, sich zu erholen und würde schon längst wieder auf eigenen Beinen stehen. Dann wäre Ihr Statement tatsächlich angebracht, dass es die „Zocker“ waren, welche aus Profitgier so böse waren und das Land zunächst mal vor der Pleite gerettet hatten.

    • Avatar

      Marko

      8. Februar 2017 13:17 at 13:17

      Das sehe ich komplett anders :

      Griechenland hat sich durch Betrügereinen mit Hilfe von Goldman Sachs in den EUR hineingemogelt. Griechenland hat von 2001 – bis 2008/2009 defintitiv über seine Verhältnisse gelebt, zu Billigstzinsen (durch den EUR) – zu 5 % ?

      Oder was war mit den Spaniern los ? Immobilienboom ohne Ende, Billigstzinsen – dann kam Lehman…
      Das mit den Billigstzinsen war doch eine Extraeinladung für die Griechen/Spanier usw, in Saus und Braus zu leben, war das die Schuld des EUR, der EU ?

      Garantiert nicht. Die Rechnung kam im Zuge der Lehman-Krise.

      Wer hat eigentlich wen betrogen ? Hat der Staat Griechenland mit gefälschten Statistiken nicht gezockt , um in den EUR hereinzukommen ?
      Heute sagt man, Griechenland muss raus aus dem EUR, Zypern auch ? Das geht nicht, Griechenland ist nicht GB.

      Vg

      Marko

  8. Avatar

    Marko

    8. Februar 2017 12:54 at 12:54

    Und was lernen wir daraus:
    Ein Austritt Frankreichs aus dem EUR ist nicht möglich…

    Erst wollten Sie uns den EUR aufschwatzen damals, um den Deutschen bzw. der bösen, bösen Deutschen Bundesbank zu schaden und jetzt will man nicht mehr, man will den Franken zurück ?

    Ja, geht das denn überhaupt ? Nö ! Verträge sind einzuhalten, klar kann Frankreich sagen, machens wir doch wie Trump, die Briten usw, nur sollte man sich über die Konsequenzen im Klaren sein ?

    Der „neue, unschuldige, freie“ Franc dürfte sich auf eine Aberwertungsorgie gefasst machen, die es in sich haben könnte. Genau deshalb haben die Griechen im allerletzten Moment den Sparpaketen zugestimmt. ;)

    Weil : die Schulden sind doch immer noch da und zwar in EUR und die EU-Förderprogramme fallen weg, der freie Handel (wenn es hart auf hart kommt) auch ?

    Mag sein, dass französische Renaults, Peugeots dann billiger würden, ist schon klasse ? Ja, wenn aber Frankreich sagt, wir sind der Frankxit, wir wollen keine Flüchtlinge usw, so dürfte die EU schon reagieren dürfen ? Gell ? :D

    VG

    Marko

    • Avatar

      Gerd

      8. Februar 2017 13:10 at 13:10

      „….Aberwertungsorgie gefasst machen, die es in sich haben könnte..“
      Und was wäre da für die Griechen so schlimm dran, oder für die Franzosen?
      Ach ja: „Weil : die Schulden sind doch immer noch da und zwar in EUR“

      J e t z t sind sie aber auch noch da – und zwar auch in Euro.
      Mit dem Unterschied, dass die Griechen mit dem Euro nicht wettbewerbsfähig sind und deshalb keine Überschusserlöse erwirtschaften können, mit denen sie diese Schulden jemals auch nur annähernd zurückzahlen könnten.

      • Avatar

        Marko

        8. Februar 2017 14:06 at 14:06

        Das Schlimme daran wäre, dass man mit „Mondzinsen“ rechnen müsste, einfach deshalb, weil man dann – im Falle des EUR-Austritts – nicht mehr kreditwürdig wäre, dazu kämen noch die ALTSCHULDEN in harten EUR obendrauf.

        Ist doch ganz einfach, ich breche willentlich einen Vertrag, trete aus irgendetwas aus, und sage dann, die Verträge gelten (für mich) nicht. Ich zahle nix, Flüchtlinge raus, usw…

        Na, was wird dann wohl passieren ? :D

        Wer hält Sie dann, später, für einen verlässlichen Vertagsparnter ? Wenn überhaupt, dürften Kreditvertäge zustande kommen ja, aber zu welchen Konditionen ?
        Genau deshalb hat Griechenland unter Tsirpars der „Unabhängigkeit“ bye-bye gesagt.

        Die Griechen haben doch willentlich die EU betrogen, oder ? Weil man dachte, ist doch super, keine Mondzinsen mehr.

        https://www.contra-magazin.com/2017/02/varoufakis-draengt-tsipras-zum-grexit/

        Varoufakis drängt Tsipras zum Grexit

        Ex-Finanzminister Varoufakis drängt Premierminister Tsipras dazu, das früher ausgearbeitete parallele Zahlsystem zu adaptieren und die Schulden einseitig zu restrukturieren.

        Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis teilt gegenüber Premierminister Alexis Tsipras aus und fordert ihn dazu auf, die unselige aktuelle Situation mittels einseitiger Maßnahmen durch die Regierung endlich zu bereinigen. Doch dies käme einem Grexit gleich.
        So schreibt Varoufakis auf KeepTalkingGreece davon, dass er Tsipras dazu auffordert, den Geldgebern Griechenlands den Rücken zuzukehren, ein paralleles Zahlungssystem (welches bereits im Jahr 2014 designed wurde) einzuführen und eine unilaterale Neustrukturierung der Kredite durchzuführen, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gehalten werden.

        Der Ökonom wirft darin Deutschlands Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor, eine Strategie zu verfolgen, wonach Griechenland zum Punkt der völligen Erschöpfung gebracht werden soll, damit diese „freiwillig“ um den Euro-Austritt betteln würden. Vor allem jedoch habe es „niemals eine Basis auf Hoffnung“ gegeben, dass der „toxische dritte Bail-Out“ auch nur ein wenig vernünftig ablaufen würde.

        Ein „paralleles Zahlungssytem“, soso, da spricht der Herr Professor… ;) :D

        Wieso sind „wir“ daran Schuld, er spricht doch Deutschland offen an ? Reparationszahlungen die hatten wir doch schon ?

        VG

        Marko

        • Avatar

          Gerd

          8. Februar 2017 16:53 at 16:53

          Varoufakis hatte Recht.

          Und Mondzinsen würde Griechenland bei einem Austritt nicht zahlen so oder so nicht.
          Die potentiellen Neugläubiger werden auch bei Mondzinsen kein Geld mehr in ein solches Land stecken. Weil sie gemäß Dreistein ja spätestens dann erkennen werden, dass ein Land pleite ist – bei derart hohen Zinssätzen.
          Und Griechenland selber würde Mondzinsen auch gar nicht akzeptieren – weil es nicht in der Lage wäre, solche zu bezahlen.
          Folge: Ohne neues Geld, können auch die Altschulden nicht bedient werden. Was anderes als läuft ja seit Jahren nicht. Neue Kredite um alte zu tilgen. Das heißt, kein frische Geld, Griechenland pleite, Gläubiger (hauptsächlich Deutschland) bleiben auf den Forderungen endgültig und unwiderruflich sitzen. Und damit könnte Griechenland seinen Primärüberschuss vollständig für die eigene Bevölkerung verwenden und müsste den nicht auch noch für Zinszahlungen verwenden.

          Kredite bekommt Griechenland dann über viele Jahre nicht mehr. Werden auch nicht mehr gebraucht, weil griechenland durch die massivst abgewertete Drachme das billigste Urlaubsland weltweit sein würde. Riesige Einnahmen sind zu erwarten.

          In dieser Reinform läuft es in der Realität natürlich nicht ab. Aber die Richtung wäre allemal denkbar.

  9. Avatar

    Dreistein

    8. Februar 2017 13:29 at 13:29

    @ Gerd, die Schulden Griechenlands beruhen (natürlich nicht alle) hauptsächlich auf die Rüstung Panzer. Hier wurde Griechenland zu verpflichtet (Nato)
    und es wurde aufgerüstet was sich die Griechen nicht leisten konnten. Natürlich mit Krediten aber man war ja nun in der EU, den Rest brauchen wir glaube ich nicht zu diskutieren, Korruption, Steuereinnahmen usw. Ich bin mir auch bewusst das die Griechen sich in die Eu gelogen haben (hatten auch einen guten Lügner bekannten Draghi) aber wenn ich jemanden einen Kredit geben soll der 11% Zinsen zahlt, muss ich mir als Bank Gedanken machen ob ich dieses Geld auch wieder bekomme. Zu diesem Zeitpunkt hätte selbst ein Blinder gesehen da stimmt etwas nicht und wenn man sich die Schulden Griechenlands angesehen hätte wäre kein Kredit mehr raus gegangen. Warum wurde dann der Schuldenschnitt nicht gleich gestartet? Jeder der ein wenig rechnen konnte hatte gesehen die Schulden können die nicht zurückzahlen. Nein die französischen und deutschen Banken hatten zu hoch gezockt und zu viel Geld dort reingeschmissen. Gier frisst Hirn! Deshalb Zocker eine seriöse Bank hätte da nicht mehr mitgespielt.

  10. Avatar

    Marko

    8. Februar 2017 14:26 at 14:26

    Um es zusammenzufassen, bzgl. des möglichen EUR-Austritts, nachdem Trump, Brexit, Le Pen-Gedöns :

    Es gibt einen Staat, der (theoretisch) aus dem EUR austreten kann, und das sind „wir“.

    VG

    MArko

  11. Avatar

    Gerd

    8. Februar 2017 15:33 at 15:33

    Eure Antworten entkräften nicht meinen Kommentar.
    Marko schreibt eindeutig, wer schuld war. Z. Bsp. Griechenland selbst. Was können da die Anleger und Banken dafür, wenn die Griechen sich reingemogelt haben.

    Wie gesagt, einzige Alternative wäre gewesen, schon vor 10 Jahren die Pleite zu provozieren.
    “ Warum wurde dann der Schuldenschnitt nicht gleich gestartet?“ fragt Dreistein.
    Das dürfen Sie mich nicht fragen. Aber den „Zockerbanken“ darf man bestimmt nicht den Vorwurf machen, dass ein Schuldenschnit an ihen gescheitert ist.

    Nebenbei, was waren bei dem damalig ohnehin höheren Zinsniveau schon 10%p.a..
    Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder der hier bei FMW mitmischt, sich auch mindestens 10% erarbeiten möchte. Und das bei niedrigerem Zinsniveau.

    Und kein „Zocker“ hat gewartet bis das Zinsniveau bei 10% lag. Natürlich haben die auch schon bei den von Marko genannten 5% investiert. Und bei 6 und bei 7 u.s.w. Nach und nach ging das dann immer höher.
    Und noch lange nicht jeder Staat, der 10% Zinsen berappen musste, ging pleite. So einwandfrei lässt sich da keine Kausalität herstellen.

    Umgekehrt haben Anleger den DAX auch schon bei 5000 gekauft, bei 6, 7, 8, 9, 10, 11Tausend – und viele von denen sind als Langfristinvestoren immer noch drin. Sind die deshalb schuld, wenn bei 12Tausend immer noch gekauft wird und irgendwann danach der Crash kommt?
    Sagen sie denen auch, das war doch wohl offensichtlich?
    Wenn ihr schon eher wieder ausgestiegen sein würdet, hätte der Index nie so hoch gehen können und einen Crash würde es nicht gegeben haben?
    Also, ich weiß nicht.

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Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

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Coronakrise und Schulden: Die Ideen des ungarischen Starinvestors

Der Gründer des legendären Quantumfonds George Soros, der auf eine sehr lange Zeit als Investor zurückblicken kann – so hatte er bereits vor 70 Jahren unter dem Philosophen Karl Popper studiert -, macht sich Sorgen um die Zeit nach der Coronakrise. Man könne zwar auf eine unglaubliche medizinische Entwicklung zur Bekämpfung der Pandemie blicken, die bald unter Kontrolle sein dürfte, was aber bleiben wird, sind die Schulden zur Abmilderung derselben. Die wirtschaftlichen Folgen seien schlimmer als bei der Finanzkrise, deshalb müsse man jetzt bei der Bewältigung der Cornakrise umdenken, die Maßnahmen der EU hätten aufgrund der politischen Konstellationen zu wenig gebracht. Eine Lösung seien ganz lange oder ewige Anleihen.

Ein unbekanntes Kapitel der Geschichte von Anleihen

Wenn man glaubt, dass die heutige Wirtschaft so viel unglaublich Neues produziert, um in Phasen der finanziellen Knappheit ein Schlupfloch zu entdecken, so beweist ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte manchmal etwas anderes. George Soros berichtet von Anleihen, die nie zurückgezahlt werden müssen, sondern nur die jährlichen Zinsen – schon vor Jahrhunderten.

Großbritannien hatte im Jahr 1752 unbefristete Anleihen, Kriegsanleihen zur Finanzierung der napoleonischen Kriege begeben, „Consols“, genannt. Die Vereinigten Staaten folgten mit der Emission von Consols in den 1870er-Jahren. Aber es war die Erfindung der Niederländer, die bereits 1648 unbefristete Anleihen zur Instandhaltung ihrer Deiche ausgegeben hatten. Das Skurrile daran: Diese Anleihen laufen noch heute, mit so niedrigen jährlichen Zinszahlungen, dass kaum jemand von ihrer Existenz weiß.

Die Aufforderung des Ungarn

Die Zeit der Coronakrise wäre günstig für die Einführung ewiger Anleihen, so Soros – weil die internationalen Zinssätze nicht weiter fallen könnten. Der Vorteil wäre für immer festgeschrieben und man könnte diese in Tranchen begeben.

Soros hatte solche Anleihen bereits der Europäischen Union vorgeschlagen, er sieht aber ein, dass dies unter den gegenwärtigen Umständen politisch nicht umsetzbar wäre. Es sollten dies einzelne Mitgliedsländer umsetzen, was auch in Ansätzen geschieht, dazu gleich mehr.

Soros weist darauf hin, dass die Europäische Zentralbank bereits das Instrument der unbefristeten Anleihen eingeführt hat. Durch den Aufkauf von Staatspapieren (Quantitative Easing), die sie nie mehr zurückgeben kann, ohne bestimmten Ländern schwer zu schaden.

Stattdessen ersetzt man bei Fälligkeit der Anleihen diese durch neue. Das Spiel ließe sich ewig fortsetzen, die Langläufer würden in unbefristete Schuldtitel umgewandelt.

Es gibt aber einen großen Unterschied zu den gleich von den Regierungen begebenen ewig langen Anleihen: Man schreibt die Zinsen für 100-jährige oder ewige Anleihen fest, während bei den ständig auslaufenden Titeln möglicherweise deutlich höhere Zinsen geboten werden müssten. Die Frage ist nur, ob man allen EU-Mitgliedsstaaten diese Eternal Bonds abkaufen würde.

Still und leise

Österreich hat es vorgemacht. In den Jahren 2017 und 2018 hatte die österreichische Republik 100-jährige Anleihen begeben, mit einem Zinskupon von damals noch niedrigen 2,1 Prozent. Das Papier war trotzdem 12-fach überzeichnet. Im Juni letzten Jahres legten die Österreicher mit einer weiteren 100-jährigen nach und es musste nur noch ein Kupon von 0.65 Prozent p.a. geboten werden. Inzwischen folgten Irland und Belgien mit eben solchen Langläufern, die von Versicherern begierig aufgenommen wurden.

Aber auch in Deutschland gibt es auf Landesebene bereits solche ultralangen Anleihen. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat die Zeichen der Zeit erkannt und vor ein paar Tagen eine 100-Jährige emittiert mit einem Volumen von 2 Milliarden Euro, die von Investoren mit mehr als 3,25 Milliarden Euro nachgefragt wurde. Die Emissionsrendite sollte 1,11 Prozentpunkte über dem Referenzzins für 50-jährige Zinstauschgeschäfte liegen, bei minus 0,14 Prozent betrug damit der Zinskupon 0,95. Für NRW ist dies bereits die dritte Anleihe in dieser Laufzeit, während es für den Bund immer noch bei 30 Jahren Höchstlaufzeit bleibt. Vielleicht denken die Herren in der Finanzagentur nur an ihre eigene Kalkulationszeit.

Fazit

Die Idee des legendären und bereits 90-jährigen Hedgefondsmanagers Soros könnte in der Coronakrise durchaus in größerem Stile umgesetzt werden, zusammen mit der finanziellen Repression. Die emittierenden Staaten werden dafür auch nicht mehr so lange Zeit haben, um diese Papiere an den Investor zu bringen, schließlich mehren sich die Anzeichen für eine steigende Inflation und steigende Kapitalmarktzinsen. Damit würden auch die Kupons deutlich höher ausfallen als zuletzt. Es verwundert schon ein wenig, warum man im Hause Scholz so zögerlich ist bei der dauerhaften Nutzung niedrigster Zinsen..

Kommen durch die Coronakrise Anleihen mit ewiger Laufzeit?

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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